St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Für alle, die mehr über "Piter" wissen wollen.
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Machtien36

St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von Machtien36 »

Liebe Freunde der weißen Nacht,

ich war vom 24.-27. Mai 2008 mit meiner Frau in St. Petersburg. Da ich viele nützliche Tipps aus diesem Forum hatte (nochmals besten Dank dafür!), möchte ich auch kurz erzählen, wie es war.

Zusammenfassend waren die 3,5 sehr sonnigen Tage vor Ort echt klasse. Ich habe nur allzu gerne das Rubel-Stück in die Newa geschmissen, um dann irgendwann mal in Zukunft wiederzukommen. Ich kann StPB nur wärmstens empfehlen, wirklich eine tolle Stadt.

Visum
Ich habe mein Visum bei der Visum-GmbH in Düsseldorf (http://www.visum-dus.de/) machen lassen. Es kostete 75,- EUR. Das war zwar ca. 10 EUR teurer als der Visumservice, den Germanwings anbietet, aber dafür musste ich keine Pässe hin- und herschicken und die können einem bei allen Fragen zu Formular, Auslandskrankenversicherung usw. persönlich helfen, weil sie angeblich so ca. 10.000 Visa pro Jahr machen.
Fazit: kann ich empfehlen

Hotel
Ich hatte nach langer Internet-Recherche über HRS (http://www.hrs.de) das Hotel GRIFON für 99,- EUR/Nacht im Doppelzimmer gebucht (Homepage: http://www.grifonhotel.ru/index.php?lang=1 ). Das Hotel ist sehr zentral am Griboedova-Kanal gelegen, ca. 3 bis 5 Minuten zu Fuß von der Metro-Haltestelle Newski Prospekt und der Kasanski-Kathedrale. Für die Lage ist (zumindest nach meiner Recherche) der Preis OK. Die Mädchen an der Rezeption waren sehr nett und hilfsbereit. Das Zimmer war in sehr gutem Zustand mit Blick auf den Kanal. Die Zimmertüren haben neue Schließmechanismen und sind kameraüberwacht, man hat also ein sicheres Gefühl. Zu beachten ist, dass das Hotel ohne Aufzug im 3. Stock des Gebäudes ist, aber ein wenig Sport schadet nicht. Das Frühstück hat eine begrenzte Auswahl, aber man kommt damit klar.
Fazit: kann ich empfehlen

Transfer Flughafen-Hotel
Ich hatte im Internet unter http://www.saint-petersburg.com/transfers/index.asp einen Transfer für 35,- EUR gebucht, jedoch kam der Fahrer nicht. :-( Allerdings kein Grund zur Panik! Wenn man aus dem Pulkowo 2-Terminal herauskommt, schaut man auf einen Parkplatz, und hinter dem Parkplatz standen in 50 m Entfernung ein paar gelbe Taxen rum. Ich bin mit einem Zettel, auf dem ich die Hoteladresse auf russisch ausgedruckt hatte, zu den Fahrern dort gegangen, die mir zuerst die Fahrt für 1500 RUB anboten, aber ziemlich schnell auf 1000 RUB (ca. 27 EUR) runtergingen. Den Tarif habe ich dann genommen, alles lief OK. Während ich mit dem Fahrer verhandelte, hatten andere Fahrer meiner Frau, die mit dem Gepäck am Terminal wartete, auch die Fahrt für 35 EUR angeboten.
Fazit: aus meiner Sicht kein Grund, vorab übers Internet zu buchen – für ca. 30 EUR bekommt man die Fahrt in die City direkt

Transfer Hotel-Flughafen
Die Mädchen im Hotel hatten uns ein Taxi gebucht, das uns mit Taxameter für 700 RUB (20 EUR) zum Flughafen fuhr.
Fazit: bei Taxibuchung jemanden fragen, der sich damit auskennt (am Besten das Hotel)

