Einbürgerungstest

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
Zeppelin
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von Zeppelin »

manuchka hat geschrieben:...und nur die sollten meiner Meinung nach auch einen deutschen Pass bekommen. Ich finde, dass Staatsangehörigkeit schon viel mehr verlangt als...
Das sieht die halbwegs gebildete Mehrheit hier vermutlich ebenso. Aber eine Veränderung des Status Quo ist politisch ein viel zu heißes Eisen.
Du weißt doch selbst sicher besser als ich, welche konkreten Artikel des GG da betroffen wären. Und schlussendlich ist da jedem hier das Hemd näher als der Frack.

Stell Dir mal die Debatte vor, die losgehen würde, wenn man z.B. die Staatsangehörigkeit nur einer bestimmten Zahl von Generationen zubilligen wollte, nach dem diejenigen, die die Anspruchsgrundlage darstellen hier ausgewandert sind und seither nicht wieder zurückgekehrt waren.
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manuchka
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von manuchka »

Zeppelin, ich vermute, du hast recht - aber gerade dieses heiße Eisen würde ich als Politiker durchaus anpacken. Zum einen, weil die halbwegs gebildete Mehrheit das unterstützen würde, zum anderen, weil dadurch und nur dadurch wirksam zum einen die immer weitergehende Verbreitung von türkischen/russischen/... Parallelgesellschaften verhindert bzw. verringert werden kann, zum anderen, weil es dann weniger kulturelle Konflikte geben würde - Deutschland sollte schon von Grund auf deutsch bleiben, das geht aber nicht, wenn die "neuen" Deutschen gar nichts von deutscher Kultur wissen und auch gar nicht wissen wollen. Ich kann durchaus verstehen, dass sich manche Leute belästigt fühlen, wenn sich Ausländer in Deutschland so gar nicht an die ortsüblichen Wertmaßstäbe halten wollen. Letztlich würde man auch Rechtspopulismus und Fremdenangst und Fremdenhass ein wenig den Boden entziehen, denn wenn der Staat und die Politik selbst aktiv dafür sorgen, dass nur solche Ausländer Staatsbürger werden, die sich auch an die Regeln halten und integrieren wollen, hat der rechte Pöbel nicht mehr soviel Möglichkeit, sich Protestwähler zu angeln.

(Mal abgesehen davon wäre es auch eine Chance für eine Partei, sich zu profilieren, ohne gleich in die rechte Ecke abzurutschen. Schließlich sollen die gewählten Damen und Herren doch das Volk und dessen Mehrheit vertreten... und wie du schon sagtest: Das wäre im Interesse der halbwegs gebildeten Mehrheit. Und würde eine Partei morgen anfangen, sich dafür stark zu machen, dann würde ich die sicher wählen. Und ein mir guter Bekannter würde auch endlich aufhören, REP zu wählen.)

PS:
Oletsch hat geschrieben:können die Deutschen selbst so gut alle Fragen beantworten?
Beim allgemeinen (nicht länderspezifischen) Test hatte ich alle 33 Fragen richtig beantwortet (*prahl). :-P
Du erntest, was du säst.
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Dietrich
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von Dietrich »

manuchka hat geschrieben:[...]aber gerade dieses heiße Eisen würde ich als Politiker durchaus anpacken. [...]
(Mal abgesehen davon wäre es auch eine Chance für eine Partei, sich zu profilieren, ohne gleich in die rechte Ecke abzurutschen. [...]
Und gerade DAS glaube ich nicht.
Schon fuer die bisherigen, vorsichtigen Aenderungen der Gesetze wurden die Initiatoren teilweise bereits in die rechte Ecke gestellt. Denn ganz davon abgesehen das ich diese "Sprachnachweis-Geschichte" einfach schlecht gemacht finde (weil sie deutsche schlechter stellt als andere EU-Buerger), halte ich die eigentliche Idee dahinter durchaus fuer nuetzlich und wichtig.
Und in dieser Hinsicht muesste noch mehr gemacht werden, der Einbuergerungstest ist da ein weiterer wichtiger Schritt.

