Kindererziehung in Deutschland
Re: Kindererziehung in Deutschland
Man müsste auch "antiautoritär" in Anführungszeichen schreiben, weil dass, was viele als "antiautoritär" bezeichnen keineswegs antiautoritär im Sinne des Erfinders ist.
Gute Erziehung ist eine permanente Tätigkeit - "Arbeit" sagt man ja heutzutage dazu...
Und zu vernünftigen Umgangsformen gehören immer zwei. Warum soll ein Kind zu Erwachsenen höflich sein, während die es immer nur herumkommandieren oder nicht beachten? Sagen die Eltern zu ihren Kindern immer "Bitte" und "Danke", werden es auch die Kinder tun. Sind ja unsere Kinder und nicht unsere Diener.
Gute Erziehung ist eine permanente Tätigkeit - "Arbeit" sagt man ja heutzutage dazu...
Und zu vernünftigen Umgangsformen gehören immer zwei. Warum soll ein Kind zu Erwachsenen höflich sein, während die es immer nur herumkommandieren oder nicht beachten? Sagen die Eltern zu ihren Kindern immer "Bitte" und "Danke", werden es auch die Kinder tun. Sind ja unsere Kinder und nicht unsere Diener.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Naila: "Es ist schon normal, wenn mich, eine fast 40 jährige fremde Frau ein 12 Jähriger in der Anwesenheit seiner Mutter dutzt, die Mutter lächelt milde. Ich wäre tot vor Scham, wenn mein Kind in dem Alter so etwas tun würde"
Liebe Naila,
Heißt das, dass manche von Kinder duzen, und Du ihnen nichts dagegen sagst oder?
Meiner Meinung nach, der Lehrer / die Lehrerin soll Kinder nicht nur Fachkenntnisse beibringen...
Herzliche Gruesse,
Ikez
Liebe Naila,
Heißt das, dass manche von Kinder duzen, und Du ihnen nichts dagegen sagst oder?
Meiner Meinung nach, der Lehrer / die Lehrerin soll Kinder nicht nur Fachkenntnisse beibringen...
Herzliche Gruesse,
Ikez
Re: Kindererziehung in Deutschland
Als Jugendliche wollte ich unbedingt Lehrerin werden, hat aber GottseiDank* nicht geklappt (weil man damals Offiziersbewerber bevorzugte).
Auch mein Eindruck von Reisen und Auslandsaufenthalten ist, daß Kinder in Asien, inbesondere aus den ärmeren Schichten, disziplinierter sind. Einzelkinder von aufsteigenden Schichten werden aber auch dort wie Prinzen behandelt und haben große Freiheiten.
Das Maß an Disziplinlosigkeit wird meines Erachtens allein von den Eltern vorbestimmt. Der Lehrer kann heutzutage kaum korrigierend eingreifen, weil er die Eltern meist als Gegner erlebt. Fehlt die Vorbildrolle und das Setzen von individuellen Grenzen durch die Eltern ist meistens Hopfen und Malz verloren. In meiner Umgebung erlebe ich aber viele positive Beispiele, wo mit Hingabe, Zeit und Toleranz Erziehung stattfindet und die Stärken der Kinder entwickelt und gefördert werden.
* Vor kurzem kam im ZDF eine interessante Reportage, die man im Web sich ansehen kann: http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0, ... .html?dr=1
Was mir in Moskau oft auffällt, das sind disziplinlose Eltern, egal aus welcher Schicht sie auch stammen. Rauchen in Anwesenheit von Kindern, weintrinkende, ja sogar rauchende Schwangere oder auch in der Stillzeit, mit Kindern endlos abends im Restaurant sein und die Langweile und Müdigkeit der Kids mit HandyGaming und Eis bekämpfen, Kinder mit T-Shirts mit der Aufschrift "Glad to be rich"... diese Kinder sind auch nur Opfer ihrer Erzeuger.
