Kindererziehung in Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
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GIN
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von GIN »

bella_b33 hat geschrieben:Eins verstehe ich nicht ganz, eigentlich hing es doch von den Noten ab, ob man nach der 4. aufs Gymnasium, die Realschule oder Hauptschule geht, oder wird das neuerdings nach Nationalitäten entschieden. ....?

Gruß
Silvio
Nein bei uns war das nicht so.. ich hatte in allen Fächern eine 2.. bei ist jeder mit Migrationshintergrund auf Haupt oder Realschule gekommen.. die anderen sind bis auf drei Ausnahmen auf das Gymnasium.. Also von etwa 20 sind 3 aufs Gymnasium.
Als Begründung wurde sehr vielen gegeben die gute Notenleistung hatten die "Doppelsprache zu Hause" oder die Notenleistung in anderen Fällen..Gutes Beispiel war mein Sitznachbar.. er hatte auch 2 im Durchschnitt und ging dann aufs Gymnasium. Im Grunde hätten sich meine Eltern weigern können aber zu dieser Zeit gingen sie von den Empfehlungen der Lehrkörper aus.. ein schlimmer Fehler wie ich finde.. aber nun gut... im europäischen Ausland wie Schweden und Finnland kann eine Trennung nach der 4 oder 6 Klasse nicht vermittelt werden..

P.S. wir sind im internationalen Wettbewerb.. es ist nicht zu vermitteln das 92% aller Iraner das Abitur machen.. 90% der Pakistaner und 85% der Chinesen und in Deutschland es gerade einmal um die 50% sind.
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Zejtnot
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zejtnot »

J.Eckel hat geschrieben:P.S. wir sind im internationalen Wettbewerb.. es ist nicht zu vermitteln das 92% aller Iraner das Abitur machen.. 90% der Pakistaner und 85% der Chinesen und in Deutschland es gerade einmal um die 50% sind.
Solche Vergleiche finde ich nicht gut, weil sie nichts über die Qualität des Abiturs sagen.

Anderes Beispiel: In Russland gehen deutlich mehr Schulabgänger auf eine Hochschule als in Deutschland, liest man oft. Stimmt. Aber die Hochschulen bieten in Wahrheit oft Fachrichtungen an, die in Deutschland überhaupt nicht hochschultauglich wären - "Wagonbau" ist beispielsweise in Deutschland ein Ausbildungsberuf und keine Hochschulstudienrichtung.

Die Qualität der Arbeit der Chinesen ist im weltweiten Maßstab trotz der 85 % nicht besser als die der Deutschen mit 50 % ... verstehst Du, was ich meine? Ich würde solche Sachen nicht an Begriffen wie "Abitur" festmachen.
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GIN
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von GIN »

Zejtnot hat geschrieben:
J.Eckel hat geschrieben:P.S. wir sind im internationalen Wettbewerb.. es ist nicht zu vermitteln das 92% aller Iraner das Abitur machen.. 90% der Pakistaner und 85% der Chinesen und in Deutschland es gerade einmal um die 50% sind.
Solche Vergleiche finde ich nicht gut, weil sie nichts über die Qualität des Abiturs sagen.

Anderes Beispiel: In Russland gehen deutlich mehr Schulabgänger auf eine Hochschule als in Deutschland, liest man oft. Stimmt. Aber die Hochschulen bieten in Wahrheit oft Fachrichtungen an, die in Deutschland überhaupt nicht hochschultauglich wären - "Wagonbau" ist beispielsweise in Deutschland ein Ausbildungsberuf und keine Hochschulstudienrichtung.

Die Qualität der Arbeit der Chinesen ist im weltweiten Maßstab trotz der 85 % nicht besser als die der Deutschen mit 50 % ... verstehst Du, was ich meine? Ich würde solche Sachen nicht an Begriffen wie "Abitur" festmachen.
...ich sehe das jeden Tag wie Deutschland ein Stück weiter verschwindet... das kann auch sehr gut zbs an der MCGILL University in Kanada gesehen werden.. dort gibt es seit etwa 1900 Chemietechnik.. in der Profliste kommt von 1900 bis etwa 2000 meistens ein Deutscher Nachname vor... und nun? yep... Lie Lo Ling, oder PHD Sing Arathna usw.. die Alten gehen und die neuen gehen nicht in die Verfahrenstechnik oder Anlagenbau und werden von Asiaten ersetzt. Der eine Grund ist das Schulsystem.. die meisten haben keine Lust auf Technik und wollen lieber in andere Bereiche gehen und der zweite Grund ist einfach die Geburtenrate von uns. Noch ist Deutschland in einer sehr guten Position aber das wird verschwinden wenn in den nächsten 5 bis 10 Jahren die Elite der Verfahrenstechniker in Deutschland in Rente gehen.

