Karsten hat geschrieben:Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Sicher lässt sich das auf dem kurzen Dienstweg lösen, aber die Leute sind irgendwann genervt, wenn Sie, um z. B. einen Einschreibbrief abzuholen, erst noch erklären müssen, woher denn die Unterschiede beim Namen kommen. Das nervt ganz einfach.
Aber das ist doch jetzt Theorie, oder? Meine These lautet doch gerade: In Deutschland hat im tatsächlichen Alltag niemand wegen dieser unterschiedlichen Schreibwesen Probleme zu erleiden. (In Russland wäre das übrigens ganz anders: Da kannst du wirklich in Teufels Küche landen, wenn dein Name in verschiedenen Dokumenten unterschiedlich in die kyrillische Schrift übertragen wurde. Habe selbst viel Spaß damit gehabt.)
Hallo, Karsten!
Ernsthafte Probleme wird sicher niemand erleiden, da stimme ich dir vollkommen zu.
Jetzt stell dir mal vor, dass Frau Anna Eisenbieger auf ebendiesen Namen einen Brief bei der Post abholen soll. Im Pass dürfte Ayzenbiger, Anna stehen. Der Postbedienstete kennt sie nicht. Jetzt muss sie ihm entweder den russischsprachigen Vermerk "Фамилия и имя переводятся на немецкий язык как Eisenbieger Anna <Дата> <подпись> <печать компетентного органа>" plausibel machen, oder den Postbediensteten auf ihren Aufenthaltstitel verweisen. Dann muss der Postbedienstete erstmal überlegen, ob er sich auf die Angaben im Aufenthaltstitel berufen kann, ggf. die Kollegin fragen. Denn der Brief ist recht wichtig und der Mitarbeiter etwas ängstlich. Und Frau Eisenbieger ist genervt, weil ihr das schon das dritte Mal an diesem Tag passiert ist.
Es ist einfach nicht schön und führt zu lästigen Frage-und-Antwortspielen. Schwerwiegende Nachteile entstehen daraus aber nicht. Oder doch?
Und was gibt Frau Eisenbieger (oder eine überforderte Mitarbeiterin eines Reisebüros oder gar ihr Ehemann, der von dem ganzen Spiel fast gar nix und der großen und mächtigen russischen Sprache erst recht nix versteht) ein, wenn sie ein Flugticket bucht? Hier wird es schon heiß, denn Eisenbieger und Ayzenbiger sind für stupide arbeitende und wenig wohlwollende Angestellte am Flughafen unterschiedliche Namen (die ersten drei Buchstaben passen absolut nicht). Und wenn das Flugzeug noch überbucht ist, wird Frau Eisenbieger einfach abgelehnt wegen unzureichender Dokumente und die Kompensation nach EU-Direktive wird nicht gezahlt. Schließlich ist ein Aufenthaltstitel an sich kein Reiseausweis (könnte man so interpretieren, ist jetzt rechtlich nicht fundiert).
Naja, Frau Eisenbieger muss schon auf einige Dinge achten, was man ihr aber ersparen könnte. Im Alltagsverkehr wird sie irgendwann einfach nicht die ID-Seite des Passes aufschlagen, sondern ihren Aufenthaltstitel. Gleiches tat ich auch mit der Seite meines RU-Visums, wenn ich in RU zu tun hatte (propusk, Fahrschein kaufen). Wenn derjenige weitere Angaben brauchte, blätterte er erst nach hinten durch, dann nach vorn, zur ID-Seite. :-)
Noch ne Ergänzung: Die Briefzusteller, die Magdeburg-Moskva Briefe zustellen und noch in der Schule russisch lernen durften, stellen M.-M. Einschreibbriefe auch dann zu, wenn als Empfänger
anonymer russischer Briefeschreiber hat geschrieben:
Москва Магдебург
Irgendeine Straße 25
39000 Klein-Moskau
Германия
steht