Grundsätzlich ja, bevor man eine Zeitung (mit über 1000 Exemplaren) publiziert, benötigt man eine Registrierung von irgendeinem Organ. Wie dies bei importierten Zeitschriften ist, weiß ich aber auch nicht.Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Mal von einem ganz anderen Standpunkt: Müssen diese Presseerzeugnisse nicht erstmal in Russland genehmigt werden, bevor sie kommerziell importiert und verkauft werden dürfen?
Keine deutsche Zeitung in Moskau
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Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
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harald55
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Das würde mich auch sehr interessieren. Weiss jemand darüber mehr? Wie stark ist der Markt von Grossisten in Russland? Welche Bedingungen haben die Einzelhändler? Wie sieht es aus, mit guten Standorten für die Einzelhändler? Gibt es vertragliche Verpflichtung des Handels, einen festgelegten Verkaufspreis einzuhalten? Es fallen mir noch viele Fragen ein, wer hat da etwas Durchblick?Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Mal von einem ganz anderen Standpunkt: Müssen diese Presseerzeugnisse nicht erstmal in Russland genehmigt werden, bevor sie kommerziell importiert und verkauft werden dürfen?
Zejtnot, diese Geschäftsidee hatte ich auch schon. Bin aber wieder davon abgekommen - weiss gar nicht warum eigentlich.?
Ich denke mal, es würden weit mehr als 500 Exemplare sein, außerdem gibt es doch auch noch deutsche Zeitschriften auf russisch, die auch gerne den Einstieg suchen. Und warum sollte man nicht auch den Vertrieb für russiche Verlage übernehmen? Die Akteure im System des Pressevertriebs sind Verlage, Grossisten und Presse-Einzelhändler. Und was spricht dagegen, Grossist in Russland zu werden?
Ich habe noch keinen Businessplan dafür aufgestellt (wäre aber nicht problematisch, wenn mir nähere Informationen vorliegen würden
L.G.
Harald
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Ich bekam meine " FAZ am Sonntag " mit einer Woche Verspätung bis nach " Dneprodserschinsk " / Ukraine, nachgeschickt.
Mein Gastgeber musste sie auf der Post abholen, da die Briefkästen in einem bedauerlichen Zustand sind
An der dicken Zeitung habe ich dann eine Woche lang gelesen, ansonsten war ich abgeschnitten von der Heimat.
Aktuelle Deutsche Zeitungen habe ich vor 2 Jahren im Eingangsbereich von einem Luxushotel am Moskwa - Ufer gesehen.
Dieses Hotel liegt am Ende der " Bolschaja Poljanka " auf der rechten Seite Richtung Kremel ( Eckhotel ).
Hat sich denn von Euch noch niemand Deutsche Zeitungen nachschicken lassen ? 20 000 Deutsche wohnen in Moskau und
niemand gibt Laut
Mit besten Grüssen von Werner
Mein Gastgeber musste sie auf der Post abholen, da die Briefkästen in einem bedauerlichen Zustand sind
An der dicken Zeitung habe ich dann eine Woche lang gelesen, ansonsten war ich abgeschnitten von der Heimat.
Aktuelle Deutsche Zeitungen habe ich vor 2 Jahren im Eingangsbereich von einem Luxushotel am Moskwa - Ufer gesehen.
Dieses Hotel liegt am Ende der " Bolschaja Poljanka " auf der rechten Seite Richtung Kremel ( Eckhotel ).
Hat sich denn von Euch noch niemand Deutsche Zeitungen nachschicken lassen ? 20 000 Deutsche wohnen in Moskau und
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- Zejtnot
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Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Ich lasse mir diverse Journale schicken, Eulenspiegel und so. Dauert drei Wochen bis Sibirien. Die taz lese ich lieber im e-Abo. Ist sofort da und nicht erst (wie beim Nachschicken) im Dreierpack mit drei Wochen Verspätung (Auskunft der Abo-Abteilung).werner hat geschrieben:Hat sich denn von Euch noch niemand Deutsche Zeitungen nachschicken lassen?
Woher die Zahl mit 20.000 Deutschen?
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Ich muss, ehrlich gesagt, Spiegel und Co. nicht druckfrisch in der Woche des Erscheinens auf dem Tisch haben. Eine deutsche Tageszeitung würde ich auch nicht regelmäßig kaufen, vielleicht immer mal eine Wochenendausgabe oder sowas wie die Zeit, die eh nur einmal pro Woche rauskommt. Wichtiger sind nun mal die Ereignisse vor Ort, und nicht mal für die schaffe ich die tägliche Lektüre der russischen Tageszeitungen.