Karneval in St. Petersburg
Wir hatten echt Glück mit dem Termin. Am 24. Mai wurden Stadtgeburtstag und Karneval gefeiert, außerdem hatten die russischen Schüler wohl ihren letzten Schultag. Des Weiteren gewann Russland den Grandprix. In der Stadt war mächtig was los. Auf dem Newski-Prospekt war auch ein Umzug – eine Mischung aus Karnevalsumzug und Love Parade. Viele Leute waren auch verkleidet. In der Stadt war an dem Tag mächtig viel Polizei, die stark aufpasste. Es ging mit echt guter Stimmung fröhlich und friedlich zu, da kenne ich aus dem Düsseldorfer Karneval z. T. Schlägereien und andere Szenen. OK, mit den Polizisten, die da überall rumliefen, wollte sich wohl keiner anlegen...
Auf dem Platz vor dem Winterpalast spielten Bands, und es wurde getanzt. Wirklich schön.
Fazit: wenn man da ist auf jeden Fall mal angucken

Geld tauschen
Es gibt zahlreiche EC-Automaten in der Stadt. Der Kurs in den unterschiedlichen Wechselstuben variiert nicht so stark. Wie oft im Ausland bekommt man den groß ausgeschriebenen Kurs nur bei einer großen Summe (z.B. ab 1000 EUR), darunter bekommt man einen geringfügig schlechteren Kurs (Beispiel: bis 500 EUR 36,51 RUB/EUR und ab 1000 EUR 36,91RUB/EUR). Aufgrund der EC-Gebühren nehmen sich die Kurse am Automaten und in den Wechselstuben schätzungsweise nicht viel. Ich habe mal auf meinen Kontoauszug geschaut. Mit EC-Karte habe ich für 10.000 Rubel inkl. Gebühren 274 EUR gezahlt, in der Wechselstube wären es 273 EUR gewesen.

Sehenswürdigkeiten im Zentrum
Die führe ich nicht alle auf, dafür gibt es Reiseführer. Aber ich muss echt sagen, dass das Zentrum mit den runderneuerten Palästen, Gebäuden, Kirchen und Monumenten inmitten der Kanäle und der Newa echt ein Hammer sind. Klar, man sieht auf dem Weg vom Flughafen und auch hier und da in der City z.T. renovierungsbedürftige Gebäude bzw. Viertel. Aber der stark überwiegende Teil der City-Häuser ist in Top-Zustand, das Zentrum kann mal ganz locker mit den Metropolen Europas mithalten.
Ich selber fand diese Stellen am Beeindruckendsten:
1. Platz zwischen Winterpalast und Triumphbogen
2. der Blick von den Wiesen auf der Insel der Peter&Paul-Festung hinüber auf eine atemberaubende Fassade im 360 Grad-Panorama (wenn dann auch noch die Fontäne in der Newa losgeht, bleibt einem die echt die Luft weg vor so viel Eleganz)
3. der nächtliche Anblick der sich öffnenden, offenen und sich wieder schließenden Newa-Brücken
Fazit: Hut ab, St. Petersburg!

Bootsfahrten
Muss man machen. Es gibt im Wesentlichen 2 Arten von Bootsfahrten: auf den Kanälen und auf der Newa (oder Kombination). Die Preise variieren, aber auch die Strecken und Fahrtzeiten, insofern sind die Touren nicht ohne weiteres vergleichbar. An eine Tour zu kommen, ist nicht schwer. An den Kanälen und an der Newa stehen Leute mit einem kleinen Megaphon, die für ihre Fahrten werben und dann auch die Touren auf Karten aufzeigen. Wir selber haben für 350 RUB (ca. 9,50 EUR, für eine Bootstour in StPB schon günstig) eine Tour von der schönen Anitschkow-Brücke (die mit den Pferden) gemacht, die durch den Fontanka-Kanal auf die Newa und um die Peter&Paul-Festung und wieder zurück führte. Schön war's!
Bzgl. Nachtfahrten: In unserem Hotel lag ein Prospekt aus, nach dem immer um 0:30 Uhr eine Nachttour am Fontanka-Kanal gemacht wird, angeblich auch wenn nur 1 Gast teilnimmt. OK. Wir standen dann dort und um kurz vor 0:30 war immer noch kein Boot da. Auf einmal jedoch kam Punkt 0:30 Uhr ein Boot mit Musik und Tamtam zur Anlegestelle. "Cool" dachten wir. Allerdings war dies ein privates Partyboot (davon gibt es einige), das nur 3 Einheimische mitnahm und dann weiterfuhr. Unser Boot kam nicht, das war dann doch ärgerlich...
Fazit: Bootsfahrt ist ein Muss, egal ob tagsüber oder nachts. Bei Nachtfahren nicht von Prospekten blenden lassen (tagsüber nicht kritisch, weil es 100 Alternativfahrten gibt, nachts sieht das schon anders aus...).

