Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

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Sibirier
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Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Sibirier »

Jimmy hat geschrieben:Die Frage ist halt nur, ob man da als Projektleiter permanent präsent sein muss oder den eignen Leuten auch mal für drei Tage vertrauen kann. ;)
Muss ich halt erstmal sehen, wies läuft. (Schlimmer als in Deutschland kanns ja eigentlich kaum sein! ;) )
Vertrauen ist gut..... Aber wirst erleben, wenn Du Aufgaben verteilst, wird es meistens nicht so gemacht, wie Du gesagt hast... Die einfachste Ausrede ist dann, ich habe sie nicht verstanden..... Aber warum haben Sie nicht nachgefragt? Nun ich dachte, ich mache es so...

Aber wirst schon durchkommen, wünsche ich Dir. Überlebt haben wir es ja hier....
Zuletzt geändert von manuchka am 19 Aug 2008, 18:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitatformatierung repariert
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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7punkt
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Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von 7punkt »

Jimmy hat geschrieben:...Schlimmer als in Deutschland kanns ja eigentlich kaum sein!...
Doch und dazu musste bereit sein. Vieles liegt daran, mit wem Du dann arbeitest: wenn mit Deinen Landsleuten, dann geht es noch. Wenn mit Russen, dann wird's hart sein. Erst ma gemeinsame Sprache finden, ich meine jetzt nich DE/RU/Engl. etc. sondern dass die Leute auf Dich hören und akzeptieren, was Du sagst. Und dann russische Arbeitsweise, dass NIX rechtzeitig geschieht. Als Projektleiter wirste IMMER unter Zeitdruck stehen. Musste auch noch einiges wissen: es ist ganz ok in RU, wenn man ohne Stadium "P" zu bauen anfängt. Als Ergebniss hat man Verspätung, weil vieles umgebaut/ geändert werden soll ;)
Haste Dir schon mal angeschaut, wo Du in der absehbaren Zukunft arbeiten wirst? Würde ich Dir vom gazen Herzen empfehlen, um weiterem Schock vorzubeugen.

7punkt
"Ich weigere mich, einen Unterschied zwischen den Voelkern zu machen und von guten und schlechten Nationen zu sprechen, aber einen Unterschied zwischen den Menschen muss ich machen." F. Duerrenmatt "Der Verdacht"
Jimmy

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Jimmy »

Sibirier hat geschrieben:Aber wirst erleben, wenn Du Aufgaben verteilst, wird es meistens nicht so gemacht, wie Du gesagt hast... Die einfachste Ausrede ist dann, ich habe sie nicht verstanden..... Aber warum haben Sie nicht nachgefragt? Nun ich dachte, ich mache es so...
Auf meiner momentanen Baustelle hier läuft ein vergleichbarer Dialog (mit deutschen Monteuren) so ab:

Donnerstag vormittag:
ich: Machen Sie das mal bis Montag abend fertig!
Monteur: Geht klar, können Sie sich drauf verlassen!

Montag vormittag:
ich: Warum haben Sie nix gemacht?
Monteur: Nix gemacht? Es ist alles fertig!
ich: Blödsinn. Nix is fertig! Nichmal angefangen!
Monteur: Nicht? Ui! Ich kümmer mich sofort drum! Heut abend is alles fertig! Sie können sich drauf...
ich: Ich schau heut abend nach.

Montag abend:
ich: Es ist immer noch nix gemacht!
Monteur: Ich weiss.
ich: Warum?
Monteur: Ich wusste nicht, wie es gemacht werden soll!
ich: Und da konnten Sie heut morgen nicht nachfragen? Oder mal drüber nachdenken? Anrufen?
Monteur: öhmmm....

Kurz gesagt: Hier macht meistens garkeiner was, zumindest nich annähernd termingerecht.
Ich wäre schon froh, wenn einer mal was so macht, wie er es sich denkt. ;)

Insofern.... viel schlimmer kann es nicht werden... oder doch? ;)
Jimmy

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Jimmy »

7punkt hat geschrieben: Haste Dir schon mal angeschaut, wo Du in der absehbaren Zukunft arbeiten wirst? Würde ich Dir vom gazen Herzen empfehlen, um weiterem Schock vorzubeugen.
Werd ich machen, is geplant.
Aber ich fall nich ganz ins kalte Wasser: Derjenige, der mich grade abwerben will, ist ein Ex-Kollege von mir.
Er ist jetzt seit 3 Jahren dort.
Er ist Bulgare, spricht fliesend deutsch und russisch.
Er weiß so ziemlich, wo der Hase dort langläuft.
Mit ihm hab ich schon vereinbart: Wenn ich mir mit der Firma einig werde, komm ich vorab mal ne Woche rüber um reinzuschnuppern.
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manuchka
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Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von manuchka »

Jimmy hat geschrieben:Wenn ich mir mit der Firma einig werde, komm ich vorab mal ne Woche rüber um reinzuschnuppern.
DAS würde ich machen, BEVOR du dir einig wirst, denn nachher abspringen ist nicht mehr so einfach.
Du erntest, was du säst.
Fester

