Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Der Griwna-Kurs hat noch gestrigem Knick deutlich in den Positivbereich heute (mal wieder) einen neuen Tiefststand erreicht. (1:38)
Gemessen am Kurs während der Janukowytsch-Zeit (relativ stabil bei 1:12, wenn ich das richtig sehe), ist das Geld also im Vergleich zum Euro binnen eines Jahres nur noch ein Drittel wert.
Vor ein paar Wochen gab es den ersten sehr heftigen Absturz, zusammen mit der offiziellen Meldung, daß der Nationalbank das Geld ausgehe, um den Kurs weiterhin zu stützen, diese Woche dann der nächste heftige Rutsch.
http://www.finanzen.net/devisen/euro-hrywna-kurs
Ich wollte es nur mal erwähnt haben, weil zwar exzessiv über den (mittlerweile seite etlichen Wochen gestoppten) Abrutsch des Rubels berichtet wurde und es auch immer noch in keinem Bericht über die Folgen für Moskau fehlt, während die Griwna-Entwicklung (mir zumindest) in den Nachrichten nur 2-3 mal in einem Nebensatz begegnet ist.
Gemessen am Kurs während der Janukowytsch-Zeit (relativ stabil bei 1:12, wenn ich das richtig sehe), ist das Geld also im Vergleich zum Euro binnen eines Jahres nur noch ein Drittel wert.
Vor ein paar Wochen gab es den ersten sehr heftigen Absturz, zusammen mit der offiziellen Meldung, daß der Nationalbank das Geld ausgehe, um den Kurs weiterhin zu stützen, diese Woche dann der nächste heftige Rutsch.
http://www.finanzen.net/devisen/euro-hrywna-kurs
Ich wollte es nur mal erwähnt haben, weil zwar exzessiv über den (mittlerweile seite etlichen Wochen gestoppten) Abrutsch des Rubels berichtet wurde und es auch immer noch in keinem Bericht über die Folgen für Moskau fehlt, während die Griwna-Entwicklung (mir zumindest) in den Nachrichten nur 2-3 mal in einem Nebensatz begegnet ist.
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Also, mir hat vorgestern jemand sein Leid geklagt wegens Freunden und Verwandten in der Ukraine (aber der freiheitlich-demokratisch orientierte Westteil). Die Renten sind wohl schon einmal gekürzt wurden und werden jetzt noch einmal gekürzt (verlangt wohl der IWF und die EU, wie üblich), die Energiepreise steigen ständig und die Leute wissen langsam nicht mehr, wovon sie leben sollen..., es war ein sehr langes trauriges Gespräch. Zum Schluß hat sie gesagt, dass das ganze Land langsam, aber sicher vor dem Baum gefahren wird und es keinen interessiert...
Erinnert mich verdammt an Griechenland, wo das Parlament damals jubelte, als sie wieder Staatsanleihen auf den Märkten plazieren konnten, die EU zu deren Erfolg gratulierte und die hungernden Leute davor demonstrierten...
Erinnert mich verdammt an Griechenland, wo das Parlament damals jubelte, als sie wieder Staatsanleihen auf den Märkten plazieren konnten, die EU zu deren Erfolg gratulierte und die hungernden Leute davor demonstrierten...
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Die ZEIT hat das Thema heute sehr offen behandelt:_RGP_ hat geschrieben:..während die Griwna-Entwicklung (mir zumindest) in den Nachrichten nur 2-3 mal in einem Nebensatz begegnet ist.
In Kiew verkaufen sie jetzt Sozialbrot
Die Löhne fallen, die Gaspreise ziehen an, aus Osten kommt der Krieg näher. In der Ukraine wächst die Armut und schafft eine Gesellschaft, der die Perspektive fehlt.
VON AXEL HANSEN
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Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Aus politischen Gründen passt es wohl in Deutschland nicht in Bild, das Wirtschaftschaos in der Ukraine zu exponieren. Scheiß drauf, dass sie dort langsam nix mehr zu mampfen haben und vor die Hunde gehen, die Botschaft "Freiheit kann man nicht fressen" passt nicht zu Expansionsstrategie der EU.
Lustig ist es, mit welch messianischem Eifer eines Hasspredigers "die WELT" tagein-tagaus auf Russland eindrischt - würde sie diesen Kreuzzug auch mal gegen die Ukraine fahren, würde das die ganze Ausgabe jeden Tag sprengen.
So blöd wie die deutsche Regierung muss man erst mal sein - mit Griechenland hat man schon genug an der Backe, da muss man sich nicht noch diese Ukraine auf Bangladesh-Zimbabwe-Niveau ans Bein binden. Aber wenn einem Daueralimentation Spaß macht, bitte sehr.
Lustig ist es, mit welch messianischem Eifer eines Hasspredigers "die WELT" tagein-tagaus auf Russland eindrischt - würde sie diesen Kreuzzug auch mal gegen die Ukraine fahren, würde das die ganze Ausgabe jeden Tag sprengen.