Auch mein Eindruck von Reisen und Auslandsaufenthalten ist, daß Kinder in Asien, inbesondere aus den ärmeren Schichten, disziplinierter sind. Einzelkinder von aufsteigenden Schichten werden aber auch dort wie Prinzen behandelt und haben große Freiheiten.
Das Maß an Disziplinlosigkeit wird meines Erachtens allein von den Eltern vorbestimmt. Der Lehrer kann heutzutage kaum korrigierend eingreifen, weil er die Eltern meist als Gegner erlebt. Fehlt die Vorbildrolle und das Setzen von individuellen Grenzen durch die Eltern ist meistens Hopfen und Malz verloren. In meiner Umgebung erlebe ich aber viele positive Beispiele, wo mit Hingabe, Zeit und Toleranz Erziehung stattfindet und die Stärken der Kinder entwickelt und gefördert werden.
* Vor kurzem kam im ZDF eine interessante Reportage, die man im Web sich ansehen kann: http://37grad.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0, ... .html?dr=1
Was mir in Moskau oft auffällt, das sind disziplinlose Eltern, egal aus welcher Schicht sie auch stammen. Rauchen in Anwesenheit von Kindern, weintrinkende, ja sogar rauchende Schwangere oder auch in der Stillzeit, mit Kindern endlos abends im Restaurant sein und die Langweile und Müdigkeit der Kids mit HandyGaming und Eis bekämpfen, Kinder mit T-Shirts mit der Aufschrift "Glad to be rich"... diese Kinder sind auch nur Opfer ihrer Erzeuger.
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Naila
Re: Kindererziehung in Deutschland
@Papa Hoth
@Harald
Ja, leider mußt man sich hier seine Autorität als Lehrer täglich neu erkämpfen, doch ich finde es absolut falsch, daß man es muß. Ein Lehrer ist kein Affe, der hat viele verschiedene Dinge zu tun. Es gibt natürlich wenige Lehrer, die vielleicht Charakterschweine oder sonstwie nicht in Ordnung sind. Darüber berichtet manchmal die Presse. Solchen Lehrer müßte man als Kind kritisch gegenüber stehen. Aber wenn der Lehrer ok. ist, dann hat er durch seine Position als Lehrer automatisch Respekt zu erwarten. Es reicht, daß er Lehrer ist, es reicht vollkommen. Und diesen asiatischen Kindern, die ich hier erwänt habe, reicht es halt, daß ich Lehrerin bin. Die achten mich von der ersten Minute an, und das kommt vom Elternhaus. Warum kann eine solche Haltung nicht in anderen Elternhäsern vermittelt werden, verstehe ich nicht.
Als ich eingeschult wurde, hat mich meine Oma zu sich gerufen und Folgendes gesagt: "Ich kenne ein Geheimnis, wie du es schaffst, immer gute Noten zu bekommen".
???? "Du mußt aufrecht sitzen, so (sie zeigte es mir), und Deine Lehrerin immer aufmerksam anschauen und hören, was sie sagt". Also, wurde ich weder eingeschüchtert, noch verprügelt, noch sonst was; sondern in ein geheimnis eingeweiht.
Ein Kind ist zwar kein Diener, aber es ist auch kein Partner und steht in der Hierarchie der Familie unten. Zu seinem eigenen Schutz. Höfliche Menschen sagen "bitte" und "danke" unabhängig von ihrer Position. Meine Oma hat mich sehr geliebt, jedoch hat sie mir, als ich 2, 5 Jahre wurde, beigebracht, daß man in der Straßenbahn Platz machen muß, wenn ältere Personen oder Personen mit noch kleineren Kindern einsteigen. Natürlich wurde mir auch oft Platz angeboten, und einmal habe ich meine Oma in Verlegenheit gebracht, als ich sagte: "Nein, danke, ich bin jung, ich bleibe stehen. Sitzen sollen nur Alte und Kranke". Die armen Leute in der Straßenbahn mußten sich alle als alt und krank vorkommen!
