MpaK hat geschrieben:Leider ist es so, dass viele in Russland den Begriff der Demokratie mit den chaotischen Zeiten der 90er Jahre assoziieren. Daraus resultiert sich in der Gesellschaft die Abneigung gegen solche, die dieses Wort zu intensiv benutzen. Das ist genau wie beim Zeppelin, der Nazismus und Kommunismus vergleicht, obwohl er gar nicht sagen kann, was am Kommunismus gegen menschliche Werte verstoßt.
Den Zusammenhang zwischen dem zweiten und ritten Satz, den ich hier zitiere kann ich nicht nachvollziehen.
Ferner frage ich mich, wie MapK darauf kommt, dass ich nicht sagen könne
was am Kommunismus gegen menschliche Werte verstoßt.
Selbstverständlich könnte ich dies, wenn ich dazu Anlass sehen würde. Schließlich habe ich viele Jahre meines Lebens auf professionellem Niveau damit zugebracht, vergleichende Analysen politischer Systeme in der Praxis und in Ihren theoretischen Grundlagen vorzunehmen.
Man nennt dieses Spezialgebiet der Sozial- und Politikwissenschaft übrigen auch "Komparatistik".
Doch ich sah eben zunächst keinen Anlass, hier mit längeren politologischen Vörträgen zu langweilen.
Ferner hatte ich bereits in meinem Vorstellungsthread hier erwähnt, dass zu meinen wichtigsten intellektuellen Vorbildern, die ich sehr verehre, Größen wie Max Weber, Wather Rathenau, Sir Ralph Dahrendorf, Pierre Bourdieu und Sir Anthony Giddens gehören.
Aber wenn's denn sein muss: Bitteschön: Das Problem aller existierenden und historischen kommunistischen Regime ist das gleiche, wie bei ihren nationalsozialistischen (eineiigen) Zwillingsgeschwistern:
- das Staatsmonopol einer einigen Partei, die sich selbst ermächtigt,
- alle erdenklichen Formen von Gewalt bishin zur physischen Auslöschung von einezelenen Menschen, ganzen Gruppen von Menschen und oder sogar die Vernichtung ganzer Völker und Staaten zur Erhaltung ihrer Herrschaft und zur Durchsetzung ihrer Ideologie legal einzusetzen,
- das inter- und übernationale Recht zu ignorieren sowie
- sich ethisch den legitimen Gesellschaftsformationen anderer Staaten gegenüber als überlegen zu betrachten
Es ist nun zwar zutreffend, dass ein Großteil der theoretischen Grundüberlegungen eines
möglichen Kommunismus von intellektuellen stammte, die entweder Deutsche von Abstammung oder zumindest von Staatsbürgerschaft her waren, jedoch stammt das praktische Konzept für den Aufbau eines Terrorregimes a la Robispierre (
oder wie schrieb der sich noch?), aus der Feder eines Владимир Ильич Ульянов, der sich später Lenin nannte und russischer Staatsbürger war!
Aber selbst dieser Lenin sah die staatliche pysische Gewalt "nur" als legitimes Mittel zum Zweck der erfolgreichen Durchführung eines grundlegenden Gesellschaftlichen Umsturzes; den man allgemein "Revolution" bezeichnet.
Darin war sich Lenin mit in Dtl. u.a. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht einig.
Alle drei waren sich darin einig, dass der Staatsterror nur in der Phase der Festigung einer wahrhaften Volksherrschaft angemessen sei.
Und just in dem Moment als Lenin meinte, dass der Einsatz von Waffen gegen das eigene Volk kontrafunktional für die Festigung des neuen Staates sei, trat ein gewisser Иосиф Сталин (vermutlich Georgier) auf den Plan.
Dieser hatte sich im Rahmen der pysischen Exekutive des Gewaltregimes vom Nobody zum zweiten Mann im Staate entwickelt und wusste, dass er diese Position eben nur dem Terror verdankte.
Die Abschaffung des letzteren hätte seine Rückfall in die Bedeutungslosigkeit; wenn nicht gar seine öffentliche Verurteilung als Massenmörder bedeutet.
Ergo wurden Herrn Ульянов die Lebenslichter ausgeblasen (bzw. buchstäblich die Sauerstoffzufuhr für den Erhalt des Lebenslichtes abgeschnitten).
Fortan waren die noch weitgehend humanistisch orientierten Denkansätze Lenins durch Stalins Machterhaltungsdoktrin ins Gegenteil verkehrt worden.
Die noch verbleibenden Anhänger der Leninschen Denke wurden zunächst einem gewissen Tschekachef Jeschow und dann dessen Nachfolger Berija überlassen...
