Ladenschluss: Kaufen und Saufen rund um die Uhr

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Soll das LSG in Dland abgeschafft verden?

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Anonymous

Ladenschluss: Kaufen und Saufen rund um die Uhr

Beitrag von Anonymous »

Ladenschluss: Kaufen und Saufen rund um die Uhr
Rund um die Uhr geöffnet - ein Lebensmittelladen in Petersburg (Foto: Deeg/.rufo)Von Lothar Deeg, St. Petersburg. Beim Ladenschluss ist Russland maximal liberal: Wer will, hält sein Geschäft nicht nur sonntags, sondern auch nach Mitternacht offen. Die meisten Kunden suchen in dieser Zeit aber nur noch etwas zu trinken. Nüchtern gebliebene Nachtmenschen können mit dem Auto aber auch 24-Stunden-Supermärkte am Stadtrand ansteuern.

Nachts um halb zwei gibt es an den Kassen im riesigen "Lenta"-Supermarkt an der Wyborger Chaussee keine Warteschlangen - und das, obwohl nur zwei der 29 Kassen besetzt sind. An jeder Kasse steht ein Kunde, das Piepsen der Scanner hat die diesem Vorgang sonst eigene Hektik verloren: Kassiererin Swetlana schiebt die Waren in gemessener Ruhe über das Gummiband. "Nachts ist die Arbeit viel angenehmer, weniger Kunden eben", meint die Mitvierzigerin mit der schwarzen Stoppelfrisur.

Auch der Klient hat es jetzt nicht eilig - es ist so spät, dass man sich nicht mehr verspäten kann. Nur die Rubel-Scheine im Geldbeutel sehen irgendwie alle gleich aus: Ist die Beleuchtung in diesem erst vor einer Woche eröffneten Cash&Carry-Markt mit 16.000 verschiedenen Waren wirklich so schummrig - oder liegt es daran, dass selbst einem routinierten Spätaufsteher nach einem langen Marsch durch Regalschluchten und Kleiderständer zu dieser Zeit die Augen zufallen?

(Foto: Deeg/.rufo) Regale auffüllen in der Nacht

Draußen vor dem Eingang verlieren sich zwei, drei Dutzend Autos auf einem Parkplatz für 600 Fahrzeuge: Der rabenschwarze Asphaltozean geht stufenlos in den St. Petersburger Nachthimmel über. Swetlana hat zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die Hälfte ihrer Schicht hinter sich: Gearbeitet wird in russischen 24-Stunden-Läden üblicherweise nach dem Schema "von neun bis neun".

Ständigen Kundenkontakt haben die Verkäufer dabei nicht unbedingt: "Von halb drei bis zum frühen Morgen gibt es oft gar keine Kundschaft", sagt Swetlana. Pause fürs Personal bedeutet das aber keineswegs: "Wir müssen dann Regale auffüllen."

Die auf Autobesitzer als Kunden orientierten sechs "Lenta"-Märkte an der Stadt-Peripherie sind die einzige Ladenkette, die in St. Petersburg durchgehend offen hat: Fachgeschäfte und Boutiquen sind in der Regel bis 20 oder 21 Uhr zu Diensten. Die Kaufhäuser in der Innenstadt schließen um 22 oder 22.30 Uhr, auf Nahrungsmittel und Alltagswaren konzentrierte Supermärkte um 22 oder 23 Uhr.

Dort herrscht dann Leben bis kurz vor Ladenschluss: Autofahrer schätzen den späten Abend wegen der staufreien An- und Abfahrt. Und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln können Personal und Kunden noch nach Hause kommen, bevor kurz nach Mitternacht die Petersburger Metro geschlossen wird.

Dass ein Geschäft aber 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche geöffnet hat, erstaunt in Russland dennoch niemanden: Seit Beginn der Marktwirtschaft gibt es überall einzelne Kioske und kleinere Lebensmittelläden, in denen, wenn der Kühlschrank nichts mehr hergibt, auch zu nachtschlafender Zeit die nötigsten Dinge zu üblichen Preisen zu haben sind. Vorausgesetzt, man traut sich dann noch vor die Tür und in die Gesellschaft der nächtlichen Kundschaft.