So blöd wie die deutsche Regierung muss man erst mal sein - mit Griechenland hat man schon genug an der Backe, da muss man sich nicht noch diese Ukraine auf Bangladesh-Zimbabwe-Niveau ans Bein binden. Aber wenn einem Daueralimentation Spaß macht, bitte sehr.
"Eines der zentralen Probleme heutzutage ist, dass die Politik so eine Schande ist. Gute Menschen gehen nicht in die Politik." (Donald Trump)
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Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Das entbehrt nicht einer gewissen Logik._RGP_ hat geschrieben:Ich wollte es nur mal erwähnt haben, weil zwar exzessiv über den (mittlerweile seite etlichen Wochen gestoppten) Abrutsch des Rubels berichtet wurde und es auch immer noch in keinem Bericht über die Folgen für Moskau fehlt, während die Griwna-Entwicklung (mir zumindest) in den Nachrichten nur 2-3 mal in einem Nebensatz begegnet ist.
In der Ukraine dominieren andere Probleme. Die für Schlagzeilen sorgen. Schlimm, aber da bleibt das Finanzdebakel auf der Strecke.
Entscheidend wird sein, dass die Ukraine durch internationale, wohlwollende Bürgschaften und Garantien noch kreditwürdig ist. Zudem stehen die kapitalistischen Plünderer, die sich in der Ukraine billig einkaufen wollen, schon in den Startlöchern. Das nennt man "positives Investitionsklima".
Russland muss sich mit Sanktionen auseinandersetzen, das heißt, es gibt kein Geld auf dem Weltmarkt, die Milliarden-Forderungen werden bald fällig. Auch bei (für uns) günstigem Rubelkurs ist kein nennenswerter Export russischer Waren möglich, der frische Devisen ins Land bringt. Erst mal muss Russland ganz klein und bescheiden werden, damit das Interesse wächst, wieder im großen Maß zu investieren. Gerade davon hatte Putin in der 1. und 2. Amtsperiode profitiert und den Ruf erworben, von dem er im Inland immer noch zehrt.
Man erinnere sich mal: Nach 1945 sah es in Deutschland grausam aus, weitaus schlimmer, als jetzt in der Ukraine. Trotzdem hatten wir ein paar Jahre später das Wirtschaftswunder. Was inzwischen gerne vergessen wird: Insbesondere die USA hatten großes Interesse, hier zu investieren. Uns hat es geholfen und die Amis haben dabei noch gutes Geld verdient.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Der Konflikt in der Ukraine wird nach Ansicht von Bundestagsabgeordneten für einen massiven Transfer von Land an Konzerne und Firmen missbraucht, die von internationalen Großbanken finanziert werden. Dazu gehöre unter anderem die Bankengruppe KfW, teilte Birgit Bock-Luna, Chefin des Büros des Abgeordneten Niema Movassat, RIA Novosti mit.
Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20150 ... z3SvOeJt1O
... da passt das doch ganz gut, der Ukraine wird wirklich geholfen...
Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20150 ... z3SvOeJt1O
... da passt das doch ganz gut, der Ukraine wird wirklich geholfen...
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Ui, heftig...Danke für den Link!Berlino10 hat geschrieben: Die ZEIT hat das Thema heute sehr offen behandelt:
Das sind echt noch schlimmere Sachen, als man es beim bloßen Gedanken an den Kursrutsch vielleicht gedacht hätte. Abrutschen auf das Level von Ländern, die wir zun ärmsten Staaten der Welt zählen (obwohl kürzlich noch auf irgendeine Weise schöngerechnet wurde, daß die Ukraine jetzt zu den 50 stärksten Industrienationen gehört, oder so ähnlich)
100%ige Preiserhöhungen auf den öffentlichen Nahverkehr tun dann extrem weh, auch wenn es nur ein paar Pfennige sind.
Kein Wunder, daß es mehr und mehr Proteste, diese Woche, wenn ich mich irre, sogar eine Handfeste Auseinandersetzung in einem Verwaltungsgebäude wegen (nach deutschen Maßstäben) Kleingeldes gibt.
