Der Europarat und die Kommunisten

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Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

Mike

der Unterschied zwischen Dietrich (einem typischen Deutschen) und einem (typischen)Russen, glaube ich, liegt darin, dass
Dietrich sich für seine Opa oder Onkel oder Tante schämen würde,
wenn der Opa oder der Onkel oder die Tante an Greueltaten im 3.Reich beteiligt wäre(n).

Ein Russe würde sich kaum schämen, wenn sein Opa oder Onkel oder Tanke in NKWD
(so hiess früher KGB) einen führenden Posten gehabt hätte und/oder irgendwo in Sibirien
ein Lager mit Gefangenen geleitet oder als Wachmann bewacht hätte.
Oder würdest Du dich schämen?
Dann Respekt!

in der Masse sagen alle in der Ex.UdSSR:
Es war solche Zeit, es ging nicht anders...
Wir mussten es tun
(die Klassenfeinde und politisch-unkorrekte einsperren und tausendfach vernichten)
StefanKlein

Beitrag von StefanKlein »

@ Dietrich

Klasse geschrieben, bin voll deiner Meinung!!!! :blumen2:

Gruss

Stefan
Michael

Beitrag von Michael »

Gut geschrieben ist fürwahr richtig. Will euer Augenmerk aber einmal darauf richten : Ist es nicht schlimm, dass die Vergangenheit nach über 60 Jahren immer noch so auf der Tagesordnung steht ?

Es ist doch für alle Seiten ein Beweis für Hilflosigkeit die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen.

Bücher zum aufarbeiten, Filme und Dokumentationen zu diesen Themen gibt es zu Hauf. Muß sich irgendeine hochbezahlte Kommission in Europa damit noch beschäftigen ????

Das sind doch nun wirklich ewig gestrige und schwachmaten.
Die sollen all ihre Kraft auf die heutigen Probleme verwenden, dann kann man Schadensabwehr betreiben. Dann kann man zukunftsträchtig arbeiten.

"Mit dem was Du heute tust, bestimmst Du das morgen" Das sollte der Leitsatz sein und nicht "Arbeite Deine Vergangenheit auf"

Bin gespannt auf eure Kommentare.

Michael
StefanKlein

Beitrag von StefanKlein »

Ich meine ja auch, dass wir unser Augenmerk auf die Zukunft und nicht auf die Vergangenheit richten sollen. Auch mit viel Verstaendniss fuer die russischen Veteranen, die ihre Orden zur Schau stellen, ob sie nun mit WWII zu tunhaben oder nicht, vielleicht au mal ne Parteimedaille dazwischen, aber ist es nicht mal genug uns die Fehler anderer vorzuwerfen? Und so sage ich, dass es absolut unnoetig ist, dass sich eine Kommission damit beschaeftigt.

Gruss

Stefan
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Es ist immer so, dass wenn man die Schwäche zeigt, dann erscheinen schon die ersten Geier, die bereit sind zuzugreifen.

Zum 2. Weltkrieg sage ich nur, dass die Russen an der Westgrenze der UdSSR stehen bleiben sollten. So hätte man heutzutage in vielen Ländern ganz brav an den Schulen Partizip 2 gelehrt, (wenn überhaupt) ohne zu diskutieren, was ein Verbrechen ist. :D :twisted:

Insofern würde ich mich dem Michael anschliessen und über die Zukunft nachdenken, aber mit Erinnerung an Geier natürlich. :reiter:

Zum Sportsfreund:
Du solltest nicht jetzt heulen, sondern als du in Russland gelebt hast, etwas tun, damit dieses Land sich aendert. Wenn du es nicht gemacht hast, dann schweig lieber. Es tut mir leid, dass du kein Klo oder Badewanne hattest, oder sonst noch was...ich hatte das naemlich... und das sind meine Erfahrungen.
Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

RD

es hat damals nicht für alle gereicht.
Auch heute noch reicht es nicht für alle...

Ich bin froh, dass Du im warmen über die Vorteile der Güterverteilung
in der UdSSR nachdenken konntest.
Ich, wie viele anderen, in der Kälte Ärsche abfrierend kammen zum Schluss,
dass es Scheisse war (nicht nur unten im Plumsklo, sondern da draussen im Lande
mit der Regierung und dem System)

"Über den Berg abhauen"- es war in viellen Munden... a Dream so zu sagen...
Dem Land des siegenden Sozialismus den Rücken zu kehren.
Wer es damals in den 70er, 80er geschafft hat, war ein Held...
Wer nicht konnte, musste bis den 90er warten...
Soviel zum Thema "Liebe zum sowjetischen Vaterland"



Die Idee "die Truppen" im Jahr 1944-1945 an der Grenze der UdSSR stoppen,
halte sogar ich (kein Freund der UdSSR und KPSU) für utopisch.
Wie hätte es ausgesehen sollen?
Weder Krieg, noch Frieden?
Stalin und Hitler wieder Freunde?
StefanKlein

Beitrag von StefanKlein »

@Sportsfreund

Es geht nicht darum dich zu verurteilen, sondern darum zu sagen was falsch gemacht wurde und wir mit unserer Generation nur reagieren, nicht agiren koennen.

Du hast mit deinen Aeusserungen genauso Recht wie wir mit unseren. Aendern koenne wir die Vergangenheit dadurch leider nicht, aber wir akzeptieren sie.

