Kindererziehung in Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

@Weil vor mir das bereits gemacht wurde, und es ging ganz genau um einen Qualifikationenvergleich nach dem Studium in Deutschland und Rußland. Aber wir sind wirklich vom Thema abgekommen, da hast Du recht. Ich habe übrigens nicht in Rußland studiert.
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Simone
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Simone »

Sibirier hat geschrieben:Wir wollten doch hier eindeutig beim Thema bleiben - Kindererziehung in Deutschland und damit basta.
Die Schlagzeilen sprechen mal wieder für sich: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 73,00.html
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Spätzleskosake
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Spätzleskosake »

Simone hat geschrieben:
Sibirier hat geschrieben:Wir wollten doch hier eindeutig beim Thema bleiben - Kindererziehung in Deutschland und damit basta.
Die Schlagzeilen sprechen mal wieder für sich: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0 ... 73,00.html
Das Thema hat doch mit Kindererziehung zu tun. Mobbing in der Schule von Lehrern und Schülern gegen einen Mitschüler, der durchdreht und Amok läuft. Mobbing von Lehrern an Schülern in Deutschland leider keine Seltenheit. Mir ist nicht bekannt, daß in Russland ein ähnlicher Fall geschehen ist, Läuft dort vielleicht in den Schulen etwas anders, oder haben die russischen Kinder eine bessere Psyche?
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Simone
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Simone »

Spätzleskosake, genau so ist es und deshalb habe ich die Schlagzeile gestern mit Bezug zum Originalthema platziert, weil bei den vorangegangenen Einträgen dieser Bezug fehlte.

Ob aber in Russland ein solches Massaker unmöglich ist, wage ich zu bezweifeln. Denn die heute genannten Motive und Umstände gibt es wohl nicht nur in Dtd, Finnland oder USA - depressiver, isolierter, gemobbter, gewaltbereiter, männlicher, "Counterstrike"-spielender Jugendlicher mit Zugang zu Waffen.

Auf jeden Fall ist der Täter ein Produkt der Erziehung durch Eltern, Schule und Gesellschaft - einfach nur bitter und entsetzlich.
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Sibirier
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Sibirier »

Nur ich weiss nicht, warum ich dazu zitiert werde. Ich hatte das dazu geschrieben, weil Naila über Musikausbildung in Russland geschrieben hat...

???
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
Marco
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Marco »

Simone hat geschrieben: Ob aber in Russland ein solches Massaker unmöglich ist, wage ich zu bezweifeln. Denn die heute genannten Motive und Umstände gibt es wohl nicht nur in Dtd, Finnland oder USA - depressiver, isolierter, gemobbter, gewaltbereiter, männlicher, "Counterstrike"-spielender Jugendlicher mit Zugang zu Waffen.
Über den Jungen kann man zur Zeit wenig sagen, da die Medien jede Aussage als bare Münze nehmen egal woher oder von wem sie kommt.
Der eine sagt, er hat viel Gewaltspiele am Computer gespielt, die anderen sagen, er saß so gut wie gar nicht vorm Computer und hat sich auch nicht fürs Internet interessiert. Dann die Falschmeldung vom Minister über den Forumseintrag, wo der Amokläufer seine Tat ankündigt, der sich dann als Fälschung herausstellt.

Dann dieselben Figuren in den Talkshows wie vor 2-3 Jahren, die wieder die gleichen Phrasen dreschen. Zum Kotzen.
Auf jeden Fall ist der Täter ein Produkt der Erziehung durch Eltern, Schule und Gesellschaft - einfach nur bitter und entsetzlich.
Gebe ich dir recht.

Zeppelins Meinung als Soziologe würde mich mal zu dem Kram interessieren
Zeppelin
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

Marco hat geschrieben:... Zeppelins Meinung als Soziologe würde mich mal zu dem Kram interessieren
Dann will ich's mal versuchen...

Vorab: Es fällt mir nicht leicht, dazu Stellung zu beziehen.
Und ich bin sehr dankbar bisher nicht in irgend einer Weise persönlich von den Taten solcher Irren berührt worden zu sein!
Mir tun die Opfer und ihre Hinterbliebenen unendlich leid!

Doch zum eigentlichen Problem (aus meiner Sicht):

Noch weitaus schlimmer als die Tat als solche finde ich die Reaktion von Öffentlichkeit, Medien und Politik (in Deutschland).
Denn wenn man die heutigen Zeitungen aufschlug, fand man ja kaum einen Artikel, der nicht ewig wiederkehrende Einzelheiten und Spekulationen wiederholte um sogleich dann auch zu vermelden, was es an 'neuen Erkenntnissen' gäbe...