Vonn all dem lernten dann (z.T. auch schon vor der Realisierung des Kommunistischen Staatsterrors im ehemaligen Russischen Reich, dass dan n CCCP genannt wurde) ganz eifrig die Leute, die nach im Anschluss an die russ. Entwicklungen in Asien Europa und Lateinamerika Mörderregime nach gleichem Muster errichteten.
Aber diese waren nicht die Einzigen, die darin den Schlüssel zur Macht fanden (bzw. sahen).
Auch ein gewisser österreichischer ex-Unteroffizier des WK I namens Adolph Hitler bekam "Wind" von Stalins "Erfolgen". Doch als vom Proletariat zunächst verachteter Kümmerling und allgemein verhöhnter versager, sah dieser nicht in der Masse der Bevölkerung seine Verbündeten, sondern in den unter allgemeiner Krtitik stehenden Pseudoeliten der Wirtschaft.
Und dieses Konzept schien zunächst aufzugehen, zumal Dtl. mit den ersten zarten Ansätzen einer Demokratisierung meinte, dass diese zu Dtl. nun gar nicht passe.
Da ergibt sich dann das Gleichnis zwischen der Weimarer Republik und der postCCCP in den Ären Gorbatschow und Jelzin.
Gleiches Ergebnis: Massiver Rechtsruck mit Folgen in allen Schattierungen.
Zwangläufig kommt der Ruf nach dem "starken Mann" an der Spitze, dem man sich auch blindlings unterordnet. - Von den Sauereien, die dieser anrichtet weiß man später nichts, war sowiso dagegen, oder
konnte einfach nur nichts tun, weil einem ja die Hände gebunden waren....
Wenn ich nun die Ären des postNationalsozialismus und des postKommunismus miteinander vergleiche, komme ich nur zu dem Schluss, dass Dtl. hierbei in beinden Fällen ein riesiges Glück hatte, dass man höher kaum schätzen kann!
Die Deutschen hätten es von sich allein nie geschafft!
Aber im ersten Fall hatten wird die Hilfe der Aliierten gegen das Naziregime, und im zweiten Fall wurden wir bei der Wiedervereinigung von eben diesen ehemaligen Alliierten nochmals dabei unterstützt, dass hier niemals wieder eine Diktatur entstehen möge.
Beides hat funktioniert. Doch andere Länder hatten diese Transitionsunterstützung z.T. gar nicht, nur begrenzt oder haben sie eben abgelehnt.
Und letztere sind es eben, die nunmehr zumindest als Erneuerer des kalten Krieges agieren und eben die Demokratie als Feindbild schlechthin proklamieren, weil dies nicht automtisch und ohne aktives Mitwirken der Bevölkerung in einer stabilen Gewaltenteilung mündet.
Das Doofe daran ist nur, wenn die Cleverness zu Erwerb und unterhaltung der Datscha nicht unbedingt dafür nutzbar ist, den eigenen Sohn vor Gewaltverbrechen in seiner Militärzeit zu schützen.
Auch gebe ich zu dass es en blödes Dilemma ist, wenn man einerseits die neodiktatorischen Tendenzen in der Russsichen Föderation bis aus Messer Verteidigt, und andererseits seinen Hontern ins Trockene des dt. Rechts- und Sozialstaastssystems bringt, sodann aber laut wegen der hiesigen vermeintlichen Ausländerdiskriminierung schreit.
Fazit. Man muss sich nicht wundern, wenn die weniger liberale Mehrheit hier die Latte etwas höher hängen möchte.
We heißz es doch bei Klaus Lage: "Faust auf Faust - hart auf hart".
Mit Religionen habe ich zwar nichts am Hut, aber auch in der Bibel soll es ja ein Äquivalent dazu geben: Irgend etwas mit "Auge um Auge..."
Es ist aus meiner Sicht einfach nur sehr bedauerlich, dass die 'Russische Föderation' (häufig auch auf Russland reduziert bezeichnet) permanent auf der Suche nach neune Feinden ist.
Es ist wohl genug an dieser Stelle...?!
Und ich habe wirklich keine Lust hier die Links zu diversen Qullen einzustellen, die Gegeer meiner Argumente ohnehin igrnorieren, würden.
Sollte jedoch wer in der Lage sein, Argumente anzubringen, dass es keinerlei Gemeiinsamkeit zwischen den Ergebnissen nationalsozilistischer und "kommunistischer" Regime geben sollte und sich somot die gesamte Politologie der Gegenwart im Irrtum befände, würde ich mir diese gern ansehen.
Ich bitte jedoch darum, mir nicht damit kommen zu wollen, dass die Leute in den KZ's und Gulags's allesamt "natürlicher" Tode gestorben wären.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)