Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

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zimdriver
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Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von zimdriver »

marinal hat geschrieben:Hallo, am diese Wochenende planen Serben Demo gegen Kosovo Unabhängigkeit.
Sie brauchen unsere Unterstützung! Kann jemand helfen? http://www.serbien-forum.de/viewtopic.php?p=79650#79650
Zu diesem Thema ein Klares NEIN meinerseits:
1. Hat Serbien nicht vor kurzem auch die Unabhängigkeit errungen? Weshalb gestehen die Serben dieses nicht auch einer kleinen Volksgruppe zu?
2. Was Demos in Belgrad bringen, ließ sich gestern am besten im TV begutachten.
3. Macht doch die Demos auch in Belgrad. Da gehören sie hin.
pravda

Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von pravda »

Das war die einzig richtige Entscheidung Russlands. Die Unabhängigkeit des Kosovos verstößt gegen geltendes Völkerrecht, es scheint aber kaum jemanden zu interessieren.
1. Das Kosovo ist nun entgültig eine weitere Basis für die USA. Warum nennt man es nicht gleich Camp Bondsteel anstatt Kosovo? Die EU ist nichts weiter als der lange Arm von Uncle Sam. Damit vergrößert sich der amerikanische Einflussbereich auf kosten anderer Staaten noch weiter, herzlichen Glückwunsch. Der Kalte Krieg ist längst in der zweiten Runde siehe Tiflis, siehe Kiew.
2. Schon 99 war das Bombardement, übrigens durch propaganda und schlichte falsch Aussagen fleißig unterstützt von unserem ehemaligen Verteidigungsminister, ein absoluter Fehlschlag.
3. Die Albaner freuen sich aber glücklich werden sie nicht. Das Kosovo ist die Brutstädte und der Umschlagplatz des organisierten Verbrechens in Europa, nun bekommt das alles einen offiziellen Stempel. Man schaue sich doch nur mal den Anführer an, ein Gründungsmitglied der UCK. Und dadurch soll der Balkan stabilisiert werden? Das ist doch ein Witz.
4. Das ganze könnte jetzt ein Vorbild für andere Möchtegernstaaten abgeben. Kein wunder, dass sich Spanien etwas bedeckt zeigt. Aber der große Teil, allen voran die neuen EU-Staaten stimmen in den Jubelgesang mit ein.
5. Solange die Führungsriga des Kosovo pariert und das tut was die USA verlangen, wird die organisierte kriminalität flurieren und Menschenrechte werden zu einem Dehnbaren Begriff. Hier geht es nicht um recht oder unrecht oder um Menschenrechte, hier geht es um reine politische Strategie den eigenen Vorteil immer im Auge behaltend.
6. Die derzeitige serbische Regierung war komunikativ und hat sehr große Zugeständnisse gemacht, die Parteien waren sich noch nie so nah wie vorher. "Waren"!

Ich will hier die USA nicht als großen Buhman und Russland als den schillernden Reiter in goldener Rüstung darstellen, da stecken genauso strategische Interesse dahinter aber die EU sollte langsam aufwachen und zu eigener größe zurück kehren ohne in Abhängigkeit zum großen Bruder auf der anderen Seite zu verfallen. Denn im Gegensatz zu den Amerikanern trennt uns kein großer Teich vor den Konflikten, die durch die aggresive US-Politik direkt vor unserer Haustür ausgelöst werden.
m1009

Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von m1009 »

@pravda..

mal nebenbei.. darf man fragen, woher du das camp bondsteel kennst?

wenn man das camp gesehen hatt, merkt man, das die amerikaner dort nicht mehr weg gehen.

meiner meinung nach ist das gerangel um den kosovo nix anderes als eine auseinandersetzung nato/usa vs. russland.
pravda

Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von pravda »

Mein Bruder ist jetzt zum zweiten Mal im Kosovo stationiert und er hatte ebenfals den Eindruck, dass das Camp im Gegensatz zum deutschen gigantische Ausmaße hat.
Zeppelin
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Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von Zeppelin »

Es ist interessant, Eure Antworten auf meine Eingangsfrage zu lesen, selbst wenn manche davon als zu wenig ausdifferenziert betrachte.

Ich bejubele die Abspaltung des Kosovo aus volkswirtschaftlichen und einer Vielzahl sonstiger Gründe keineswegs!!!

Aber ich erinnere mich auch noch sehr genau daran, was sich Anfang der 1990er auf dem Balkan zusammengebraut hatte. Da war Deutschland mit sich selbst beschäftigt und das Wort Krieg war Tabu.
Ach was sind wir alle friedlich...
Allerdings übersah man dabei, dass das Ende des eisernen Vorhangs nicht eben die Stunde Null der Geschichte war.

Und ebenso erwies sich auch das Ergebnis des WK I nicht als Level Zero.

So geriet das inzwischen so friedliebende Deutschland in die Gewissenszwickmühle zwischen dem stillen Zusehen auf die Völkermorde in Ex-Jugoslavien und der moralischen Verpflichtung, sich an deren Beendigung zu beteiligen.
Man hatte leider zu spät bemerkt, dass viel Blutvergießen hätte vermieden werden können, wenn man sich rechtzeitig daran erinnert hätte, welche Konfrontationslinien auf dem Balkan von je her aufgebaut worden waren: Die gen Nordwesten drängenden Osmanen versus die mehr oder weniger christiansch orientierten Völker und Staaten des übrigen Europa.

