kamensky hat geschrieben:Irgendwie ist es halt eine Zwickmühle, denn einerseits sucht und buhlt man um Investoren, welche aber leider vorwiegend eher im Ausland zu finden sind. Die heimischen haben entweder schon zuviel "Dreck am Knebel", oder aber es fehlt an Vertrauen in die eigenen Landleute, egal aus welcher politischen Ecke diese kommen.
Es ist ja nicht nur die Frage, ob Investitionen, sondern vor allem wie ..
Was in der UKR abläuft, kennt RUS ja auch ... verbrecherische Oligarchen eignen sich mit politischer, medialer Macht, Korruption nationale Assets unter Wert an, die sie mit Hilfe ausländischer Investoren versilbert, zu Lasten des Volkes, zum Nutzen beider Plünderer ... die Geschäfte laufen einfach nicht fair ab ... zT sind sie auch mit Schulden-Abhängigkeiten verknüpft ... Kolonialisierung ... Ausbeutung ...
Joseph E. Stiglitz, Chef-Wirtschaftsberater von US-Präsident Bill Clinton, Chef-Ökonom der Weltbank und Wirtschafts-Nobelpreisträger - gefeuert, als er sich der Strategie des IWF/Weltbank verweigerte. Der IWF treibe die Regierungen der Welt an, ihre Völker in die Schulden-Falle zu manövrieren. Davon profitieren die multinationalen Konzerne. Die Ausbeutung ist langfristig.
Er spricht von
vier Stufen, nach denen der IWF vorgeht: Zunächst soll es
Privatisierungen geben. Alles, was in die Hände der Finanz-Elite geraten kann, ist willkommen.
Stufe zwei ist die
Liberalisierung der Kapitalmärkte. Investments sollen länderübergreifend ohne Hindernisse möglich sein. Wie Brasilien und Indonesien jedoch gezeigt hätten, sei das Geld nur in eine Richtung geflossen – aus den Ländern raus.
Stufe drei ist die Einführung von „
marktgerechten Preisen“. Auch das eine gute Idee. Praktisch hat dies jedoch dazu geführt, dass die Preise für Nahrungsmittel, Wasser und Heizgas explodierten. (was der IWF auch in der Ukraine betrieb, aber schon Timoschenko verweigerte)
Und nun kommt, so Stiglitz, ein Zwischenschritt zur finalen Lösung: Der Nobelpreisträger spricht von den „
IWF-Unruhen“. „Wenn ein Land am Boden liegt, presst der IWF das letzte Blut aus ihm heraus.“ Stiglitz nennt Indonesien, Bolivien und Ecuador als Beispiele, wo genau an dem Punkt schwere soziale Unruhen einsetzen. Soziale Unruhen haben den unschätzbaren Vorteil, dass die Preise für Unternehmen und andere Assets in den betreffenden Ländern sinken, und daher die Einverleibung durch internationale Konzerne zu einem hochprofitablen Geschäft werden lassen.
Die vierte und letzte Stufe schließlich ist der
Freihandel. Stiglitz vergleicht die Errichtung von Freihandelszonen unter Aufsicht der Welthandelsorganisation WTO mit den „Opium-Kriegen“. Im 19. Jahrhundert hatten Amerikaner und Europäer einen knallharten Kolonialkrieg begonnen, der dazu dienen sollte, den Freihandel zu fördern. In der Praxis sah es so aus wie beim freien Kapitalverkehr: Lateinamerika, Asien und Afrika wurden mit Militär-Blockaden gezwungen, ihre Grenzen zu öffnen. Europäer und Amerikaner dachten nicht daran, ihre Märkte zu öffnen, sondern agierten weiterhin protektionistisch. Heute, so Stiglitz, brauche man keine Militär-Blockaden. Heute werde dies mit Finanz-Blockaden gemacht.