Hier habe ich mal einen interessanten Artikel gefunden, der so manches aus dem Dunkel holt:)
Gestern kam die Meldung durch die Medien: Euro nur noch 82 Cent wert!
So schrieb http://www.bild.t-online.de/BILD/news/w ... 18074.html :
"Der Euro hat seit dem Start der Europäischen Währungsunion 18 Prozent an Wert verloren! Im Vergleich zum Januar 1999 hat 1 Euro heute nur noch eine Kaufkraft von 82 Cent.
Das hat die Dresdner Bank für BILD errechnet. Hauptgründe für den Wertverlust: die dramatisch gestiegenen Energiepreise und staatlich verordnete Preiserhöhungen. Dresdner Bank-Chefvolkswirt Michael Heise: „Die Europäer und vor allem die Deutschen sind gut mit dem Euro gefahren. Andere Währungen haben höhere Kaufkraftverluste erlitten.“
Der US-Dollar verlor seit Anfang 1999 sogar 22 Prozent an Wert und hat nur noch eine Kaufkraft von 78 US-Cent."
So wird dem aufmerksamen Leser also erklärt, wenn er heute einen Euro in der Hand habe, dann sei das so, als wenn er Anfang 1999 nur 82 Euro-Cent in der Hand gehabt hätte. Es wird mit den Preissteigerungen der Güter argumentiert.
Eine ganz andere Überlegung zeigt aber, dass der Wertverfall des Euro noch viel höher ist. Ich kann mich zwar dafür interessieren, wie viel ich für einen Euro kaufen kann. Ich kann aber auch ganz anders fragen: Wenn ich Anfang 1999 1 Euro hatte, wie viel hatte ich dann von dem gesamten in Deutschland vorhandenen Geld, und wenn ich heute 1 Euro habe, wie viel habe ich dann heute von dem gesamten in Deutschland vorhandenen Geld.
Anders ausgedrückt: Möglicherweise habe ich heute genauso viele Euro wie Anfang 1999. Vielleicht habe ich auch ein paar Euro mehr, so dass eine Preissteigerung ausgeglichen ist. Dennoch wäre es möglich, dass meine Kaufkraft im Vergleich zu anderen gefallen ist, weil die Glücklichen noch viel mehr Geld dazubekommen haben als ich.
Wie das gehen soll? Ganz einfach: Die Geldmenge in Deutschland wächst - und zwar permanent. Also schauen wir mal genauer hin.
Nach Angaben der Deutschen Bundesbank betrug die Geldmenge M1 (das ist vereinfacht gesagt das umlaufende Bargeld und die Guthaben auf Girokonten) Anfang 1999 in Deutschland 556,8 Mrd. Euro (http://www.bundesbank.de/download/volks ... 0001mb.pdf). Im Oktober 2007 betrug die Geldmenge M1 dagegen 940,0 Mrd. Euro (http://www.bundesbank.de/download/volks ... mb_bbk.pdf).
1 Euro heute vermittelt also noch "absolute" Kaufkraft von 1 € * 556,8 Mrd. / 940,0 Mrd. = 0,59 €!!! Oder anders ausgedrückt:
Wer damals 1 Euro hatte, müsste heute 1 € * 940,0 Mrd. / 556,8 Mrd. = 1,69 € haben, um die gleiche absolute Kaufkraft zu besitzen.
Die Nachricht von BILD und anderen verdummt mal wieder die Menschen!
ein bisschen deutsche Politik
Re: ein bisschen deutsche Politik
Jedenfalls kriege ich in Russland mehr Rubel für einen Euro als 1999 oder 2000 für zwei DM.
Allerdings kann ich in Deutschland für einen Euro jetzt wohl nicht mehr so viel kaufen wie für zwei DM...
Allerdings kann ich in Deutschland für einen Euro jetzt wohl nicht mehr so viel kaufen wie für zwei DM...
Du erntest, was du säst.
Re: ein bisschen deutsche Politik
Die Geldmenge hat doch nichts mit Entwertung zu tun. Wenn ich heute 10 Euro im Geldbeutel habe und morgen 20, dann heisst das ja nicht, dass morgen meine Euro nur noch die halbe Kaufkraft haben. Zuviel Geld im Umlauf erhöht zwar die Inflationsgefahr, aber bedingt sie nicht zwingend. Die Geldmenge wächst hauptsächlich, weil wir immer reicher werden.