Na gut, ich rede jetzt von mir, aber ich weiß, daß die meisten meiner Generation so erzogen wurden.
@Harald
Ja, leider mußt man sich hier seine Autorität als Lehrer täglich neu erkämpfen, doch ich finde es absolut falsch, daß man es muß. Ein Lehrer ist kein Affe, der hat viele verschiedene Dinge zu tun. Es gibt natürlich wenige Lehrer, die vielleicht Charakterschweine oder sonstwie nicht in Ordnung sind. Darüber berichtet manchmal die Presse. Solchen Lehrer müßte man als Kind kritisch gegenüber stehen. Aber wenn der Lehrer ok. ist, dann hat er durch seine Position als Lehrer automatisch Respekt zu erwarten. Es reicht, daß er Lehrer ist, es reicht vollkommen. Und diesen asiatischen Kindern, die ich hier erwänt habe, reicht es halt, daß ich Lehrerin bin. Die achten mich von der ersten Minute an, und das kommt vom Elternhaus. Warum kann eine solche Haltung nicht in anderen Elternhäsern vermittelt werden, verstehe ich nicht.
Als ich eingeschult wurde, hat mich meine Oma zu sich gerufen und Folgendes gesagt: "Ich kenne ein Geheimnis, wie du es schaffst, immer gute Noten zu bekommen".
Ein Kind ist zwar kein Diener, aber es ist auch kein Partner und steht in der Hierarchie der Familie unten. Zu seinem eigenen Schutz. Höfliche Menschen sagen "bitte" und "danke" unabhängig von ihrer Position. Meine Oma hat mich sehr geliebt, jedoch hat sie mir, als ich 2, 5 Jahre wurde, beigebracht, daß man in der Straßenbahn Platz machen muß, wenn ältere Personen oder Personen mit noch kleineren Kindern einsteigen. Natürlich wurde mir auch oft Platz angeboten, und einmal habe ich meine Oma in Verlegenheit gebracht, als ich sagte: "Nein, danke, ich bin jung, ich bleibe stehen. Sitzen sollen nur Alte und Kranke". Die armen Leute in der Straßenbahn mußten sich alle als alt und krank vorkommen!
Na gut, ich rede jetzt von mir, aber ich weiß, daß die meisten meiner Generation so erzogen wurden.
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Naila
Re: Kindererziehung in Deutschland
@ Simone
Ja, wahrscheinlich gibt es viele Fälle der geistigen und sozialen Verwahrlosung in Rußland, was natürlich sehr traurig ist. Säufer und sonstige können natürlich kein Vorbild für ihre Kinder sein. Ich schätze mal, auch in den Kreisen der Superreichen gibt es bestimmt viele Auffälligkeiten und Mängel in der Erziehung.
Doch Leute aus Deutschland, die mich so umhauen, kommen aus so gesehen normalen wohlhabenden Familien, wo den Eltern irgendwelche Normen vermittelt wurden (denke ich), warum das so schwierig ist, den eingenen Kindern elemenare Dinge zu vermitteln, verstehe ich nicht. Aber Du hast recht, die ganze Disziplinlosigkeit und co. kommt aus den Familien, und da kann der Lehrer machen, was er will.
Ja, wahrscheinlich gibt es viele Fälle der geistigen und sozialen Verwahrlosung in Rußland, was natürlich sehr traurig ist. Säufer und sonstige können natürlich kein Vorbild für ihre Kinder sein. Ich schätze mal, auch in den Kreisen der Superreichen gibt es bestimmt viele Auffälligkeiten und Mängel in der Erziehung.