Über den Demokraten Kolomoiski wird schon seit Wochen berichtet, daß er immobilien und Firmen aufkauft..gerne auch gegen den Willen der Besitzer. Schlägertrupp vorbeigeschickt, und die Verkaufsverhandlungen gehen blitzschnell über die Bühne. Ihm kann ja schließlich keiner was. Privatarmee im Rücken, und man kann machen, was man will.Sachse007 hat geschrieben:Der Konflikt in der Ukraine wird nach Ansicht von Bundestagsabgeordneten für einen massiven Transfer von Land an Konzerne und Firmen missbraucht
Zuletzt geändert von _RGP_ am 27 Feb 2015, 13:51, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Die Oligarchen und EUSA-Konzerne holen sich ihre Jagdbeute ..._RGP_ hat geschrieben:Über den Demokraten Kolomoiski wird schon seit Wochen berichtet, daß er immobilien und Firmen aufkauft..gerne auch gegen den Willen der Besitzer. Schlägertrupp vorbeigeschickt, und die Verkaufsverhandlungen gehen blitzschnell über die Bühne. Ihm kann ja schließlich keiner was. Privatarmee im Rücken, und man kann machen, was man will.Sachse007 hat geschrieben:Der Konflikt in der Ukraine wird nach Ansicht von Bundestagsabgeordneten für einen massiven Transfer von Land an Konzerne und Firmen missbraucht
Internationales Landgrabbing wurde auch schon hier behandelt:
FR 13.2 - Zugriff auf die Kornkammer
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Ganz eindeutig.....Berlino10 hat geschrieben:Die Oligarchen und EUSA-Konzerne holen sich ihre Jagdbeute ...
Internationales Landgrabbing wurde auch schon hier behandelt:
FR 13.2 - Zugriff auf die Kornkammer
Dir ist schon bewusst, dass alle diese dort beschriebenen Dinge VOR dem Euromaidan passiert sind, oder?Bereits im letzten Jahrzehnt nahmen die Agrarexporte stark zu. Sie stiegen laut dem polnischen Thinktank „Centre for Eastern Studies“ zwischen 2005 und 2012 von 4,3 auf 17,9 Milliarden Euro. Laut der US-Agrarbehörde könnte die Ukraine zum zweitgrößten Getreideexporteur nach den USA aufrücken. Das Land ist wegen niedriger Bodenpreise attraktiv für Investoren aus dem Westen, die Land kaufen wollen, aber auch für Hersteller von Agrarmaschinen und Saatgut.
In der Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Linken bestätigt das Bundeslandwirtschaftsministerium, dass bereits die Hälfte der ukrainischen Agrarfläche von Großunternehmen bewirtschaftet wird. Das größte davon, die Agrarholding „UkrLandFarming“, besitze alleine rund 670 000 Hektar. Zum Vergleich: Die mittlere Größe der Bauernhöfe in Deutschland beträgt 60 Hektar, Großbetriebe bewirtschaften bis zu 12 000 Hektar. Laut dem NGO-nahen kanadischen „Oakland Institut“, das zu Landgrabbing recherchiert, sind seit 2002 rund 1,6 Millionen Hektar ukrainische Agrarfläche an multinationale Unternehmen verkauft oder verpachtet worden, darunter 405 000 Hektar an eine Luxemburger Firma und 250 000 Hektar an eine russische. 2013 verhandelte Kiew zudem mit China über die Nutzung von sogar drei Millionen Hektar im Osten des Landes, was rund fünf Prozent der gesamten ukrainischen Agrarfläche und in etwa der Größe Belgiens entspricht. Kiew hat den weiteren Verkauf von Flächen zwar vorerst gestoppt, doch sind Verpachtungen mit bis zu 50 Jahren Laufzeit möglich.
Und seitdem:
Teufel! Eine Verdreifachung bei den ukrainischen Konzernen!, während die ausländischen nur um ca. 50% zugelegt haben.Ukrainische Unternehmen haben danach 2014 rund 131 Millionen Euro an Krediten erhalten, 2013 waren es erst 45 Millionen. Bei den ausländischen Konzernen stieg die Summe gleichzeitig von 122 Millionen auf 186 Millionen Euro.
Da könnte man jetzt sogar fast(!) argumentieren, dass der Landraub, der unter Janukovich extreme Formen annahm, endlich adressiert und teilweise zumindest verlangsamt wurde.
...würde natürlich nicht mit der Spukgeschichte von der amerikanischen Jagdbeute zusammenpassen....
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)
W. Churchill (1940)
Re: Griwna-Crash und Preissteigerungen in der Ukraine
Süss, ... selbst dir sollte klar sein, dass eine wirtschaftliche Eroberung nicht erst mit einem politischen Ereignis beginnt, sondern dieses hervorruft, begünstigt, ausnutzt ... die Oligarchen der UKR wurden natürlich schon vorher eingebunden, sonst wäre ein Umsturz gegen ihre Macht in den Medien, in der Rada, ... gar nicht möglich gewesen ... die Kontrolle etwa über den grössten privaten Gasproduzenten der UKR, Burisma, (10%) ergab sich nicht erst durch die Übernahme der Leitung durch Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten.
Die internationale Ausbeutung der UKR und das üble Spiel seiner Oligarchen gab es natürlich auch vorher schon - am Landgrabbing sind auch RUS, China, ... beteiligt
Die internationale Ausbeutung der UKR und das üble Spiel seiner Oligarchen gab es natürlich auch vorher schon - am Landgrabbing sind auch RUS, China, ... beteiligt
