Was ich gehört oder gelesen habe, hatte er den Diplomaten-Status von vorn herein. In diesem Fall hätte der Botschafter hat also vollkommen richtig gehandelt: Er hat ihn nicht der russischen Justiz übergeben sondern auf dem Gelände der Botschaft unter Bewachung gestellt. Und dann - vor Aufhebung der Immunität - ausreisen lassen, damit es zu einem Prozess in Deutschland kommt.Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Die hat er wohl nachtraeglich erhalten, da DE nicht ausliefert.zimdriver hat geschrieben:... dann wird er wohl nicht nur ein Diplomatenkennzeichen gehabt haben, sondern auch die entsprechenden Rechte.
Sorry, auch Diplomaten bekommt Deutschland nicht illegal aus dem Land - die Botschaft hat keine eigene Landebahn für Regierungsmaschinen! Insofern muss Russland diesem Verfahren schon zugestimmt haben - wenn auch zähneknirschend.
Dieses Verfahren ist vollkommen normal. Deutschland fährt in solchen Fällen eine schlechte Kommunikationspolitik. Hier in Novosibirsk gab es vor Jahren einen Fall, dass sich ein Diplomat mit einem Russen geprügelt hat. Der Diplomat wurde angezeigt - das Thema lief sogar im Ersten Kanal. Natürlich wurde der Diplomat zeitnah versetzt. Obwohl man im Buschfunk hörte, dass er nicht die treibende Kraft bei der Prügelei gewesen sein soll, hat das Konsulat überhaupt nichts gesagt. Dies förderte natürlich allerlei Verschwörungstheorien. Das Auswärtige Amt begründete dies jedoch damit, dass es den laufenden Ermittlungen nichts vorweg nehmen wollte. Objektiv richtig, subjektiv nicht optimal.