Aber leider ist es so, dass solche Dinge einen Politiker in Deutschland eher unbeliebter machen. Und deshalb will sich kaum jemand die Finger verbrennen. Denn zuerst schreien Auslaenderverbaende und dann stimmen alle, die auch nur etwas links von der Mitte stehen gleich mit ein. Und die machen bereits so einen Krach, dass viele uninformierte Leute sich gar nicht vorstellen koennen, dass das was sie da hoeren und lesen eigentlich gar nicht so schlimm ist.

Man schaue sich nur mal diesen Bohei um die Einbuergerungstests an.....
Dabei habe ich bei den ersten beiden Beispieltests bei bild.de gerade mal einen Fehler gemacht..... (irgendwas mit so'm Kulturpreis). Und es haetten 17 sein duerfen (pro Test!)
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7punkt
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von 7punkt »

Ich sehe aber keinen Unterschied zwischen denjenigen, die den Test bestanden haben, und dennen, die Pech gehabt haben :roll: Ist reine Formalitaet und zeigt gar nichts....weder Kenntnisse und Bereitschaft sich ins neue Leben zu integrieren noch dessen Fehlen. Hat wenig wert sowas, nur noch eine buerokratische Aktion.
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von wolk0815 »

7punkt hat geschrieben:Ich sehe aber keinen Unterschied zwischen denjenigen, die den Test bestanden haben, und dennen, die Pech gehabt haben :roll: Ist reine Formalitaet und zeigt gar nichts....weder Kenntnisse und Bereitschaft sich ins neue Leben zu integrieren noch dessen Fehlen. Hat wenig wert sowas, nur noch eine buerokratische Aktion.
Dann würde ich aber gerne mal sehen, was da für ein Aufschrei wäre, wenn man etwas (Test/Kurs/was auch immer..) das dieser Forderung nach Kenntnis und Bereitschaft zur Integration genüge tun würde.
Und der Unterschied ist einfach der, dass sich diejenige/derjeniger welche/r, die/der den Test besteht, zeigt, dass sie/er sich zumindest mal die Mühe gemacht hat, sich (mal vereinfacht gesagt) mit Deutschland auseinander gesetzt hat. Wer schon ´keinen Bock´ auf diesen Test hat, von dem kann man wohl kaum viel erwarten. Von der Aufnahme von Kenntnissen über das Leben in D und Integration ganz zu schweigen. Das ´in seiner eigenen Welt leben´ ist dann doch wohl eher im Vordergrund.
Und wie schon gesagt: was regen sich die Leute auf, die den Test als Formalität ansehen, weil sie sowieso schon fest im Leben in D stehen ? Hab´ ich damals beleidigt über die Fragen in der theoretischen Fahrprüfung reagiert, die nur einer ankreuzen würde, der dann garantiert (noch) nicht auf die Strasse gehört.
(Bsp: alte Frau will am Zebrastreifen über die Strasse . Mögliche Antwort zum Verhalten: ich gehe Gas und hupe, denn ich haben immer Vorfahrt. ...und ja, auch das habe ich Mitfahrerschüler ankreuzen sehen )
Zu den Kosten: Dietrich´s Staffelung wäre ja im Grunde nicht schlecht. Kosten entstehen aber trotzdem. Gerade heute habe ich erst eine Meldebescheinigung für meine Frau abgeholt.
Arbeitsaufwand: ihren Datensatz für eine Bescheinigung aufrufen. 3 Wörter für den "Verwendungszweck". Ausdrucken.Stempel drauf. Macht 8 Euro.
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Dietrich
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von Dietrich »

7punkt hat geschrieben:Ich sehe aber keinen Unterschied zwischen denjenigen, die den Test bestanden haben, und dennen, die Pech gehabt haben :roll: Ist reine Formalitaet und zeigt gar nichts....weder Kenntnisse und Bereitschaft sich ins neue Leben zu integrieren noch dessen Fehlen. Hat wenig wert sowas, nur noch eine buerokratische Aktion.
Wenn du den Unterschied meinst zwischen den Leuten, die durch raten und viel Glueck den Test bestanden haben und denen, die es auf genau die Weise eben nicht geschafft haben, dann hast du recht.

