Russland: Fahrt mit eigenem PKW

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elch-michel

Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von elch-michel »

Ich habe versucht allen Anforderungen im Vorfeld gerecht zu werden. Dennoch habe ich Zweifel, ob auch alles den aktuellen Vorschriften entspricht.

1. Visumantrag mit PKW-Hinweis beantragt

Visum erteilt, aber ohne den Hinweis auf das Fahrzeug, obwohl das in den konsularischen Mitteilungen ausdrücklich immer noch gefordert wird.
Nach Rückfrage: Seit Januar 2008 werden keine Fahrzeuge mehr eingetragen

2. Reicht der nationale Führerschein aus oder muss ein Internationaler Führerschein im
Bedarfsfall vorgelegt werden?

Habe trotz intensiver Suche keinen Hinweis gefunden, mit Ausnahme hier im Forum.

3. Der deutsche Versicherungsschutz greift nicht in Russland. Dabei ist es offenbar egal, ob man Haftpflicht-, Teilkasko- und/oder Vollkasko versichert ist.

Obwohl die Allianz-Versicherung eine russische Tochter hat, kann in Deutschland keine Police abgeschlossen werden!

Das bedeutet, dass an der Grenze ein Versicherungsschutz auf russischer Grundlage abgeschlossen werden muss.

Trotz der vielen Hinweise habe ich noch folgende Fragen:
a. Welche Versicherungsgesellschaft hat im Bedarfsfall einen deutschen Service?
b. Gibt es bindende Haftpflicht-, Teilkasko- und/oder Vollkaskoverssicherungsbedingungen, wie wir sie in Deutschland haben?
c. Worauf ist besonders zu achten?

4. Hilft ein Schutzbrief bzw. wer hat Erfahrungen mit einem Schutzbrief von Automobilclubs?

5. Ist ein Feuerlöscher im PKW, mit welchen Werten und in welcher Größe Pflicht?
Ich habe nur einen Hinweis im MARCO POLO, in der aktualisierten Auflage 2006 gefunden.
Es gab keine (?) Hinweise in den konsularischen oder Botschaftsunterlagen.

Haben sich auch hier möglicherweise die Bestimmungen geändert?

Gibt es noch andere "Feinheiten", die zu beachten wären?
elch-michel

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von elch-michel »

Die Zeit läuft mir davon.

Kann ich noch mit einigen praktischen Hinweisen, aktuellen Erfahrungen oder Ergänzungen rechnen?

Gruß
elch-michel
harald55

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von harald55 »

Hallo elch-michael,
ich hoffe ich kann Dir ein bisschen helfen.
Also, was Feinheiten anbetrifft folgendes: es besteht ein striktes Drogen- und Alkoholverbot am Steuer, obwohl immer häufiger unter Alkoholeinfluss gefahren wird, besonders Nachts. Deshalb sollte das Fahren bei Nacht wegen der Risiken vermieden werden. Man sollte außerdem einen gefüllten Ersatzkanister bei sich haben, denn die Entfernungen zwischen denTankstellen können recht groß sein.
Ein Feuerlöscher ist Pflicht, wie groß er sein soll oder muss - mhhh keine Ahnung. Eben Feuerlöscher. :lol:
Weiterhin Pflicht ist - ein Erste-Hilfe-Koffer und ein Warndreieck oder ein rotes Warnlicht.
Hier noch eine Adresse von einen Automobilclub in Moskau, ist der Avtomobilnij klub Rossii, Jaroslawskaja Uliza 4 (Tel: (095) 785 10 10), der mit Informationen und einer 24stündigen Pannenhilfe zur Verfügung steht.
Vielleicht hilft Dir auch noch dieser Link weiter http://www.visa-online.de/fahren_in_russland.htm
Viel Glück und eine gute Fahrt!!!
Liebe Grüße aus Berlin, von Harald
achim

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von achim »

elch-michel hat geschrieben: 2. Reicht der nationale Führerschein aus oder muss ein Internationaler Führerschein im
Bedarfsfall vorgelegt werden?
So weit ich weiß reicht der nationale deutsche Führerschein nicht aus. Ich empfehle einen internationalen Führerschein bei sich zu haben. Den bekommt Du auf der zuständigen Führerscheinstelle gegen vorlage des "Euro-Karten Führerscheins". Ich habe zusätzlich dazu den Gesetzestext zu den Bestimmungen als Ausdruck dabei. Grundsätzlich würde ich sagen: Bei Kontrollen durch russische Polizisten ist es immer sinnvoll einen geordneten Eindruck zu machen (also alle Papiere schön ordentlich in einem Ledermäppchen). Das scheint den "Gesetzeshütern" etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen.
elch-michel

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von elch-michel »

Hallo harald55, hallo achim,

vielen Dank für die schnelle Reaktion .

Habe mir schon die umfangreiche und sehr übersichtliche WEB-Adresse angesehen. Die ist wirklich sehr hilfreich.

