Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

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elch-michel

Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von elch-michel »

Baltijsk/Pillau: Trotz Sperrgebiet waren sämtliche Straßen, Strandwege, Geschäfte und Gaststätten, etc. frei zugängig.

Wir haben uns im ganzen Stadtgebiet aufgehalten und völlig frei bewegen dürfen, zumal der militärische Bereich für uns ja auch nicht von Interesse war.

Es gab keine „sichtbaren Überwachungen“. Warum auch, die militärischen Einrichtungen sind doch wie in allen anderen Ländern gesondert gesichert und unterliegen gewissen Regelungen.

Baltijsk/Pillau ist eine durchaus interessante kleine Stadt, die im Wesentlichen von der Marine lebt bzw. beherrscht wird. Uniformierte Marinesoldaten prägen das Stadtbild. Die Stadt verfügt über zwei getrennte Hafenbecken. Eins ist der Marine zugeordnet und das zweite besitzt zwei neue Kaianlagen, die bereits in Betrieb genommen wurden und zwei weitere befinden sich noch in der Bauphase. Macht alles einen sehr guten Eindruck. Offensichtlich wird hier schon für die Zukunft mit oder ohne Europa geplant.

Andererseits haben wir im Stadtgebiet aber auch keine weiteren Ausländer erkennen können. Möglicherweise haben aber interessierte Besucher unbegründete Vorbehalte. Wir meinen ein Besuch lohnt sich, zumal hier noch viele alte Bauten erhalten geblieben sind oder erhalten werden. Im Gegensatz zu Jantarnyj/Palmnicken, Svetlogorsk/Cranz und Zelenogradsk/Rauschen, eine Stadt mit Charakter.

Wie überall in russischen Gebieten, so gab es auch hier ein Toilettenproblem. Deshalb ist es wichtig und unsere vorsorgliche Empfehlung, immer eine keine Tasche oder Beutel mit Toilettenpapier, feuchten Tüchern und Desinfektionsmittel bei sich zu haben.

Gruß
elch-michel
Glider
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von Glider »

Na ja, gespaltene Eintrittspreise sind in Kaliningrad und diesem Oblast durchaus normal. Ob es in Pillau der Leuchtturm ist oder in Kaliningrad selber das U-Boot oder der Dom. Darüber haben wir uns alle schon mokiert. Es stellt sich für mich einfach die Frage, ob es mich überzeugt den Ausländerpreis zu zahlen oder nicht. Bei Dom in Kaliningrad war das der Fall, zumal ich diesen noch recht zerstört erlebt hatte. Das Dach fehlte noch damals (1992) und der Fortschritt des Wiederaufbaus hatte mich durchaus neugierig gemacht.
Aber an Pillau, welches ich mal 94 besuchte anlässlich des Tages der Baltischen Flotte (letzter Juli-Sonntag) und dann auch geöffnet, reizt mich eigentlich gar nichts.
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zimdriver
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von zimdriver »

elch-michel hat geschrieben:Baltijsk/Pillau: Trotz Sperrgebiet waren sämtliche Straßen, Strandwege, Geschäfte und Gaststätten, etc. frei zugängig.

...
Baltijsk/Pillau ist eine durchaus interessante kleine Stadt, die im Wesentlichen von der Marine lebt bzw. beherrscht wird. ...
Warst Du schon mal in Prora? Dürfte den gleichen Anziehungswert haben wie dieses Baltijsk Pillau...
Du scheinst Dich nicht so gut auszukennen, denn schon 2002 verlangte man in Moskau am Kreml die Ausweise und noch 2007 machte man Unterschiede zwischen einem Arbeitserlaubnis- Deutschen und einem Tourismus- Visum- Deutschen ...
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Zejtnot
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von Zejtnot »

zimdriver hat geschrieben:Du scheinst Dich nicht so gut auszukennen, denn schon 2002 verlangte man in Moskau am Kreml die Ausweise und noch 2007 machte man Unterschiede zwischen einem Arbeitserlaubnis-Deutschen und einem Tourismus-Visum-Deutschen ...
Welchen Unterschied? Der Idee her sollte der Arbeitserlaubnis-Ausländer den Russen-Rabatt bekommen, weil er hier Steuern zahlt. Oder etwa nicht? (Ich habe darauf immer bestanden und es wurde bislang überall gewährt.)
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zimdriver
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von zimdriver »

So sehe ich das auch, Zejtnot. Inzwischen ist das ja auch zumindest in Moskau gang und gäbe- es ist alles gleichgestellt. Damals war es so, dass die Vorlage einer Akkreditierungskarte ausreichte, um den Inländerpreis zu zahlen im Kreml.
elch-michel

Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von elch-michel »

Ich war noch nicht in Prora.

Dennoch, Besucher sind eben Besucher, die sich an (unbekannten) Stätten informieren wollen oder aber gelesenes bestätigt wissen möchten. In jedem Fall möchte man aber etwas sehen, erleben und dazu lernen, Eindrücke sammeln und auch nach Erlebnisse suchen, die man so bisher noch nicht kannte. Dass das auch mit Eintrittsgeldern versehen ist, macht den Wunsch doch grundsätzlich noch nicht unattraktiver.