Zu Russland.. also ich habe ja ständig mir russischer Technik zu tun und betrachte den Fachkräftemangel in Russland noch mit grösserer Sorge als in Deutschland. Das Durchschnittsalter der Kraftwerksangestellten müsste wohl bei etwa 50 bis 60 sein? und da gibt es sogar Probleme beim Bedienen von neuen "westlichen" Prozessleitsystemen. Oft wird in russischen Kraftwerken auf ein neues Prozessleitsystem verzichtet wegen der "Sprachlosigkeit" der Angestellten und mein Auftraggeber schickt Personal aus der Schweiz in die ehemalige SU weil vor etwa 3 Jahren der Versuch gescheitert war genug qualifizierte Messtechniker und Anlagenbauer auf dem GUS Markt zu finden die mit moderner Technik umgehen konnten.
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

J.Eckel hat geschrieben: ...ich sehe das jeden Tag wie Deutschland ein Stück weiter verschwindet...
... Noch ist Deutschland in einer sehr guten Position aber das wird verschwinden wenn in den nächsten 5 bis 10 Jahren die Elite der Verfahrenstechniker in Deutschland in Rente gehen.
Das sollte man nicht überbewerten. Dramatisiert wird das schon lange genug. Aber in den letzen zehn / fünfzehn Jahren hat da durchaus schon eine Trendwende eingesetzt, welche die Jugend auch erkannt hat.
(Nur fällt dieser Teil der begabten und engagierten Jugend in der Öffentlichkeit kaum auf, weil z.B. eine komabesoffene 14-jährige mehr Schlagzeilen macht oder gar physisch sichtbar ist, als z.B. eine 19-jährige Gewinnerin der internationalen Biologieolympiade oder die beiden 14- und 18-jährigen Jungen die sich vor wenigen Tagen von einem Gymnasium in einer kleinen brandenburgischen Provinzstadt für die Bundes-Matheolympiade qualifiziert haben.)
Zu Russland.. also ich habe ja ständig mir russischer Technik zu tun und betrachte den Fachkräftemangel in Russland noch mit grösserer Sorge ... weil vor etwa 3 Jahren der Versuch gescheitert war genug qualifizierte Messtechniker und Anlagenbauer auf dem GUS Markt zu finden die mit moderner Technik umgehen konnten.
Dieser brain drain ist doch aber normal. Es ist ja nicht so, dass die Russische Föderation keine gebildeten Leute hervorbringen würde. Die Frage ist doch, wo diese dann auf die besseren Arbeits- und allgemeinen Lebensbedingungen zählen können.
Wer in RUS merkt, das er / sie wirklich gut ist, hat zwei Möglichkeiten:
Entweder man arrangiert sich mit den Verhältnissen vor Ort, spielt die Spielchen dort mit und wird damit entweder einfluss- und neureich oder arm, aber idealistisch.
Oder man sucht sein Glück im Ausland, wo Qualifikation und Leistungsbereitschaft eher auf entsprechende Anerkennung, Entlohnung und soziale Sicherheit hoffen lassen.
Diese 'Rechnung' mag nicht in jedem Fall so ohne weiteres aufgehen. Und solche Leute sind dann auch oft sehr böse auf das Land in welches sie ausgewandert sind.
Aber das ist aus meiner Sicht alles kein Grund, hier die Anforderungen herunterzuschrauben.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von GIN »

Zeppelin hat geschrieben:Aber das ist aus meiner Sicht alles kein Grund, hier die Anforderungen herunterzuschrauben.
geht nicht um die Anforderungen.. es ist nur eine Schande das so viele Kinder wegen ihrer Eltern nicht auf die neue Zeit vorbereitet werden und sie in sozialer Armut verkommen.. Das was in Schweden geht muss auch in Deutschland gehen.. der Fall Russland liegt anders.. er ist Erbe eines zerstörten Imperiums
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zejtnot »

Zeppelin hat geschrieben:Es ist ja nicht so, dass die Russische Föderation keine gebildeten Leute hervorbringen würde.
Im Vergleich zur Größe des Landes aber viel viel zu wenige. Was GIN schreibt stimmt ... versuche mal hinter dem Ural einen wirklich guten Automatisierungsgingenieur zu finden, der eine neue Produktionslinie bedienen kann! Du wirst ihn nicht finden. Nahezu jeder Kandidat hat gleich alle dieser Mankos:
* kaum Sprachkenntnisse
* Ausbildung zu 90 % theoretisch
* 10 % Praxis während der Ausbildung auf uralter sowjetischer Technik (keinerlei Kenntnis von zeitgemäßer Technik, Siemens, Motorola, ABB, ...)
* keine Erfahrung mit Arbeiten ohne Anleitung (individuelles Denken wird in der Ausbildung nicht gefördert)

