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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 22 Mär 2015, 18:58
von GIN
Das hat sich noch nicht bis zu mir und meinen Freunden/Bekannten in ähnlicher Position herumgesprochen.
Das wundert mich nicht.
Die Frage ist natürlich, wo ist die Grenze zwischen dem guten Ingenieur und dem Durchschnitt.
Der gut Ingenieur in Russland hat meistens eine nicht_russische Ausbildung (UdSSR oder Ausland) und versteht die russische Sprache. So etwa wie ich.
Aber warum erkennen die offiziellen Sprecher und Systemverfechter das nicht an und danken der EU/USA für die wohltuenden Sanktionen?"
machen sie doch. Du solltest anfangen die russische Sprache zu lernen. Nach mehreren Jahrzehnten sollte das doch einmal funktionieren. Im Bereich Landwirtschaft 100%. Du denkst nicht wie viele Geschäftsleute ich in Russland kenne die in Landwirtschaft investiert haben und nun noch mehr im Geld schwimmen.

Betreffend Ferien...... hier in der Schweiz gibt's auch Reisebüros die Quoten haben zu Deutschen, Russen usw... ich weiss auch das in Frankreich die Leute ungern Deutsche im Hotel haben. Wir sollten einfach anerkennen das der Grossteil der Welt verschieden ist und verschieden Ferien machen möchte. Mir ist nur nie in Russland aufgefallen das Russen darauf achten was für Nationalitäten sie in den Ferien haben. Sie achten höchstens ob russischsprachiges Personal existiert. Vielleicht kennt ihr euch aber besser aus, da ich seit einigen Jahren nicht mehr pauschal buche.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 22 Mär 2015, 19:34
von klaupe
GIN hat geschrieben:Das wundert mich nicht.
Mich schon, denn die stammen nahezu alle aus dem höheren Bildungssegment.
Der gut Ingenieur in Russland hat meistens eine nicht_russische Ausbildung (UdSSR oder Ausland) und versteht die russische Sprache. So etwa wie ich.
Also die angepassten Oldies?
"Aber warum erkennen die offiziellen Sprecher und Systemverfechter das nicht an und danken der EU/USA für die wohltuenden Sanktionen?"
machen sie doch
Und dann lügen sie so unverschämt bei RT und verteufeln des Westen wegen der Sanktionen. Undankbare Schwachsinnige!
Du solltest anfangen die russische Sprache zu lernen.
Mit Sicherheit nicht! Ich habe meine Dolmetscher/innen. Die Welt besteht nicht nur aus Russland.
Im Bereich Landwirtschaft 100%. Du denkst nicht wie viele Geschäftsleute ich in Russland kenne die in Landwirtschaft investiert haben und nun noch mehr im Geld schwimmen.
Toll, die haben es auch dringend nötig, denn bis jetzt wurde viel zu viel importiert, sogar Äpfel aus Werder und Käse aus Mecklenburg. Eine Schande bei so riesigen Ackerflächen.
Wir sollten einfach anerkennen das der Grossteil der Welt verschieden ist und verschieden Ferien machen möchte.
Dazu haben selbst die Russen das Recht, was sie sich quasi durch Gorbi schwer erkämpft haben. Die Urlauber hier, die ja nicht auf Ferienplatzzuteilung angewiesen sind/waren, dürfen sogar wählen, wo sie keinesfalls mehr Urlaub machen möchten.
Mir ist nur nie in Russland aufgefallen das Russen darauf achten was für Nationalitäten sie in den Ferien haben.
Weiß ich nicht, aber an den Orten, wo sie auftreten, zeigen sie schon oft eine auffällige Häufung und Dominanz.
Vielleicht kennt ihr euch aber besser aus, da ich seit einigen Jahren nicht mehr pauschal buche.
Für die Anderen kann ich nicht sprechen.
Ich selbst habe einmal eine Reise nach London gewonnen, das war die einzige Pauschalreise, an der ich jemals als Gast teilnahm.
Sonst war ich stets in der Partei der Reiseveranstalter und stand auf der anderen Seite, ca. 30 % Bürojob und 70 % auf Achse. Daher meide ich bei privaten Reisen alle Ansammlungen von Touristen, denn das stinkt nach Arbeit. Verhindern lässt sich das allerdings nicht immer :(

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 22 Mär 2015, 23:51
von GIN
Близок локоть да не укусишь würde in deinem Fall gut passen.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 23 Mär 2015, 01:24
von fugen
GIN, ich bin gespannt wie du es ihm erklärst :-))

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 23 Mär 2015, 02:46
von klaupe
GIN hat geschrieben:Близок локоть да не укусишь würde in deinem Fall gut passen.
Wenns Dir gut tut! Geschenkt!

