Fortsetzung des angerissenen gespraechs ueber Gehaelter

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Xottabych
Zar/iza
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Beitrag von Xottabych »

Hallo Simone,

was Du beschreibst, ist ein wirklich interessantes Paenomen, von dem ich in Deutschland noch nie etwas mitbekommen habe (ausser bei unqualifizierter Arbeit). Irgendwie finde ich dieses Jobhobbing eine zeitgemaesse Anpassung an die Umstaende (ich sage das nicht wertend!!).

@Bephep
Beruf und Berufung gibt es heute nicht mehr es gibt nur noch Jobs.
Was man gelernt hat spielt keine Rolle man bekommt und macht den Job wenn man dafuer qualifiziert ist und das muss nicht der erlernte Beruf sein.
Wer seinen Wunschberuf erlernt der kann nicht erwartet das er nachher in dem Beruf arbeiten kann und ein Wunschgehalt bekommt.
Grundsaetzlich hast Du damit sicher recht. Mittel- bis langfristig kann man nicht darauf hoffen. Aber die Chance besteht zunaechst schon! Man muss eben nur gut genug, oder billig sein. Klingt vielleicht naiv, aber die Flinte ins Korn werfen kaeme fuer mich nicht so schnell in Frage.

Allgemein hat mich uebrigens Magdeburg-Moskva in den letzten Tagen schon etwas ins Nachdenken gebracht ueber die Moeglichkeiten, wie man die Ausbeuter-Praktika boykottieren koennte. Muesste eigentlich doch machbar sein... Sobald sich ein Zeitfenster auftut, werde ich mich da genauer mit ein paar Leuten unterhalten, die ja offiziell dafuer zustaendig sind, die Interessen der Betroffenen zu vertreten.
Zuletzt geändert von Xottabych am 04 Mär 2006, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.
Michael

Beitrag von Michael »

Simone hat geschrieben:

Angebot und Nachfrage - diesen Mechanismus nutzen viele aus und das z.T. sehr unverschämt. Bleibt zu fragen, ob ein neuer Finanzcrash nicht manchmal wünschenswert wäre, um die Leute wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen.

(Wohlgemerkt, daß Phänomen betrifft die in Moskau "angesagten" Jobs, wie Vertriebsingenieure, Controller, Logistikmanager, etc., deshalb bitte keine Grundsatzdiskussion.)
Hallo Simone,
das betrifft leider nicht nur Mokau und angesagte Jobs, das trifft auf Perm und Sankt Petersburg ebenfalls zu.

In Sankt Petersburg schlagen wir uns, seit dem viele Moskauer Firmen ihren Hauptsitz verlegen, mit Preissteigerungen von bis zu 50 % herum.

Und auf einzelne Berufe kann man es leider auch nicht begrenzen, selbst Fahrpersonal wird langsam ausverschämt, was Gehaltssteigerungen, soziale Nebenkosten etc. anbetrifft.

Von Buchhaltern und Hauptbuchhaltern möchte ich gar nicht erst reden.
Wenn die Leute qualifiziert sind, sollen Sie auch ihr Geld verdienen. Auch die lokalen Situationen sollen berücksichtigt werden. Aber irgendwann stellt man sich die Frage nach dem Sinn, wenn eine Buchhalterin in Sankt Petersburg mehr verdienen möchte, als eine Abteilungsleiterin in Deutschland.

Es ist hier in Russland auch mittlerweile eine Generation herangewachsen, die der Meinung ist, mit unverschämtheiten etc. voran zu kommen. Da Ihnen das durch sehr kurze Kündigungsfristen auch noch sehr leicht gemacht wird, sehen Sie sich also bei Ihrem Vorgehen auch noch bestätigt.

Momentan ko..... mich das ganze hier ziemlich an. Aber da muss ich dann wohl durch.

Bis demnächst
Michael
Bephep

Beitrag von Bephep »

Simone/Michael.
Angebot und Nachfrage regelt den Preis ,das gilt fuer Waren wie fuer Dienstleistungen oder Loehne.

