kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
Atlantida
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kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Atlantida »

Hallo zusammen [welcome],

seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken zu meinen russischen Wurzeln zurück zu kehren. Dabei stellt sich mir natürlich die Frage, ob meine deutsche Berufsausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation und erste Berufserfahrung im Personalwesen in Rußland was bringt.

Außerdem wäre es für mich von Interesse, ob meine Herkunft (in Almaty/Kasachstan geboren) da von Vorteil oder eher Nachteil wäre. Wie wäre hier der geschickteste Vorgang um nach Rußland auswandern zu können?

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten/Tipps!
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Norbert
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Norbert »

Ich denke "Manager" gibt es wie Sand am Meer, gefragt sind eher spezialisierte Techniker o.ä. Aber die Hauptfrage ist, wie Du diese Ausreise gesetzlich regeln willst. Ich übernehme mal meine Texte aus einem anderen Thread:

Ich weiß nicht, ob Du bereits mit den Details des russischen Migrationsrechts vertraut bist - aber leider ist es so, dass man hier ohne ständiges Einkommen keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt, zugleich aber die vorläufige Aufenthaltsgenehmigung (welche man im ersten Jahr nur erhält) nicht zum Arbeiten berechtigt. Eine Arbeitsgenehmigung darf nur ein Arbeitgeber beantragen, der keinen passenden Russen für die Stelle gefunden hat - alles machbar, aber sehr viel Papierkram. Ferner benötigt man Wohnraum, da man diesen ebenso für die Aufenthaltsgenehmigung vorweisen muss. (Vermieter von Wohnungen und Häusern geben ungern/nie eine unbegrenzte Einverständniserklärung zur Vermietung - insofern sollte es Eigentum sein.)

Als in der Sowjetunion geborener Bürger kannst Du vermutlich einfacher die russische Staatsbürgerschaft wiedererlangen, aber ob Du dafür wirklich (wie von beiden Seiten gefordert) die deutsche abgeben willst, wäre zu hinterfragen.

Grundsätzlich empfehle ich zunächst "ein Jahr auf Probe", da die russische Wirklichkeit - vor allem in Sachen Bürokratie und Wetter - nicht jedermanns Sache ist. Im Rahmen eines Austauschprogramms, sozialer Hilfe, etc.
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Atlantida hat geschrieben:Hallo zusammen [welcome],

seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken zu meinen russischen Wurzeln zurück zu kehren. Dabei stellt sich mir natürlich die Frage, ob meine deutsche Berufsausbildung als Kauffrau für Bürokommunikation und erste Berufserfahrung im Personalwesen in Rußland was bringt.

Außerdem wäre es für mich von Interesse, ob meine Herkunft (in Almaty/Kasachstan geboren) da von Vorteil oder eher Nachteil wäre. Wie wäre hier der geschickteste Vorgang um nach Rußland auswandern zu können?

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten/Tipps!
Nach meiner Erfahrung können die meisten russischen Arbeitsgeber deine Ausbildung überhaupt nicht einstufen. Wirst dann wohl wie jemand aus der Uni angesehen.
Es gibt keine duale Bildung in Russland. Einen massiven Bedarf an Fachkräften sehe ich momentan nicht. Es werden gerade viele Stellen abgebaut und die Arbeitslosigkeit wächst. Mal lieber erst einmal so ein paar Testmonate oder warte noch etwa ein Jahr bis Russland sich auf die neue Wirklichkeit etwas eingestellt hat.
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Alex KA
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Alex KA »

