Meiner Meinung nach noch viel mehr als der Westen.Rainer Horstmann hat geschrieben:Vielleicht erfahre ich hier mehr, wieweit die Russen auch der Seuche des Materialismus verfallen sind.
Gibt es nur noch die Anbeter des Geldes?
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Gibt es nur noch die Anbeter des Geldes?
Dieser Thread ist eine Auskopplung von: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f ... 13&p=83211. Admin
Re: Neu am 1. Mai 2009
Hallo.....!! Grüsse Dich..Rainer Horstmann hat geschrieben:Vielleicht erfahre ich hier mehr, wieweit die Russen auch der Seuche des Materialismus verfallen sind. Der Westen ist kulturell und ideell kaputt. Vom heutigen Russland weiß ich das nicht. Erst recht nicht, ob die Denker noch eine Bedeutung haben. Solschenizyn ist tot. Gibt es nur noch die Anbeter des Geldes? Wenn sich das bestätigt, wechsele ich auf eine Seite des Iran!
Es gibt den Ausdruck des "Postkommunistischen Materialismus"...
Er fängt in der ehemaligen DDR an und ist am schlimmsten in der Mongolei. Im Grunde ist es ein ekelhafter Zustand.. er hat bei der jungen Generation mit dem Werteverfall in den Zeiten der Katastroika zu tun... führte zu so perversen Zuständen wie Bandenkriege (Mafia) und 1X Sex für 1$ bis zu den Oligarchen und den kleinen Harems.... Im Grunde verliert der postkommunistische Materialismus seine Kraft. Durch mehr internationale Kontakte und Aufklärung in den Ex-kommunistischen Ländern verschwindet sehr viel von diesem Zustand. Der Materislismus im Westen... im nahen Osten und in den Ex-kommunistischen Staaten ist sehr sehr verschieden und darf nicht vermischt werden
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Rainer Horstmann
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Re: Neu am 1. Mai 2009
[...] Kenne Ost Europa von Reisen recht gut. Aber an der Grenze zur Ukraine war Ende.
Bin aus Hannover und in die ehemalige DDR gezogen. In die Nähe von Güstrow.
Das war vor acht Jahren. Hier wurde ich nie ein Bürger. Meine Illusion, der real existierende Sozialismus hätte wenigstens einige Formen der Solidarität hinterlassen, ist weg. Neid auf den Westen und Ellenbogen Mentalität sind stark verbreitet. Nur der eigene Clan zählt. Den habe ich hier nicht und werde ihn nie bekommen...
Russische Kultur, vor allem die Schriftsteller, sind eine Macke von mir.
Nicht umsonst heißt meine Tochter, leider eine typisch marktwirtschaftlich, erfolgsorientierte Person mittlerweile, "Sonja".
Ich sehe im TV von Oligarchen, höre Berichte von Morden an Journalisten in Russland und bin unsicher.
Die ärmeren Schichten, deutlich mehr als in der BRD, kämpfen sicher nur um das Überleben.
Was mich interessiert, sind die nicht dekadenten Intellektuellen, also keine "Schrott Kunst" Formation in der Förderation. Haben die kein Gewissen?
Sind sie nur Abziehbilder von Figuren wie Andy Warhol?
Fragen über Fragen...
Gruß
Rainer
Bin aus Hannover und in die ehemalige DDR gezogen. In die Nähe von Güstrow.
Das war vor acht Jahren. Hier wurde ich nie ein Bürger. Meine Illusion, der real existierende Sozialismus hätte wenigstens einige Formen der Solidarität hinterlassen, ist weg. Neid auf den Westen und Ellenbogen Mentalität sind stark verbreitet. Nur der eigene Clan zählt. Den habe ich hier nicht und werde ihn nie bekommen...
Russische Kultur, vor allem die Schriftsteller, sind eine Macke von mir.
Nicht umsonst heißt meine Tochter, leider eine typisch marktwirtschaftlich, erfolgsorientierte Person mittlerweile, "Sonja".
Ich sehe im TV von Oligarchen, höre Berichte von Morden an Journalisten in Russland und bin unsicher.
Die ärmeren Schichten, deutlich mehr als in der BRD, kämpfen sicher nur um das Überleben.
Was mich interessiert, sind die nicht dekadenten Intellektuellen, also keine "Schrott Kunst" Formation in der Förderation. Haben die kein Gewissen?
Sind sie nur Abziehbilder von Figuren wie Andy Warhol?
Fragen über Fragen...