- CSB_Wolf
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Re: ein bisschen deutsche Politik
Am 1. Januar 2002 wurde erstmals Euro-Bargeld in Umlauf gebracht. Seit 1999 bis 1.1.02 war der Euro nur Buchgeld, also nicht im Handel. Kurze Zeit nach Einführung des Euro sind die DM Preise bis zu 100% angehoben worden, obwohl die Regierung es so gar nicht wollte
Gruss
wolf
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Atius
Re: ein bisschen deutsche Politik
Hallo Harald!
Last bat not liest: Inflation entsteht dann, wenn Preise steigen und Loehne sinken bzw. stagnieren...wenn das Umlaufvermoegen steigt und das Angebot absolut gedeckt ist, weil keiner kauft, teuert alles, logisch? Nun kann man sich bei dieser Aussage streiten, ist es Inflation oder Deflation...aber egal was dabei heraus kommt, reicher wird nicht die breite Masse, wie Du schreibst:
Wenn Du heute 10 E und morgen 20 E hast, bedeutet das ueberhaupt nicht, das es dann nur noch halbe Kaufkraft besitzt, da stimme ich Dir zu! Aber, und hier liegt ja das Problem...hast Du die zusaetzlichen 10 E durch Arbeit (Wert) erwirtschaftet, oder durch Geschaeft (Boerse, etc.) ? Wenn durch eigene Arbeit (Wert), dann ist alles okay...aber wenn durch spekulative Geschaefte, also Banken, Boerse...dann ist ein anderer wiederum aermer...und sei es um einen Teil seiner Arbeitskraft...es ist ein schier endloses Thema, und man kann philosophieren bis ins Nirwana...aber, Deine Aussage ist dennoch tief betrachtet: falsch...warum? Mehr Geld im Geldbeutel, bedeutet nicht unbedingt reicher, mehr Geld im Umlauf bedeutet immer mehr Armut, weil durch mehr Umlaufvermoegen die Preise automatisch steigen (Ein-mal-Eins der Marktwirtschaft), weil mehr Geld im Umlauf ist...puh...klingt kompliziert und irgendwie undurchsichtig, ist aber mathematisch nachvollziehbar:)....harald63 hat geschrieben:.....Wenn ich heute 10 Euro im Geldbeutel habe und morgen 20, dann heisst das ja nicht, dass morgen meine Euro nur noch die halbe Kaufkraft haben. Zuviel Geld im Umlauf erhöht zwar die Inflationsgefahr, aber bedingt sie nicht zwingend. .....
Last bat not liest: Inflation entsteht dann, wenn Preise steigen und Loehne sinken bzw. stagnieren...wenn das Umlaufvermoegen steigt und das Angebot absolut gedeckt ist, weil keiner kauft, teuert alles, logisch? Nun kann man sich bei dieser Aussage streiten, ist es Inflation oder Deflation...aber egal was dabei heraus kommt, reicher wird nicht die breite Masse, wie Du schreibst:
Denn wenn wir alles reicher werden wuerden, muessten wir ja wesentlich mehr Werte schaffen, die es berechtigt uns reicher werden zulassen:) ...das,harald63, passiert leider nicht....und scheint nicht nur an mir vorbei gegangen zu sein 8)harald63 hat geschrieben:...Die Geldmenge wächst hauptsächlich, weil wir immer reicher werden.
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Atius
Re: ein bisschen deutsche Politik
Nachtrag:
hier ist eine gute Erklaerung von CSB_Wolf...eine quasi staatlich verordnete Preissteigerung...warum staatlich verordnet? Weil nach dem Festlegen des Eurowertes kein festlegen der einheimischen Preise staatlicherseits passierte, wie es in einigen Laendern, die heute den Euro haben, erfolgte!
hier ist eine gute Erklaerung von CSB_Wolf...eine quasi staatlich verordnete Preissteigerung...warum staatlich verordnet? Weil nach dem Festlegen des Eurowertes kein festlegen der einheimischen Preise staatlicherseits passierte, wie es in einigen Laendern, die heute den Euro haben, erfolgte!
CSB_Wolf hat geschrieben:Am 1. Januar 2002 wurde erstmals Euro-Bargeld in Umlauf gebracht. Seit 1999 bis 1.1.02 war der Euro nur Buchgeld, also nicht im Handel. Kurze Zeit nach Einführung des Euro sind die DM Preise bis zu 100% angehoben worden, obwohl die Regierung es so gar nicht wollte![]()
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- Zejtnot
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Re: ein bisschen deutsche Politik
Thema ist zwar spannend, aber hat mich Russland nichts zu tun. Ich schlage vor, es in die Kaffeebar zu verschieben.