Du musst also all diese Fähigkeiten anlernen - und dann ist der importierte Europäer wirklich günstiger.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Aber das musikalische Bildungssystem ist in Rußland eindeutig sehr viel besser! Denn da, wenn man eine Musikfachschule, geschweige denn ein Konservatorium etc. absolviert hat, ist man ein fertiger, hochprofessioneller Musiker. Man kann sich natürlich auch noch weiter bilden, muß man aber nicht, denn die Qualifikation, die man dort erworben hat, ist bereits richtig hoch und man kann das Leben als Musiker bestehen. In Deutschland taugen nur die Hochschulen für Musik und Darstellende Kunst einigermaßen etwas. Alles andere kann man vergessen. Und wenn Ihr mich fragt, warum es in Deutschland doch so tolle Musiker unter den Deutschen gibt? Dann lest doch ihren Werdegang. Nirgendwo werdet Ihr lesen: Studium an der Hochschule für Musik und basta. Sondern da kommen noch meistens irgendwelche Meisterkurse da, Weiterbildung da usw. Gegen so etwas ist nichts einzuwenden. Es ist gut, von verschiedenen Meistern zu lernen. Was mich aber dabei stört, ist, daß wenn man in Deutschland guter Musiker werden will, MUß man diese Meisterkurse besuchen, und die kosten richtig Geld. Aber eigentlich muß ein Studium bereits ein hohes Neveau ermöglichen. Und dann kann man sich weiter bilden, wenn man will und Geld dafür hat.
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Sibirier »

Wir wollten doch hier eindeutig beim Thema bleiben - Kindererziehung in Deutschland und damit basta.

Was hat die Kindererziehung in DE mit dem musikalischen Bildungssystem in Russland zu tun :shock:
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Sibirier »

Naila hat geschrieben:Das ist hier absolut fehl am Platze, auch wenn es das tatsächlich gibt. Ich habe mein Thema klar definiert und dabei möchte ich auch bleiben.
Denn ich wusste doch, dass das irgendwann mit Russland verglichen wird und in Russland (auch wenn nur in dem musikalischen Bildungssystem) die bessere Ausbildung ist. Wenn man eine Musikfachschule und Konservatorium absolviert hat, ist man ein fertiger, hochprofessioneller Musiker. Meine Ex hat ebenfalls die Ausbildung hinter sich, sie war eine so hochprofessionelle Musikerin dass sie als einfache (und gar nicht mal als Haupt- oder starsche) Buchhalterin ihr Brot verdient hat.

Naila, warum spielst Du eigentlich nicht in einem Orchester in DE an einer Oper/Theater etc.? Da würde doch Dein Hochprofessionelles Talent zum Ausdruck kommen und könntest allen Leuten die Freude daran gönnen, anstatt als Musiklehrerin an einer Musikschule zu unterrichten. Ich denke, hochprofessionelle Musiker verdienen dort doch wohl wessentlich besser.

...und schreib bitte nicht, ich habe die Angebote aus Mailand, London und New York ausgeschlagen, weil ich Probleme mit dem Visum hatte.....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
Zeppelin
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

Zejtnot hat geschrieben:
Zeppelin hat geschrieben:Es ist ja nicht so, dass die Russische Föderation keine gebildeten Leute hervorbringen würde.
Im Vergleich zur Größe des Landes aber viel viel zu wenige. Was GIN schreibt stimmt ... versuche mal hinter dem Ural ...
Grübel
Wie konntet ihr mich so missverstehen?
Was Du, Zejtnot, meinst ist doch nur das Ergebnis dessen, was ich geschrieben hatte.

Es ist schon richtig, dass man am russ. Arbeitsmarkt nur recht wenige wirklich qualifizierte Kräfte finden wird - erst recht östlich des Urals.
Und dennoch gehen aus dem - durchaus problematischen und rückständigen - russ. Bildungssystem eine durchaus große Menge guter Leute hervor.
Nur nutzen diese - wenn irgend sich eine Chance ergibt - die Gelegenheit und suchen das Weite.
So habe ich u.a. überhaut erst meine Frau kennengelernt; davor und danach aber auch eine Reihe weiterer fähiger Leute aus RUS, die hier in D, aber auch in vielen anderen 'westlichen' Staaten durchaus anspruchsvolle und qualifizierte Arbeit abliefern - dafür aber auch entsprechend honoriert werden.