Gruß
Rainer
Man muß, wenn von Freiheit gesprochen wird, immer wohl achtgeben, ob es nicht eigentlich Privatinteressen sind, von denen gesprochen wird." (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)
- Zejtnot
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Re: Neu am 1. Mai 2009
Ich lagere dies nun in einen extra Thread aus, damit man es später einmal wiederfindet.
Diese Leute haben durchaus ein Gewissen, denken aber vorrangig, dass man sein Glück selbst in die Hand nehmen muss - sprich, sich selbst vom Kommerz oder anderen materialistischen Denkweisen befreien muss. Dabei kann man wenig helfen. (So scheint mir deren Philosophie.)
Diese Szene ist in Novosibirsk übrigens sehr stark! Siehe auch http://www.mdz-moskau.eu/index.php?date=1210163150
Übrigens, dass die Erstarkung des Islamismus nur eine Flucht vor dem geldorientierten Kapitalismus ist, leuchtet mir schon seit einiger Zeit ein. Insofern liegst Du mit dem Iran vielleicht gar nicht so falsch.
Nein, ich denke diese Künstler - zumindestens in Novosibirsk - sind genau jene, die sich dem Kommerz nicht unterwerfen. Und es ist einfach eine logische Folge, dass sie sich damit auch anderen konservativen, stromlinienförmigen Tendenzen verweigern - und so landen sie mehr oder weniger zwangsweise bei der "Schrottkunst".Rainer Horstmann hat geschrieben:Was mich interessiert, sind die nicht dekadenten Intellektuellen, also keine "Schrott Kunst" Formation in der Förderation. Haben die kein Gewissen? Sind sie nur Abziehbilder von Figuren wie Andy Warhol?
Diese Leute haben durchaus ein Gewissen, denken aber vorrangig, dass man sein Glück selbst in die Hand nehmen muss - sprich, sich selbst vom Kommerz oder anderen materialistischen Denkweisen befreien muss. Dabei kann man wenig helfen. (So scheint mir deren Philosophie.)
Diese Szene ist in Novosibirsk übrigens sehr stark! Siehe auch http://www.mdz-moskau.eu/index.php?date=1210163150
Übrigens, dass die Erstarkung des Islamismus nur eine Flucht vor dem geldorientierten Kapitalismus ist, leuchtet mir schon seit einiger Zeit ein. Insofern liegst Du mit dem Iran vielleicht gar nicht so falsch.
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Re: Neu am 1. Mai 2009
Na ja, so etwas wie eine Nomenklatur ist ja auch in diesem Staat vorhanden...und die lebt nicht schlecht dort und auch im gesamten arabischen Raum.Zejtnot hat geschrieben:Übrigens, dass die Erstarkung des Islamismus nur eine Flucht vor dem geldorientierten Kapitalismus ist, leuchtet mir schon seit einiger Zeit ein. Insofern liegst Du mit dem Iran vielleicht gar nicht so falsch.
Die ungleiche Vermögensverteilung innerhalb von Gesellschaften und damit verbundenen Verhaltensweisen und Effekte ist glaube ich ein globalisiertes Problem.
Re: Neu am 1. Mai 2009
Apollo hat geschrieben:Na ja, so etwas wie eine Nomenklatur ist ja auch in diesem Staat vorhanden...und die lebt nicht schlecht dort und auch im gesamten arabischen Raum.Zejtnot hat geschrieben:Übrigens, dass die Erstarkung des Islamismus nur eine Flucht vor dem geldorientierten Kapitalismus ist, leuchtet mir schon seit einiger Zeit ein. Insofern liegst Du mit dem Iran vielleicht gar nicht so falsch.
Die ungleiche Vermögensverteilung innerhalb von Gesellschaften und damit verbundenen Verhaltensweisen und Effekte ist glaube ich ein globalisiertes Problem.
Der Iran.. also in vielen Punkten erinnert mich der Iran an die Endzeit der SU.. Da gibt ne riesen Menge an Witzen über die Staatsführung.. das Leben.. die Armut und den Mangel. Auch war meine Generation der Schüler voll auf Westrausch (1990/1991). Aus dem Zimmer meines Vetters in Moskau wurde ein "Gameclub" durch meine aus dem Westen gebrachte Atari-Konsole und er hat sich das Spiel auch schon mit nem Rubel oder einfach einmal mit einem Treffen mit einer Nachbarin bezahlen lassen. Auch im Iran ist der Kerl aus dem Westen (sofort Reich und Sexy) ein geliebter Gast. Es interessiert nicht der Mensch sondern oft nur sein Geldbeutel.. auch ist der Fluchtgedanke bei den Persern drin.. das war ja in Russland auch ganz schlimm vor einiger Zeit.
