Zeppelin hat geschrieben:
Das sehe ich nicht so und mir klingt das auch zu sehr nach SED-Argumentation von damals.
Ein Studium in Deutschland verpflichtet schileßlich niemanden dazu, auch hier zu arbeiten - zumal das vielen (ausländischen) Studenten ohnehin verwehrt wird.
In Bezug auf die Russiche Föderation (aber auch viele andere Staaten) hat es für D und das Ausland durchaus Vorteile, wenn hiesiges know-how dort zum Tragen kommt.
Insbesondere meine ich hierbei so prekäre Bereiche, wie Umwelttechik/-schutz, Land-/Forstwirtschaft, Medizin, Kommunikation/Medien oder Jura/Verwaltung/Politik etc.
Immerhin haben die Leute hier nicht nur Fachwissen erworben, sondern zumeist auch einige zivilsatorische Errungeschaften zu schätzen gelernt, die sie in ihren Herkunftsstaaten kaum werden missen wollen. Da ist zumindest das eine oder andere Fünkchen Hoffnung angebracht, dass dies auch zu einer Verbesserung der Verhältnisse anderswo beiträgt.
Andererseits wird kaum jemand von hier fortgehen, der nach dem Studium einen lukrativen Job findet, falls nicht gar kultuerelles Unwohlsein völlig dominant sein sollte.
Zeppelin
Sorry Zeppelin, vielleicht kommt da bei mir wirklich der "Ossi" durch, dem man sein ganzes Berufsleben einreden wollte, er habe als Ingenieur eine "Schuld gegenüber dem Arbeiter- und Bauernstaat" abzuarbeiten gehabt..., aber dass "am deutschen Wesen die ganze Welt (und vor allem die russische Föderation) genesen" kann oder soll, halte ich nun für mehr als "abendländischen" Quatsch - nämlich einfach nur für deutsche Überheblichkeit! Es reicht mir ehrlich gesagt schon, wenn die Amerikaner der ganzen Welt ihre "american way of Life" aufzwingen wollen...
Wenn der hessische Kultus- oder Bildungsminister nach Finnland fahren muss, um sich dort umzuschauen, warum die Finnen, die zu Honneckers Zeiten in der DDR unterwegs waren, bei PISA besser abschnitten als die "abendländischen Zivilisationen", dann braucht mir keiner mehr was über unser Bildungssystem zu erzählen, in dem man 13 Jahre bis zu einem Abitur braucht, bei dem nur noch fehlt, das man Mathematik abwählen kann, weil man das ja sowieso nicht braucht, Physik sowie schon Hobby einiger Freaks geworden ist, dafür aber jeder über die Folgen der Kernkraft und alternativer Energien "mitreden" kann.
Dafür gab es bis zur Einführung der "Studentensteuer", Ewigstudenten, die imme erst im Examen mitbekommen haben, was sie während des Studiums eigentlich hätten lernen sollen. Den Professoren oder Hochschullehrern ist es nicht zu entlocken gewesen.
Ich rede jetzt nicht von solchen zivilisatorischen Errungenschaften wie individuelle Freizügigkeit, Demokratie, Meinungs-und Pressefreiheit, Unabhängigkiet der Gerichte usw. - ich hege nicht den Wunsch nach Russland auszuwandern, obwohl ich dort viele Verwandte und Bekannte habe und die Familie und der Mensch wie in vielen "unterentwickelten" Gesellschaften wie übrigens auch in Asien und Afrika (eben auch aus ökonomischen Gründen) noch eine viel größere Rolle spielen als in Westeuropa, was für uns "zivilisierte Westeuropäer" immer noch den Reiz des nostalgischen, unverdorbenen und eben halt exotischen hat.
Aber das deutsche Bildungs- oder Hochschulsystem als Vorbild für andere Staaten hinzustellen, da stehen mir die Haare zu Berge...