Wer so dämlich ist, auf diesen gefakten Chat-Beitrag hereinzufallen, der jedes Stereotyp bediente, welches man als Motiv für so einen Täter gemäß Niveau von Sat1, RTL, Vox & Co. erwartet, ist offenbar mit totaler Blindheit geschlagen.

Und genau dies finde ich deutlich bedenklicher, als das Verbrechen selbst.

Denn aus meiner Sicht transportiert die gesamte Berichterstattung nur den Tenor: "Wir konnten alle nichts dafür"
Man verliert sich in aktionistische Thesen zur Verschärfung irgend welcher Gesetze, die dann präventiv oder eben restriktiv wirken sollen.

Insbesondere meine ich hier z.B. die Forderung, die Verwahrpflicht für Waffen zu verschärfen bzw. zu sanktionieren - als ob man damit unterbinden könnte, dass Unbefugte an Waffen gelangen und / oder diese missbräuchlich einsetzen.
Das einzige Ergebnis davon wäre doch aber nur, Kinder und Heranwachsende noch mehr von der Konfrontation mit Waffen und anderen gleichsam gefährlichen Dingen zu distanzieren und sie ihrer Fantasie zu überlassen.

Aber das gesamte soziale Umfeld des Täters zuckt nur mit den Schultern; will angeblich keine Anzeichen bemerkt haben und macht einen auf Nr. betroffen.

Das finde ich einfach nur zum Kotzen! Denn die gesamte Gesellschaft hier - wie anderswo - ist inzwischen derart weichgespült, dass niemand / kaum jemand mehr die Verantwortung auf sich nehmen will, die Folgegenerationen mit den möglichen Konsequenzen leichtfertig eingesetzter Gefahren zu konfrontieren.

Wenn ich erreichen will, dass mein Kind nicht unachtsam herumzündelt, bringe ich ihm doch schon aus reinem Menschenverstand sachte bei, wie es sich anfühlt, sich zu verbrennen und bringe ihm statt dessen bei, wie man Feuer unter Kontrolle behält, ohne sich oder anderen zu schaden.
Und noch mehr bezieht sich das auf z.B. die Wirkung von Schusswaffen. Das kann man wohl kaum mit theoretischer Aufklärung bewältigen, siondern der potenzielle Benutzer einer solchen oder anderen Waffe muss sich darüber bewusst sein, welche Wirkung eine solche auf ihn/sie hätte und obe er/sie dies erleben wollte.

Um so mehr Gewalt (welcher Art auch immer) also tabuisiert wird, desto geringer wird die Hemmschwelle, sie auch auszuüben.

Damit möchte ich auf die Erziehungsdefizite in D und anderen Staaten zurück kommen. Das gegenseitige Abschieben von Verantwortung zwischen den Institutionen Eltern und Staat (Kita/Schule) einerseits und der anderseitige Kompetenzstreit zwischen eben diesen beiden lässt eben eine riesige Lücke, in der die Kids allein bleiben und auf ihr 'Gutdünken' angewiesen sind, welches aus oftmals zweifelhaften Quellen gespeist wird.

Ich glaube allerdings nicht daran, dass die Nutzung von PC-Spielen oder gewisser Gewaltfilme primär dazu führt, dass Kinder/Jugendliche im tatsächlichen Leben die Neigung entwickeln, ihrerseits Gewalt gegenüber ihrer Umgebung anwenden.
Denn wenn dem so wäre, wäre es einem Täter ja schon Genugtuung, beliebig auf anonyme Personen in z.B. einer Einkaufspassage zu ballern.

Aber nach all mir bekannten Fällen haben sich die Täter jeweils gegen die Institutionen gewendet, mit denen sie über Jahre konfrontiert waren.

Und da offenbar die gesamte Gesellschaft - zumindest mehrheitlich - hinnimmt, dass in dem o.g. Institutionenkonflikt die Kinder unberücksichtigt bleiben, sollte sie auch nicht Betroffenheit heucheln.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Dietrich »