So habe ich z.B. im Spätsommer 2007 einen russ. Kristallphysiker kennengelernt, der mit seiner 'russland-deutschen' Frau erst 2002 nach D gekommen war.
Nach ein paar kargen Jahren hier konnte er aber sein ganzes Talent zur Geltung bringen, wodurch wir uns schließlich auf der gemeinsamen "Schulbank" trafen.

Diesen "verrückten Russen" :D , hat unser ganzes Team in kürzester Zeit schätzen gelernt und regelrecht liebgewonnen. Und warum?
Der Typ hat nicht nur zuvor nahe eines großen Stroms in Mittelsibirien ein ziemlich großes Rechenzentrum aus IBM und SiNix-Maschinen aufgebaut und mehr als zehn Jahre mit ca. 300 Mitarbeitern geleitet, sondern hatte sich mit Anfang 50 auch noch sehr gute Deutschkenntnisse angeeignet, war und ist ein sehr anständiger, zuverlässiger und hilfsbereiter Kollege und hat mehr Ahnung von IT als der ganze Rest unserer Klasse zusammen.

Heute ist er wieder in einer sehr in einer sehr verantwortungsvollen Position als Netzwerkingenieur, muss aber niemanden seiner Leute mehr in einen fragwürdigen Krieg schicken, wie er dies in RUS tun musste und was für ihn den Entschluss zur Auswanderung trotz eines mehrjährigen, massiven sozialen und materiellen Abstiegs bedeutete.

Und solche Beispiele sind nicht selten. Nur entsprechen sie nicht dem Bild, welche man von den in RUS verbleibenden gewinnen mag.
Zahllose Leute aus RUS stehen aber auf den Gehaltslisten von Firmen wie Cisco in Frisco/Californien, SAP in Walldorf, Siemens in München etc., bla bla.
So wie mein Freund Igor eben seit einiger Zeit auf der einer sehr bedeutenden Airline.

Um nun aber zurück zum topic zu kommen:
Man muss bei all den Defiziten des deutschen Bildungs- und Erziehungssystems auch immer berücksichtigen, dass es dabei einen sehr dicken "gordischen Knoten" gibt, welcher kaum zu durchschlagen ist.

"Auf der Strecke" bleiben dabei regelmäßig Kinder, die zwischen die Mühlsteine der Kompetenzstreitigkeiten zwischen Eltern und Staat geraten; zwar durchaus förderungsfähig/-würdig sind, aber von keiner Institution wirklich vertreten werden; also weder von den (in-)kompetenten Eltern, noch von Kitas/Schulen - und im Trend der allgemeinen "Atomisierung der Gesellschaft" auch nicht mehr von wohlwollenden Verwandten/Bekannten/Freunden der Familie.
Ganz verrückt dabei ist, dass alle beteiligten "Parteien" jeweils 'gute' Gründe dafür anführen können, warum ihr Engagement um die Kinder so begrenzt ist: Jeder will Aufwand und Risiko minimieren, regt sich über die 'Defizite' der Kinder auf und scheint sich zu denken: "Nach mir die Sintflut!"

Aber die Kinder von heute haben es wie von je her genau so verdient, dass wir verdammten Erwachsenen uns ihrer annehmen und wieder auf IHREN (nicht unseren) Kurs bringen, wenn etwas aus dem Ruder zu laufen scheint.
Dazu bedarf es nicht viel Geldes, Zeit oder bequemer Lebensumstände, sondern nur offener Ohren, Augen und der Anerkennung der Realität, mit denen wir die Kinder konfrontieren, bzw. derer wir sie aussetzen.
Damit aber genug. Ich hatte ja weiter oben schon auf zwei Buchtitel verwiesen, die recht ausführlich auf die gesamte Problematik eingehen und - denen, die nicht von selbst den Dreh finden - Hinweise geben, wie man das Dilemma vermeiden und vorbeugen kann.

Das schwedische Modell wird oft hoch gelobt, aber es ist auf D nicht übertragbar. Dazu ist die Position des Staates gegenüber der äußerst heterogenen Wählerschaft einfach zu schwach und zu unqualifiziert.
Entsprechend gering ist hier auch die Bereitschaft der Bürger/-innen, den Staat selbst dann in familiäre Beziehungen und Kompetenzen noch weiter eingreifen zu lassen, als schon jetzt.

Es ist halt die Rache der dt. Geschichte, dass Bürger und Staat sich hier nach wie vor nicht über den Weg trauen und jede Seite die andere Gern in die Pflicht für jeweils eigene Defizite nehmen würde.
Klappt aber nicht - und so gehen die Kinder - sich selbst überlassen und ontho- wie soziogenetisch ohnehin bedingt - nach wie vor sich selbst überlassen, ihre eigenen (Irr-)Wege.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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