Kindererziehung in Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
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Saboteur
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Saboteur »

Naila hat geschrieben:Es gibt aber richtig Gestörte! Und da hilft weder Begeisterung noch sonst was. Bei mir im Gruppenunterricht (es waren insgesamt 3 Kinder) hat ein Junge gleich vom Anfang an gebrüllt, rumgetobt, laut gelacht, alle geschupst. Er hat niemandem zugehört und Null Reaktion auf irgendetwas gezeigt. Dann hat er sich auf den Boden geschmissen und es sah für mich nach einem epileptischen Anfall aus. Ich habe alle alamiert, den Arzt und die Mutter angerufen. Die Reaktion der Mutter: "Nein, er hat keine Epilepsie, er ist so. Ich kann nichts mit ihm tun. Was soll ich bloß machen?" Und was soll ich mit so jemand machen und warum überhaupt?!
klingt schwer professionell....
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Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Jetzt aber langsam, Ihr "Profis". Seid Ihr Sonderpädagogen, Sozialarbeiter oder sonstige Beamte, die vom Staat beauftragt, entsprechend entlohnt und mit allen sozialen Sicherheiten versehen sind?! Dann vorwärts! Helft solchen Kindern, es ist Euer Job schließlich. Ich dagegen bin Klavierlehrerin. Meine Aufgabe ist eine kompetente und freundliche Vermittlung von allen notigen Kenntnissen, die man braucht, um dieses Instrument zu beherrschen. Und das alles auf Honorarbasis, ohne jegliche soziale Komponente für 18 Euro 50 brutto, Ferien und Feiertage werden selbstverständlich nicht bezahlt. Und als jemand ohne Boden unter den Füßen soll ich anfangen, Kindern Sicherheit des Lebens zu vermitteln? Ich kann ihnen Sicherheit beibringen-auf dem Instrument. Man braucht als jemand, der Klavier lernen möchte, nicht nur eine gewisse Begabung, sondern auch Disziplin, Ausdauer, die Fähigkeit, sich minimal zu konzentrieren. Wenn ich als Mutter weiß, daß man Kind "so" ist, dann muß sie ihn zu Fachleuten schicken, die auf "so" Kinder spezialisiert sind. Wenn ich mich um einen festen Job einer Sozialarbeiterin bewerben würde, dann würde man mich nicht nehmen, weil man behaupten würde, daß ich nicht auf dem Gebiet ausgelildet wurde. Ja, wurde ich auch nicht! Und warum zum Teufel erwartet man als Eltern von mir genau DIESE Arbeit in meinem Aufgabenfeld? Kein Musikschulleiter würde das tun. Weil das unverantwortlich wäre. Warum bestimmen die Eltern, was sich der Lehrer gefallen lassen muß? Musikpädagiogik ist auch Pädagogik, aber sie ist ein sehr spezielles Gebiet und hat auch ihre Grenzen. Wenn ich jetzt irgenwelche Krankheitsbilder entwickeln würde, die so manch engagierte Beamte bekommen und berufs- und erwerbsunfähig werden würde, dann wäre ich nicht früh pensioniert, sondern ein Sozialfall, da sich keine Sau für mich interessieren würde, wenn mit mir was wäre. Das hat nichts mit mangelnder Kompetenz oder Respektlosigkeit meinen armen Schülern gegenüber zu tun, sondern mit Eigenverantwortlichkeit, Ihr Komiker. Ich möchte nur meine Arbeit in Ruhe tun, von der ich was verstehe. Wenn ich mir eine Beschäftigung mit verhaltensgestörten Kindern gewünscht hätte, hätte ich eine entsprechende Qualifikation erworben. Das ist dasselbe, wenn ich jetzt Reumatologin bin, und man kommt zu mir, um seine urologischen Probleme in den Griff zu bekommen. Wie wäre das?!
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Saboteur
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Saboteur »

Naila hat geschrieben:Jetzt aber langsam, Ihr "Profis". Seid Ihr Sonderpädagogen, Sozialarbeiter oder sonstige Beamte, die vom Staat beauftragt, entsprechend entlohnt und mit allen sozialen Sicherheiten versehen sind?! Dann vorwärts! Helft solchen Kindern, es ist Euer Job schließlich.
Ja bin ich und tue ich! Okay, klang so als wenn du auch aus der Branche bist...