Gemein geschrieben kann man aber auch sagen das Deutsche Firmen nach Russland gehen um Geld zu verdienen,besser und mehr als in Deutschland.
Das sehen die Russen vielleicht auch so und die anderen ,vor allem Oligarchen,haben es vorgemacht.
Ausserdem ,eine Zukunftsplanung haben die wenigsten Russen/innen so meine Erfahrung.Ein Deutscher wuerde lieber bei einer soliden Firma bleiben anstatt bei einer anderen zweifelhaften mehr Geld zu verdienen.
FabiRq

Zukunftsdenken:

Beitrag von FabiRq »

Vielleicht ist in einer zunehmend automatisierten Zukunft ja nicht mehr alles in direkter Linie von der persönlichen Leistung abhängig. Mir gefällt die Idee, Arbeit nicht mehr als primären Lebenssicherungszweig zu sehen. Natürlich brauchen wir dafür eine andere Gesellschaft. Einige Ideen, die in diese Richtung gehen, habe ich unter http://www.unternimm-die-zukunft.de gefunden. Falls jemand mit zu viel Zeit vor dem Bildschirm sitzen sollte, da kann man sich ewig vertiefen ;-).

Viele Grüße

FabiRq
Bephep

Beitrag von Bephep »

Die Idee einer neuen Gesellschaft ist immer faszinierend aber, siehe Kommunismus, ist Theorie und Praxis etwas anderes.

Vor vielen Jahren gab es vom Club of Rom ein Buch,Grenzen des Wachstums ueber die Zukunft.Jetzt wo die Zukunft da ist sie alles anders aus.

Es gibt immer neue Entwicklungen die eine Gesellschaft veraendern und da diese von den zukunftsforschern nicht voraus gesagt werden koennen kann man auch die Zukunft nicht voraussagen.
FabiRq

Beitrag von FabiRq »

Das wir einem stetigen Wandel unterliegen ist klar. Das dieser Wandel in vielerlei Hinsicht nicht vorhersehbar ist ebenfalls. Aber bei dem von mir zitierten Link geht es weniger nicht um Zukunftsforschung als um die aktive Gestaltung derselben im Hier und Jetzt. Wandel und Veränderung kann man natürlich als Totschlagargument gegen jedwede menschlich initierte Entwicklung heranführen, dann sähe es heute aber z. B. im Umweltschutz ziemlich mau aus...

Und egal was wir heute verändern um z. B. die maroden Sozialkassen zu sanieren, es dürfte sich positiver auswirken als gar nichts zu tun. Denn eine Überalterung der Gesellschaft und eine zunehmende Arbeitslosigkeit bedingt durch höhere medizinische Standards und gesteigerte Automation ist ja keine Zukunftsmusik sondern heute schon deutlich zu erkennen. Und mit diesem Zustand ist das bestehende System (leider auch die Politik egal welcher Farbe) ja offensichtlich überfordert.

Viele Grüße

FabiRq
Bephep

Beitrag von Bephep »

FabiRq
Ich will kein "Totschlag" Argument gebrauchen nur sind viele vorher gesagten Entwicklungen nicht eingetreten.Und andere ,die man nicht fuer moeglich gehalten hat sind eingetreten.

>> Denn eine Überalterung der Gesellschaft und eine zunehmende Arbeitslosigkeit bedingt durch höhere medizinische Standards und gesteigerte Automation ist ja keine Zukunftsmusik sondern heute schon deutlich zu erkennen. Und mit diesem Zustand ist das bestehende System (leider auch die Politik egal welcher Farbe) ja offensichtlich überfordert. <<

Da kann ich nur zustimmen aber diese Entwicklund ist schon lange zu erkennen, nur die Politiker haben sich durch gewurschtelt nach dem Motto bloss dem Waehler nicht die Wahrheit sagen sonst werden wir nicht gewaehlt.

