sehr geehrte Damen und Herren von kultur.RU,
vielen Dank für diesen informativen Internetauftritt.
Als Kommunist finde ich es Fair, wie Sie mit der Geschichte von Radio Moskau bis 1994 umgehen (der Umstellung auf "Stimme Russlands").
Allerdings kommen Sie wenige Sätze weiter zu dem Schluß, ..."Das einstige Lieblingskind des Regimes diente nicht der Vermittlung neutraler Informationen, sondern propagandistischen Zwecken. Heute soll das deutschsprachige Programm keine Agitation mehr betreiben, sondern ein objektives Bild von Russland zeichnen".
Ich bin der Ansicht, daß Informationen immer propagandistischen Zielen dienen. Wenn, wie Sie schreiben, Radio Moskau Listen mit den Namen der Kriegsgefangenen verlas, dann war das Information unsd Propaganda zugleich. Und zwar für den Frieden!
Dennoch: Ich werde Ihre Seite ab jetzt immer wieder sporadisch mit Aufmerksamkeit lesen.
Mit freundlichen Grüßen:
Joachim Lebrun
zu Ihrem selbstverständnis
Re: zu Ihrem selbstverstдndnis
Sehr geehrter Herr Lebrun,backe hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, daЯ Informationen immer propagandistischen Zielen dienen.
ueber die 'absolute Wahrheit' ihrer Aussage moechte ich nicht mit Ihnen streiten. Auch in der (dem Versuch nach) objektivsten Berichterstattung kann u.U. immer noch etwas Subjektivitaet liegen, die man als 'Propaganda' bewerten kann.
Aber durch die Aussage "daЯ Informationen immer propagandistischen Zielen dienen" sollte man nicht versuchen das Aussmass rechtzufertigen, mit denen in kommunistischen (und in der DDR in sozialistischen) Laendern Propaganda betrieben wurde. (Ja, auch in nazionalsozialistischen Zeiten!)
Es ist immer auch das 'MaЯ' der Propaganda zu beachten. Ich kann nicht mit dem Satz "hier faehrt doch eh keiner 50 km/h" rechtfertigen, wenn ich mit 200 Sachen durch die Stadt rase. Die anderen fahren vielleicht auch nicht genau 50, sondern vielleicht 55 oder 60.
Mit freundlichen Gruesse,
Dietrich.
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joachim
Propaganda
Hallo Dietrich,
eigentlich hätte ich schreiben müssen: ..."Informationen immer auch propagandistischen Zielen dienen."
Nebenbei stelle ich die Frage, ist Propaganda etwas schlimmes ? Auch in kapitalistischen Ländern ist ein Ausmaß an P. fststellbar, welches das normale Maß an Information überschreitet: So z.B. die von allen (bürgerlichen) Medien verbreitete Auffassung, es sei kein Geld da (um soziale Ausgaben zu tätigen). Da tatsächlich aber genug Geld da ist (30 Millionen Euro an einen Manager) wird so P. betrieben.
Aber das ist ja nur meine Sichtweise.
Mit freundlichen Gruessen
Joachim
eigentlich hätte ich schreiben müssen: ..."Informationen immer auch propagandistischen Zielen dienen."
Nebenbei stelle ich die Frage, ist Propaganda etwas schlimmes ? Auch in kapitalistischen Ländern ist ein Ausmaß an P. fststellbar, welches das normale Maß an Information überschreitet: So z.B. die von allen (bürgerlichen) Medien verbreitete Auffassung, es sei kein Geld da (um soziale Ausgaben zu tätigen). Da tatsächlich aber genug Geld da ist (30 Millionen Euro an einen Manager) wird so P. betrieben.
Aber das ist ja nur meine Sichtweise.
Mit freundlichen Gruessen
Joachim
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Reinhard
danke für den Hinweis auf die Gleichheit der Systeme:
sowohl in Deutschland als auch in Russland können sich ein paar Leute auf Kosten der anderen Doofen eine goldene Nase verdienen -
also was meckert ihr über verschiedene Systeme? Russlands Kommunismus (oder das was davon übrig ist) und Deutschlands Demokratie (oder das was davon dank Schrödi noch übrig ist) ähneln sich immer mehr ...
bald können wir ein vereintes Europa der Gefrusteten feiern.
Reinhard
sowohl in Deutschland als auch in Russland können sich ein paar Leute auf Kosten der anderen Doofen eine goldene Nase verdienen -
also was meckert ihr über verschiedene Systeme? Russlands Kommunismus (oder das was davon übrig ist) und Deutschlands Demokratie (oder das was davon dank Schrödi noch übrig ist) ähneln sich immer mehr ...
bald können wir ein vereintes Europa der Gefrusteten feiern.
Reinhard
Re: Propaganda
Das Geld "da" ist streitet ja auch keiner ab. Die Frage ist nur immer, WO das Geld ist und wer darueber verfuegen kann.joachim hat geschrieben: So z.B. die von allen (bьrgerlichen) Medien verbreitete Auffassung, es sei kein Geld da (um soziale Ausgaben zu tдtigen). Da tatsдchlich aber genug Geld da ist (30 Millionen Euro an einen Manager) wird so P. betrieben.