Zeppelin hat geschrieben:Ich glaube allerdings nicht daran, dass die Nutzung von PC-Spielen oder gewisser Gewaltfilme primär dazu führt, dass Kinder/Jugendliche im tatsächlichen Leben die Neigung entwickeln, ihrerseits Gewalt gegenüber ihrer Umgebung anwenden.
Denn wenn dem so wäre, wäre es einem Täter ja schon Genugtuung, beliebig auf anonyme Personen in z.B. einer Einkaufspassage zu ballern.
Aber nach all mir bekannten Fällen haben sich die Täter jeweils gegen die Institutionen gewendet, mit denen sie über Jahre konfrontiert waren.
Ich kenne nicht die genauen Zahlen, aber ich nehme mal an, dass ca. 80% der Jungen im dementsprechenden Alter irgendwelche "Killerspiele" spielen.
Im Gegensatz zu früher, wo die Kinder Cowboys und Indianer gespielt haben, wobei aber der Inhalt des Spiels meist so war, daß die Cowboys die Indianer zum Tee eingeladen haben und umgekehrt die Indianer die Cowboys zum Rauchen der Friedenspfeife. Was gleich mehr Raucher zur Folge hatte....

Wahrscheinlich haben sogar 85% der Amokläufer in Deutschland morgens mehr oder weniger regelmäßig Nutella zum Frühstück gegessen! Ist das eigentlich mittlerweile verboten? Bei uns hier im Tengelmann habe ich es am WE sogar noch im Regeln gesehen, nicht unter der Ladentheke oder so!

Das mit der allgemeinen Verurteilung der Killerspiele ist wieder mal so ein total armer Politiker-Schnellschuß. Wobei allerdings nicht nur die Politiker schuld daran sind, sondern die Gesellschaft ansich. Wenn soetwas passiert, dann schreien sofort alle "Wie kann man das verhindern?" "Was kann der Staat und die Politik tun?"
Welcher Politiker hat dann den Mut die Wahrheit zu sagen? "Nix! Da muss sich die Gesellschaft selber drum kümmern!" Da müssen die Leute ihre Kinder so erziehen, dass sie eben andere Kinder nicht derart ausgrenzen, mobben, quälen, etc. Da müssen Eltern SELBER aufpassen, dass ihr Kind nicht 7 Tage in der Woche von 13.00 bis 22.00 (am WE schon ab 9.00) Uhr nur am Computer hockt und Computerspiele (inkl. "Killerspiele") spielt. Da müssen Lehrer auch mal reagieren, wenn sie so etwas mitbekommen.
Aber da müssen keine Schulen in Hochsicherheitstrakte verwandelt werden, wo am Eingang jeder auf Waffen abgetastet wird oder durch so Scanner durchmuss. Da muss nicht jeder im Schützenverein wie ein potentieller Schwerverbrecher mitten in der nacht vom Swat-Team kontrolliert werden, ob auch sein Waffenschrank verschlossen ist.

Was man in meinen Augen unter Umständen erstmal einführen könnte wären Schuluniformen und Handyverbot. Am Eingang der Schule gibt es ein Schließfach für jeden, wo morgens das Handy, der MP3-Player, Walkman, etc. reinkommt. Wird jemand mit Handy in der Schule erwischt, dürfen die Eltern das Handy beim Direktor wieder abholen.
Da wären auf jeden Fall schon mal 2 Gründe für Mobbing (Klamotten und Technik) stark reduziert.

Die meiste Verantwortung aber liegt bei den Eltern.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Sibirier »

So traurig wie es ist, aber es gibt es auch hier:

http://www.aktuell.ru/russland/news/amo ... 23898.html
Marco
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Marco »

Moin!

Berichterstattung:
Sehr genial zur Berichterstattung zum Amoklauf finde ich diese Satire:
http://www.hanno.de/blog/2009/guten-abe ... chrichten/

Computerspiele:
Sehe ich eigentlich wie Dietrich und Zeppelin. Ein Verbot von den sog. "Killerspielen" sehe ich aus verschiedenen Gründen kritisch. Der Hauptgrund ist aber: Ein Verbot wird nichts bringen. Ich spiele Computerspiele seit ich 10 Jahre alt war. Damals hat man die Spiele per Tausch bekommen. Da gab es noch kein Internet und somit waren Verbreitungswege stark eingeschränkt. Trotzdem habe ich eine Vielzahl von indizierten und verbotenen Spielen bekommen. Da waren dann solche Sachen wie Commando Libiya dabei, wo man stupide Leute mit einem MG töten mußte, die auf einer Ebene vor dir von einer Seite zur anderen liefen. Über den Bonuslevel rede ich mal nicht.
Damals gab es dann auch noch die sog. "braune" Software. U.a. war da ein Klon vom (damals) bekannten Spiel "Kaiser" dabei, wo man u.a entscheiden mußte, ob man die Juden etc. zur Vergasung oder zur Zwangsarbeit schickt.
Was letztendlich nur hilft, ist das Eltern sich damit auseinandersetzen, was ihre Kinder am PC alles tun.
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