astronic hat geschrieben:Was mich bei den Visumssachen so verunsichert, ist, dass es nicht nur formale Kriterien gibt, die man erfüllen muss, sondern dass der Bearbeiter im Konsulat einen Visumsantrag einfach grundlos ablehnen kann, wenn ihm irgendwas vom Bauchgefühl her nicht passt. Dies führt dann bei Beantragenden unvermeidlich zur Fragestellung "Was bereitet Konsulatsmitarbeitern ein gutes Bauchgefühl (ohne Unwahres zu erzählen)?". Da ich nicht weiß, wie Konsulatsmitarbeiter ticken, bin ich bei diesem Thema in der Tat verunsichert und suche deshalb hier nach Erfahrungswerten.
In gewisser Weise trifft das schon zu, doch ganz so "nach Laune" wird meiner Meinung nach auch über Visaanträge nicht entschieden. Ich kann mich da auch ganz gut in die Situation der zuständigen Sachbearbeiter hineinversetzen: Auf der einen Seite muss man sein "pflichgemäßes Ermessen" ausüben und darf kein Visum erteilen, wenn man Zweifel hat, dass alles okay ist.
Andererseits droht eine Menge Zusatzaufwand für die Bearbeitung von Remonstrationen, wenn man grundlos einen Antrag ablehnt.
Natürlich muss man dabei auch noch jede Menge politischer Befindlichkeiten berücksichtigen, weil ja schließlich jedes Verhalten eines Konsulats das Image unseres Staates beeinflusst.
"Bauchgefühl" würde ich daher nicht sagen, sondern es geht m.E. um Plausibilität und Konsistenz.
Selbstverständlich macht das Konsulat zuerst eine SIS-Abfrage, falls es sich dazu veranlasst sieht. Na und? Wer da eine weiße Weste hat, braucht nichts zu befürchten.
Kann uns ja nur nützen: Sie hatte schon mal ein Schengenvisum und ist pünktlich zurückgekehrt. Wäre sie das nicht, hätte sie einen SIS-Eintrag.[/quote]
Eben: Die erste Million ist die schwerste.
Wie findest du meinen Entwurf für das Einladungsschreiben aus meinem letzten Beitrag? Zu allgemein oder in Ordnung so?
Das Schreiben finde ich soweit okay, aber (für meinen Geschmack) etwas zu wenig aussagekräftig. Einerseits ist es sehr formell und korrekt gehalten, andererseits taucht dann das Wort "herzlich" im Zusammenhang mit der Begründung der Einladung auf.
Schlussendlich muss man sich halt entscheiden, ob man so ein Schreiben an die Eingeladene mit der Bitte um Vorlage beim Konsulat richtet oder ob man es eben direkt an das Konsulat richtet - und davon hängt dann eben die Diktion ab, die man verwendet. (Aber das ist eben meine persönliche Meinung.)
In meinen früheren Beiträgen hier im Forum und bei i4a habe ich diese Unterscheidungen ja schon hinlänglich ausgeführt und möchte das nicht wiederholen. Sonst brechen hier womöglich erneut Diskussionen aus, die längst geführt wurden.
Ich wünsche frohe Feiertage und
viele Erfolg bei dem Visaantrag.
Grüße,
Zeppelin
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)