Beim Feuerlöscher habe ich mich inzwischen auch schon vorinformiert, wie es aber so ist, war der Verkäufer nicht in der Lage, die möglichen russischen Bedingungen zu besorgen. Also werde mich morgen noch einmal bei den Herstellern schlau machen.

Das Problem dabei ist, dass es mindestens fünf verschiedene Löschmittel gibt und nirgends die möglichen Sicherheitsbestimmungen für Fahrzeuge (PKW oder LKW) zu finden sind. Folgende Löschmittel sind in Deutschland im Angebot: Pulver, Wasser, Schaum, CO2 und Fettbrand.

Welche davon für Kraftfahrzeuge zugelassen sind und ob diese dann auch für Russland gelten, werde ich ebenfalls morgen zu klären versuchen.

Beim Warndreieck und das Erste-Hilfe-Set sollten die deutschen Vorschriften wohl reichen. Mit der roten Lampe werde ich mich umgehend befassen.

Jetzt kommt möglicherweise doch noch ein zeitliches Problem auf mich zu. Der „Internationale Führerschein“! Da habe ich noch ein graues Exemplar.

Für einen „Internationalen Führerschein“ benötig man aber, gesetzlich bindend vorgeschrieben, den neuen und aktuellen Führerschein mit Foto auch Berlin. Aber ohne neuen Führerschein auch keinen „Internationalen“. Mal sehen, ob es behördliche Ausnahme- oder Sonderregelungen gibt.

Im Grunde hatte ich zeitlich alles gut geplant und dennoch tauchen aus der Unerfahrenheit solche vermeidbaren Schwachpunkte auf. Fluch – Fluch!

Hoffentlich wird die Fahrt über die Ostsee nicht das schönste Erlebnis bleiben.

Noch einmal vielen Dank für die schnelle Beantwortung.

Gruß
elch-michel
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Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von CSB_Wolf »

@ elch-michel
Das Problem dabei ist, dass es mindestens fünf verschiedene Löschmittel gibt und nirgends die möglichen Sicherheitsbestimmungen für Fahrzeuge (PKW oder LKW) zu finden sind. Folgende Löschmittel sind in Deutschland im Angebot: Pulver, Wasser, Schaum, CO2 und Fettbrand.
Pulver ist immer die Beste Wahl, da kannst Du mit etwa 12 KG, so viel ich noch weiss, schon ordentlich Löschen, reicht um die Flammen auszumachen. Wenn allerdings eine Lagerhalle/Haus oder ein Flugzeug brennt, dann nur Schaumgemisch mit viel Wasser oder Halon. C02 empfehle ich nicht, das wird meistens bei Elektrobrand verwendet oder bei Chemikalien, aber da braucht es eine enorme Menge. Wenn Schaum, dann nur ab 20 KG aufwärts, alles andere ist zu wenig, da ist ein 20 KG Feuerlöscher in ca. 2 Minuten leer. Ich war nicht bei der Feuerwehr, aber ich habe an vielen Feuerlöschedarbietungen teilgenommen :lol: hab mal vor etwa 30 jahren für eine Firma gearbeitet, die hat die Feuerwehren in der Schweiz mit dem nötigen Material,inkl. Löschkanonen u.s.w. beliefert.

Gruss
wolf
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Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von Zejtnot »

achim hat geschrieben:
elch-michel hat geschrieben:Reicht der nationale Führerschein aus oder muss ein Internationaler Führerschein im
Bedarfsfall vorgelegt werden?
So weit ich weiß reicht der nationale deutsche Führerschein nicht aus.
Es gilt auch der herkömmliche deutsche (auch der alte rosa Lappen), allerdings nur mit einer notariell beglaubigten Übersetzung. Der Notar muss natürlich in Russland sitzen (oder vom russischen Konsulat authorisiert sein). Wir hatten das Thema hier irgendwo mal.

Fakt ist: Ich fahre mit rosa Lappen plus Übersetzung. Ich gebe bei Kontrollen immer erst nur den Führerschein ... die Übersetzung wird als Bonus nachgereicht. Dann ist die Freude beim Polizisten größer, aber ich festgestellt.

Noch ein grundsätzlicher Kommentar: Ich habe mit russischen Verkehrspolizisten eher gute Erfahrungen gemacht. So lange ich mich an die Regeln gehalten habe, gab es nie Probleme. Kleine Regelverstöße (Geschwindigkeit) habe ich noch nie bezahlen müssen, da die Polizisten meist keine Lust auf den Papierkram mit einem Deutschen hatten. Große Regelverstöße (ups, Einbahnstraße) wurden formell korrekt geklärt. Pass oder Führerschein wurden mir nie weggenommen ... trotz vieler derartiger Gerüchte. (Im Zweifelsfall würde ich dann die Botschaft anrufen - einen solchen Ärger riskiert kein Polizist.)
elch-michel

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von elch-michel »

Hallo @CSB_Wolf,

alleine schon das fachliche „Nichtwissen“ von einem eingetragenen Fachbetrieb in Deutschland hat mich wirklich schon mehr als nur irritiert.