Aber der Unterschied zwischen denen, die sich zuhause mal ein paar Abende mit den 300 Fragen beschaeftigt haben und denen, die die Fragen mangels Deutschkenntnisse erst gar nicht verstehen... die siehst du doch hoffentlich auch, oder?

Oder koennte man deiner Meinung nach auch auf die theoretische Fuehrerscheinpruefung verzichten, nur weil man keinen Unterschied zwischen denen mit 10 Fehlerpunkten (=bestanden) und denen mit 11 Fehlerpunkten (durchgefallen) sieht?
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von harald55 »

7punkt hat geschrieben:Ich sehe aber keinen Unterschied zwischen denjenigen, die den Test bestanden haben, und dennen, die Pech gehabt haben :roll: Ist reine Formalitaet und zeigt gar nichts....weder Kenntnisse und Bereitschaft sich ins neue Leben zu integrieren noch dessen Fehlen. Hat wenig wert sowas, nur noch eine buerokratische Aktion.
Sehe ich nicht so. Dieser Einbürgerungstest ist bestimmt nicht geeignet um alle geschilderten Probleme zu lösen. Er ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist und bleibt ein Test, der von den Befragten verlangt sich wenigstens ein bisschen mit Deutschland zu beschäftigen.

Was mich daran nur wieder sehr, sehr ärgert, dass hochbezahlte Politiker für solch eine Frage ("Wo können Sie sich in Niedersachsen über politische Themen informieren?") auch noch Geld bekommen und ihre angebliche „Daseinsberechtigung“ auch noch untermauern wollen!!! :x
Das ist kein „Lapsus“ oder Fehler, dieses ist einfach Unwissen und Desinteresse!!! Die Antwort: „Landeszentrale für politische Bildung“, wo es einmal möglich war, wurde schon lange abgeschafft.
Diese Frage ist ein Skandal! Wie sieht es mit der Vorbildwirkung unserer Politiker aus, wenn sie dümmer als Immigranten sind?

LG
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7punkt
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von 7punkt »

Dietrich hat geschrieben:..Aber der Unterschied zwischen denen, die sich zuhause mal ein paar Abende mit den 300 Fragen beschaeftigt haben und denen, die die Fragen mangels Deutschkenntnisse erst gar nicht verstehen... die siehst du doch hoffentlich auch, oder?
Dafuer gibt's aber 'nen Sprachtest oder?
Dietrich hat geschrieben:..Oder koennte man deiner Meinung nach auch auf die theoretische Fuehrerscheinpruefung verzichten, nur weil man keinen Unterschied zwischen denen mit 10 Fehlerpunkten (=bestanden) und denen mit 11 Fehlerpunkten (durchgefallen) sieht?
Ist ein hinkender Vergleich, wuerde ich sagen. Bei Fuehrerscheinpruefung geht's darum, dass man die erworbenen und in der Pruefung bestaetigten oder auch nicht bestaetigten Kenntnisse weiter im Leben beim Autofahren gebraucht. Der Einbuergerungstest ist m.E. ueberfluessig, denn prueft das, was man schon vorher in "Bewerbungsgespraechen" und Sprachtest schon geprueft wurde.

