Irgendwie widerspricht sich da was. Wen n ich Deine Schilderungen richtig verstanden habe, kannst Du ebn nicht wie ein normaler Mensch (was immer das ist) leben. Oder klagst Du gerade eine Festanstellung ein?Naila hat geschrieben:Und ich habe eine Rechtschutzversicherung, damit ich wie ein normaler Mensch leben kann.
"Kasachen", "Russen" und andere
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
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Zeppelin
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Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Aus radikalliberaler Position heraus müssten dann aber auch die Filmförderung, die Sportförderung, die Finanzierung öffentlicher Bibliotheken, die Theatersubventionierung etc. etc. abgeschafft werden.Dietrich hat geschrieben:Gruende bzw. Moeglichkeiten fuer ein "staatliches Eingreifen" sehe ich da eigentlich nicht.
Der Trend geht ja auch voll in diese Richtung.
Aber leider hat dieser Weg bei der weitestgehend gestrichenen Förderung der Musikschulen ins Desaster geführt.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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Naila
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Ja, das widerspricht sich. eine Rechtschutzversicherung hat ja nicht jeder. Doch gerade, wenn du armer Freiberuflicher bist, bist du dermaßen schutzlos, und es gibt immer wieder Situationen, wo du dich wehren muß. Ich habe das am eigenen Leibe erfahren müssen und habe mir geschworen, nie wieder so blöd da zu stehen. Aber in meinem Fall ist es keine sehr teuere Versicherung. Nur natürlich ist es dann eine Verpflichtung, denn Beiträge müssen regelmäßig eingezahlt werden.harald63 hat geschrieben:Irgendwie widerspricht sich da was. Wen n ich Deine Schilderungen richtig verstanden habe, kannst Du ebn nicht wie ein normaler Mensch (was immer das ist) leben. Oder klagst Du gerade eine Festanstellung ein?Naila hat geschrieben:Und ich habe eine Rechtschutzversicherung, damit ich wie ein normaler Mensch leben kann.
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Naila
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Ein bißchen weniger Zynismus wäre nett:)Dietrich hat geschrieben:Was soll man dazu sagen? Solange es genug Leute gibt, die diesen Beruf auch unter diesen Bedingungen ausueben, solange wird wohl keiner eine Notwendigkeit sehen, dies zu aendern.
Erst wenn es irgendwann keine (guten) Musiklehrer mehr gibt, dann wird es vielleicht wieder etwas besser.
Gruende bzw. Moeglichkeiten fuer ein "staatliches Eingreifen" sehe ich da eigentlich nicht.
Weißt Du wie man Musikschullehrer wird? Oder was das für Typen Mensch sind. Viele Leute rutschen da während ihrer Studienzeit rein, in der Hoffnung und im festen Glauben, daß sie später was Besseres machen werden. Doch es wird oft nicht besser, man wird auch älter, vielleicht kommen dazu neue Verpflichtungen, die Leute haben Angst vor totaler Arbeitslosigkeit, müssen ihre Partner bei der Kreditrückzahlung unterstützen etc. Und die Arbeit an sich prägt einen! Gerade weil wir auf keinen Schutz vom Staat und sonstigen Organisationen hoffen können, fühlen wir uns wie Sklaven. Und wenn jemand es doch wagt (was alle 10 Jahre 1 Mal passiert), den Mund aufzumachen, wird er langsam und qualvoll ausbluten müssen. Man dreht ihm einfach den Hahn zu. Er kriegt keine neuen Schüler (selbst dürfen wir um sie nicht werben). Irgendwann gehen die alten aus (sie bleiben doch nicht für ewig), und dann wir einfach der Arbeitsvertrag nicht mehr verlängert.
Glaubst du etwa, daß wenn du als Musiklehrer um jeden Schüler zittern muß, daß du ihn dann so unterrichtest, wie du ihn unterrichten würdest, wenn du ein Festangestellter wärest. Als Freiberufler mußt du den Leuten in erster Linie gefallen. In zweiter und in dritter auch. Und vielleicht ganz bißchen und ganz höflich sagst du ihm dann, wie du es gerne hättest. Auch ein Musikschullehrer sollte eine Autoritätsperson sein, doch die Spezifik seiner Lage entzieht ihm jegliche Grundlagen dafür.
Und das ist eine sehr wichtige, unentbehrliche Tätigkeit! Ein Kind, der eine Violine in die Hand nimmt, nimmt keine Bombe. Die Beschäftigung mit Musik hat nicht nur positive Auswirkungen auf das Gehirn, sondern sie erzieht den Menschen, sie lehrt ihn Geduld, Ausdauer und Disziplin. In unserem Zeitalter der Hyperaktivität ist es enorm wichtig. Das Kind lernt, Freude zu empfinden, die aus dem Inneren kommt und nicht oberflächlichen Spaß, für den man immer Reize von Außen braucht. Wir sind Ansprechpartner für unsere Schüler. Ich habe schon einen davon abgebracht, sich das leben zu nehmen. Sie erzählen mir vom Tod ihres geliebten Haustieres, vom blöden Vater, der das alleinige Sorgerecht will und von ihrer ersten Liebe. Deswegen habe ich etwas dagegen, daß man uns in einer Reihe mit der Firma für Wollsocken stellt. Bildung (und das ist eine Bildungsanstalt!) und Medizin ist die Sache des Staates, der soll es schützen und eingreifen, wenn es nicht mehr rechtens ist.
