ich wollte mit Euch die Erfahrungen meiner Baltikumsreise 2009 teilen, um dem ein oder anderen vielleicht einen Ansporn zu geben, das (nicht-russische) Baltikum zu besuchen. Leider konnten wir Kaliningrad nicht anschauen, da wir uns für die 2 dafür zur Verfügung stehenden Tage nicht die ganze Visumsprozedur geben wollten. Persönlich hätte ich gerne die Gegend um Kaliningrad gesehen.
Mein alter Studienkollege und ich wollten dieses Jahr wieder einmal ein "Großprojekt" durchziehen. Nachdem wir letztes Jahr sämtliche Regionen in England abgefahren sind haben wir uns dieses Jahr entschlossen innerhalb von 2 Wochen von Deutschland aus das komplette Baltikum zu durchfahren. Als Stationen haben wir geplant Stuttgart - Breslau - Ausschwitz - Danzig - Masuren (Lötzen) - Vilnius - Südost-Lettland- Peipussee - Narva -Talinn - Insel Ösel - Riga - Kurische Nehrung und zurück.
Es waren an die 8000km und wir haben uns einen Mietwagen dafür genommen. Da wir nur 2 Wochen Zeit hatten, mussten wir uns auf wenige Punkte fokussieren, an denen wir dann längere Zeit verbrachten, das waren Schlesien - Masuren und Estland. Für den ganzen Trip kam jeder mit 900€ auf seine Kosten. Für 14 Tage Baltikum ein sehr guter Preis.
Polen war durch schlechte Straßen geprägt, vor allem im östlichen Teil. Strecken von 400km konnten wir dank Landstraßen in einem Tag zurücklegen. Andererseits waren die Masuren ein wunderbarer Landstrich, wo wir viele nette, deutschsprechende Menschen trafen. Über die Grenze nach Litauen hinweg, sahen wir Vilnius und den einzigartigen Flair der Altstadt. Lettlands Straßen (v.a. an der Grenze zu Russland) waren mehr Schotterpisten als echte auf der Karte eingezeichnete asphaltierte "Landstraßen". Lettland ist noch immer das rückständigste Land der drei Baltenstaaten. Der beste Teil unseres Urlaubs war jedoch Estland. Sei es am Peipussee, in Narva oder auf der Insel Ösel. Meiner Meinung nach hat Estland die beste Atmosphäre und es macht richtig Spaß dort zu reisen. Im östlichen Teil Estlands leben mehr Russen als Esten, die aber auch gutes Englisch sprechen.
Den letzten großen Punkt der Reise war die Kurische Nehrung, der wohl teuerste Ort des Baltikums. Hier konnten wir das Naturreservat und die Grenze nach Russland "ausspähen". Auch kulturell interessante Punkte wie Schwarzort (Nerida), in dem Thomas Mann seine Sommerresidenz hatte, sind einen Besuch Wert.
Trotz der Strapazen war dies ein toller Urlaub, den ich gern wiederholen möchte (aber mit entspanntem Programm und weniger, aber fokussierteren Stationen).
Viele Grüße,
Schwabe