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 24 Mär 2015, 03:26
von tecis
@ klaupe.

Die Landessprache zu koennen, ist IMMER das a und o, egal wo du bist.

Wie oft habe ich schon in Verhandlungen mich dumm gestellt, mir den einen oder anderen Passus nochmal uebersetzen lassen und hatte laenger Zeit, mir bei kniffligen Fragen eine Antwort waehrenddessen zu ueberlegen.

Allein die kulturellen Feinheiten zwischen den Zeilen zu verstehen, ist ohne Kenntnis der Landessprache so gut wie unmoeglich, da hilft auch kein Uebersetzer, da es oft Interpretation (deshalb auch englisch = interpreter) bedarf.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 24 Mär 2015, 03:33
von tecis
GIN hat geschrieben:@ Klaupe

Da Wahrheit ist das ein guten russischer Ingenieur meist genau so viel verdient wie eine deutsche Kraft. Auch jetzt ist das noch so.

Seit Putin sind wirklich die Löhne sehr stark gestiegen, drum hast Du ja jetzt in der Türkei mehr Russen als deutsche Gäste. Die Russen können/konnten Geld ausgeben.
Seit den Sanktionen gibt es nach meiner Meinung eine starke Anpassung nach UNTEN. Die Löhne und die Produktivität passen sich sehr schnell an. Ich finde die Entwicklung sehr gut, da die Russen überbezahlt wurden. In vielen Gesprächen merke ich gerade in der Landwirtschaft unglaublich positive Entwicklungen in Russland. Auch in der Technik läuft gerade die Anpassung in Rekordzeit.
Sie müssen härter arbeiten und weniger konsumieren. Das passiert jetzt auch. Nach 3 oder 4 Jahren haben wir dann eine erholte russische Wirtschaft die unabhängig im Raum steht. Hier war ich vor 12 Monaten noch nicht sicher, jetzt sehe ich aber die Entwicklungen. Danke Sanktionen.
Wer etwas spezielles kann, was wirklich am Markt gefragt ist und die Landessprache spricht, kann fast immer ueberall den DE-Netto-Tarif verlangen. Vielen Tuechtigen und Schlauen aus dem deutschsprachigen Raum ist das bereits aufgefallen, weshalb sie jenseits der Landesgrenze schaffen und dort nicht selten mehr Freizeit ueber bleibt, da die oertlichen Abgabensaetze und sonstigen Gaengelungen sich eher in Grenzen halten.

Bei Unternehmern ist das wieder etwas anders, da man auch mit den entsprechenden ungeschriebenen Gesetzen in Konflikt kommen kann.

Sehr interessant und zukunftstechnisch wichtig ist die Anpassung von Produktivitaetin RU, vor allem in Bezug auf die Technik. Ich hoere das sehr gern.