Wer aber stark unterschiedliche Eintrittsgelder von Besuchern verlangt, bei dem muss doch etwas nicht stimmen. Da geht es nicht um kennen lernen, bewundern und genießen, da geht es nur um die pure Gier nach Geld.

Die Diskussion hat ja gezeigt, dass es ja auch in anderen Bereichen starke Unterschiede oder mögliche Rabattgewährungen gibt.

Warum nehmt ihr das so hin?

Gruß
elch-michel
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Zejtnot
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von Zejtnot »

elch-michel hat geschrieben:Warum nehmt ihr das so hin?
Gegenvorschläge?!

Nicht reingehen? Wenn Du nicht kommst, bemerkt es auch keiner.

Schimpfen? Hilft eh nicht, die Kassiererin hat es sich nicht ausgedacht!

'ne Demo organisieren? Woher die 500 betroffenen Ausländer nehmen?

Sorry, aber ist 'ne blöde Frage.

P.S.: In den Fällen, wo das Goethe-Institut Ausstellungen in der Novosibirsker Gemäldegalerie organisiert und finanziert hatte, dann aber Ausländer und damit auch Deutsche dennoch einen höheren Eintritt als Russen zahlen sollten, habe ich mich beim Generalkonsulat beschwert.
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von manuchka »

Ich frage mich auch, was Elch-Michel sich so vorstellt - schlag doch mal vor, was wir machen sollen. Selbst wenn wir (wie Zejtnot überlegt hat) 500 oder mehr betroffene Ausländer zusammen trommeln und ne Demo organisieren, dürfte das ein "unsanktioniertes", sprich nicht genehmigtes Meeting werden und uns allen oder zumindest den Organisatoren ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einbringen. Ob das nächste Mal das Visum verlängert wird, ist da nicht so sicher.

Mal abgesehen davon: Es gibt weit wichtigere und unangenehmere Dinge für Ausländer in Russland als höhere Eintrittspreise. Wenn ich mich da wegen jedem Furz aufregen soll, krieg ich bald ein Magengeschwür oder nen Herzinfarkt. Dann doch lieber kein Besuch im Kreml oder in der Tretjakov-Galerie.
Du erntest, was du säst.
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Xottabych
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Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von Xottabych »

Man kann natürlich über Prinzipien hinwegsehen, die Diskriminierung akzeptieren und sich trotzdem über die Gegenleistung freuen, ob Galerie, Kreml oder Leuchtturm, und so sollte man es auch handhaben, wenn man schon extra hingefahren ist. Gelobt sei die positive Grundhaltung. :idea: Falls nicht, ist Theater machen und boykottieren schon richtig! Mehr ist zwar für den "Endverbraucher" nicht drin, aber sollen die Leute nur wissen, dass so etwas weder gastfreundlich noch fair ist. Ich persönlich habe es bisher mal so, mal so gehandhabt, ja nach Laune.

Ehrlich gesagt, kam mir aber auch schon mal der Gedanke, dass man eigentlich das ganze Land für diesen (und anderen) Bockmist konsequent touristisch boykottieren sollte, schließlich gibt's ja noch tausende andere sehenswerte Ort auf der Welt. Aber bei näherem Nachdenken - als Tourist musst Du doch fast überall mehr bezahlen als Einheimische, nur ist das oft nicht so offensichtlich. In Italien werden die Touris zum Beispiel gerne beim Zugfahren abgezockt.
elch-michel

Re: Baltijsk/Pillau: Russland, ein Vorbild für Deutschland?

Beitrag von elch-michel »

Xottabych schreibt u. a.:
Man kann natürlich über Prinzipien hinwegsehen, die Diskriminierung akzeptieren und sich trotzdem über die Gegenleistung freuen, ob Galerie, Kreml oder Leuchtturm, und so sollte man es auch handhaben, wenn man schon extra hingefahren ist. Gelobt sei die positive Grundhaltung. Falls nicht, ist Theater machen und boykottieren schon richtig! Mehr ist zwar für den "Endverbraucher" nicht drin, aber sollen die Leute nur wissen, dass so etwas weder gastfreundlich noch fair ist. Ich persönlich habe es bisher mal so, mal so gehandhabt, ja nach Laune.
So sehe ich das auch. Wenn in jedem Anhang ein entsprechender Hinweis über die Diskriminierung und die Ungleichbehandlung enthalten ist, dann bewegt sich doch schon einmal etwas.

Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass im Rahmen von Forum-, Presse- oder Öffentlichkeitsarbeit vermehrt auf die jeweiligen Diskriminierungen und Ungleichbehandlungen maßvoll hingewiesen werden sollte.

Mit den Eintrittskarten hat es begonnen und mit den wichtigeren und unangenehmen Dingen sollte jetzt im gesetzlichen Rahmen fortgefahren werden.

Das kann nicht nur die Themen-Wertigkeit noch erheblich steigern, sondern es entstehen auch keine Magengeschwüre und Herzinfarkte mehr, weil alle Interessierten ja schon entsprechend informiert sind.

Ob das Hase und Igel-Spiel jetzt wohl beginnt?
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