Doch Leute aus Deutschland, die mich so umhauen, kommen aus so gesehen normalen wohlhabenden Familien, wo den Eltern irgendwelche Normen vermittelt wurden (denke ich), warum das so schwierig ist, den eingenen Kindern elemenare Dinge zu vermitteln, verstehe ich nicht. Aber Du hast recht, die ganze Disziplinlosigkeit und co. kommt aus den Familien, und da kann der Lehrer machen, was er will.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Hier in Karlsruhe gibt es seit einigen Monaten die Durchsage, doch bitte Platz für Mobilitätseingeschränkte zu machen. Der Begriff ist so furchtbar politically correct, das alle nur darüber gelacht haben. Mittlerweile gibt es die Alternativdurchsage, doch bitte für die Platz zu machen, die ihn brauchen.Naila hat geschrieben:Meine Oma hat mich sehr geliebt, jedoch hat sie mir, als ich 2, 5 Jahre wurde, beigebracht, daß man in der Straßenbahn Platz machen muß, wenn ältere Personen oder Personen mit noch kleineren Kindern einsteigen. Natürlich wurde mir auch oft Platz angeboten, und einmal habe ich meine Oma in Verlegenheit gebracht, als ich sagte: "Nein, danke, ich bin jung, ich bleibe stehen. Sitzen sollen nur Alte und Kranke". Die armen Leute in der Straßenbahn mußten sich alle als alt und krank vorkommen!
Heutzutage ist ja auch immer öfter das Problem, das Höflichkeiten auch als Diskriminierung wahrgenommen werden können. Und Sechzigjährige sind heute meistens noch wesentlich fitter als die Sechzigjährigen vor 30 Jahren.
- Zejtnot
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Re: Kindererziehung in Deutschland
Wenn ich mich recht entsinne, bist Du nicht mehr häufig in Russland, oder? Ich meine in Russland die gleichen Phänomene immer häufiger zu beobachten.Naila hat geschrieben:Doch Leute aus Deutschland, die mich so umhauen, ...
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Zeppelin
- Zar/iza

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Re: Kindererziehung in Deutschland
Naja, was soll's?
Also gebe ich doch mal meinen Senf dazu, wenn die Debatte dann doch so vertieft wird.
Dass Naila hier (in D) so ihre Schwierigkeiten hat, ist ja schon in vielen ihrer Threads sehr deutlich geworden. Aber das soll hier nicht persönlich werden, sondern auf die eingangs gestellten Fragen eingehen.
Auch will ich versuchen, den Vergleich zu RUS zu vermeiden.
Denn wie so häufig fallen ja vor allem die in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Abweichungen von den eigenen Verhaltenserwartungen auf.
Nicht berücksichtigt bleibt die unsichtbare Mehrheit der Kinder, die sehrwohl einen Wertekodex verinnerlicht haben und ausleben, der sie durchaus zu liebenswürdigen und achtenswerten kleinen Mitbürgern macht.
Aber man muss wohl auch berücksichtigen, dass jede Gesellschaft so ihre spezifischen Überlebensstrategien erfordert und hervorbringt.
Für die so arg kritisierten westlichen Gesellschaften gilt da nun einmal das Erfordernis des Encourgaements.
Zwar lenke ich Kinder, auf die ich - in welcher Form auch immer - erzieherischen Einfluss nehmen kann, durchaus in Richtung von Achtung, gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft.
Aber ich würde den Teufel tun, als ihnen einzutrichtern, das jeder der nur etwas älter ist, per Definition auch mehr Wert ist und mehr Rechte hat. Was soll man schließlich mit unselbstständigen kleinen Strammstehern, die nicht in der Lage sind, sich auch um sich selbst zu kümmern?
Ich mag jetzt aber nicht dahin abgleiten aufzuzählen, was alles auch anderswo auf genau das gleiche Phänomen hinweist.
Aus meiner Erfahrung als ehem. Grundschullehrer aber auch als ehem. Elternsprecher am Gymnasium meines Sohnes kann ich aber keineswegs bestätigen, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern grundsätzlich gestört wäre.
