Russland und die NATO

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Zeppelin
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Russland und die NATO

Beitrag von Zeppelin »

Es gibt ja hier immer mal wieder eine Reihe von Usern, die D lediglich als Vasallen und Erfüllungsgehilfe der USA abstempeln wollen.

Doch die jüngste Tagung der NATO-Außenminister zeigt da ein deutlich realistischeres Bild. Dazu gibt es in DER TAGESSPIEGEL von heute einen sehr informativen Artikel:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/komm ... 41,2675469
Darin heißt es u.a.
Das Thema ist nicht neu, aber die Tagung der Nato-Außenminister in Brüssel hat es wieder ganz nach oben gewirbelt: Wie halten wir es mit Russland? Berlin und Washington haben eine jeweils eigene Antwort.
...
Der Stil des Umgangs der Amerikaner, Engländer und der mittelosteuropäischen Bündnisstaaten mit Russland unterscheidet sich ganz grundsätzlich vom Vorgehen vor allem der Deutschen bei Kontakten mit den machtpolitischen Erben der Sowjetunion. In Washington (und London, Warschau, Prag, Riga und Tallinn) geht man davon aus, dass die russische Politik in ihrer Zielsetzung eher aggressiv ist und deshalb vorsorgliche Eindämmung das geeignete Verfahren. Bush praktiziert den guten alten Lenin’schen Satz, wonach Vertrauen gut, Kontrolle aber besser sei. Die deutsche Regierung hingegen glaubt zumindest partiell an das Gute oder zumindest besserbare im Menschen und setzt im Dialog mit Moskau auf Vertrauen vor Kontrolle, also auf vertrauensbildende Maßnahmen, die zu plakativen Leitbildern wie „Wandel durch Handel“ führen.
...
Da darf man gespannt sein, was die selbsternannten "Kenner der sog. freien westlichen Medien", welche ihre Kritik häufig mit Beispielen aus so "seriösen" Blättchen wie der BILD-Zeitung "belegen", dazu sagen.
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harald63
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von harald63 »

Bush ist ja fast eher schon Maoist: "Alle Macht kommt aus den Gewehrläufen" :)

Ansonsten finde ich das aber nicht nett von Dir wenn Du hier Sachen bringst, die dem simpel gestrickten Weltbild einiger zuwiderläuft :D
Ehrlich gesagt, bin ich manchmal neidisch auf solche Leute. Das Leben muss viel einfacher ein, wenn man sich eine definitive Position aus ein paar Fakten ableiten kann. Statt leitet man sich eine differenzierte Position ab und steht dann auch oft genug noch als Weichei da, weil man keine schwarz/weiß-Haltung hat und Leute darauf bestehen, auf eine komplizierte Frage eine einfache Antwort zu bekommen, die es aber meistens nicht gibt. Ich bin mal fürs ZDF-Politbarometer befragt worden und es war grausam :D
Zeppelin
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von Zeppelin »

harald63 hat geschrieben:Ansonsten finde ich das aber nicht nett von Dir wenn Du hier Sachen bringst, die dem simpel gestrickten Weltbild einiger zuwiderläuft :D
;) Habe ich je behauptet, immer oder gar zu jedem 'nett' zu sein? :D

Nee, mal im Ernst. Mich nervt es halt immer wieder, wenn gewisse Betonköpfe hier mit so Thesen aufkreuzen, wie D hätte bei den 2+4-Verhandlungen 'zugesagt', dass es keine Veränderungen im politischen Weltgefüge geben würde und gleichsam die besonderen Bemühungen der Bundesrepublik für ein gutes Verhältnis zur Russischen Föderation in Abrede stellen, uminterpretieren und RUS in die Opferrolle bringen wollen.

Aber als ich den Thread aufgemacht habe, hatte ich nicht wirklich die Illusion, dass sich jemand aus der angesprochenen 'Fraktion' hier qualifiziert dazu äußern würde.