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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von Zeppelin »

manuchka hat geschrieben:... aber gerade dieses heiße Eisen würde ich als Politiker durchaus anpacken.
Manu ich fürchte, dass Du noch nicht ernstlich in der politischen Realität unterwegs warst. Richtig?
Mit so einer Forderung könnte man bestenfalls als unbedeutender Kommunalpolitiker in den Gemeinderat gelangen, aber ich schwöre Dir, erreichen würdest Du kaum etwas, als vllt. mal ein paar Schlagzeilen.
Mit Verlaub: Was Du äußerst, ist sehr naiv (bitte nicht als Beleidigung auffassen!)
manuchka hat geschrieben:Zum einen, weil die halbwegs gebildete Mehrheit das unterstützen würde, ...

Und genau da liegt der Irrtum.
Der gesamte Kreis von Künstlern, Intellektuellen und Medienleuten würden sich mal wieder in ihre unsägliche Gutmenschenpose werfen und ein so lautes Geschrei lostreten, dass selbst in Magadan noch die Gläser in den Schränken klirren.

Denn bedenke, was ich im vorigen Post hier schon geschrieben habe: Irgendwie könnte man ja vielleicht selbst bzw. seine Abkömmlinge davon betroffen sein. Entsprechende Horrorszenarien gäbe es in der Debatte sicher nicht zu knapp.
Und angesichts dessen kriegen wieder alle kalte Füße. Und außerdem hat sich der deutsche Michl ja schon über die Jahrhunderte immer wieder traurigen Ruhm mit seiner politischen Qualität erworben.
manuchka hat geschrieben:(Mal abgesehen davon wäre es auch eine Chance für eine Partei, sich zu profilieren, ohne gleich in die rechte Ecke abzurutschen. Schließlich sollen die gewählten Damen und Herren doch das Volk und dessen Mehrheit vertreten... und wie du schon sagtest: Das wäre im Interesse der halbwegs gebildeten Mehrheit. Und würde eine Partei morgen anfangen, sich dafür stark zu machen, dann würde ich die sicher wählen. Und ein mir guter Bekannter würde auch endlich aufhören, REP zu wählen.)
Auch hierzu gelten meine obigen Sätze. Das politische Taktieren funktioniert leider so nicht. Allenfalls die CDU/CSU könnten so eine Forderung womöglich in ihre Parteiprogramme bekommen, wobei das bei der CDU schon wieder fraglich ist.
Doch dann passiert folgendes: Ganz gleich, ob andere die Forderung inhaltlich auch gut finden, würden alle anderen im Kampf um Wählerstimmen sofort losbrüllen, dass die Konservativen auf Schmusekurs mit den Rechtsradikalen gehen. - Darauf verwette ich meinen noch immer recht knackigen A****

Recht hast Du schon, was die Berufspolitiker tun sollen. Nur geht es leider nicht darum, sondern allein um deren Existenzsicherung - was ich über viele Jahre live miterleben musste.

Dietrich hatte es in seine Antwort an Dich schon sehr gut auf den Punkt gebracht.

Also: Sei bitte nicht sauer. Ich spreche lediglich von meinen Erfahrungen.
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Re: Einbürgerungstest

Beitrag von Zeppelin »

harald55 hat geschrieben:... Die Antwort: „Landeszentrale für politische Bildung“, wo es einmal möglich war, wurde schon lange abgeschafft.
Naja, es wurde nicht die Antwort in dem Test abgeschafft, sondern eben besagte Landeszentrale. ;)
Diese Frage ist ein Skandal! Wie sieht es mit der Vorbildwirkung unserer Politiker aus, wenn sie dümmer als Immigranten sind?
Nicht nur diese.
In der Testversion der BLZ wurde z.B. nach den Farben der Berliner Landesflagge gefragt.
Richtige Antwort natürlich: "Rot-Weiß-Rot" Die gab es aber nicht zur Auswahl.

Neben diversen bunten Mischungen (die Regenbogenfahne war trotz Wowereit nicht dabei :lol: ), gab es nur die Auswahlantwort: "Weiß-Rot"


Kein weiterer Kommentar Euer Ehren...
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