Nachhaltigkeit.. Materialisten im Westen.. dem ehemaligen Ostblock oder dem nahen Osten haben auch im Wirtschaftsleben oft "keinen" Bezug zur Nachhaltigkeit. Das schnelle... sofortige wird gesucht.. nach mir die Flut.
Das ist im Iran (meine Meinung) noch viel schlimmer als in Russland. Im Grunde benutze ich bei Kontakten im Iran immer meine Erfahrung aus der Geschichte den 90`s. Ich sehe den Iran anders als seine Nachbarn. Für mich ist der Iran ein Sonderstatus. Eine Mischung aus Ostblock und naher Osten.. bei seinen Nachbarn steigt die Bedeuting des Islam.. im Iran fällt sie.
- Axel Henrich
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Re: Neu am 1. Mai 2009
Weil die jungen Leute trotz "Sittenwaechter" einen Weg gefunden haben das alte System von Innen her "aufzuweichen".J.Eckel hat geschrieben:Der Iran... Eine Mischung aus Ostblock und naher Osten.. bei seinen Nachbarn steigt die Bedeuting des Islam.. im Iran fällt sie.
Habe vor kurzem eine richtig gute und interessante Reportage ueber den Iran gesehen (Discovery ...).
Um so erstaunter war ich ueber die IMHO wieder mal daemliche Reaktion Merkels/Obamas etc. die "Graeben" nicht zu verfuellen, sondern gar noch zu vertiefen. Die weitere Isolierung finde ich voellig bloedsinnig und kontraproduktiv.
-ah-
-
Rainer Horstmann
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Re: Gibt es nur noch die Anbeter des Geldes?
Hallo,
ich danke den Moderatoren für diesen Thread. Über Russland werde ich mich nicht äußern. Dazu gibt es genug Menschen hier, die mehr Wissen haben.
Aber was den Iran betrifft. Dort gibt es in absehbarer Zeit keinen Umsturz. Ich rechne auch fest damit, der Präsident wird wieder gewählt.
Da er leider nicht die Macht hat, die Gründe kenne ich nicht, die Eskapaden der dekadenten Oberschicht zu brechen, bleiben auch Reformen zugunsten der ärmeren Schichten aus. Aber der Glaube ist in diesem Land ungebrochen.
Genau zu diesem Thema fällt mir ein Abschnitt aus den Dämonen von Dostojewskij ein:
„ ... Jedes Volk ist nur solange ein Volk, als es seinen besonderen Gott hat und alle übrigen Götter der Welt unerbittlich ausschließt, nur solange es glaubt, daß es mit diesem Gott alle anderen Götter besiegen und aus der Welt vertreiben wird. Das haben alle geglaubt, vom Anfang der Welt an, alle großen Völker wenigstens, alle bedeutenden, alle, die einmal an der Spitze der Menschheit gestanden haben. Gegen Tatsachen kann man nicht an. ... und wenn es schließlich seinen römischen Gott in den Abgrund geworfen und sich dem Atheismus ergeben hat, der bei ihnen vorläufig Sozialismus heißt, so einzig deshalb, weil der Atheismus immerhin gesünder ist als der römische Katholizismus. Wenn ein großes Volk nicht glaubt, daß allein in ihm die Wahrheit ist- gerade und ausschließlich in ihm allein-, wenn es nicht glaubt, daß es allein fähig und berufen ist, alle anderen mit seiner Wahrheit von den Toten zu erwecken und zu erlösen, so verwandelt es sich sofort in ethnographisches Material und ist kein großes Volk mehr. Ein wirklich großes Volk kann sich niemals mit einer zweitrangigen Rolle in der Menschheit zufriedengeben, ja nicht einmal mit einer erstrangigen, es muß unbedingt und ausschließlich an allererster Stelle stehen. Wer diesen Glauben verliert, ist kein Volk mehr...“
Wahrscheinlich unterscheiden diese Punkte die Russische Föderation und den Iran und die BRD ist nicht Deutschland, sondern ein Vasall internationaler Konzerne!
Gruß
Rainer
ich danke den Moderatoren für diesen Thread. Über Russland werde ich mich nicht äußern. Dazu gibt es genug Menschen hier, die mehr Wissen haben.
Aber was den Iran betrifft. Dort gibt es in absehbarer Zeit keinen Umsturz. Ich rechne auch fest damit, der Präsident wird wieder gewählt.
