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Verfasst: 10 Jul 2006, 12:10
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:Hallo Marcy,
die Dame deines Herzens benötigt, wenn sie noch nie verheiratet war, soweit ich mich erinnere, nur den Inlandspass. Der kriegt nämlich einen Stempel.
Ansonsten zusätzlich rechtskräftiges Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des früheren Ehepartners.
Hi Manu,
kurze Rückfrage dazu - nur interessehalber: Es scheint ja offenkundig so zu sein, dass der Inlandspass in der RF - zumindest für Ledige - praktisch alle relevanten Personenstands- und Meldedaten enthält, die für eine Eheschließung erforderlich sind. Richtig?
Da frage ich mich blos, warum das den Behörden in D. nicht genügt, sondern die ganzen Einzeldokumente verlangen, die am Ende auch nicht mehr sagen, als ohnehin aus dem Inlandspass hervorgehen.
Noch was, fragt mal im ZAGS gleich nach der Apostille für eure Heiratsurkunde, die wird im ZAGS Nr. 1 gemacht, aber im Nr. 4 kriegt ihr schon mal die Adresse und die Bankdaten für die Überweisung der Gebühr, dann müsst ihr (oder einer von euch) zum Nr. 1 (aber nicht mittwochs! und am besten wieder frühmorgens halb 9) mit der Urkunde, der Einzahlquittung und dem Pass, und innerhalb von 1 Woche könnt ihr die apostillierte Urkunde abholen. Kann nie schaden, falls ihr mal in Deutschland die Eheurkunde vorweisen müsst...
@ Marcy: Das kann nicht nur nicht schaden, sondern ist unumgänglich, damit die deutschen Behörden den Ehestatus anerkennen.
Dies wiederum ist wichtig für Erleichterungen bei der Beantragung künftiger Visa für Deine Frau für Schengen etc. (Gebürenbefreiung, schnellere Bearbeitung, keine VE mehr nötig bla bla bla)
Für den Fall eines Falles kann ich Euch ferner nur empfehlen, bei nächster Gelegenheit nach der Heirat in D. das Standesamt aufzusuchen und die Anlage eines Familienbuches zu beantragen. Das hat zu nächst keine besondere Bedeutung, aber mit der Abschrift dieses Dokumentes in der Hand, wird man beim dt. Konsulat ganz anders behandelt, und falls Ihr mal hierher übersiedeln wollt, geht auch alles viel einfacher, schneller und billiger.
Letzteres gilt ebenfalls, falls ihr mal zusammen nach USA oder solche Staaten reisen wollt, in denen Osteuropäer nach wie vor als "supsekt" gelten.
Grüße,
Zeppelin
Verfasst: 10 Jul 2006, 12:16
von Norbert
Von der russischen Seite benötigt man eigentlich nichts besonderes (siehe vorherige Antworten). Mit einer Ausnahme: Wenn Moskau das Ehefähigkeitszeugnis fordert, brauchst Du dafür wiederum in Deutschland eine Ledigkeitsbescheinigung Deiner Verlobten aus Russland. In Russland gibt es aber keine Ledigkeitsbescheinigungen.
Zeppelin hat geschrieben:Da frage ich mich blos, warum das den Behörden in D. nicht genügt, sondern die ganzen Einzeldokumente verlangen, die am Ende auch nicht mehr sagen, als ohnehin aus dem Inlandspass hervorgehen.
Mir hat man damals gesagt: "Zeigen Sie uns ein russisches Gesetz, dass besagt, dass die Abwesenheit eines Stempels auf der Seite zum Familienstand im Inlandspass gleichzusetzen ist mit ledig - und schon akzeptieren wir die Kopie des Passes."
Dummerweise gibt es scheinbar kein solches Gesetz.

EFZ - Ledigkeitsbescheinigung
Verfasst: 10 Jul 2006, 13:30
von Zeppelin
Norbert Schott hat geschrieben:Mir hat man damals gesagt: "Zeigen Sie uns ein russisches Gesetz, dass besagt, dass die Abwesenheit eines Stempels auf der Seite zum Familienstand im Inlandspass gleichzusetzen ist mit ledig - und schon akzeptieren wir die Kopie des Passes."
Dummerweise gibt es scheinbar kein solches Gesetz.

