schedi hat geschrieben:ja, sie hat das aus irgendeinem i-net-forum... dort hat sie das alles eben gelesen ...
Dann soll sie dort mal fragen, wie die zig-tausenden russ. jungen, ledigen, oft fast mittellosen Studenten/innen, Au-Pairs, Sprachschüler/innen, Nachwuchswissenschaftler/innen legal an ihre Visa und Aufenthaltserlaubnisse gekommen sind.
Klar ist schon, dass sie bei dem Antrag für ein Studentenvisum damit rechnen muss, beim Konsulat interviewt zu werden, wobei durchaus die Frage gestellt werden könnte, ob sie vielleicht nach Österreich gehen wolle, um dort zu heiraten.
Na und?
Nur wenn sie bei einer solchen Frage hysterisch ausrastet, hätte sie mit Sicherheit ein Problem. Sie sollte daher vor allem ihren Stolz unter Kontrolle bekommen und ganz nüchtern mit der Situation umgehen. - Etwa so:
"Ich habe derzeit nicht die Absicht jemanden zu heiraten. Doch was die Zukunft ergibt, kann niemand vorhersehen.
Außerdem sind mir die Visabestimmungen der Staaten des Schengener Abkommens bekannt. Ich beachte diese. Wie sie meinem Antrag auf ein Visum entnehmen können, werde ich in Graz ein Studium zur Dolmetscherin aufnehmen. Mehr kann ich dazu nicht sagen."
M.a.W.: Ich habe außer meiner Frau selbst schon eine große Zahl junger Frauen aus RUS erlebt, die mir voller Entrüstung von solch
vermeintlich unwürdigen und anmaßenden Fragen im Rahmen eines Gesprächs beim Konsulat berichtet haben. Viele davon hatten durchaus den Hintergedanken, sich während ihres Aufenthalts hier auch einen Ehemann zu angeln, was einige davon auch durchaus realisiert haben. Das ist ja schließlich nicht verboten.
Nur funktioniert das mit dem Visum eben eher dann, wenn man mal die Gewohnheiten ablegt, mit denen man gegenüber russischen Behörden agiert.
Falls Deine Freundin es noch nicht kapiert hat: Westeuropäische Behörden ticken etwas anders. Da tritt man sachlich-zivilisiert, höflich und einvernehmlich auf. Den Spruch mit dem Wald und dem Echo kennt ihr in A ja sicher auch...
Auch wenn sie dann bei Dir ist, solltest Du sie zumindest in der ersten Zeit bei diesen Dingen unterstützen. Aber das ist Dir ja vermutlich ohnehin bewusst.

"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)