Mit den Sanktionen hat sich dann der Westen doppelt ins Knie geschossen, denn die Asiaten (JP; KR, CN) haben diesen Unfug nicht mitgemacht und werden dann in RU als ein viel verlaesslicherer Partner gesehen, wobei ich glaube DE, AT, CH sind auch noch anstaendig im Rennen. Der restliche Westen kann eh dicht machen, aber das hatten wir ja bereits.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 24 Mär 2015, 03:45
von tecis
Alex KA hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Aber komischerweise bekomme ich häufige Anrufe von ausländischen Firmen, amerikanische und deutsche.. Ja, sie rufen selbst an.. Die wollen jemanden in Russland finden der für sie preiswert arbeitet, denn Rubel ist stark gefallen, und die Löhne auch.. Aber ich habe abgelehnt ohne sie anzuhören..
Sie verhängen die Sanktionen, und kommen danach in Russland nach Arbeitskräften zu suchen...
Und wieso machst Du das ? wie ist Dein Konzept?
Der Deutsche VDI setzt ja auch Mär in die Welt. Zbs Fachräftemangel in Deutschland. Die Presse schnappt das auf und die Arbeitgeber können nach ein paar Jahren weiter Billigheimer suchen.
Das ist wie Raubüberfall, die Amerikaner setzen uns eine Pistole an der Kopf, und wir müssen für sie billig schuften.. Da sitzt ein Pizza Lieferant in Amerika und kann aus seinen Taschengeld einen Ingenieur in Russland bezahlen, da sehe ich kein Sinn.. Es ist besser für uns Arbeit in Bau eine Wasserstoffbombe zu investieren, damit die Pistole von den Kopf wegkommt..
Ich wuerde den Raubueberfall keineswegs zu Lasten meines Geldbeutels zulassen. Ein selbst auferlegtes Martiryum wird immer schlecht bezahlt und noch seltener anerkannt. Die "befreundeten" deutschen Firmen zahlen sicher nicht freiwillig mehr.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 24 Mär 2015, 10:46
von inorcist
Der einfachere und bequemere Weg ist sicherlich in Deutschland bei einem Unternehmen anzufangen, das auch in Russland aktiv ist, und dann auf eine Entsendung hinzuarbeiten. Das hat zunächst mal den Vorteil, dass du im Zweifelsfall leicht nach Deutschland zurückkehren kannst und in Russland ein höheres bzw angemesseneres Gehalt hast. Ich schätze mal, dass Russland momentan nicht sonderlich beliebt ist für einen Auslandsaufenthalt. Dementsprechend sollte das machbar sein.

Was GIN in Bezug auf Gehälter beschrieben hat, deckt sich mit meiner Erfahrung. Während einfache Angestellte in Russland in der Regel deutlich weniger verdienen als ihre Kollegen in Deutschland, verdienen wirklich qualifizierte Angestellte mindestens dasselbe, wenn nicht sogar mehr als in Deutschland. Mit qualifiziert meine ich hier Ausbildung auf westlichem Niveau, mindestens eine Fremdsprache, Fähigkeit selbst Entscheidungen zu treffen und Leute, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Bei uns im Unternehmen (Finanzbranche) zahlen wir den wirklich guten Leuten in Russland etwa 10% mehr als vergleichbar guten Leuten in London oder Zürich. Allerdings ist das nur ein kleiner Teil und diese Leute sind auch entsprechend schwierig zu finden und zu halten. Ein Freund, der eine Zeit lang in Russland als Ingenieur für einen grossen europäischen Maschinenbauer gearbeitet hat, hat mir ähnliches berichtet. Die Lohndiskrepanz führt teilweise aber auch zu Spannungen zwischen den Mitarbeitern.

Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Verfasst: 24 Mär 2015, 19:07
von tecis
Vielen Dank fuer die Ausfuehrungen, vor allem der Punkt der Verantwortung und Entscheidungen ist meines Erachtens wichtig, das koennen die meisten naemlich nicht.

Die Entwicklung in DE wird aehnlich sein, denn immer mehr "qualifizierte" erkennen, dass sie in Mitteleuropa ueber den Tisch gezogen werden und einen riesen Sozialstaat mitfinanzieren muessen, aus welchem sich alle ungeniert bedienen. (In der CH nicht ganz so schlimm, Tendenz aber zunehmend).

Ich habe auch festgestellt, dass oft dabei (bei DE-Unternehmen des Mittelstands, wo der Entscheidungstraeger deutsch und greifbar ist) nicht Studium ja oder nein eine Rolle spielt, sondern die Berufserfahrung und man auch mit der dualen Berufsausbildung und entsprechenden Praxiskenntnissen sehr weit kommen kann. Dies gilt alles ausschliesslich fuer den kaufmaennisch/administrativen Bereich. Ein Studium der MINT-Faecher ist tendenziell eher schwer ersetzbar, daher auch erstrebenswert.

Praezisierung zum Thema Fremdsprachen: Damit ist eigentlich immer gemeint: Muttersprache + englisch fliessend in Wort und Schrift + eine Fremdsprache.

Beim Lohn gibt es dann zwei Varianten vor Ort: Entweder man klotzt extrem heran und wird sehr gut bezahlt oder man schiebt eine etwas ruhigere Kugel, guckt etwas links und rechts, kann noch seine eigenen Geschaefte machen und hat (natuerlich Ergebnis vorausgesetzt) wenig Druck in der Arbeit.

Ich fahre Variante 2 und es hat bisher ganz gut funktioniert.