Aber komischerweise bekomme ich häufige Anrufe von ausländischen Firmen, amerikanische und deutsche.. Ja, sie rufen selbst an.. Die wollen jemanden in Russland finden der für sie preiswert arbeitet, denn Rubel ist stark gefallen, und die Löhne auch.. Aber ich habe abgelehnt ohne sie anzuhören..
Sie verhängen die Sanktionen, und kommen danach in Russland nach Arbeitskräften zu suchen...
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Alex KA hat geschrieben:Aber komischerweise bekomme ich häufige Anrufe von ausländischen Firmen, amerikanische und deutsche.. Ja, sie rufen selbst an.. Die wollen jemanden in Russland finden der für sie preiswert arbeitet, denn Rubel ist stark gefallen, und die Löhne auch.. Aber ich habe abgelehnt ohne sie anzuhören..
Sie verhängen die Sanktionen, und kommen danach in Russland nach Arbeitskräften zu suchen...
Und wieso machst Du das ? wie ist Dein Konzept?
Der Deutsche VDI setzt ja auch Mär in die Welt. Zbs Fachräftemangel in Deutschland. Die Presse schnappt das auf und die Arbeitgeber können nach ein paar Jahren weiter Billigheimer suchen.
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Alex KA
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von Alex KA »

GIN hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben:Aber komischerweise bekomme ich häufige Anrufe von ausländischen Firmen, amerikanische und deutsche.. Ja, sie rufen selbst an.. Die wollen jemanden in Russland finden der für sie preiswert arbeitet, denn Rubel ist stark gefallen, und die Löhne auch.. Aber ich habe abgelehnt ohne sie anzuhören..
Sie verhängen die Sanktionen, und kommen danach in Russland nach Arbeitskräften zu suchen...
Und wieso machst Du das ? wie ist Dein Konzept?
Der Deutsche VDI setzt ja auch Mär in die Welt. Zbs Fachräftemangel in Deutschland. Die Presse schnappt das auf und die Arbeitgeber können nach ein paar Jahren weiter Billigheimer suchen.
Das ist wie Raubüberfall, die Amerikaner setzen uns eine Pistole an der Kopf, und wir müssen für sie billig schuften.. Da sitzt ein Pizza Lieferant in Amerika und kann aus seinen Taschengeld einen Ingenieur in Russland bezahlen, da sehe ich kein Sinn.. Es ist besser für uns Arbeit in Bau eine Wasserstoffbombe zu investieren, damit die Pistole von den Kopf wegkommt..
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

Wirtschaft funktioniert nicht so. Auch wenn ich hier deine Analyse teile bringt es nichts, da Du keinen Profit daraus ziehst. Ausserdem hat nicht jeder US Unternehmer mit der Regierung zu tun.
Man kann auch die Investition der Amis nehmen, sich Gedanken machen wie man es selber macht und dann den Ami rausschmeissen. Also das chinesische Modell. Kopieren ist immer das einfachste, Erfahrung immer das traurigste.
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klaupe
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von klaupe »

Alex KA hat geschrieben:Sie verhängen die Sanktionen, und kommen danach in Russland nach Arbeitskräften zu suchen...
Die suchen nur nach Dummköpfen. Vielleicht haben sie eine Empfehlung erhalten? :lol:
Das ist wie Raubüberfall, die Amerikaner setzen uns eine Pistole an der Kopf, und wir müssen für sie billig schuften.
Keiner muss es, aber viele machen es freiwillig.
Da sitzt ein Pizza Lieferant in Amerika und kann aus seinen Taschengeld einen Ingenieur in Russland bezahlen, da sehe ich kein Sinn.
Sollen die Amis dem Pizzalieferanten etwa weniger bezahlen, als ein russischer Ingenieur bekommt?

Das ist doch allein ein Problem der Preisgestaltung in Russland und da haben die Amis kaum Einfluss drauf.

Im Übrigen habe ich schon sehr viele Russen gehört, die sehr zufrieden sind, insbesondere mit der positiven Entwicklung der Löhne/Gehälter seit Putins Regierung.

Was soll ich denn nun glauben? Paradies oder Notstandsgebiet?
Es ist besser für uns Arbeit in Bau eine Wasserstoffbombe zu investieren, damit die Pistole von den Kopf wegkommt..
Natürlich, denn das passt haargenau zur russischen Friedenspolitik. Weiter so, die Sonne geht im Osten auf!
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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GIN
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von GIN »

@ Klaupe

Da Wahrheit ist das ein guten russischer Ingenieur meist genau so viel verdient wie eine deutsche Kraft. Auch jetzt ist das noch so.