Entspann dich mal n bisschen! Wundere dich nicht wenn du zusammenhanglose (also ohne Kontext) Aussagen postest und dann darauf entsprechend reagiert wird...
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Oletsch
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Oletsch »

Da Du Kinder offensischtich nicht magst, unterrichte doch den Erwachsenen, quäl Dich nicht. Oder wechsele den Beruf. Niemand wird Dir vorselektierte Musterkinder schicken. Es gehört halt zum Leben, das der eine brav zuhört und der andere nicht.

Gruß
Oletsch
Zeppelin
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

Ach Naila, arme Naila,
dass Du vom Schicksal hart herangenommen wurdest und wirst, hat wohl nun jeder zur genüge mitbekommen, der hier mitliest.

Was mir dabei auffällt ist, dass Du stehts Normvorgaben machst, die Deiner Meinung nach nicht erfüllt werden. Ob das Nun Deine Gesundheitsfürsorge / medizinische Behandlungen, Dein Privatleben (außer seit kurzer Zeit), Deinen Beruf oder sonstwas betrifft.

Noch nicht ein einziges selbstkritisches Wort Deinerseits habe ich jedoch in Deinen Äußerungen gefunden - bzw. erinnere mich angesichts der Dominanz Deines Jammerns und Klagens nicht daran.

Gut. Für Dich mögen Leute wie ich "Komiker" sein. Komisch daran ist aber nur, dass ich so gut wie keine Probleme mit Kindern habe, die ich nicht in den Griff bekäme.
Dabei ist es auch völlig gleichgültig, ob ich nun aus privaten, familiären oder beruflichen Gründen in einem Verhältnis zu Kindern und Heranwachsenden stehe. Man muss sich halt auf die Situation einstellen können und wollen.

Wie Dir schon nahegelegt wurde: Du solltest in Erwägung ziehen, ob Du in einer anderen beruflichen und kulturellen Umgebung besser aufgehoben wärest. Ich meine eine solche, in der die "Autorität" des Lehrers / der Lehrerin noch ungefragt akzeptiert wird.

Die bessere Alternative: Hör die mal Helge Scheider an. Der versteht es sicher, auch unmotivierte Kinder für's Klavierspielen zu begeistern.
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Dave
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Dave »

Naila hat geschrieben: Ich dagegen bin Klavierlehrerin. Meine Aufgabe ist eine kompetente und freundliche Vermittlung von allen notigen Kenntnissen, die man braucht, um dieses Instrument zu beherrschen.
Mir scheint ich habe dies bis jetzt überlesen. Das relativiert das Ganze ein klein wenig.
Und das alles auf Honorarbasis,...
Das ist das Dilemma. Das geht aber uns allen so... Denkst Du ich habe es immer nur mit super
gebildeten, emotional intelligenten Menschen zu tun? Nicht 10% davon entsprechen meiner Vor-
stellung von adäquaten Geschäftspartnern. Damit müssen wir alle lernen umzugehen, jeder in
seiner Branche / in seinem Umfeld.

Dennoch ist es keine Entschuldigung, diese Mitmenschen gleich als Gestörte zu bezeichnen - das
mag vielleicht am Stammtisch oder beim Friseur noch durchgehen, aber nicht öffentlich in einem
frei zugänglichen Webspace.

Dave
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zimdriver
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von zimdriver »

Naila hat geschrieben:Hallo.
Was mich bereits seit längerer Zeit beschäftigt, ist:
warum bekommen deutsche Kinder in ihren Familien so wenig Bescheidenheit vermittelt? Warum gibt es dieses Phänomen nur jenseits der polnischen Grenze (Richtung Westen)? ....
:idea: :idea:
Verstehe Dich überhaupt nicht. Wo ist Deutschland? Liegt es nicht westlich von Polen? Oder meinst Du deutsche Kinder im Ausland? Oder meinst Du mit Polen die ehemalige DDR? Oder ganz Deutschland?

Kennst Du russische Kinder? Vielleicht gar russische Kinder reicher Russen? Oder russische Kinder der russischen Unterschicht?