Service/Gastronomie
Nun zu einem nicht so rühmlichen Kapitel, doch ich beginne mit dem Positiven. Die schon erwähnten Mädchen im Hotel waren sehr nett und hilfsbereit. Und auch ein Verkäufer in einem Supermarkt, den wir etwas zu einer Wodkasorte fragten, war sehr nett und bemüht und holte noch eine andere Verkäuferin, die besser englisch sprach und sehr engagiert die Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten erklärte. Die Leute an den Souvenirständen sind auch nett und lachen mal. Aber der Rest? :-( :-( :-(
Meine Erfahrung in Restaurants und Kneipen war, dass die Bedienung dort nicht direkt unhöflich, aber eben auch nicht höflich ist. Ich wurde nie gefragt, ob ich noch etwas trinken oder nachbestellen will, sondern musste mich immer selbst bemerkbar machen. Es wird auch wenig gelächelt, die Kellner haben oft eher einen Blick wie Zollbeamte als wie Service-Personal. Auch wenn in einem Restaurant wenig los ist und 6 Kellner rumlaufen, dauert es einige Zeit, bis mal jemand kommt. Einen Schnelligkeitspreis werden die auch nicht gewinnen. In einer Wechselstube fragte ich, ob es zu dem Kurs eine Wechselgebühr gebe. Statt einer Antwort schnellte die Hand der Wechselfrau hoch, die einfach nur grimmig und wortlos auf einen Aushang zeigte (schwer zu beschreiben, aber höflich ist anders), wo auch nichts dazu stand, aber ich mir dachte "Komm, egal...". Als ich dann fragte, ob sie mir die 1000 RUB-Scheine in 500er wechseln kann, kam einfach nur ein grimmiges „Njet“. Naja, Service ist anders, ich glaube nicht, dass eine Wechselstube morgens um 11 nicht genügend Banknoten hat. Ich glaube auch nicht, dass dies daran lag, dass wir Ausländer waren. Denn Sprachen sollten in Touri-Restaurants und Wechselstuben kein Problem sein, außerdem ging es den russischen Touristen genauso wie uns.
Eine ganz lustige Sache fiel mir auch noch auf: Russen kommen nur sehr selten auf die Idee, bei Fotos nicht durchs Bild zu gehen, zu warten oder einen Umweg zu machen. Und wenn sie zwischen dem Fotoapparat und dem zu fotografierenden Objekt stehen (z. B. einer Statue), kommen sie auch nur selten auf die Idee, einen Schritt zur Seite zu gehen. OK, andere Mentalität, ist halt so...
Fazit: die Leute in der Gastronomie, die ich traf, müssen nicht repräsentativ sein, aber hier hat StPB noch deutliches Verbesserungspotential. Aber Ausnahmen gibt es auch hier.