Ich schreibe nur einmal drei Dingen welche die Zukunft total veraendern koennen.
Es gibt ploetzlich ein Heilmittel gegen Krebs,die Lebenserwartung steigt sprunghaft.
Man kann den Herzinfarkt verhindert,die Lebenserwartung steigt sprunghaft.
Die Vogelgrippe springt auf den Menschen ueber,dann gibt es viele Tote ,hier und in den anderen Laendern.Die Lebenserwartung sinkt (alles im Durchschnitt)
Meine Vorhersage,der Oelpreis liegt in 5 Jahren unter 35 Dollar.Aber nur dann wenn schnell gehandelt wird.
Frankreich Atomstrom 80 %, Brasilien Alkohol 80 % als Treibstoff fuer Autos.Also moeglich ist es,aber man muss es wollen.
DieseEntwicklung waere dann fuer Russland als Rohstoff Exporteur nicht so gut.
Ragnar Schluchtmann

Grundeinkommen verhindert Dumpinglöhne

Beitrag von Ragnar Schluchtmann »

Empfehle Debatte http://www.Grundeinkommen.de . Hier gibt es viele interessante Ansatzpunkte. Der Mensch ist sich nunmal selbst am nächsten. Und so interessiert es ihn wenig, wie schlecht es anderen geht, solange es ihm vergleichbar gut geht. Und die anderen interessiert es nicht, wenn es ihm schlecht geht, solange es ihnen gut geht. Solange es in der PRAXIS keine alterativen Lebensorganisationen und Lebenswertvorstellungen gibt, auch in linksmitregierten Ländern, werden wir die Mehrheit nicht vom Gegenteil überzeugen.
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Ich sag Euch eins: Eine einiermassen gerechte Verteilung des mehr oder weniger gleich gross bleibende Kuchen der Erde zur Zufriedenheit aller UND der Bewahrung eines Lebensstandrads, wie viele es in den reicheren Laendern erwarten, ist schlicht UNMOEGLICH unter der Bewahrung unserer ethischen Vorstellungen, wenn es bald 9-10 Milliarden Menschen auf der Erde geben wird. Wollen mal sehen, was unsere Moral im Jahre 2050 noch wert sein wird. Das will ich gar nicht weiter ausfuehren. :evil: Ich bin mir ziemlich sicher: Da werden Verteilungskaempfe beginnen, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Na ja, haben ja schon begonnen.
Michael

Beitrag von Michael »

waldmeister hat geschrieben:Ich sag Euch eins: Eine einiermassen gerechte Verteilung des mehr oder weniger gleich gross bleibende Kuchen der Erde zur Zufriedenheit aller UND der Bewahrung eines Lebensstandrads, wie viele es in den reicheren Laendern erwarten, ist schlicht UNMOEGLICH unter der Bewahrung unserer ethischen Vorstellungen, wenn es bald 9-10 Milliarden Menschen auf der Erde geben wird. Wollen mal sehen, was unsere Moral im Jahre 2050 noch wert sein wird.
Zu diesem Thema, was ethnische Vorstellungen betrifft, war am letzten Dienstag ein sehr interessantes Interview in der Welt. Im Prinzip ging es darum, wie sich die muslimische Bevoelkerung nach der Einwanderung hochpotenziert.

Der Professor meinte auf den ethnischen Wandel ueber die westlichen Staaten: Eine demokratie ohne Gesicht, die das untolerierbare toleriert, kann man nicht verteidigen.

In so weit kannst Du von Zufriedenheit und Bewahrung des Lebensstandards gar nicht mehr ausgehen. Der Wandel ist schon in vollem gange und laesst sich mit Sicherheit nicht mehr aufhalten. Veraendern vielleicht, aber aufhalten nie.

In sofern ist auch die Diskussion ueber Mindestloehne etc. schon laengst ueberholt. Vielleicht stellen wir mal die Frage wie viel Lebensstandard muss sein ???? Jammern auf hohem Niveau kann man sehr einfach.
Einsparungen beim Staat, bei allen anderen wird auch schnell eingefordert. Aber Einsparungen bei mir selbst das will ich nicht.

Genauso ist es beim Gehalt. Wollen wir von Anfang an zu viel, weil uns irgendwelche Pappnasen gesagt haben, was man verdienen kann ???

Im Endeffekt kannst Du nur das Geld verdienen, was Du fuer die Firma verdient hast. Und da machen uns auslaendische Kulturen doch schon einiges vor. Wo liegt der faire Preis fuer die Arbeitskraft ???

Warum gehen deutsche Bauarbeiter nach Norwegen ? Warum haben Amerikaner mehrere Jobs ?

Den Fragenkatalog kann man ewig fortfuehren.

Michael
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