Für globale Diksussionen gibt's doch in Berlin- Neukölln die Rütli- Schule.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

zimdriver hat geschrieben:
Naila hat geschrieben:Hallo.
Was mich bereits seit längerer Zeit beschäftigt, ist:
warum bekommen deutsche Kinder in ihren Familien so wenig Bescheidenheit vermittelt? Warum gibt es dieses Phänomen nur jenseits der polnischen Grenze (Richtung Westen)? ....
:idea: :idea:
Verstehe Dich überhaupt nicht. Wo ist Deutschland? Liegt es nicht westlich von Polen? Oder meinst Du deutsche Kinder im Ausland? Oder meinst Du mit Polen die ehemalige DDR? Oder ganz Deutschland?

Kennst Du russische Kinder? Vielleicht gar russische Kinder reicher Russen? Oder russische Kinder der russischen Unterschicht?

Für globale Diksussionen gibt's doch in Berlin- Neukölln die Rütli- Schule.
Nein, moderne russische Kinder kenne ich nicht. Weder von reichen, noch von armen Russen. Davon war auch nirgens die Rede. Deutschland ist für mich ein Land in Mitteleuropa. Ich habe Dich auch nicht verstanden. Sorry.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

@Dave Sind wir denn in diesem Forum nicht alle anonym? Habe ich den Namen des Kindes etc. preisgegeben? Und wie bezeichnet man ein Kind, das sich im Unterricht auf den Boden schmeißt und sich mit dem Kopf dagegen schlägt?
@Zeppelin Warum soll ich den Beruf wechseln? Ich meine, ich komme seit Jahren bestens mit den meisten Kindern aus. Diese Kinder lieben mich und basteln oder malen mir ständig irgendetwas, um mir ihre Liebe zu zeigen. Diese Arbeiten schmücken meinen Arbeitsraum. 2 Mal im Jahr spielen sie etwas vor in einem Klassenkonzert. Hinterher kriege ich viele Komplimente, und da weiß ich, daß ich wieder etwas Wichtiges geschafft habe. Wenn ich privat gut erzogene Kinder unterrichte und diese ganz kleine Geschwister (manchmal sind es Säuglinge) haben, dann schließen die Kleinen mich gleich in ihr Herz. Und so bekomme ich irgendwann neue Kunden. Außerdem lebe ich von der Mundpropaganda. Ein Mädchen hat von mir ihrer ganzen Klasse erzählt; und so konnte ich mich von Anrufen kaum retten. Das sind die schönen Seiten an diesem Beruf. Übrigens müssen bei mir die Kinder nicht stramm stehen, auch wenn es so rüberkommt. Ich unterscheide sehr wohl zwischen Temperament und elementar fehlenden Vorstellungen von einem angemessenen Verhalten. Ich meine, angemessen ist z. B. sich nicht auf den Boden zu schmeißen, wenn das Keiner tut, oder seinen Kameraden nicht in den Bauch zu treten, wenn dieser am Unterricht in Ruhe teilhaben möchte.
Übrigens privat bin ich immer noch glücklich und das jeden Tag seit 3 Jahren. :D
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von bauplan »

Naila hat geschrieben:@Dave Sind wir denn in diesem Forum nicht alle anonym? Habe ich den Namen des Kindes etc. preisgegeben? Und wie bezeichnet man ein Kind, das sich im Unterricht auf den Boden schmeißt und sich mit dem Kopf dagegen schlägt?
Das kann viele Ursachen haben. Z.B. ADS, Hyperaktiv oder auch nicht erkannte Hochbegabung. Auch Autisten haben solche Anfälle.
Das hat überhaupt nichts mit gut oder schlecht erzogen zu tun.
Darum sollten sich ja auch nur ausgebildete Pädagogen mit Kindern befassen. Für unausgebildete Lehrer/Erzieher sind das nämlich meistens nur Störenfriede, die die schöne nette ruhige Arbeitsatmosphäre stören.
Für so was kann man auf deutschen Universitäten Pädagogik und Psychologie studieren.
Aber heutzutage wird anscheinend jeder auf Kinder losgelassen.
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