Seit Putin sind wirklich die Löhne sehr stark gestiegen, drum hast Du ja jetzt in der Türkei mehr Russen als deutsche Gäste. Die Russen können/konnten Geld ausgeben.
Seit den Sanktionen gibt es nach meiner Meinung eine starke Anpassung nach UNTEN. Die Löhne und die Produktivität passen sich sehr schnell an. Ich finde die Entwicklung sehr gut, da die Russen überbezahlt wurden. In vielen Gesprächen merke ich gerade in der Landwirtschaft unglaublich positive Entwicklungen in Russland. Auch in der Technik läuft gerade die Anpassung in Rekordzeit.
Sie müssen härter arbeiten und weniger konsumieren. Das passiert jetzt auch. Nach 3 oder 4 Jahren haben wir dann eine erholte russische Wirtschaft die unabhängig im Raum steht. Hier war ich vor 12 Monaten noch nicht sicher, jetzt sehe ich aber die Entwicklungen. Danke Sanktionen.
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klaupe
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?

Beitrag von klaupe »

GIN hat geschrieben:Da Wahrheit ist das ein guten russischer Ingenieur meist genau so viel verdient wie eine deutsche Kraft. Auch jetzt ist das noch so.
Das hat sich noch nicht bis zu mir und meinen Freunden/Bekannten in ähnlicher Position herumgesprochen.
Die Frage ist natürlich, wo ist die Grenze zwischen dem guten Ingenieur und dem Durchschnitt.
Seit Putin sind wirklich die Löhne sehr stark gestiegen, drum hast Du ja jetzt in der Türkei mehr Russen als deutsche Gäste. Die Russen können/konnten Geld ausgeben.
Das ist der falsche Ansatz und damit falsche Schlussfolgerung. Die Türkei (auch teilweise Ägypten und andere Länder) gehört eher zu den Billiganbietern.
Viele Deutsche bleiben aus, weil es ihnen wenig Spaß macht, Urlaub in "türkisch Russland" zu verbringen. Das ist ein sehr zweifelhaftes Urlaubsvergnügen. Ich kenne hier lebende Russen, die im Urlaub untereinander lieber Deutsch oder Englisch sprechen, um nicht mit "den Russen" in einen Topf geworfen zu werden. Einige Veranstalter werben für Ihre Urlaubsangebote indirekt damit, dass es im Objekt keine Russen gibt. Da findet man schon Prospektaussagen wie: "Überwiegend deutschsprachige Gäste" oder "Bei westeuropäischen Urlaubern beliebt" usw. Da wird inzwischen viel Phantasie entwickelt, um russenfreie Objekte zu kennzeichnen.
Sie müssen härter arbeiten und weniger konsumieren. Das passiert jetzt auch. Nach 3 oder 4 Jahren haben wir dann eine erholte russische Wirtschaft die unabhängig im Raum steht. Hier war ich vor 12 Monaten noch nicht sicher, jetzt sehe ich aber die Entwicklungen. Danke Sanktionen.
Aus hiesiger Sicht kann ich natürlich die Folgen der Sanktionen für die Masse der Bevölkerung nur 'second hand' und für Einzelfälle beurteilen. Zufriedenheit oder gar Begeisterung ist da nicht zu verspüren, wenn ich Berichte zur aktuellen Lage bekomme. Vor allen Dingen die Preissteigerungen trotz höherem Lohnniveau werden bemängelt.

In einem Punkt gebe ich Putin 100 % Recht. Die Sanktionen sind ein Segen für Russland, denn nun müssen endlich die Produktionstätten aufgemöbelt werden, um den Eigenbedarf zu stillen -- eine längst überfällige Entwicklung!

Aber warum erkennen die offiziellen Sprecher und Systemverfechter das nicht an und danken der EU/USA für die wohltuenden Sanktionen?
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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