Da hast Du wohl wahr, aber an anderer Stelle irrst Du m.E.: Es gibt zwar in der RF kein EFZ, wohl aber diese ominöse Ledigkeitsbescheinigung, die einem bei einer Eheschließung in D dann eben das unnütze, zeit- und kostenintensive Zusatzproblem mit der
"Befreiung von der Pflicht der Beibringung eines Ehefähigkeitszeugnisses" einbrockt.
Daher nochmals der Rat an alle russich-deutschen Ehepaare: Sobald wie möglich ein Familienbuch in D. anlegen lassen. Dann hat das Drama ein Ende.
Ist auch hilfreich, falls der Ehe-GAU eintreten sollte (was ich natürlich niemandem wünsche.)
Grz.
Zeppelin
Verfasst: 10 Jul 2006, 14:30
von Norbert
Russische Ledigkeitsbescheinigung? Also in Sibirien gibt es das nicht! Wir sind hier wochenlang rumgerannt, aber keiner wollte uns die Ledigkeit schriftlich bestätigen! "So etwas gibt es nicht."
Dann hat man uns angeboten, einen Eintrag über Ledigkeit in den Auslandspass zu machen. Auch ein Fehlschlag, denn da stand dann: "Hiermit bestätigen wir, dass im Pass der Bürgerin ... der russischen Föderation, gültig auf dem Territorium der russischen Föderation, keine Einträge über Eheschließungen auf dem Territorium der russischen Föderation vermerkt sind." Haha, das war dann das Gleiche in grün!
Am Ende habe ich dann den deutschen Standesbeamten überzeugen können, dass das wohl dennoch heißt, dass die Dame nicht verheiratet ist.
Verfasst: 10 Jul 2006, 17:13
von Oletsch
Ich kann Norberts Aussage nur bestätigen - es gibt keine Ledigkeitsbescheinigung in Russland (zumindest in unserem Bezirk in Moskau). Man kann tatsächlich nur diesen blöden Stempel in den Reisepass bekommen, der eine Ledigkeitsbescheinigung nicht ersetzen kann. Komischerweise erstellt russischer Konsulat in Deutschland solche Bescheinigungen, man muss allerdings in Deuschland gemeldet sein (wie lange, weiss ich nicht).
Ich wüsste allerdings nicht, dass eine solche Ledigskeitbescheinugung nötig ist, um in Russland zu heiraten. Das gilt für eine Heirat in Deutschland, da aufgrund dieser Bescheinigung verzichtet das Standesamt aufs Ehefähigkeitszeugnis, welches in Russland grundsätzlich nicht ausgestellt wird. Aber das Thema war ja heiraten in Russland, und nicht in Deutschland.
Gruß
Oletsch
Verfasst: 03 Aug 2006, 22:27
von Rainer
Norbert_ hat geschrieben:Russische Ledigkeitsbescheinigung? Also in Sibirien gibt es das nicht! Wir sind hier wochenlang rumgerannt, aber keiner wollte uns die Ledigkeit schriftlich bestätigen! "So etwas gibt es nicht."
Das ZAGS in Pensa hat meiner Frau einen solchen Schrieb (nach sehr langen "Verhandlungen") ausgestellt. Der besagt eigentlich nur, dass sie im Oblast Pensa nicht verheiratet ist. (Ich nehme mal an die hätten keine Kenntnis gehabt wenn sie irgendwo anders in RUS geheiratet hätte?) Nach Abschrift durch einen Notar wurde das Teil sogar von der RUS Innenbehörde in Pensa apostilliert. Ging in Deutschland glatt durch. Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis brauchten wir natürlich dennoch. Zusätzlich hat sie den ominösen Stempel im Inlandspass.
freundl. Gruss, Rainer
Verfasst: 04 Aug 2006, 10:25
von Norbert
Bei uns gab es ja nicht einmal einen ominösen Stempel sondern einen Text mit tierischer Sauklaue. Der schöne Pass ...
Oletsch hat geschrieben:Ich wüsste allerdings nicht, dass eine solche Ledigskeitbescheinugung nötig ist, um in Russland zu heiraten.
