Nee, im russischen Kino ist er viel besser! Der Kerl kommt da so überzeugend, dass man glauben könnte, er wäre ein Russe!bella_333 hat geschrieben:also Shrek war im russischem Kino genauso wie im Deutschen
Nein, den kenne ich leider noch nicht, darum weiß ich auch nicht, welche Filme diesem ähneln. Aber danke Dir für den Tip.Norbert hat geschrieben:Aber hast Du "Дикое поле" und ähnliche russische Filme gesehen?
Wenn ich an russische "Filmtradition" denke, fallen mir einzelne herausragende Regisseure ein, ich denke auch an Komödien in Sowjetmanier, Kriegsfilme, starke Literaturverfilmungen. Ich weiß aber nicht, ob es da so etwas wie eine "russische Schule" gibt. Es sind doch eher einzelne Filmemacher, die das Gesicht einer nationalen Kinolandschaft prägen. Von der Intensität könnte man so vielleicht Michalkow mit Schlöndorff vergleichen, aber Letzterer ist ja eh schon seit einer halben Ewigkeit in USA. Der zählt nicht mehr mit.
Für deutsche Filme/Fernsehserien der letzten 20-30 Jahre stehen meinem Empfinden nach qualitativ hochwertige Fernsehkrimis, familientaugliche Heimatserien, schwerverdauliches Intellektuellenkino, kalauernde Komödien, und seit Kurzem ein paar aufsehenerregende Filmemacher wie Fatih Akin. Und natürlich ein paar Erfolgsfilme, die sich in der Regel dramaturgisch an Hollywood orientieren.
Was deutsche und russische Fernsehproduktionen gemein haben ist, dass sie sich gerne an erfolgreichen Konzepten aus dem Ausland bedienen. Ansonsten sehe ich nicht viel Gemeinsames. Aber es ist natürlich auch einfacher, die Unterschiede zu beschreiben, als die Gemeinsamkeiten.
Ich finde, russische Filmemacher setzen fast alle gerne eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen ein, das aber gibts eher selten im deutschen Kino (Werner Herzog als Ausnahme). Literaturverfilmungen gelingen in beiden Fällen meist recht gut, in Russland scheint mir allerdings die Werktreue etwas wichtiger zu sein. Russische Filmemacher mystifizieren vielleicht öfter als deutsche; gerade im russischen Mainstream schwingt dabei auch häufig so ne patriotische Grundstimmung mit - das gibts im deutschen Kino praktisch gar nicht. Und (unmittelbar nachvollziehbar) die russischen Filme aus den 90ern beschäftigten sich gerne mit Fragen der eigenen Identität, so a la Sibirskij Cirjulnik.
Vergleiche sind natürlich nicht leicht und sehr pauschal, aber was man IMHO auf jeden Fall sagen kann ist, dass das russische Kino facettenreicher ist als das deutsche. So gibt es beispielsweise einige Produktionen in der Tradition von Brat oder Bumer, die ein unorientiertes junges Publikum ansprechen. Das einzige deutsche Pendant, das mir dazu gerade einfällt, ist vielleicht "Knocking on Heaven's Door". Was die Kriegsfilme betrifft - Riesenunterschied! Zum einen gibts kaum deutsche neueren Datums, und die, die es gibt, erzählen eigentlich nie von Helden - die zahlreichen russischen auch nicht immer, aber meistens (reine Feststellung persönlicher Eindrücke, keine Wertung).


