"Kasachen", "Russen" und andere

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Zejtnot
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Zejtnot »

Ich rege mich auch immer darüber auf, dass bei Vergewaltigern zwingend das Geschlecht angegeben wird! Man könnte doch schreiben: "Gestern kam es zu einem sexuellen Missbrauch in der Dresdner Heide." Warum immer diese Stigmatisierung, dass nur Männer vergewaltigen?!

Das ist natürlich nicht meine Meinung, aber es soll deutlich machen, dass die Gesellschaft nun einmal Gruppierungen vornimmt. Mann/Frau, Alteingesessener/Einwanderer/Zugezogener, Homo/Hetero, Ego-Shooter/Blümchensammler, ...
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manuchka
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von manuchka »

Naila hat geschrieben:Zu einer guten Integration fehlt mir eine Arbeit (obwohl ich bereits voll berufstätig bin), die mir ein menschenwürdiges Dasein sichern würde.
Dann ist mein Mann - Russe - nicht mal in seinem Heimatland gut integriert, denn selbst wenn er arbeitet wie ein Pferd, schafft er es kaum auf einen Lohn, der ihm ein menschenwürdiges Dasein sichert. Das geht leider nicht wenigen in Russland so.

Naila, übrigens ist das in vielen, vielleicht den meisten anderen Ländern genau so wie in Deutschland (wo es dir auffällt, weil du da lebst und nicht zu den Eingeborenen gehörst). Es ist eine natürliche - und meist positive - Neugier, dass man etwas über den anderen wissen möchte, in dem man etwas "Fremdes" entdeckt hat - nicht um ihn bloßzustellen oder auszufragen, sondern wirklich aus Interesse, um den eigenen Horizont zu erweitern.

Die wenigsten Deutschen waren z.B. in Russland und kennen immer nur die Reportagen aus dem TV, und da ergibt sich zufällig mal die Gelegenheit, jemanden von dort wenn auch nur kurz und oberflächlich kennenzulernen, da fragt man schon mal: "Sagen Sie mal, sind sSie nicht aus Russland? ... Ist es da wirklich so kalt, wie man glaubt?... Und gibt es da Bären, die auf der Straße rumlaufen?" Die Leute in Russland lachen darüber, aber keiner ärgert sich. Und ich muss mich auch oft fragen lassen: "Ach aus Deutschland kommen Sie? Wie lebt es sich denn da? Sie haben bestimmt Heimweh... Und was hat Sie denn nach Russland verschlagen?" Das ist doch normal und nicht schlimm, und es ist keine Beleidigung und auch nicht erniedrigend - es sei denn, mir feixt jemand ein "Gitler kaputt" ins Gesicht, aber selbst darüber kann ich hinweg sehen, denn auch das ist meist nicht böse gemeint.

Naila, nimm doch das alles nicht so ernst :-P Auf der einen Seite sagst du, du bist stolz auf deine Herkunft, aber auf der anderen Seite ärgert es sich, wenn du drauf angesprochen wirst... da passt doch was nicht ;)
Du erntest, was du säst.
Kationok
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Kationok »

manuchka hat geschrieben:denn selbst wenn er arbeitet wie ein Pferd, schafft er es kaum auf einen Lohn, der ihm ein menschenwürdiges Dasein sichert. Das geht leider nicht wenigen in Russland so.
Und ich wundere mich wirklich manchmal, wie die manche Russen jeden Monat wieder über die Runden kommen. Wenn ich mir hier die Preise in den Läden anschaue! Nurmal so nebenbei erwähnt.
kationok
Naila

Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Naila »

Bei mir geht es nicht einmal ums Geld. Ich bin froh, wenn ich meine Rechnungen bezahlen kann. Um Steuern zu bezahlen, muß ich zusätzlich schwarz arbeiten. Aber es geht nicht darum. Sondern darum, daß es eine Arbeit ist ohne jegliche soziale Komponente. Wenn man krank ist, und von Kindern, mit denen ich arbeite, wird man sehr schnell mit all möglichen Viren (trotz Impfung) angesteckt, muß man sich zur Arbeit schleppen. Oder man hat Verdienstausfall. Planmäßige OP´s sind nur in den großen (selbstverständlich, unbezahlten) Ferien drin. Dringende OP's (ich hatte 2 Krebsoperationen) erträgt man so. Man kommt vom OP Tisch runter und geht abrbeiten, auf der Arbeit bricht man zusammen, wird nach Hause geschickt, hat 2 Wochen Verdienstausfall. Wenn man schwanger wird, arbeitet man, bis die Wehen kommen. Anschließend fällt man für Jahre oder immer aus oder, wie es bei uns üblich ist, kommt man bereits nach 3-4 Wochen nach der Geburt wieder. Solange wird man vertreten. Einige Leute hat es hart erwischt, sie konnten sich nicht auskurieren und sind gestorben.
Ich arbeite in Deutschland.
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Dietrich
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Dietrich »

Naila hat geschrieben:Man kommt vom OP Tisch runter und geht abrbeiten, auf der Arbeit bricht man zusammen, wird nach Hause geschickt, hat 2 Wochen Verdienstausfall. Wenn man schwanger wird, arbeitet man, bis die Wehen kommen. Anschließend fällt man für Jahre oder immer aus oder, wie es bei uns üblich ist, kommt man bereits nach 3-4 Wochen nach der Geburt wieder.
In Deutschland? Aber doch nur, wenn man schwarz arbeitet, so wie du....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
Naila

