Hans-Josef Fell, B90/Grüne MdB: Das wahre Ausmaß des Problems wurde verschleiert. Dahinter stecken natürlich Interessen. Ein Ölkonzern wird nicht das Signal geben, dass er immer weniger Erdöl hat. Denn damit würden die Menschen erkennen: Ach, das wird ja wahrscheinlich immer teurer, da verabschiede ich mich, da baue ich mir einen Sonnenkollektor aufs Dach, fahre Pflanzenölauto oder wende mich anders vom Erdöl ab. Dies ist nicht im Interesse der Konzerne.
Prof. Claudia Kemfert, Dt. Institut f. Wirtschaftsforschung: Ja wir müssen dringend weg vom Öl, es ist wirklich mehr als Zeit, dass wir wegkommen vom Öl, wir müssen die Ausgaben in die Erforschung alternativer Energietechniken deutlich erhöhen, die sind in der Vergangenheit vermindert worden - auch das ist im Grunde genommen ein Skandal. Das Öl geht zu Ende – und keiner ist vorbereitet. Weder die Regierung, noch die Autoindustrie. Die Folge: weiter steigende Preise. Der Verbraucher muss zahlen.
In Russland sind die größten Preistreiber die Lebensmittel und diese Entwicklung ist auch ein brandgefährlich für die Stabilität des Landes und die wirtschaftliche Entwicklung (Lohninflation, Stichwort: Holländische Krankheit). Nun sollen laut TAZ http://www.taz.de/1/politik/europa/arti ... ugsschein/ sogar Bezugsscheine für Lebensmittel an Arme verteilt werden.
Wohin steuern wir? Erdöl- oder Lebensmittelkrise?