Nächtliche Kunden wollen Hochprozentiges

Denn in Nachtdienst-Geschäften wird meist die Hälfte der Regale von Wodka, Wein, Bier und anderen Alkoholika eingenommen. Manche 24-Stunden-Läden verkaufen sogar nur Alkohol - bezeichnend für die Art der Nachfrage zu später Stunde. Als im sozial vergleichbaren Lettland vor zwei Jahren der Spirituosenverkauf nach 22 Uhr verboten wurde, verloren in Riga die Nachthändler 80 Prozent ihres Umsatzes, klagte der lettische Kaufmannsverband.

Auch in St. Petersburg gibt es kaum Geschäfte anderen Profils, die die russische Ladenschluss-Liberalität voll ausnutzen. An der Metro-Station Gorkowskaja, einer auch spätnachts leidlich lebhaften und hellen Ecke in der Innenstadt, gibt es neben zwei Lebensmittel-Läden noch eine 24-Stunden-Apotheke und eine Videothek. Und wer weiß wo, wird in der Fünf-Millionen-Stadt nach Mitternacht auch ein neues Handy oder Ersatzteile für LKWs finden.

Anders als in Deutschland, wo kraft Ladenschlussgesetz die Türen sonntags grundsätzlich zu bleiben, klingeln in Russland die Kassen dann munter weiter: Shopping statt Schaufensterbummel ist angesagt. Nur wenige Fachgeschäfte leisten es sich, am Sonntag gar nicht zu öffnen; manche Läden verkürzen am Tag des Herrn morgens und abends die Öffnungszeiten um ein oder zwei Stunden. So ist sonntägliches Einkaufen eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Petersburger - sei es auf Märkten, dem belebten Newski-Prospekt oder in den diversen neuen Einkaufszentren, in denen man auch noch etwas essen kann - und anschließend ins Kino oder zum Bowling gehen.

Kein russisches Wort für "Ladenschluss"

Verständnis für das deutsche Hickhack um den Ladenschluss gibt es deshalb in Russland nicht. Es gibt nicht einmal ein Wort dafür. Und auch kein eigenes Gesetz - das sonst bis zur Absurdität durchbürokratisierte Russland kommt mit den zwei Zeilen des Paragraf 11, Absatz 2 des Gesetzes "Über den Verbraucherschutz" aus. Darin heißt, dass der Ladeninhaber die Öffnungszeiten selbst festlegt. Absatz 3 formuliert die einzige Auflage: Die Öffnungszeiten sind sichtbar anzuschreiben und einzuhalten.


Bei aktuell.RU:
• IKEA erhält Baulizenz in Moskaus Innenstadt (05.04.2004)
• Supermarkt-Offensive in St. Petersburg (07.03.2002)
• IKEA auf dem Weg nach Murmansk (21.03.2003)
• Mega-Einkaufszentrum für Moskau (11.12.2002)

Ungeschriebenes Gesetz bei der Händlerschaft ist, dass in einem nachts geöffneten Geschäft auch ein Wachmann Dienst schieben soll - weniger als Schutz vor Überfällen denn als Rausschmeißer. "In ein geöffnetes Geschäft wird nicht eingebrochen", meint Igor Klimow, Inhaber eines kleinen Lebensmittelladens, "und Überfälle kann es auch tagsüber geben". Einen Nachtwächter müsste er also ohnehin bezahlen. Darum setzt er lieber noch eine Verkäuferin dazu - schließlich ist das einer der am schlechtesten bezahlen Berufe in Russland. Angesichts der Löhne von eher unter als über 200 Euro im Monat amortisiert sich deren Nachtschicht durch den Wodka- und Bierumsatz allemal. Und Arbeitswillige gibt es für den einen wie den anderen Job genug.

Unter diesen Umständen nimmt es kein Wunder, dass der einzige Ansatz einer Regelung von Ladenschlusszeiten in Russland sich nicht um wirtschaftliche oder soziale Aspekte dreht, sondern nur um schlichten Lärmschutz: Die Moskauer Stadtregierung verfügte letztes Jahr angesichts der potentiell alkoholgeschwängerten Nachtkundschaft, dass Lebensmittelgeschäfte in Wohnhäusern nur bis 23 Uhr geöffnet bleiben dürfen.