Und auch kann ich als Bürger des seit Jahren geburtenstärksten und kinderreichsten Bezirks von Berlin, der zugleich auch einen enorm hohen Anteil von Bürgern nichtdeutscher Herkunft/Abstammung hat schon lange beobachten, dass diese Eltern sehr wohl darauf achten, dass ihre Kinder sich so benehmen, wie es für eine konfliktarmes gesellschaftliches Miteinander erforderlich ist.
Hinzu kommt nun aber eine erzieherische Einflussgröße, die in der ganzen Debatte m.E. viel zu wenig berücksichtigt wird. Und hiermit meine ich die Verantwortung und die Möglichkeiten vermeintlich Unbeteiligter - sowohl gegenüber den Kindern als solchen als auch gegenüber deren Eltern oder sonstigen Erziehern.
Man hat nämlich im Alltag sehr häufig die Möglichkeit, als Fremder daran mitzuwirken, dass Kinder sich nicht zu kleinen asozialen Egomanen entwickeln.
Aber wer nutzt diese Möglichkeiten schon?
Klar, es ist recht einfach, seinen Unmut mal zu äußern, wenn man das Verhalten eines Kindes und/oder auch seiner Eltern für unzumutbar hält.
Doch wie steht es mit positiven Sanktionen? Wann zeigt man schon mal Lob und Anerkennung gegenüber fremden Kindern oder deren Eltern, wenn deren Verhalten einfach achtenswert ist?
Da dies leider oft unterbleibt, braucht man sich ja wohl nicht zu wundern, wenn Kinder oftmals schlussfolgern: "Es ist doch eigentlich völlig egal ob ich mich anstrenge oder nicht. Den anderen ist das doch sowieso egal."
Kurzum: Es gibt so viele Beispiele für positive Entwicklungsergebnisse junger Menschen, dass man dies nicht durch das gegenteil davon (oder das, was man dafür hält) überschatten lassen sollte.
Da muss man eben nur mal die Augen aufmachen.
Also gebe ich doch mal meinen Senf dazu, wenn die Debatte dann doch so vertieft wird.
Dass Naila hier (in D) so ihre Schwierigkeiten hat, ist ja schon in vielen ihrer Threads sehr deutlich geworden. Aber das soll hier nicht persönlich werden, sondern auf die eingangs gestellten Fragen eingehen.
Auch will ich versuchen, den Vergleich zu RUS zu vermeiden.
Es wurden ja bereits sehr viele mögliche Ursachen dafür genannt. Und gleichwohl teile ich diese Pauschalierung nicht.Naila hat geschrieben:...warum bekommen deutsche Kinder in ihren Familien so wenig Bescheidenheit vermittelt?
Denn wie so häufig fallen ja vor allem die in der Öffentlichkeit wahrnehmbaren Abweichungen von den eigenen Verhaltenserwartungen auf.
Nicht berücksichtigt bleibt die unsichtbare Mehrheit der Kinder, die sehrwohl einen Wertekodex verinnerlicht haben und ausleben, der sie durchaus zu liebenswürdigen und achtenswerten kleinen Mitbürgern macht.
Aber man muss wohl auch berücksichtigen, dass jede Gesellschaft so ihre spezifischen Überlebensstrategien erfordert und hervorbringt.
Für die so arg kritisierten westlichen Gesellschaften gilt da nun einmal das Erfordernis des Encourgaements.
Zwar lenke ich Kinder, auf die ich - in welcher Form auch immer - erzieherischen Einfluss nehmen kann, durchaus in Richtung von Achtung, gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft.
Aber ich würde den Teufel tun, als ihnen einzutrichtern, das jeder der nur etwas älter ist, per Definition auch mehr Wert ist und mehr Rechte hat. Was soll man schließlich mit unselbstständigen kleinen Strammstehern, die nicht in der Lage sind, sich auch um sich selbst zu kümmern?
Das Wort nur ist ja hierbei der Oberhammer!Warum gibt es dieses Phänomen nur jenseits der polnischen Grenze (Richtung Westen)?