Harald55, na dann mal los. Burda ist schon lange da, Computer-Bild etc. gibt es mittlerweile auch auf Russisch, mal sehen, ob du den hiesigen Vertrieblern, die lange im Geschäft sind und die nötigen Kontakte haben, Konkurrenz machen kannst. Viel Erfolg!Ich denke mal, es würden weit mehr als 500 Exemplare sein, außerdem gibt es doch auch noch deutsche Zeitschriften auf russisch, die auch gerne den Einstieg suchen. Und warum sollte man nicht auch den Vertrieb für russiche Verlage übernehmen? Die Akteure im System des Pressevertriebs sind Verlage, Grossisten und Presse-Einzelhändler. Und was spricht dagegen, Grossist in Russland zu werden?
Du erntest, was du säst.
-
harald55
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
manuchka, ich weiss, dass Burda in Moskau ist. Und das ist auch gut so! Es erleichtert erheblich die Disposition (für den Grossisten) zwischen Verlag und Einzelhandel und auch die Vertragsgestaltung. Der Grossist druckt ja nicht die Zeitungen, Zeitschriften, Printmedien, Landkarten, Postkarten usw., er „vertreibt“ (im weitesten Sinne) diese! Natürlich tätigt er auch noch viel mehr Dienstleistungen.manuchka hat geschrieben:Burda ist schon lange da, Computer-Bild etc. gibt es mittlerweile auch auf Russisch, mal sehen, ob du den hiesigen Vertrieblern, die lange im Geschäft sind und die nötigen Kontakte haben, Konkurrenz machen kannst. Viel Erfolg!
Es existieren Grossisten in Russland, nur ob diese den Markt beherrschen und schon aufgeteilt haben? Reichen allein Kontakte? Ob sie mit der entsprechenden Logistik arbeiten? Ob sie professionell arbeiten? Alles bezweifele ich stark!
Warum folgende Fakten?
1.Warum kann man am Zeitungskiosk nicht die Lieblingszeitschrift kaufen - in Russland ist das keine Selbstverständlichkeit.
2.Warum macht die russische Post 9 % ihres Umsatzes mit Pressevertrieb. Brauchen die Grossisten diese 9% nicht?
3.Warum hat das finnisches Unternehmen „Rautakirja“ 100 Prozent der privaten Gesellschaftsanteile des russischen Kioskunternehmens KP Roznitsa übernommen? KP Roznitsa betreibt 89 Kioske in der Region Rostow . Fehlte das Know How?
4.Warum fehlt ein Alleinvertriebsrecht und ein Gebietsschutz der Grossisten? Gleiches gilt für Vereinbarungen von Preisbildung, Dispositionsrecht, Remissionsrecht. Alles wird zwischen Verlagen, Grossisten und Einzelhändler abgeschlossen. Und nicht mit dem Staat. Meines Wissen arbeiten nur 9% aller Verlage in Russland gewinnbringend bzw. kostendeckend und die anderen leben von Zuschüssen usw.. Oder hat sich dieses in den letzten 2 Jahren geändert? Glaube nicht.
5.Trotzdem tätigen die Verlage in Russland zum Teil noch selbst die Disposition. Warum? „Schuster bleibe bei deinen Leisten“!
Zwei Beispiele für die Logistik - warum gibt es nur eine kleine Luke an den Zeitungskiosken, zu der man sich auch noch herunterbeugen muss. Die Sichtauslage ist in der Regel begrenzt und wird häufig auch noch für andere Produkte verwendet. Umsatzschädlich!
Warum wird das Vertribsnetz "Tankstelle" nicht bzw. nur sehr gering genutzt?
Die Fragen und Probleme sind noch viel umfangreicher. Im Angesicht dieser Problematik glaube ich nicht, dass man auf dem russischen Markt von funktionierenden Grossisten sprechen kann. Da besteht meiner Meinung nach ein großer Nachholbedarf. „Rautakirja“ hat es bewiesen. Konkurrenz belebt das Geschäft!!! :-P
LG
Harald
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
In Russland ist es auch keine Selbstverständlichkeit, dass der Kunde überhaupt bedient wird. Üblicherweise kauft der Kunde das, was gerade da ist. Wenn er was anderes will, muss er eben woanders kaufen. So läuft das hier, schon x mal am eigenen Leib erfahren. Das ändern wir auch nicht. Und der russische Kunde ist es gewöhnt, dass er nicht überall seine Lieblingszeitschrift kriegt. Aber er kriegt sie halt woanders. Und er weiß wo.harald55 hat geschrieben:1.Warum kann man am Zeitungskiosk nicht die Lieblingszeitschrift kaufen - in Russland ist das keine Selbstverständlichkeit.