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Will
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Naja, Zynismus hilft manchmal ;-)Naila hat geschrieben:Ein bißchen weniger Zynismus wäre nett:)Dietrich hat geschrieben:Was soll man dazu sagen? Solange es genug Leute gibt, die diesen Beruf auch unter diesen Bedingungen ausueben, solange wird wohl keiner eine Notwendigkeit sehen, dies zu aendern.
Erst wenn es irgendwann keine (guten) Musiklehrer mehr gibt, dann wird es vielleicht wieder etwas besser.
Gruende bzw. Moeglichkeiten fuer ein "staatliches Eingreifen" sehe ich da eigentlich nicht.
Weißt Du wie man Musikschullehrer wird? ...
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Ich waere auch gerne Mueller in einer Windmuehle geworden. Oder Hufschmied.Naila hat geschrieben: Ein bißchen weniger Zynismus wäre nett:)
Weißt Du wie man Musikschullehrer wird?
Aber irgendwie habe ich mich dann doch fuer Informatik entschieden.
Ich nehme mal an, die meisten werden Musikschullehrer, weil sie ihr Hobby Musik auch gerne in ihrer Arbeit wiederfinden moechten. Und vielleicht ist vielen eine Arbeit als Profimusiker zu ungewiss oder zu anstrengend.
Aber wie sagte schon unser Chemielehrer auf einem Klassenausflug zu seiner Kollegin, die sich darueber beschwerte, dass sie als Englischlehrerin viel viel mehr Arbeit mit der Korrektur von Klassenarbeiten hat als er:
"Wenn du dir den Sch.... ausgesucht hast, dann musst du ihn auch machen".
Den Rest des Ausflugs haben die beiden nicht mehr miteinander gesprochen....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
W. Churchill (1940)
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Naila
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Musikschullehrer sind professionelle Musiker. Dies steht als Bestätigung in meinem Arbeitsvertrag. Das ist so ein Schwachsinn, mit dem Hobby. Echt. Wie kommst Du bloß darauf? Sind für Dich etwa nur die Leute, die auf Podium spielen, professionelle Musiker? Oder was? Ich habe Musik studiert und hatte sie in keinster Phase meines Lebens als Hobby angesehen, nicht einmal als ich Kind war. Natürlich würde ich am liebsten auch dies weiter tun, nur unter anderen Bedingungen. Darum geht es. Übrigens, weil wir im russischen Forum hier sind: in Rußland ist der Beruf eines Musikschullehrers ein vielleicht nicht spitzenmäßig bezahlter, aber hochangesehener Beruf im angestellten Verhältnis. Dies hat sich bis heute nicht geändert.
Mein Bruder ist Informatiker. Hat den Job an den Nagel gehängt. Mit seinen Augen am Computer sitzen. Er sieht sehr, sehr schlecht, und ich beneide ihn um die Berufswahl nicht. Alle "weniger gute" (wer darf darüber entscheiden?) Berufe, auch meinen als Sch... zu bezeichnen, das finde ich, geht zu weit. Ist schon eine Beleidigung. Wenn die ganze Welt voller Informatiker, Rechtsanwälte und Betriebswirte wäre, würde ich in einer solchen Welt nicht leben wollen.
Mein Bruder ist Informatiker. Hat den Job an den Nagel gehängt. Mit seinen Augen am Computer sitzen. Er sieht sehr, sehr schlecht, und ich beneide ihn um die Berufswahl nicht. Alle "weniger gute" (wer darf darüber entscheiden?) Berufe, auch meinen als Sch... zu bezeichnen, das finde ich, geht zu weit. Ist schon eine Beleidigung. Wenn die ganze Welt voller Informatiker, Rechtsanwälte und Betriebswirte wäre, würde ich in einer solchen Welt nicht leben wollen.
Zuletzt geändert von Naila am 29 Aug 2008, 22:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Will
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Naila, nix gegen Deinen Beruf oder gegen Dich - aber normalerweise kann sich jeder aussuchen, in welchem Job und damit zu welchen Bedingungen man arbeitet (oder besser: leidetNaila hat geschrieben:Musikschullehrer sind professionelle Musiker. Dies steht als Bestätigung in meinem Arbeitsvertrag. Das ist so ein Schwachsinn, mit dem Hobby. Echt. Wie kommst Du bloß darauf? Sind für Dich etwa nur die Leute, die auf Podium spielen, professionelle Musiker? Oder was? Ich habe Musik studiert und hatte sie in keinster Phase meines Lebens als Hobby angesehen, nicht einmal als ich Kind war. Natürlich würde ich am liebsten auch dies weiter tun, nur unter anderen Bedingungen. Darum geht es. Übrigens, weil wir im russischen Forum hier sind: in Rußland ist der Beruf eines Musikschullehrers ein vielleicht nicht spitzenmäßig bezahlter, aber hochangesehener Beruf im angestellten Verhältnis. Dies hat sich bis heute nicht geändert.
Gruss, Will
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Naila
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Die Arbeitsbedingungen sind von Menschen gemacht und deswegen änderbar.
Re: "Kasachen", "Russen" und andere
Unter meinen Freunden und Verwandten hier in Russland sind einige Lehrer und Professoren. Von dem "Angestelltengehalt" allein könnten Sie nicht leben und mit dem Hochangesehen ist das auch schon lange vorbei.in Rußland ist der Beruf eines Musikschullehrers ein vielleicht nicht spitzenmäßig bezahlter, aber hochangesehener Beruf im angestellten Verhältnis. Dies hat sich bis heute nicht geändert.
Glaubst Du, die hätten für Deine Art der Darstellung auch nur ansatzweise Verständnis?
Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann.
