der Trend geht eindeutig zum Zweiturlaub und so stand heuer neben der Sonnenfinsternis im Altaj-Gebirge noch eine zweite Reise an. Zwar nicht NACH Russland, sondern DURCH Russland nach Nordkorea.
Und zwar durchgehend von Wien mit dem Zug bis nach Pyongyang. Zunächst durch die Slowakei und die Ukraine nach Moskau.
Ankunft am Kiever Bahnhof in Moskau

Von dort mit Zwischenstopp in Novosibirsk...
Löwenbräu-Werbung in Novosibirsk

...und Kurz-Abstecher nach Barnaul nach Irkutsk in Ostsibirien.
In Irkutsk stiegen wir in den direkten Schlafwagen Moskau - Pyongyang.

Mit 10267 km handelt es sich dabei um die längste umsteigefreie Bahnverbindung der Welt. Der Waggon wird von der Nordkoreanischen Eisenbahn betrieben und ausser uns waren nur Nordkoreaner an Bord. Neben den Schaffnern noch eine handvoll Fahrgäste: Ein Mitarbeiter der nordkoreanischen Botschaft in Moskau, 3 nordkoreanische Gastarbeiter auf der Heimreise und noch ein anderer Nordkoreaner.
Nordkoreanische Schaffner und Fahrgäste

Man war sehr erstaunt über uns und wollte uns zuerst gar nicht einsteigen lassen. Diese Zugverbindung wird normalerweise von Ausländern nicht benutzt und wir dürften tatsächlich die ersten Ausländer seit etlichen Jahren gewesen sein, die auf diesem Weg nach Nordkorea eingereist sind.
Übersichtskarte mit unserer Route Wien - Pyongyang

Insgesamt aber waren die Nordkoreaner dann aber doch ganz nett.
Gemeinsames Essen und Trinken mit den Nordkoreanern.

Von Irkutsk ging es vorbei am Baikalsee....
Am Ufer des Baikalsees

...quer durch die unberührte Natur Russlands...
Herbst in Sibirien - einfach wunderbar:



Warme Mahlzeiten gab es auch bei den "Babuschkas" an Bahnsteigen bei Unterwegshalten zu kaufen


...nach Habarovsk und dann weiter Richtung Japanisches Meer, welches wir kurz nach Ussurijsk erstmals sahen.
Über den russisch/nordkoreanischen Grenzübergang Hasan/Tumangan reisten wir schliesslich (mit langen Aufenthaltszeiten und umfangreichen Kontrollen) in die "Demokratische Volksrepublik Nordkorea" ein.
Die streng bewachte Grenzbrücke über den Grenzfluss Tumen (kein eigenes Foto)

Mein nordkoreanische Visum mit dem Einreisestempel von Tumangan

Am nordkoreanischen Grenzbahnhof Tumangan

Google-Earth Luftbild der Grenzregion. Russland hat nur eine 17 km lange Grenze mit Nordkorea, sie verläuft vom japanischen Meer westwärts entlang des Tumen-Flusses. 200m nach der Eisenbahngrenzbrücke (eine Strassenverbindung von Russland nach Nordkorea gibt es nicht, diese Eisenbahnbrücke ist die einzige Verbindung) befindet sich dann bereits das Dreiländereck Russland-Nordkorea-China

Danach ging es noch über 800 km quer durch Nordkorea nach Pyongyang - durch Gegenden, wo man normalerweise als Ausländer nicht hinkommt.
Typische Landschaft in Nordkorea mit Mais- und Reisfeldern

Eisenbahn in Nordkorea

An der Küste des Japanischen Meeres

Traditionelle, einfache Häuser am Land

An jedem Bahnhof ist ein Kim-Il-Sung-Portrait zu sehen

Videos - mit 30 km/h rattert der Zug durch Nordkorea:
http://www.youtube.com/watch?v=umQrTFMOMvg
http://www.youtube.com/watch?v=j7k8u00zalY
In Pyongyang kamen wir schliesslich mit fast 5 Stunden Verspätung um 2:15 nachts an.
Übersichtskarte der Route quer durch Nordkorea

Wer noch mehr nachlesen will: Auf http://vienna-pyongyang.blogspot.com/ gibt es die Links zu einem ausführlichen Reisebericht mit unzähligen Bildern. Der Reisebericht ist allerdings englisch und etwas eisenbahnlastig, da ich ihn eigentlich für diverse Eisenbahnforen geschrieben habe. Trotzdem sind auch viele allgemein interessante Reiseerlebnisse geschildert, insbesondere das langwierige Grenzprozedere...
Der Reisbericht endet derzeit bei der Ankunft in Pyongyang, wird aber natürlich fortgesetzt werden.
LG
Helmut