Kneipen/Restaurants/Essen & Trinken
Ich hatte hier im Forum einen super Tipp erhalten: Tolisty Fraer http://www.tolstiy-fraer.ru/1.php . Die Kneipe ist zu Fuß ca. 3 Minuten vom Winterpalast. Junges Publikum, gute Stimmung mit russischer Pop-Musik im Hintergrund, gutes Essen und gutes Bier. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Und als ich der Kellnerin in meinem Reiseführer-Russisch sagte, dass es sehr gut geschmeckt hat und ich bitte zahlen möchte, huschte ihr sogar wider Erwarten ein Lächeln über das Gesicht.
Ansonsten waren wir auch noch im (ausgesprochen) „Jolky Palky“ in der Nähe der Newsky Prospekt-Metrostation, wo die Kellner russische Tracht tragen. Das Interieur ist auch auf volkstümlich gemacht. Kann man sich mal ansehen. Das Essen ist auch ganz gut, allerdings kleinere Auswahl als oben im Tolistiy Fraer.
Was immer eine gute Alternative ist und auch viele St. Petersburger machen: einfach ein paar kühle Getränke in einem der vielen 24h-Supermärkte kaufen und damit an die Newa oder einen Kanal oder sonstwohin setzen. Da macht man nichts falsch...
Das russische Bier kann ich auch nur empfehlen, die waren durchweg alle lecker. (Außerdem bekommt man viel deutsches Bier sowie das türkische Efes.) Essen ist natürlich auch Geschmacksache. Mir haben die Bliny-Pfannkuchen mit Fleischfüllung, die Schaschlik-Spieße und die Borscht-Suppe gut geschmeckt.
Zu den Preisen: Der halbe Liter Bier kostet in der Stadt so ca. 80-90 RUB (ca. 2,20-2,50 EUR). Ein Hauptgericht mit Beilage bekommt man schon für ca. 180-250 RUB (ca. 5 – 7 EUR), Grenze nach oben natürlich offen... Klar, das sind die Preise im Zentrum. In den Vororten und außerhalb der Stadt ist es wohl billiger.
Ich hätte die Wodkapreise niedriger erwartet. Ein 0,05 l-Schnapsglas kostet je nach Wodkasorte ab 60 RUB (1,70 EUR, einfacher Wodka), 90 RUB (2,50 EUR, Russky Standard Original) und 110-135 RUB (3,00 - 3,70 EUR, Russky Standard Platinum).
Fazit: In den ersten Laden Tolisty Fraer würde ich sofort wieder gehen. Ansonsten einfach mal selber gucken, es gibt sehr viele und gute Locations. Bier- und Essenspreise sind einer Weltmetropole angemessen und m.E. voll in Ordnung (vergleichbar bis teurer als Prag, günstiger als Berlin oder Düsseldorf, viel billiger als Paris).

Souvenirs
Raucher sollten ihre Zigaretten in der Stadt und nicht am Flughafen kaufen. Beispiel: Schachtel Gauloise in der Stadt 0,60 EUR, Schachtel Marlboro in der Stadt 0,96 EUR, am Flughafen alles so ca. 2,10 EUR.
Wir haben uns im Supermarkt in der Stadt als klassisches Souvenir 4 X 0,5l Wodka gekauft, darunter Russky Standard Platinum, Flagman, Marussya (Empfehlung der netten Verkäuferin, soll ganz toll schmecken) und eine optisch sehr schöne Flasche Zarskaja-Zarenwodka.
Außerdem haben wir etwas Limlom auf dem Souvenirmarkt ggü. der Wiederauferstehungskirche am Ende des Griboedova-Kanals gekauft, nämlich Matrioschka-Puppen in unterschiedlichen Größen für Freunde & Verwandte. Interessante Entdeckung: Die Preise an dem Marktende, das an der Kirche liegt, sind etwas höher als die Preise an dem anderen Ende (OK, verständlich, da die Touris wahrscheinlich von der Seite der Kirche auf den Markt kommen). Wichtig: Man kann dort noch eine ganze Ecke handeln, die ausgeschriebenen Preise sind oberste Verhandlungsbasis und purzeln schnell runter.
In den Kirchen verkaufen sie sehr schöne Souvenirs, nämlich Holzeier, die schön bemalt sind. Davon haben wir auch welche mitgebracht.
Ich habe lange überlegt, ob ich ein Faberge-Ei kaufen soll. Die sehen teilweise echt stark aus. Wenn jemand noch einen Antrag machen muss, ist das wohl eine der formvollendedsten „Verpackungen“ für einen Ring. Allerdings bin ich nun ja schon verheiratet und war mir bei den doch recht hohen Preisen nicht sicher, ob der Preis OK ist oder zu doch viel hoch. Also habe ich es gelassen.
Wer mit Frauen reist, wird aber schnell feststellen, welches „Zeug“ diese noch so alles schön finden und das es noch weitere 1001 Souvenirs gibt... :-)