Weil die Post auch viele andere Servicedienstleistungen macht und weil die Post dir letztlich auch die Zeitschrift nach Hause bringt oder für dich postlagernd aufhebt. Man muss sowieso zur Post, also warum nicht da auch die Zeitschrift bestellen?harald55 hat geschrieben:2.Warum macht die russische Post 9 % ihres Umsatzes mit Pressevertrieb. Brauchen die Grossisten diese 9% nicht?
Warum haben viele russische Firmen mittlerweile ausländische Gesellschafter und Großaktionäre? Das ist Business. Und nur weil in der Region Rostov nun 89 Kioske in finnischer Hand sind, heißt das noch lange nichts für die 42.465.378 Kioske in Restrussland.harald55 hat geschrieben:3.Warum hat das finnisches Unternehmen „Rautakirja“ 100 Prozent der privaten Gesellschaftsanteile des russischen Kioskunternehmens KP Roznitsa übernommen? KP Roznitsa betreibt 89 Kioske in der Region Rostow . Fehlte das Know How?
Weil Recht in Russland nicht mit Recht in Deutschland gleichzusetzen ist und man Gesetze, selbst wenn es sie gibt, immer irgendwie umgehen kann. Hier werden an jeder Ecke schwarz gebrannte CDs und DVDs verkauft, meinst du, da fragt jemand nach Urheber- und Vertriebsrecht?harald55 hat geschrieben:4.Warum fehlt ein Alleinvertriebsrecht und ein Gebietsschutz der Grossisten? Gleiches gilt für Vereinbarungen von Preisbildung, Dispositionsrecht, Remissionsrecht.
Weil sie das so gewöhnt sind. Oder weil sie sich sagen: Besser und zuverlässiger als wir macht es keiner.harald55 hat geschrieben:5.Trotzdem tätigen die Verlage in Russland zum Teil noch selbst die Disposition. Warum? „Schuster bleibe bei deinen Leisten“!
Warst du schon mal in einer russischen Behörde? Da ist das ganz genau so.harald55 hat geschrieben:Zwei Beispiele für die Logistik - warum gibt es nur eine kleine Luke an den Zeitungskiosken, zu der man sich auch noch herunterbeugen muss. Die Sichtauslage ist in der Regel begrenzt ...
Weil es bis vor kurzem gar keine Läden an Tankstellen gab. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, warte noch ein paar Jährchen, und russische Tankstellen sehen - zumindest in Großstädten - aus wie die in Deutschland.harald55 hat geschrieben:Warum wird das Vertriebsnetz "Tankstelle" nicht bzw. nur sehr gering genutzt?
Leg einfach los mit deinem Geschäft, ich wünsche dir nochmals viel Erfolg. Und ich werde auch ab und zu eine Zeitung kaufen.
PS: Wusstest du übrigens, dass ein Großteil des Zeitungsvertriebs so läuft:
Babuschka Sina kommt mit ihrer Rolltasche früh um vier zur Verteilstelle in Moskau, lädt je einen Stapel "MK", "Komsomolskaja Pravda" und "Sowjetskij Sport" in ihre Tasche, dazu noch einen von der bunten Fernsehzeitung "7 dnej", bezahlt den Großhandelspreis oder zumindest einen ähnlich niedrigen Preis und zuckelt mit ihrem Wägelchen zur nächsten Metrostation, wo sie dann einen Klappständer aufbaut und ihre Zeitungen für 3-7 Rubel mehr verkauft. Bis zum Nachmittag hat sie die verkauft und freut sich über paarhundert Rubel Verdienst.
Wusstest du das?
Du erntest, was du säst.
-
silviom
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Falls es jemanden juckt, so ein Business in Moskau aufzuziehen: In Halifax (Kanada) habe ich im Hotel eine auf A3 Papier ausgedruckte Ausgabe der Süddeutschen Zeitung gesehen. Darauf war die Firma http://www.atlanticnews.ns.ca genannt. Ich vermute, dass diese Firma die Zeitung auf Anforderung ausdruckt und ausliefert bzw. im Ladenlokal zur Abholung bereit hält. Höchstwahrscheinlich mit Genehmigung (und Bezahlung) des Verlags. Damit fällt die aufwändige Logistik schon mal weg.
- Zejtnot
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Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Ein ähnliches Print-on-Demand gab oder gibt es meines Wissens mit der taz in Südafrika. Ich finde das auch eine interessante Option, da viele Zeitschriften nun auch als PDF angeboten werden. Leider sind die Druckkosten (vor allem wenn farbig) um ein vielfaches größer als bei klassischem Offset-Druck.
Re: Keine deutsche Zeitung in Moskau
Print-on-demand gibt es auch in Moskau und St.Petersburg, in den Restaurants von 5-Sterne-Hotels kann man tagesaktuelle FAZ, SZ sowie engl., span. und ital. Tageszeitungen lesen. Aber da kostet die Zeitung mit Frühstück ab 1200 Rubel... :(