Beitrag von Naila »

Nein! Beschrieben habe ich meine offizielle Arbeit! Schwarz verdiene ich STEUERN für dieses Land nebenbei. Wenn Du mein Beitrag richtig liest, dann verstehst Du alles richtig.Weil meine OFFIZIELLE Arbeit ist ein so wie bei Euch allen steuerpflichtiger Job. Alle 3 Monate bekomme ich vom Finanzamt ein Überweisungsvordruck. Und diese Summe, die sie von mir jedesmal verlangen, ist in meinem Honorar, so nennt sich das bei uns, nicht drin. Ja, es bleibt nicht so viel Geld, wie das Finanzamt es gerne hätte. Also muß ich zusehen, wie ich zu diesem Geld komme. Da mache ich was ein paar Stunden inoffiziell. Nebenbei bemerkt: es handelt sich in beiden Fällen um eine hochqualifizierte Tätigkeit, für die man ein abgeschlossenes Studium braucht, was ich auch vorweisen kann. Willst Du wissen, was das für ein Job ist?
Marco
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Marco »

Dein Job hört sich stark nach Scheinselbständigkeit an, wenn du mich fragst bzw. es liegt stark an der Grenze. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Scheinselbst%C3%A4ndigkeit
Ich hoffe, du guckst dich auch nach was anderem um. Solche Arbeitsverhältnisse sind eher meist ziemlich besch...(eiden), da fast die gesamte soziale SIcherung wegfällt.
Oder du bist du eine Arbeitnehmerähnliche Person? http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehm ... e_Personen

Oder arbeitest du für mehrere Auftraggeber?
Mich würde auch mal dein Job wirklich interessieren.

Weißt du denn, ob die Höhe der Einkommensteuervorauszahlung richtig ist bzw. basiert die VOrauszahlung tatsächlich auch auf dem "Gewinn" den du erwirtschaftest? Falls sie zu hoch ist, kannst du sie herabsetzen lassen
Zeppelin
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Zeppelin »

In meinem Freundeskreis gibt es auch einige Selbständige (Akademiker) in unterschiedlichen Bereichen. Manche davon können von den Einnahmen, die sie dabei erzielen auch nicht leben und bekommen deshalb von Jobcenter in geringem Maße etwas Zuzahlungen.
Darauf sind ja sogar zahllose Leute mit festen Anstellungen angewiesen, deren Löhne einfach lächerlich gering sind.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
Naila

Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Naila »

Hallo, Marco, das stimmt, es handelt sich um eine freiberufliche Tätigkeit, aber keine Scheinselbstständigkeit, denn ich habe 2 Arbeitsverträge und somit 2 Auftragsgeber. Ich bin Musikschullehrerin. An einer Schule haben wir 70 Lehrkräfte, aber nur 4 davon sind fest angestellt. Diese 4 sind Leute um die 60. Vor zig Jahren war es in Deutschland ein normaler, nicht mal schlecht bezahlter Beruf im Angestelltenverhältnis. Diese Angestellten kriegen bald ihre Rente, und zwar in einer Höhe, auf die wir mit unserem monatlichen Honorar nie gekommen sind. Jetzt können die Musikschulen es kaum abwarten, bis alle Angestellten endlich mal weg sind, damit es nur Honorarkräfte gibt. Als Freiberufler bist du dort auf gar keinen Fall frei. Dieser Job erfüllt alle Voraussetzungen eines abhängigen Arbeitsverhältnisses. Ob ich erfolgreich in der Branche bin? Ja, sehr! Denn ich gehöre zu den 20% deutscher Musikschullehrer, die von ihrem Verdienst überleben können, ohne auf fremde Hilfe zurückzugreifen. 80% schaffen es laut Statistik im Laufe ihres ganzen Lebens nicht. Ich habe großes Glück, daß ich eine sehr positive Ausstrahlung habe, ein geduldiger und freundlicher Mensch bin, der fast mit jedem gut zurechtkommt. Nur diese Eigenschaft hat es mir letztendlich ermöglicht, daß die Leute von vorne rein von mir unterrichtet werden wollen, oder daß die Schüler jahrelang bei mir bleiben. Ich hätte gerne einen anderen Job, doch bis jetzt hat es nicht geklappt und wird höchstwahrscheinlich nie mehr klappen. Meine Steuererklärung lasse ich einen guten professionellen Steuerberater machen. Soviel Geldausgabe muß sein. Ich kann nicht alles 100% absetzen. Z.B. nicht alle Fahrtkosten, und ich brauche jeden Tag 3 Stunden für die Fahrt, oder meine Arztrechnungen sind zu hoch. Interessiert niemanden. Es heißt "zumutbare Belastungen". Außerdem habe ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Leiste ich mir! Im Fall der Fälle will ich nicht putzen geschickt werden. Und ich habe eine Rechtschutzversicherung, damit ich wie ein normaler Mensch leben kann.
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Dietrich
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere

Beitrag von Dietrich »

Was soll man dazu sagen? Solange es genug Leute gibt, die diesen Beruf auch unter diesen Bedingungen ausueben, solange wird wohl keiner eine Notwendigkeit sehen, dies zu aendern.
Erst wenn es irgendwann keine (guten) Musiklehrer mehr gibt, dann wird es vielleicht wieder etwas besser.

Gruende bzw. Moeglichkeiten fuer ein "staatliches Eingreifen" sehe ich da eigentlich nicht.
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