Touristen
Nach meinem Eindruck sind zwar sehr viele Touristen in StPB, aber der überwiegende Anteil sind Russen. Klar sieht man auch hier und da mal eine japanische Reisegruppe und Europäer, aber es ist doch die Minderheit. Auch auf den Straßen und in den Schlangen hörte ich überwiegend russisch. Mir schien, dass StPB zwar im Ausland bekannt ist, aber noch kein Massen-Touri-Ziel wie z. B. Prag, Budapest, Rom oder Berlin. Vielleicht auch, weil die Reise aufgrund des Visums nicht so ratz-fatz geht wie in andere Länder und StPB noch nicht zu den Top-Reisezielen gehört und die Leute erstmal woanders hinfahren.

Sprache
Mit englisch kommt man recht weit. Man sollte aber ein paar Grund-Floskeln (Guten Tag, Danke, usw.) auf russisch parat haben, das kommt gut an und ist bestimmt nicht schlecht. Die Straßennamen und Schilder sind häufig nur auf kyrillisch geschrieben. Touri-Wegweiser sind meistens zweisprachig (russisch/englisch).
Empfehlung: auf einer Seite das kyrillische Alphabet und z.B. den Mini-Dolmetscher aus dem Reiseführer zusammenkopieren und griffbereit haben.

Polizei/Kriminalität
Mir fiel auf, dass relativ viel Polizei in der Stadt ist und häufig mal Autos und Passanten auf der Straße kontrolliert. Wenn ich ehrlich bin, fühlte ich mich dadurch relativ sicher. Andererseits war ich auch froh, dass wir selber nicht kontrolliert wurden, da ich einige Geschichten über die mögliche Willkür der Polizei gehört hatte – die ich aber nicht bestätigen kann. Ich hatte 3 Tipps beherzigt:
1. den Original-Pass mit Visum an einem sicheren Ort im Hotel aufbewahren und nur Kopien von Pass und Visum zusammen mit dem Personalausweis für Polizeikontrollen dabei haben
2. für Notfälle die Tel.-Nr. des deutschen Konsulats dabei haben und auch sagen, dass man diese bei drohender Polizeiwillkür anruft (war bei mir nicht notwendig)
3. wie in allen Großstädten: in U-Bahnen und überall im Getümmel auf Taschendiebe achten, Taschen lieber auf der Vorserseite am Bauch als auf dem Rücken tragen.
Fazit: Mir ist nichts passiert, keine Probleme gehabt, ich fühlte mich in StPB durchweg sicher.

Rückflug
Beim Rückflug von Pulokowo 2 sollte man genug Zeit einplanen. Wir waren so ca. 2 Stunden vor Abflug da, und das hat gerade gereicht. Denn man muss durch 4 Schlangen: 1. Eingangskontrolle zu den Check-In-Schaltern, bei der das gesamte Gepäck und man selber durchleuchtet werden, 2. üblicher Check-In, wo man das Ticket erhält und das Gepäck aufgibt, 3. Ausreise-Passkontrolle, 4. Kontrolle vor dem Flug-Gate, wo noch mal Passagiere und Handgepäck durchleuchtet werden. Wie üblich bei Flughäfen und Grenzbeamten, will auch hier keiner einen Schnelligkeitspreis gewinnen...
Pulkowo 2 hat nur einen recht kleinen Duty-Free-Bereich, der nach meiner Erfahrung bei Zigaretten und Souvenirs über den Preisen in der City liegt (Ausnahme Wodka, da sind die Preise ähnlich wie in der Stadt). Daher lieber die Einkäufe in der Stadt machen, da größere Auswahl und oft günstiger.