Gestern brachte Phönix übrigens mal wieder eine sehr informative Reportage über die heutige Situation in Sibirien entlang des Ob. Da kamen vor allem die Bewohner dort zu Wort, Kommentare erläuterten vor allem und Wertungen konnte ich nicht vernehmen.
http://www.presseportal.de/pm/6511/1312065/phoenix/
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Kultgrieche
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von Kultgrieche »

Die Wertung konntest du nicht hören aber sehen: In diesem Doku wurde - wie in den meisten deutschen Dokus über Russland - nur die Pimmelakei, das platte Land, Taiga etc. gezeigt. Der Schwenk in die russische Großstadt (hier Nowosibirsk) unterblieb.
Fazit für den deutschen Zuschauer: Russland = Taiga = Land in den die Rente sehr niedrig ist (meine Frau und ich lachen uns immer schlapp, wenn in den deutschen Dokus pflichtbewußt Rentner befragt werden und immer wieder die gleiche Frage gestellt wird: Wie hoch ist die Rente? Kann man von der Rente leben?)

Zum Thema NATO und Russland: Die beiden verhalten sich wie Dracula und das Tageslicht. Eigentlich könnte Russland ja die NATO ganz locker betrachten, die NATO ist mittlerweile ein Legohaufen geworden, aus dem sich die USA bedarfsgerecht irgendeine "Koalition der Billigen" zurechtbaut. Und so grundsätzliche Entscheidungen wie Raketenabwehr werden ja eh nicht in der NATO, sondern im Weißen Haus entschieden.
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harald63
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von harald63 »

Für den aussenstehenden Betrachter ist Russland zwei Länder: Moskau (und vielleicht noch Piter) und Sibirien. Die Unterschiede zwischen einigen wenigen Großstädten und dem Rest sind aber auch wirklich sehr krass, insbesondere, wenn das Land den Anspruch erhebt, eine Föderation zu sein.
Zeppelin
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von Zeppelin »

Kultgrieche hat geschrieben:Die Wertung konntest du nicht hören aber sehen: In diesem Doku wurde - wie in den meisten deutschen Dokus über Russland - nur die Pimmelakei, das platte Land, Taiga etc. gezeigt. Der Schwenk in die russische Großstadt (hier Nowosibirsk) unterblieb.
Fazit für den deutschen Zuschauer: Russland = Taiga = Land in den die Rente sehr niedrig ist (meine Frau und ich lachen uns immer schlapp, wenn in den deutschen Dokus pflichtbewußt Rentner befragt werden und immer wieder die gleiche Frage gestellt wird: Wie hoch ist die Rente? Kann man von der Rente leben?)...
Hast ja nicht lange auf Dich warten lassen. grins
Schön, wie gut das auf Knopfdruck funktioniert. :lol:

Ich fand, dass Novosibirsk in dem Beitrag oft genug angesprochen wurde, und der Film galt ja ausdrücklich nicht einer repräsentativen Darstellung der gesamten russischen Gegenwart, sondern explizit jenem Ausschnitt, über den berichtet wurde.

Wenn ich Dich recht verstehe, stellst Du in Abrede, dass die interviewten Personen - im Gegensatz zu Dir und Deiner Frau - ein Recht auf eine subjektive Wahrnehmung ihrer Situation haben, die man auch noch publizieren dürfe?

Nun stell Dir mal vor, dass es Leute wie mich (und sehr viele andere) gibt, die sehr viel mehr über die Gegenwart in RUS wissen, als
Russland = Taiga = Land in den die Rente sehr niedrig ist
, aber sehr daran interessiert daran sind, wie es den Leuten jenseits der Yuppi-Metropolen so geht, wie sie leben etc.

Ferner finde ich ja sehr interessant, aus welchen Quellen und solche Behauptungen entnehmen kannst:
Zum Thema NATO und Russland: Die beiden verhalten sich wie Dracula und das Tageslicht. Eigentlich könnte Russland ja die NATO ganz locker betrachten, die NATO ist mittlerweile ein Legohaufen geworden, aus dem sich die USA bedarfsgerecht irgendeine "Koalition der Billigen" zurechtbaut. Und so grundsätzliche Entscheidungen wie Raketenabwehr werden ja eh nicht in der NATO, sondern im Weißen Haus entschieden.
:lol:
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von CSB_Wolf »