Ich mag jetzt aber nicht dahin abgleiten aufzuzählen, was alles auch anderswo auf genau das gleiche Phänomen hinweist.
Ganz einfach, wenn dem denn wirklich so ist: Kinder die in stark auf Hierarchie ausgerichteten Kulturen aufwachsen eben eher getrimmt werden.Warum ist es auffallend, daß viele chinesische, vietnamesische, kroatische etc. Kinder sich meistens benehmen können und deutsche, holländische, französische, amerikanische usw. Kinder sich unmöglich aufführen und das mit Genehmigung ihrer Eltern?
Einerseits macht da der Ton die Musik und andererseits fehlt es der gegenwärtigen Elterngeneration oftmals in der Tat an eigenen, empirisch tragfähigen Bildungs- und Erziehungsvorstellungen.Warum werden Lehrerinnen (ich meine normale Schulen mit verbeamteten Lehrerinnen), die ein bißchen Disziplin in der Klasse haben wollen, von den Müttern der Schüler gemobt?
Aus meiner Erfahrung als ehem. Grundschullehrer aber auch als ehem. Elternsprecher am Gymnasium meines Sohnes kann ich aber keineswegs bestätigen, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern grundsätzlich gestört wäre.
Und auch kann ich als Bürger des seit Jahren geburtenstärksten und kinderreichsten Bezirks von Berlin, der zugleich auch einen enorm hohen Anteil von Bürgern nichtdeutscher Herkunft/Abstammung hat schon lange beobachten, dass diese Eltern sehr wohl darauf achten, dass ihre Kinder sich so benehmen, wie es für eine konfliktarmes gesellschaftliches Miteinander erforderlich ist.
Hinzu kommt nun aber eine erzieherische Einflussgröße, die in der ganzen Debatte m.E. viel zu wenig berücksichtigt wird. Und hiermit meine ich die Verantwortung und die Möglichkeiten vermeintlich Unbeteiligter - sowohl gegenüber den Kindern als solchen als auch gegenüber deren Eltern oder sonstigen Erziehern.
Man hat nämlich im Alltag sehr häufig die Möglichkeit, als Fremder daran mitzuwirken, dass Kinder sich nicht zu kleinen asozialen Egomanen entwickeln.
Aber wer nutzt diese Möglichkeiten schon?
Klar, es ist recht einfach, seinen Unmut mal zu äußern, wenn man das Verhalten eines Kindes und/oder auch seiner Eltern für unzumutbar hält.
Doch wie steht es mit positiven Sanktionen? Wann zeigt man schon mal Lob und Anerkennung gegenüber fremden Kindern oder deren Eltern, wenn deren Verhalten einfach achtenswert ist?
Da dies leider oft unterbleibt, braucht man sich ja wohl nicht zu wundern, wenn Kinder oftmals schlussfolgern: "Es ist doch eigentlich völlig egal ob ich mich anstrenge oder nicht. Den anderen ist das doch sowieso egal."
Kurzum: Es gibt so viele Beispiele für positive Entwicklungsergebnisse junger Menschen, dass man dies nicht durch das gegenteil davon (oder das, was man dafür hält) überschatten lassen sollte.
Da muss man eben nur mal die Augen aufmachen.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
-
Mysh
Re: Kindererziehung in Deutschland
Viele Sachen regen sogar mich auf - das man mich noch duzt, ist kein Problem,
aber wenn ich an einige Erlebnisse im Schulgebäude denke, wo Fünftklässler versucht haben, mich gegen die Wand beziehungsweise die Treppe hinunter zu schubsen, nur weil ich nicht (viel) größer bin als sie, gibt mir das schon zu denken. Dass ich nicht mehr in der Altersklasse war, sah man mir nämlich durchaus an, und ich für meinen Teil hätte es mich in deren Alter nie gewagt, Abiturienten derartig zu bedrängen. (Ok, auch niemanden sonst, aber ich bin/war ja auch artig, Mädchen etc.). Und was passierte danach? Mir zu Hilfe eilende Klassenkameraden wurden von den plötzlich doch wieder anwesenden Lehrkräften zurechtgepfiffen, die armen kleinen schutzlosen Sek1ler in Ruhe zu lassen. Kein Wunder, dass derartiges Verhalten zunimmt, wenn solche Frechheit von Eltern und anderen Erwachsenen auch noch belohnt wird. Mit denen wird die Gesellschaft in ein paar Jahren ihre helle Freude haben...