Autofahren in St. Petersburg
Zum Glück musste ich nur passiv fahren und würde nur ungern selber fahren. Der Fahrstil ist eher südeuropäisch hitzig als nordisch kühl. In der City geht es noch. Aber auf der Strecke zwischen City und Flughafen geht es schon wild her. Die Straßen haben teilweise keine aufgezeichneten Fahrspuren, je nach Ermessen der Fahrer ist die Strecke dann mal 4-spurig und wird dann plötzlich zu 3-spurig erklärt, wobei sich dann auch schnell mal wieder einer von links oder rechts reindrängelt (wer bremst, verliert). Da ist Metro oder Taxi schon entspannter. Allerdings: Für Leute mit Fahrpraxis in Paris, Italien oder der Türkei ist das vermutlich gar nicht so wild...
Zuletzt geändert von Machtien36 am 29 Mai 2008, 17:59, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von manuchka »

Danke für den ausführlichen und nett geschriebenen Bericht!
Du erntest, was du säst.
achim

Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von achim »

Den Worten von Manu kann ich mich nur anschließen. Vielen Dank für den wertvollen Beitrag!
Ich denke, dass ist einen "Held der Woche" wert.
Machtien36

Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von Machtien36 »

Das freut mich!
Darum habe ich mich nicht lumpen lassen und oben noch 3 Abschnitte zu Bootsfahrten, dem Rückflug und dem Autofahren hinzugefügt. :D Mehr fällt mir jetzt aber auch nicht mehr ein...
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Dietrich
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Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von Dietrich »

Machtien36 hat geschrieben: Polizei/Kriminalität
Andererseits war ich auch froh, dass wir selber nicht kontrolliert wurden, da ich einige Geschichten über die mögliche Willkür der Polizei gehört hatte – die ich aber nicht bestätigen kann. Ich hatte 3 Tipps beherzigt:
1. den Original-Pass mit Visum an einem sicheren Ort im Hotel aufbewahren und nur Kopien von Pass und Visum zusammen mit dem Personalausweis für Polizeikontrollen dabei haben
Ob ich diesem "Tip" zustimmen kann, weiss ich nicht so recht.
Denn ob sich ein Militionaer mit einer einfachen Kopie zufrieden gibt, wage ich zu bezweifeln im Land der "notariell beglaubigten Kopien".
Und einen Personalausweis? Ganz mit ohne kyrillischen Zeichen? Den schaut sich der Militionaer wahrscheinlich erst gar nicht an.

Also lieber den ganzen Kram (Pass, Einreisekarte und Registrierung) im Brustbeutel mitfuehren.....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
Ragnar Schluchtmann

Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von Ragnar Schluchtmann »

Dietrich hat geschrieben:
Machtien36 hat geschrieben: Polizei/Kriminalität
Andererseits war ich auch froh, dass wir selber nicht kontrolliert wurden, da ich einige Geschichten über die mögliche Willkür der Polizei gehört hatte – die ich aber nicht bestätigen kann. Ich hatte 3 Tipps beherzigt:
1. den Original-Pass mit Visum an einem sicheren Ort im Hotel aufbewahren und nur Kopien von Pass und Visum zusammen mit dem Personalausweis für Polizeikontrollen dabei haben
Ob ich diesem "Tip" zustimmen kann, weiss ich nicht so recht.
Denn ob sich ein Militionaer mit einer einfachen Kopie zufrieden gibt, wage ich zu bezweifeln im Land der "notariell beglaubigten Kopien".
Und einen Personalausweis? Ganz mit ohne kyrillischen Zeichen? Den schaut sich der Militionaer wahrscheinlich erst gar nicht an.

Also lieber den ganzen Kram (Pass, Einreisekarte und Registrierung) im Brustbeutel mitfuehren.....
Das sehe ich ganz anders. Ich habe immer nur Kopien dabei, oder wenigstens Kopien zu den Originalen, die ich ungerne zeige.
Und das Gesetz sagt, das Du ein Personaldokument dabei haben musst, nicht unbedingt den Pass. Also meinen PA habe ich schon sehr oft gezeigt und er ist anerkannt worden.
Ragnar Schluchtmann

Re: St. Petersburg - ein kurzer Reisebericht

Beitrag von Ragnar Schluchtmann »

Toller Bericht uebrigens und der Tipp vom dicken Freier kam von mir :D :D
Schoen, wenns Dir gefallen hat.
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