Zeppelin hat geschrieben: Nee, mal im Ernst. Mich nervt es halt immer wieder, wenn gewisse Betonköpfe hier mit so Thesen aufkreuzen, wie D hätte bei den 2+4-Verhandlungen 'zugesagt', dass es keine Veränderungen im politischen Weltgefüge geben würde und gleichsam die besonderen Bemühungen der Bundesrepublik für ein gutes Verhältnis zur Russischen Föderation in Abrede stellen, uminterpretieren und RUS in die Opferrolle bringen wollen.
Bei den 2+4 Verhandlungen ist die Sowjetunion schlicht weg über den Tisch gezogen worden, aber nicht von Deutschland, denn Deutschland konnte ja nur für sich allein Sprechen und nicht für die USA, England und Frankreich. Deutschland/West war in erster Linie an der Wiedervereinigung interessiert.

Es wurden zwar von der NATO/USA gegenüber Russland versprechungen abgegeben, dass es keine Osterweiterung geben würde, aber es wurden keine verbindlichen Verträge darüber abgeschlossen und Deutschland hatte zu der damaligen Zeit nicht den Einfluss auf die NATO wie heute.

Was heute auch viele, besonders die jüngeren nicht wissen, dass West-Deutschland das einzige Land in Europa war, dass der Sowjetunion sofort, unbürokratisch und inoffiziell Tausende von Tonnen Lebensmittel, Waren u.s.w. unentgeldlich geliefert hatte, da die Sowjetunion gegen Ende wirtschaflich nicht mehr in der Lage war das eigene Volk zu versorgen. Das hat übrigens alles noch Helmuth Kohl organisiert. Allein Westberlin hatte eine Lebensmittelreserve von über 40 000 Tonnen angelegt, dass wurde ebenfalls nach Russland geliefert. Bei dieser Gelegenheit wurde Russland nach Eingliederung der NVA in die Bundeswehr dazu gleich noch 2000 LKW's aus dem Bestand der NVA geschenkt :lol: Hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber es war so 8)

Gruss
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von Nikolaus »

CSB_Wolf hat geschrieben: ... Bei dieser Gelegenheit wurde Russland nach Eingliederung der NVA in die Bundeswehr dazu gleich noch 2000 LKW's aus dem Bestand der NVA geschenkt :lol:
Na, hat ja niemanden geschadet, und billiger konnte man die (groesstenteils russischen) Fahrzeuge kaum entsorgen. :)
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harald63
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von harald63 »

Nikolaus hat geschrieben:
CSB_Wolf hat geschrieben: ... Bei dieser Gelegenheit wurde Russland nach Eingliederung der NVA in die Bundeswehr dazu gleich noch 2000 LKW's aus dem Bestand der NVA geschenkt :lol:
Na, hat ja niemanden geschadet, und billiger konnte man die (groesstenteils russischen) Fahrzeuge kaum entsorgen. :)
Die hätten sie dann gleich noch mit ihrem Müll volladen können. Da scheinen ja unglaubliche Mengen an teilweise nicht ungefährlichen Sachen zurückgelassen worden sein. Wenn man sich aber ansieht, wie die Russen im eigenen Land mit Müll umgehen, steckte dahinter sicher keine böse Absicht...
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Kultgrieche
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Re: Russland und die NATO

Beitrag von Kultgrieche »

Zeppelin hat geschrieben:Hast ja nicht lange auf Dich warten lassen. grins
Schön, wie gut das auf Knopfdruck funktioniert. :lol:
Hahahaha, der war lustig, hua, haha, haha, du bist ja so witzig, hihihi.... Berliner Humor ist einfach klasse.
Zeppelin hat geschrieben:Wenn ich Dich recht verstehe, stellst Du in Abrede, dass die interviewten Personen - im Gegensatz zu Dir und Deiner Frau - ein Recht auf eine subjektive Wahrnehmung ihrer Situation haben, die man auch noch publizieren dürfe?
Ne, das verstehst du nicht richtig, daher erspare ich mir auf Grund Deines Verständisproblems meinen Kommentar zu Deinem nachfolgenden Beitrag.
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