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Fester »

7punkt hat geschrieben:
Jimmy hat geschrieben:...Schlimmer als in Deutschland kanns ja eigentlich kaum sein!...
Doch und dazu musste bereit sein. Vieles liegt daran, mit wem Du dann arbeitest: wenn mit Deinen Landsleuten, dann geht es noch. Wenn mit Russen, dann wird's hart sein. Erst ma gemeinsame Sprache finden, ich meine jetzt nich DE/RU/Engl. etc. sondern dass die Leute auf Dich hören und akzeptieren, was Du sagst. Und dann russische Arbeitsweise, dass NIX rechtzeitig geschieht. Als Projektleiter wirste IMMER unter Zeitdruck stehen. Musste auch noch einiges wissen: es ist ganz ok in RU, wenn man ohne Stadium "P" zu bauen anfängt. Als Ergebniss hat man Verspätung, weil vieles umgebaut/ geändert werden soll ;)
Es ist doch überall so :) ganz egal, ob es in Deutschland oder in Russland ist, die Branche spielt auch keine Rolle :) Alle Projekte müssen gestern (oder sogar vorgestern) fertig sein :lol:
Jimmy hat geschrieben:Auf meiner momentanen Baustelle hier läuft ein vergleichbarer Dialog (mit deutschen Monteuren) so ab:
Wenn du direckt mit den Monteuren arbeiten musst, dann hast du 2 Probleme:
1) Am meisten, sind das sogenant Gastarbeiter, die nicht unbedingt gut Russisch können...
2) Du braucht ehe "unflätiges Fluchen" (мат), als die normale Sprache. Das "unflätiges Fluchen" wird nicht nur zum schmpfen verwenden, sondern auch zum Reden :D In der sprache gibt es ganz wenig Wörter, aber mit den Worten kann mann ziemlich alles erklären (so das die Monteuren auch verstechen :D )


PS: heh, ich hätte ja auch gerne einen Job in Moskau :D
Zuletzt geändert von Zejtnot am 20 Aug 2008, 07:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Formatierung korrigiert
Jimmy

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Jimmy »

Fester hat geschrieben: Wenn du direckt mit den Monteuren arbeiten musst, dann hast du 2 Probleme:
Das is ja genau der Punkt: Hier muss ich das derzeit tun. Ob ich das dort auch muss, weiß ich noch nicht.
Muss halt abgeklärt werden.
Aber gut zu wissen, dass es auch einen russischen "Baubudenslang" gibt! ;)
Fester hat geschrieben: PS: heh, ich hätte ja auch gerne einen Job in Moskau :D
Ich versuch mich bei passender Gelegenheit an Dich zu erinnern! :D
Fester

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Fester »

Jimmy hat geschrieben: Aber gut zu wissen, dass es auch einen russischen "Baubudenslang" gibt! ;)
Es ist kein "Baubudenslang" :) Es ist so eine ungangs Sprache, die auf dem TV durch "beeep" erzetzt wird und die überall erfolgreich verwendet werden kann :)
Es kann aber wirklich ein Problem sein, denn die Monteuren (und eigentlich viele von denen, deren mit Händen arbeiten) können diese Sprache sehr gut. Man sagt sogar, dass es wird nicht geschimpf, es wird geredet.
Jimmy hat geschrieben:
Fester hat geschrieben: PS: heh, ich hätte ja auch gerne einen Job in Moskau :D
Ich versuch mich bei passender Gelegenheit an Dich zu erinnern! :D
Danke, ich bin aber nicht aus der Baubranche :)
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Zejtnot
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Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Zejtnot »

Ich würde Dir raten, einfach mal jemanden anzurufen, der in Russland ist - am Telefon kann man manch eine Sache besser "erfühlen" als schriftlich.

Was ich so von Bauleitern in Russland mitbekomme, sind diese von 8 bis 22 Uhr auf der Baustelle und für die Familie bleibt keine Zeit. Man muss sich um jeden Mist kümmern, nichts klappt. Überhaupt nichts. Einerseits muss man mit den Geschäftspartnern sehr hart umgehen, andererseits muss man mit ihnen auch freundschaftlich saufen gehen - eine Gratwanderung, wobei mir der Grat spitzer erscheint, als in Europa.
Will

Re: Tips für einen eventuell bald Neu-Moskauer?

Beitrag von Will »

Zejtnot hat geschrieben:Was ich so von Bauleitern in Russland mitbekomme, sind diese von 8 bis 22 Uhr auf der Baustelle und für die Familie bleibt keine Zeit. Man muss sich um jeden Mist kümmern, nichts klappt.
Zejtnot,

das ist nicht nur auf Baustellen so.
Und wenn Du viel mehr als daheim verdienen wirst: Das ist nicht weil Du so toll bist, oder Dich so gut verkauft hast, sondern das muss hier mit "Schweiss und Tränen" erarbeitet werden.

Gruss, Will
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