Wenn eine Firma ihren Managern 30 Millionen zahlt, dann ist das Sache der Firma. Eine Firma kann mit ihrem Geld (nachdem Steuern gezahlt wurden) machen was sie moechte, Sie kann das Geld geben wem sie moechte. Das nennt sich Kapitalismus und ist mittlerweile in Russland auch weit verbreitet.
Das der "Kapitalismus" auch seine Nachteile hat wird dir kaum jemand abstreiten. Aber trotzdem ist es tendenziell so, das im Kapitalismus Leistung und Fleiss belohnt wird. Wer mehr und besser arbeitet als Andere hat eine groessere Chance auch mehr Geld zu verdienen. Und wer nicht arbeitet und faul ist der muss (und soll!!!) auch die Rechnung dafuer tragen. (Nein, ich bin nicht der Meinung das alle Arbeitslosen faul sind!!!)
Im Kommunismus aber werden alle Menschen "gleich" gemacht. Egal wieviel einer arbeitet, wie schlau er sich dabei anstellt, er ist nur einer in einer grauen Masse. Er bekommt (ausser Orden und Auszeichnungen) nie entscheidend mehr Geld als einer der seinen Arbeitstag nur 'absitzt'. Und deshelb wird er sich nicht mehr besonders anstrengen es besser zu machen als die anderen.
Das ist nur einer der Gruende warum der Kommunismus gescheitert ist und es auch immer wieder tun wird. Ein Mensch arbeitet nun mal "fuer sich" wesentlich mehr und besser als "fuer die Allgemeinheit".
Aber zurueck zu den "Managern"! Das dieser "Auswuchs" des Kapitalismus mittlerweile immer schlimmere Forman annimmt, will ich nicht abstreiten. Aber es ist nunmal die Sache des Marktes sich um dieses Phaenomen zu kuemmern und nicht die Sache der Politik. Politik hat sich um die allgemeinen Sachen zu kuemmern und nicht um "den Markt".
Und wenn die "Manager" nicht selber auf die Idee kommen das sie es langsam wirklich uebertreiben, dann wird es der Markt fuer sie regeln. Und das wird dann u.U. wesentlich schmerzhafter!
Deshalb ist es trotzdem falsch gleich nach dem Staat zu schreien wenn Firmen ihren Managern zuviel Geld zahlen!
Auch nur meine Meinung :-)
Dietrich.
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csey
Wem fehlen die 30 Mio. eigentlich ?
Das Esser-Thema elektrisiert immer wieder. In den verschiedensten Zusammenhängen. Irgendwie scheinen viele zu denken, dass das nicht so 100%-ig ok ist, können aber nicht richtig begründen warum. Ähnlich ist es mit Vorstandsbezügen von 10 Mio. p.a.. Welche Leistung kann so viel wert sein ?Dietrich hat geschrieben:.... Wenn eine Firma ihren Managern 30 Millionen zahlt, dann ist das Sache der Firma. Eine Firma kann mit ihrem Geld (nachdem Steuern gezahlt wurden) machen was sie moechte....
Ich finde hier wird zu oft emotional argumentiert - und auch die Vodafone-Klage der Rechtsanwälte aus Stuttgart-Degerloch mit dem Fokus "Untreue" geht am Thema vorbei.
Was sagt uns denn das Aktiengesetz ? Der Vorstand bestimmt. Aha. Und von wem wird er kontrolliert ? Von einem weiteren Organ der AG, dem Aufsichtsrat. Und hier fängt die Geschichte an faul zu werden, denn das sind Jungs vom selben Klub. Der Aufsichtsratvorsitzende war meistens der letzte Vorstandsvorsitzende.
Also gibt es keine Kontrolle, der Vorstand kann machen, was er will.
Aber wer ist nun der Betrogene ? Etwa der arme Malocher in der Fabrikhalle ? Leider nein. Der Betrogene ist der Besitzer der Firma ! Im Falle der AG also die Summe der Aktionäre. Mit der praktischen Folge, dass im Falle der großen Publikumsgesellschaften ohne Großaktionär (der einem zu frechen Vorstand ordentlich auf die Finger hauen würde) der Vorstand die Eigentümer der Firma ausnehmen kann, wie es ihm gerade einfällt. Folgerichtig heißt AG bei den Franzosen Societe Anonyme.
Und wie sagte einst Kostolany: Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm weil sie Aktien kaufen, und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden erwarten. Heute kann man zusätzlich sagen, sie sind superblöd, weil sie sich in aller Öffentlichkeit ausrauben lassen ohne es zu merken !!!
Noch 'was. Schrempp & Co. bezeichnen sich gerne als Unternehmer. Das ist der beste Witz. Sie sind meilenweit vom Unternehmer mit persönlichem Risiko entfernt. Es sind lediglich Leute, die sich in einer sehr großen Organisation nach oben gearbeitet haben ! Das ist sicher eine große Leistung, auch im Sinne der Firma, hat aber mit Unternehmertum NICHTS zu tun. Wenn die DCAG z.B. einem einzelnen Unternehmer gehören würde, so könnte der sagen: "Lieber Schrempp, ich hab' hier einen, der ist mindestens so gut wie Du. Und der machts schon für 5 Mio im Jahr statt 10. Also, danke und tschüß !"
Fazit: In den großen Publikums-AGs sind die Besitzer der Firma entmachtet, um nicht zu sagen teilenteignet.