Ich habe bisher nicht gewusst, was ein einfacher, gesetzlich geforderter Feuerlöscher alles für Fragen aufwerfen kann. Momentan habe ich weder in deutschen noch im russischen Bereich überzeugende gesetzliche Erklärungen, Verordnungen, etc. zu Feuerlöschern in Kraftfahrzeugen gefunden. Es handelt sich eben um ein Produkt, das erst zu einer Bedeutung gelangt, wenn es gesetzliche Vorgaben gibt.

Übrigens wäre das dann eine sehr interessante Branche, weil bei den vorgeschriebenen Nachprüfungen ständig wiederkehrende Einnahmen erfolgen. Warum diese „monopolistische Goldmine“ noch niemand von den Lobbyisten und der EU bemerkt haben, ist ja fast schon sträflich.

Und wenn man nach Details sucht, stößt offenbar selbst das Internet an seine Grenzen. Das gilt zumindest für den Teil, mit dem ich mich befasst habe. Keine übersichtlichen und auf Kraftfahrzeuge zugeschnittenen tabellarischen Aufstellungen!

Soeben fällt mir dabei ein, es wäre wohl richtiger gewesen, wenn ich mich gleich bei der Berufsgenossenschaft schlau gemacht hätte. Die müssen das doch wohl genau wissen.

Hallo @achim,

auf Grund Deiner Hinweise, habe ich vorsorglich die Führerscheinstelle angerufen und erfahren, dass es eine „Express-Abwicklung gegen einen Aufpreis gibt.

Leider verfügt man aber nicht über den jeweils aktuellen Arbeitsanfall in Berlin. Bedeutet aus der täglichen Erfahrung, er kann schon in zwei Tagen vorliegen, eher unwahrscheinlich oder aber erst nach einer Woche und mehr.

Unabhängig davon habe ich das Konsulat in Hamburg angemailt und um eine gängige Möglichkeit und/oder einen schriftlichen Hinweis in russischer Sprache erbeten.

Mal abwarten welche Ergebnisse da wohl noch einlaufen.

Gruß
elch-michel
harald55

Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von harald55 »

Hallo elch-michel,
ich habe jetzt in Erfahrung gebracht, es sollte ein 6 Kg. Pulverlöscher sein. Kleiner ist für den Aschenbecher. :lol:
Ein 6 Kg. ABC-Pulverlöscher hat eine kühlende, erstickende und antikatalytische Löschwirkung. Beim schmelzen des ABC-Pulvers entzieht es dem Brandherd Wärmeenergie, wodurch es abkühlend wirkt. Durch das schmelzen bildet das ABC-Pulver eine Salzschicht und verhindert eine Zufuhr von Sauerstoff.
Weiterhin: die Feuerlöschgeräte benötigen ein Konformitätszeichen der zuständigen Behördeund eine Aufschrift mit mindestens der Angabe des Datums (Monat, Jahr) der nächsten wiederkehrenden Prüfung oder des Ablaufs der höchstzulässigen Nutzungsdauer (Prüfintervall zweijährlich). Die Feuerlöschgeräte müssen so angebracht sein, dass sie für die Fahrzeugbesatzung leicht erreichbar und vor Witterungseinflüssen geschützt sind.

Tip: den Feuerlöscher mit einem ausgedienten Ledergurt vor dem Fahrersitz unten auf dem Boden legen und mit dem Gurt unter dem Sitz fixieren. Dann kommt man daran, wenn man ihn benötigt. (Wenn Türen / Kofferraum verklemmt oder Du eingeklemmt bist.)

Stück für Stück kommen wir weiter. :D

Liebe Grüße aus Berlin, Harald
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manuchka
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Re: Russland: Fahrt mit eigenem PKW

Beitrag von manuchka »

Meine Güte, es kann doch nicht so schwierig sein, einen Feuerlöscher fürs Auto zu finden! Muss man darüber seitenlang philosophieren, dass man hätte jemanden anders kontaktieren sollen und dass das eine Marktlücke ist???
:roll:
Handelsüblich sind in der Tat ABC-Pulverdinger, 2 kg Inhalt, die sind nicht größe als eine große Mineralwasserflasche. Das reicht. Es erwartet keiner, dass du damit wirklich dein Auto löschst - das schaffst du im Zweifel eh nicht, wenns erst mal brennt. Es interessiert auch keinen, was drin ist, du musst einfach irgendeinen Feuerlöscher dabeihaben. Für den russischen TÜV muss der mindestens 1 l fassen, fertig. Haste keinen, auch egal, dann zahlste eben eine Strafe.
Du erntest, was du säst.
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