Wladimir30 hat geschrieben:Jenenser hat geschrieben:Dass speziell diese „ostdeutsche (pseudo)-sozialistische Sozialisierung“ der russischen Seele heute näher scheint, ist eine These, über die es sich allerdings lohnt, zu diskutieren...
Uwe hat recht versuchen wir doch einfach diese Frage mal aufzugreifen. Es sollte nicht gleich wieder ein neues und hoffentlich interessantes Thema zerschossen werden.
Da ich im Westen aufgewachsen bin, kann ich hier erstmal wenig zu sagen. Meine Meinung ist allerdings, dass eine Sozialisierung über einige wenige Jahrzehnte nicht auf die nationale Seele (oder wie immer man das nennen will) durchschlägt.
Können wir uns darauf einigen, dass mit Sozialisierung etwas ganz anderes bezeichnet wird als das, was wir hier meinen ? ich kenne aber auch kein Substantiv dafür.
Sozialistisierung käme dem nahe.
Ich denke, dass wir dem Thema dann näher kommen, wenn wir dem Sozialismus/Kommunismus als Gegensatz nicht den Kapitalismus gegenüber stellen, sondern den Individualismus , denn ein Kobinatsdirektor muss auch in einem kommunsitischen, sozialistischem Land Kapital akkumolieren.
Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob der Arbeitende nach Betriebsschluss nach Hause in die Individualität geht oder durch ein Kollektiv aufgefangen wird.
Und da gleicht sich die Welt des NS dem Sozialismus wie ein Ei dem anderen. Beispiele kann ich nennen.
Und dieses Kollektiv, diese Gemeinschaft , auch wenn auch einmal als Zwang empfunden, zusammen mit der Wohlfaht des Staates, Recht auf Arbeit, bezahlbares kulturelles Angebot, Unterstützung junger Familien, sicher auch aus politischen Gründen, machen den Sinn scharft für das, was es im Individualismus/ meinetwegen Kapitalismus weniger gibt.
Dinge, die es vielleich im heutigen Russland auch nicht mehr gibt ?
(meine Frau war vor einigen Tagen in Kiev angekommen, und hat für die Nacht auf dem Kiever Voksal eine Übernachtungsmöglichkeit bekommen, die es noch aus sozialistischen Zeiten gibt, und die zufällig den gleichen Namen wie bei den Nazis hat: Mutter und Kind.
So etwas gibt es z.B. auf keinem Deutschen Bahnhof., da kannst Du Dir allenfalls auf der Bahnhofsmission nen Pot Kaffee abholen.
Ich glaube schon, dass, im Fall der DDR, eine Veränderung der Sicht auf sich, auf die Gemeinschaft im Laufe von 40 Jahren Sozialismusart etwas bewirkt, keine Veränderung, weil Veränderung ja bedeutet, dass es vorher etwas anderes gegeben hat, aber ich glaube, dass die DDR-Bürger intensiver gelebt haben, auch kritischer.
Die soziale Komponente war in der DDR größer als in der BRD.
Uns BRD-Bürgern wurde vieles zu leicht gmacht, einzig und alleine mussten wir unsere Vergangenheit irgendwie verarbeiten.
Daraus kann natürlich auch für die Bürger der ex DDR so etwas wie eine nachträgliche Verklärung ihres Landes enstehen. Wir aus dem Westen sollten aber keinesfalls hochnäsig darüber hinweg gehen. Es war deren Heimat.
Ich hätte nicht in deren Lage sein wollen.
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