Das Paradoxe daran ist eigentlich die Wiederholung der uralten "Unterstützerthese" von Schutzmachtvorstellunen.

Selbstverständlich ist die Beteiligung Europäischr Staaten an einer militärischen Beendigung des Balkankrieges häufig so interpretiert worden, das wir hier nur daran interessiert wären, die Flüchtlinge so schnell wie möglich wieder los zu werden.

Aber eben deswegen bin ich der Meinung, dass die Beugung gegenüber des Wunsches der Kosovaren der Prävention gegenüber einem droheneden erneuten Bürgerkrieges gelten sollte.

Mit anderen Worten: die Wahl des vermeintlich geringeren Übels.
Ob die Rechnung aufgehen wird?

Entsprechend ist es müßig, die EU als ständigen Vasallen der USA darzustellen und schlichtweg lächerlich. Da bestehen durchaus harte Interessenunterschiede und die EU ist viel zu heterogen.

Den Kritikern meiner Position stelle ich die Frage ob ihnen ein Bürgerkrieg im Kosovo lieber gewesen wäre bzw. wie sie einen solchen anders verhindert/aufgeschoben hätten.

Aber bitte keine Stammtischparolen dazu!

Gruß,
Zeppelin
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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zimdriver
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Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von zimdriver »

Danke, Kollege Z. Deine Ausführungen sind zwar erst nach mehrfachem Lesen so richtig zu verstehen. Aber in diesem Falle schließe ich mich an.
Zuletzt geändert von zimdriver am 08 Mär 2008, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.
pravda

Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von pravda »

Zeppelin wie kommst du darauf, dass ein Bürgerkrieg gedroht hat? Die Lage war im Kosovo die letzten Jahre über Ruhig, die Serben waren noch nie so Kompromissbreit wie vor der Abhängigkeit.
Genauso lächerlich war der Krieg 99. Keine Massenmorde, keine Vertreibungen, keine Genocide. Das Echte Leid begann erst NACH dem Bombardement der Nato. Das ach so friedliebende Deutschland musste seine Macht demonstrieren und aus seiner Passivität aufwachen. Das dazu gefälschte Dokumente verwendet und reine Propaganda eingesetzt wurde um das das Volk zu ködern interessiert im Nachhinein auch keinen mehr.

Die UCK wurde ordentlich mit Geld und Waffen versorgt und war rege am Drogenschmuggel beteiligt. Und die USA haben ein setzen ein ehemaliges UCK Mitglied als Führer ein. Beste Voraussetzungen einen korrupten Staat zu Gründen, der Drogenumschlagplatz No. 1 in Europa wird. Zusätzlich wird die Lage im Balkan destabilisiert, die USA können Langfristig eine Basis bauen, das Einflussgebiet der EU bzw. Nato bzw. USA vergrößert sich.
MpaK

Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von MpaK »

Hallo, Pravda,
nur noch ein Video zur Unterstützung deines Beitrags: Gucken (auf Deutsch)
Auch der entsprechende BND-Berihcht ist leicht im Internet zu finden. Den will aber nicht verlinken. Ist ja schließlich für den Dienstgebrauch :) .
So viel für die "kontrollierte Abtrennung"...
Andy
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Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von Andy »

ich meine, das ist mal wieder so eine politische Situation, fuer die es keine wirkliche gute Loesung gibt. Die Albaner wollen einfach nicht mit den Serben und umgekehrt. Beide Parteien hatten fast 10 Jahre Zeit aufeinander zuzugehen, sich zu versoehnen oder was auch immer. Haben sie aber nicht gemacht. Selbst eine weitgehende Autonomie, die die Serben vorgeschlagen haben (was ja doch ein vernuenftiger Vorschlag war) haben die Kosovaren abgelehnt. Und was soll man machen? Die Unabhaengigkeit nicht anerkennen? Und dann? Ein schwarzes Loch fast mitten in Europa tolerieren? Nein, so geht das auch nicht. Mir scheint, dass in letzter Zeit die Europaer staendig ihren Kopf hinhalten muessen und den Karren aus dem Dreck ziehen. Die USA spielen ihre imperialen Spielchen und die Russen sind grundsaetzlich gegen alles und jeden.
filuck
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Re: Kosovo und Russland - such der Kreml noch mehr Feinde?

Beitrag von filuck »

Zeppelin hat geschrieben:Was haltet Ihr davon, dass Putin die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien verhindern will, während die EU diesen Prozess befürwortet?
um es es auf den punkt zu bringen: kurz und präzise. der kommentar von manuchka ist der erlichste. alle andren reden drumherum.
filuck
Mir kommt das so vor, als suche Russland mit aller Kraft nach Konfrontation.

Aus meiner Sicht ist die kontrollierte Abtrennung der Provinz der erfolgversprechendste Weg, um einen (Bürger-)Krieg a la Tschetschenien oder Balkan (Ex-Jugoslavien), bzw. Israel<->Palästina zu vermeiden.

Ebenso sehe ich ein Gleichnis zu den Verhältnissen in der Ex-DDR, als es darum ging, entweder die Wiedervereinigung zuzulassen oder eine gewalttätige Konfrontation zwischen dem SED-Regime und der Bevölkerung in Kauf zu nehmen.

Der Unterschied ist natürlich, dass die Sowjetunion als Siegermacht des WKII damals noch ein Wörtchen mitzureden hatte u.v.a.m.

Hier eine Quelle:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 91,00.html

Zeppelin
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