Nochmal: In meinem Fall haben sowohl das Nowokusnezker als auch das Nowosibirsker Standesamt nicht die Ledigkeitsbescheinigung sondern das Ehefähigkeitszeugnis von mir verlangt. Das ist prinzipiell auch richtig so, viele russische Standesämter wissen nur (zum Glück) nichts davon, dass es das gibt.
(Juristisch: Das Amt muss prüfen, dass die Ehe in Deutschland legal wäre. Das heißt nicht nur Vermeidung einer Zweitehe sondern auch Prüfung anderer deutscher Regeln. Zum Beispiel darf man in Deutschland seine Schwester nicht heiraten, irgendwo anders könnte das aber legal sein. Das Ehefähigkeitszeugnis bestätigt genau das - die Ehe mit diesem Partner ist legal.)
Für das Ehefähigkeitszeugnis braucht man wiederum die Ledigkeitsbescheinigung des russischen Partners. (Denn in Arabien dürfte man eine verheiratete Person nochmals ehelichen, ich Deutschland aber nicht.)
Verfasst: 16 Aug 2006, 13:04
von marcy007
Also noch mal zum Anfangsthema zurueck zu kommen:
Es ist also wirklich moeglich schnell in Moskau zu heiraten:
Ich moechte sogar behaupten, es ist leichter als in Deutschland, da hier in Moskau das Ehefaehigkeitszeugnis nicht benoetigt wird.
Ich bin also mit der Meldebescheinigung mit Familienstandseintrag: ledig und Apostille und der Kopie des Passes zu einem Uebersetzungsbuero hier in Moskau gegangen. Hat mich 700 Rubel mit Notar gekostet.
Dann bin ich mit den Dokumenten zum SAGS Nr. 4 gefahren, und hab alles ueberpruefen lassen. Dort hab ich mir auch gleich die Ueberweisung fuer die Sperbank ueber 200 Rubel geben lassen.
Anschliessend bei der Sperbank angestellt und die 200 Rubel eingezahlt.
Dann bin ich mit meiner Braut und Ihrem Pass und meinen Dokumenten und meinem Pass zum Standesamt gefahren und hab dass Antragsformular ausgefuellt, leider bekommt mal das Antragsformular nur wenn man zu zweit vorspricht. Deswegen muss man sich nachdem man es bekommen hat gleich nochmal anstellen. Die Registrierung musste ich hier schon zeigen.
Da wir schnell heiraten wollten (Schwangerschaft), hatten wir auch gleich eine Bescheinigung mit. Sicherheitshalber hatte ich noch ein Rueckflugticket mit, das wollte aber keiner sehen.
Ohne Besondere Gruende haetten wir fuer einen Fr oder Sa Termin ca. 2-3 Monate warten muessen. Unter der Woche waehre auch in 6 Wochen Wartezeit moeglich gewesen. Ist ja zur Zeit Sommer und alle wollen heiraten!
Da es also schnell gehen sollte wurden wir zur Chefin in die 2. Etage geschickt. Dort nochmal kurz vorgesprochen warum und Sie hat freundlicherweise auch gleich eine Kopie des Schwangerschaftsnachweis gemacht. Dort nochmal einen Sonderantrag gestellt auf vorzeitige Heirat (formlos) und dann hat Sie uns gefragt welchen Termin wir denn gerne haetten.
Nun wir waeren auch mit einem Termin in der Woche zufrieden gewesen. Aber wir haben einen Freitagstermin gesagt und sie hat uns doch tatsaechlich einen Termin in 3 (!) Wochen an einem Freitag gegeben, wir konnten sogar noch zwischen frueh 9.00 und abends 17.00 Uhr waehlen.
So koennen wir nun tatsaechlich noch im August heiraten.
Lustig war nur da wir gegen abend dort waren, dass die Chefin gerade die Geschenke des Tages gerade zusammenpackte: Es waren ca. 5 Blumenstraeusse und ca. 4 Pralinenkaesten, und einige andere Sachen die noch eingepackt waren. So legte Sie dann unseren Pralinenkasten zu den anderen Geschenken in eine grosse Tasche.
Das Geschenk waere allerdings nicht noetig gewesen.
Selten habe ich soeinen problemlosen Ablauf in einem russischen Amt erlebt.
Danke nochmals allen die mit ihren Informationen geholfen haben!