Gruss
Stefan
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

es hat damals nicht für alle gereicht. Auch heute noch reicht es nicht für alle...
ja es hat nicht für alle gereicht. aber bis mitte 80 jahre waren alle mehr oder weniger mit dem wirtschaftlichen wohlgehen ihrer familien zufrieden. Deswegen gibt es heute noch menschen, die diese zeiten vermissen. (nicht das system)
Ich bin froh, dass Du im warmen über die Vorteile der Güterverteilung in der UdSSR nachdenken konntest. Ich, wie viele anderen, in der Kälte Ärsche abfrierend kammen zum Schluss
ich habe nicht gesagt, dass ich die sovjetische gütervertilung gut finde. Das system hatte sehr viele nachteile, und mit dem kommunismus hatte es sehr wenig zu tun. Und erzähl mir nicht, dass du irgendwo frieren musstest. Wie auch alle anderen hattest du zu hause keinen wasserzähler oder sonstige zähler. Alles war praktisch umsonst. Oder hast du dir vielleicht sorgen um die krankenversicherung gemacht? Alles war umsonst. Und die, die irgendwo in sybirien oder im norden frieren mussten hatten dafür viel mehr als alle anderen verdient.
"Über den Berg abhauen"- es war in viellen Munden... a Dream so zu sagen..
In den 90. vielleicht. Davor waren das die wenigen, die wegen ihrer politischen überzeugung (oder abstammung wie russlanddeutsche) das land verlassen haben. Mitte der 90. und später waren das nur die, die eine finanzielle besserung gesucht haben.
Soviel zum Thema "Liebe zum sowjetischen Vaterland"
wie schon gesagt, du hast für dieses land nichts gemacht: weder dafür noch dagegen. Dann brauchst jetzt nicht zu heulen und mach bitte keinen dessidenten vor. Diese zeiten sind längst vorbei. Wenn ich deine mitteilungen lese, dann erinnere ich mich an die szenen der sovietischen realität in den hollywood filmen. Genau so dumm.
Die Idee "die Truppen" im Jahr 1944-1945 an der Grenze der UdSSR stoppen, halte sogar ich (kein Freund der UdSSR und KPSU) für utopisch.
Du brauchst nicht das für utopisch zu halten. Es ist ja auch nicht passiert.
Ich will damit nur sagen, dass die osteuropäischen länder, die sich so schnell in eine neue union (wieder mal eine) integrieren wollen, indem sie den russen alles mögliche vorwerfen und ihre verbrechen im 2. weltkrieg anprangern, damit nichts erreichen. Die geschichte wird einfach mal wieder zugunsten neuer politik geschrieben. Übrigens, wieso schiebt man das ganze ausgerechnet auf die russen. Es war zunächst mal sovijetische armee, in der auch polen, ukarainer etc. sogar franzosen gekämpft haben.
Genauso wie mit den Staatsschulden von der UdSSR. Niemand außer russland wollte diese anerkennen.
Und ich glaube eine eropäische komission hat bestimmt wichtigere sachen zu diskutieren als diesen schwachsinn, denn unabhängig davon was die dort beschliessen, wird sich nichts ändern. In russsland sind die abgeordneten noch nicht :) so blöd, um die Kriegsveteranen auf eine andere stufe zu stellen. Das alte system wird in russland mehr als genug kritisiert und diskutiert. Und sie sollten selbst lieber über die Zukunft denken.
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Beitrag von Xottabych »

Hallo zuammen,

ich finde, jeder kann auch vor der eigenen Haustuere kehren. Warum sollten Menschenrechtsverbrechen nicht als solche (wenn auch nur symbolisch) verurteilt werden?
Wenn die folgende Aussage stimmt, dass der Europarat nicht die kommunistische Idee als solche, sondern konkrete Verbrechen verurteilen will, dann sehe ich da gar kein Problem.

Wenn das einigen Leuten in Russland nicht passt, weil es mit ihrem idealisierten Bild der Sowjetunion nicht uebereinstimmt, dann ist mir das ziemlich egal, ehrlich gesagt. Wenn Russland den Vorstoss offiziell begruessen wuerde, taete das ganz Mittel- und Osteuropa gut!

Und was evtl. juristische Nachbeben betrifft: Da darf man freilich nichts ueberstuerzen. Aber Vergangenheitsbewaeltigung tut eben weh, damit haben schliesslich nicht nur die Russen Probleme!
Zuletzt geändert von Xottabych am 13 Mai 2008, 13:13, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitrag von Xottabych »

RD hat geschrieben:Übrigens, wieso schiebt man das ganze ausgerechnet auf die russen. Es war zunächst mal sovijetische armee, in der auch polen, ukarainer etc. sogar franzosen gekämpft haben.
Genauso wie mit den Staatsschulden von der UdSSR. Niemand außer russland wollte diese anerkennen.
Und ich glaube eine eropäische komission hat bestimmt wichtigere sachen zu diskutieren als diesen schwachsinn
Ach so, eines wollte ich hierzu noch anmerken: Ich glaube, hier liegen ein paar Missverstaendniss vor (falls die Agenturmeldung exakt ist):

1. Der Europarat macht sich hier nen Kopf, nicht die EU. Im Europarat sind u.a. auch fast alle ehem. Sowjetstaaten. Ich sags nur, weil hier der Eindruck vermittelt wird, der Westen wolle Russland "mal wieder" irgendetwas aufzwingen.

2. Der Entwurf soll die Verbrechen aller kommunistischen (oder was auch immer es de facto war) Regime Osteuropas verurteilen, nicht nur die SSSR, bzw. Russlands. Wir wissen nicht, was z.B. in Polen hierueber gedacht wird, aber die betrifft es dann wohl auch.

3. Russland hat die Rechtsnachfolge der UdSSR angetreten, und hat somit auch Staatsschulden uebernommen.

LG
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