Da er leider nicht die Macht hat, die Gründe kenne ich nicht, die Eskapaden der dekadenten Oberschicht zu brechen, bleiben auch Reformen zugunsten der ärmeren Schichten aus. Aber der Glaube ist in diesem Land ungebrochen.
Genau zu diesem Thema fällt mir ein Abschnitt aus den Dämonen von Dostojewskij ein:
„ ... Jedes Volk ist nur solange ein Volk, als es seinen besonderen Gott hat und alle übrigen Götter der Welt unerbittlich ausschließt, nur solange es glaubt, daß es mit diesem Gott alle anderen Götter besiegen und aus der Welt vertreiben wird. Das haben alle geglaubt, vom Anfang der Welt an, alle großen Völker wenigstens, alle bedeutenden, alle, die einmal an der Spitze der Menschheit gestanden haben. Gegen Tatsachen kann man nicht an. ... und wenn es schließlich seinen römischen Gott in den Abgrund geworfen und sich dem Atheismus ergeben hat, der bei ihnen vorläufig Sozialismus heißt, so einzig deshalb, weil der Atheismus immerhin gesünder ist als der römische Katholizismus. Wenn ein großes Volk nicht glaubt, daß allein in ihm die Wahrheit ist- gerade und ausschließlich in ihm allein-, wenn es nicht glaubt, daß es allein fähig und berufen ist, alle anderen mit seiner Wahrheit von den Toten zu erwecken und zu erlösen, so verwandelt es sich sofort in ethnographisches Material und ist kein großes Volk mehr. Ein wirklich großes Volk kann sich niemals mit einer zweitrangigen Rolle in der Menschheit zufriedengeben, ja nicht einmal mit einer erstrangigen, es muß unbedingt und ausschließlich an allererster Stelle stehen. Wer diesen Glauben verliert, ist kein Volk mehr...“
Wahrscheinlich unterscheiden diese Punkte die Russische Föderation und den Iran und die BRD ist nicht Deutschland, sondern ein Vasall internationaler Konzerne!
Gruß
Rainer
Man muß, wenn von Freiheit gesprochen wird, immer wohl achtgeben, ob es nicht eigentlich Privatinteressen sind, von denen gesprochen wird." (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)
Re: Neu am 1. Mai 2009
Stimme hier voll zu.Axel Henrich hat geschrieben:Weil die jungen Leute trotz "Sittenwaechter" einen Weg gefunden haben das alte System von Innen her "aufzuweichen".J.Eckel hat geschrieben:Der Iran... Eine Mischung aus Ostblock und naher Osten.. bei seinen Nachbarn steigt die Bedeuting des Islam.. im Iran fällt sie.
Habe vor kurzem eine richtig gute und interessante Reportage ueber den Iran gesehen (Discovery ...).
Um so erstaunter war ich ueber die IMHO wieder mal daemliche Reaktion Merkels/Obamas etc. die "Graeben" nicht zu verfuellen, sondern gar noch zu vertiefen. Die weitere Isolierung finde ich voellig bloedsinnig und kontraproduktiv.
-ah-
Zur Isolierung des Iran. Im Grunde ist der Iran nicht isoliert... Weder Turkmenistan noch die arabischen Golfstaaten, noch der Irak oder Pakistan setzten das UN Embargo um. Das ganze Geschwätz von Isolierung etc... das ist doch alles sehr aus einer amerikanischen oder europäischen Brille. Weder aus Indien noch aus China wird der Iran als isoliert gesehen.
-
ingo_001
Re: Gibt es nur noch die Anbeter des Geldes?
Der Knackpunkt dürfte Irans Regierungschef sein, der immer wieder betont Israel auslöschen zu wollen.
Bei aller (auch gerechtfertigten) Kritik an der israelischen Regierung - diese (wenn auch "nur" verbale) Drohung ist inakzeptabel.
Wären diese - ich nenns mal "Aussetzer" nicht - würde man (zumindest von deutscher Seite) nicht so reagieren.
"Leben und leben lassen" -würde man diesen Grundsatz beherzigen, gäbs ne Menge Probleme weniger auf dieser Welt.
Bei aller (auch gerechtfertigten) Kritik an der israelischen Regierung - diese (wenn auch "nur" verbale) Drohung ist inakzeptabel.
Wären diese - ich nenns mal "Aussetzer" nicht - würde man (zumindest von deutscher Seite) nicht so reagieren.
"Leben und leben lassen" -würde man diesen Grundsatz beherzigen, gäbs ne Menge Probleme weniger auf dieser Welt.