Gut, dass es auch immer noch normale Kinder und Jugendliche gibt. Die nette Mysh zum Beispiel, die erst heute in der Tram einer älteren Dame den Platz angeboten hat.
Aber auch, wenn ich meinem Vorposter dahingehend zustimme, dass unerwünschtes Verhalten stets auffälliger ist als erwünschtes, sehe ich diese Art Kinder/Jugendliche leider doch auf dem Vormarsch.
Und wenn das Kind unerzogen ist, dann sind natürlich nicht die Eltern schuld, sondern die Kinder haben AD(H)S* (das natürlich nicht behandelt werden muss, denn Medikamente sind ja böse und es könnte rauskommen dass es nicht am Ritalinmangel liegt) - und wenn die Kinder in der Schule versagen, sind sie ja auch nicht dumm oder Durchschnitt oder Unterdurchschnitt oder schlicht faul und unaufmerksam, nein, sie sind einfach nur UNTERFORDERT, die kleinen Engelchen. Das eigene Kind ist immer das unerkannte Genie.
* Möchte hier natürlich nicht alle mit Diagnose angreifen - ich bekomme nur mehr und mehr den Eindruck, dass es eine Modediagnose wird bei Kindern, denen mit etwas mehr Konsequenz und Bewegung sehr gut zu helfen wäre. Die wirklich an ADHS erkrankten habens wirklich nicht leicht und sind ein ganz anderes Thema.
Gut, dass es auch immer noch normale Kinder und Jugendliche gibt. Die nette Mysh zum Beispiel, die erst heute in der Tram einer älteren Dame den Platz angeboten hat.
Und wenn das Kind unerzogen ist, dann sind natürlich nicht die Eltern schuld, sondern die Kinder haben AD(H)S* (das natürlich nicht behandelt werden muss, denn Medikamente sind ja böse und es könnte rauskommen dass es nicht am Ritalinmangel liegt) - und wenn die Kinder in der Schule versagen, sind sie ja auch nicht dumm oder Durchschnitt oder Unterdurchschnitt oder schlicht faul und unaufmerksam, nein, sie sind einfach nur UNTERFORDERT, die kleinen Engelchen. Das eigene Kind ist immer das unerkannte Genie.
* Möchte hier natürlich nicht alle mit Diagnose angreifen - ich bekomme nur mehr und mehr den Eindruck, dass es eine Modediagnose wird bei Kindern, denen mit etwas mehr Konsequenz und Bewegung sehr gut zu helfen wäre. Die wirklich an ADHS erkrankten habens wirklich nicht leicht und sind ein ganz anderes Thema.
- CSB_Wolf
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- Registriert: 26 Mär 2005, 00:06
- Wohnort: Sued Deutschland - nicht Bayern und nicht mehr in Moskau bei meiner Frau. Das hat sich erledigt.
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Re: Kindererziehung in Deutschland
Hier mal was von einer begabten Schülerin 8)
http://www.youtube.com/watch?v=ar4D3As60G8
und hier etwas zur Kindererziehung 8)
http://www.youtube.com/watch?v=qgMdrWCR8J0
Wenn dass so weitergeht dann verblödet Deutschland noch ganz
Gruss
wolf
http://www.youtube.com/watch?v=ar4D3As60G8
und hier etwas zur Kindererziehung 8)
http://www.youtube.com/watch?v=qgMdrWCR8J0
Wenn dass so weitergeht dann verblödet Deutschland noch ganz
Gruss
wolf