Wirklich mal eine gute Sache, die wir aus Russland uebernehmen sollten.... :D
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werner
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In Deutschland undenkbar

Beitrag von werner »

Interessanter Artikel. Dazu mein Erlebnis in der kleinen Stadt Juchnow.
Am Sonnabendmorgen, 1.30Uhr hatten wir noch glueckliche Stunden im
Kreise der Familie. Oma sagte, dass es doch an der Ecke ein Magasin gibt, wo wir noch etwas Sekt kaufen koennten.
Die Nacht war Sternenklar und wir machten uns auf den Weg.
Ich guckte dumm auf das Schild mit den Oeffnungszeiten ( bis 21 Uhr )
und die lustige Pradavstiza freute sich uns zu sehen.
Das Wort gibt es schon in Deutschland : AWG
( Alle werden gluecklich ) !!!

Werner :wink:
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Dietrich
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Re: Ladenschluss: Kaufen und Saufen rund um die Uhr

Beitrag von Dietrich »

Stanley hat geschrieben: Wirklich mal eine gute Sache, die wir aus Russland uebernehmen sollten.... :D
Ja, zusammen mit den Durchschnittloehnen, dem Sozialsystem und der Korruption!

Frage: Wer von denen die zugestimmt haben arbeitet als Verkaeufer(in) oder betreibt selbst ein Einzelhandelsgeschaeft?
Wer arbeitet (immer) auch Samstags und Sonntags? Und nachts?

Es leben die (grossen) Supermaerkte!
Anonymous

Re: Ladenschluss: Kaufen und Saufen rund um die Uhr

Beitrag von Anonymous »

Dietrich hat geschrieben:
Stanley hat geschrieben: Wirklich mal eine gute Sache, die wir aus Russland uebernehmen sollten.... :D
Ja, zusammen mit den Durchschnittloehnen, dem Sozialsystem und der Korruption!

Frage: Wer von denen die zugestimmt haben arbeitet als Verkaeufer(in) oder betreibt selbst ein Einzelhandelsgeschaeft?
Wer arbeitet (immer) auch Samstags und Sonntags? Und nachts?

Es leben die (grossen) Supermaerkte!
Es gibt 8 Millionen angestellte die auch am Sonntag in Dland arbeiten...
Und jetzt erkär mir mal warum AUGERECHNET der einzelhandel davon befreiht werden soll?
Das ergibt einfach KEINEN Sinn! :!:
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

hc_blacki hat geschrieben:Zumal ich die Umfrage schwachsinning und unütz finde. :roll:
Sowas brauchst du echt nicht posten.... :roll: :evil:
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AnGro
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Beitrag von AnGro »

warum nicht? ist auch eine Meinung.
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

AnGro hat geschrieben:warum nicht? ist auch eine Meinung.

Wenn es ihn stört dann braucht er es auch nicht beachten... :roll:
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AnGro
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Beitrag von AnGro »

kennst halt Blacki nicht. Er sagt immer allen seine Meinung, auch ungefragt.

Hab ne Hausaufgabe fuer Dich: such mir bitte eine serioese Quelle mit der Angabe der Dollar-Millionaersanzahl in Russland und/oder Moskau. Ich finde nix.
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

AnGro hat geschrieben:kennst halt Blacki nicht. Er sagt immer allen seine Meinung, auch ungefragt.

Hab ne Hausaufgabe fuer Dich: such mir bitte eine serioese Quelle mit der Angabe der Dollar-Millionaersanzahl in Russland und/oder Moskau. Ich finde nix.
*g* Was ist schon seriös habe dannahc auch shcon oft gesucht und viele russen haben mir auch davon berichtet! :wink:
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Beitrag von AnGro »

Stanley hat geschrieben:*g* Was ist schon seriös habe dannahc auch shcon oft gesucht und viele russen haben mir auch davon berichtet! :wink:
serioes: mir serioes genug ist z.B. ein Nachrichtenartikel, der sich auf irgendeine Statistik bezieht.
oft danach gesucht: und wie ich nix gefunden.
viele russen haben davon berichtet: mir haben auch schon viele Russen viel berichtet, aber daher anzunehmen, dass in Moskau 200.000 Dollarmillionaere wohnen halte ich schon fuer ganz schoen gewaltig. Ich sag immer noch, dass da ne Null zuviel drin ist.
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