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Verfasst: 18 Sep 2006, 21:58
von Magdeburg-Moskva
Karsten Packeiser hat geschrieben:Genau so ist es. Es gab mal eine unschöne Zeit, als Tickets über normale Kassen kaum noch erhältlich waren, weil Schwarzhändler ganze Züge aufkauften und die Fahrkarten dann gegen erheblichen Aufpreis weiterverkauften. Die Regelung mit dem Eintrag von Namen und Passnummer hat der Branche dann schnell das Genick gebrochen.
Das ist die eine Seite der Medaille. Aber andererseits begünstigt dies auch den Überwachungsstaat. Oder glaubst du, es bliebe nicht hängen, wer wann wohin gefahren ist? Auf jeden Fall ist eine derartige Überwachung technisch möglich.

Natürlich sind die USA noch heftiger: Die Fluggesellschaften müssen ja fast alles übermitteln, was sie nur an Daten bekommen. Ich glaube, neben den Identitätsdaten sehen die Behörden sogar, ob jemand Übergepäck hat oder sich ein "MOML" eine muslimische Mahlzeit bestellt hat.

Wollt ihr die totale Überwachung?! - Wieso?! Die is schon da!

Verfasst: 19 Sep 2006, 06:46
von Zejtnot
Mir wurde mal ein Rucksack im Zug geklaut. Anhand der Tickets hat dann die Polizei alle Mitreisenden rund um mich drum zu Hause aufgesucht und befragt, bis sie den Dieb identifiziert hatten. Der war inzwischen weitergefahren, was man anhand seiner nächsten Ticketkäufe auch nachvollziehen konnte. Erst nach rund 1000 km verlor sich seine Spur.

War zwar eindrucksvoll, aber ob wir einen solchen Überwachungsstaat wirklich wollen?

Verfasst: 19 Sep 2006, 17:40
von harald63
Karsten Packeiser hat geschrieben:Aber beim "Schönen Wochenende"-Ticket der DB gibt es die Regelung de facto ja auch schon. Der Name muss auf dem Ticket eingetragen werden und bei Kontrollen kann nach dem Ausweis gefragt werden. Das kommt den "russischen Verhältnissen" doch schon nahe...
Es ist schon ein Unterschied, ob ich meinen Namen auf das Ticket schreiben muß und der dann bei einer Kontrolle mit dem Pass übereinstimmen muß oder ob meine Name und Passnummer über Computer erfasst und dann auf's Ticket gedruckt wird. Die erste Methode erlaubt keine Bewegungsdatensammelei.

Verfasst: 20 Sep 2006, 11:19
von manuchka
Und das wird ja auch nur deswegen gemacht, weil in der Vergangenheit die Wochenendticketnutzer ihre Tickets am Zielort weiterverkauft haben, und dass der DB das nicht passt, kann man doch nachvollziehen. Das geht nun nicht mehr, wenn der Name auf dem Ticket steht. Einen anderen Zweck hat das nicht, schließlich müssen ja nicht alle Mitfahrer unterschreiben.

Verfasst: 21 Sep 2006, 22:17
von barthez
Stefan hat geschrieben:Danke für die Erklärungen.

Wenn ich das so lesen, komme ich mehr und mehr zu der Meinung, daß es hier in Deutschland genauso gehandhabt werden sollte.
Naja, bei Flügen ist es ja nicht anders!

Zum Thema Personalisierung:
ich bin ein absoluter Gegner dieser Payback-Karten. Da wird dein persönlicher Konsum an die bestmöglichen "Kunden" weiterverkauft, und dafür kriegste ein paar "Punkte" für einen Ball oder ein Deo.
Find ich ne absolute Schweinerei!

Verfasst: 22 Sep 2006, 12:18
von Stefan
Also diese Payback-Karten finde ich auch nicht toll, hier sei der gläserne Kunde erwähnt.

Aber mit Reisepaßabgabe bei der Bahn - oder Personalausweis - finde ich wirklich eine gute Idee.

Nicht nur daß die Schwarzfahrerei eingedämmt wird, nein, sogar die Fallzahlen wegen unerlaubten Erschleichens von Dienstleistungen geht runter.

Verfasst: 22 Sep 2006, 12:29
von harald63
Stefan hat geschrieben:Also diese Payback-Karten finde ich auch nicht toll, hier sei der gläserne Kunde erwähnt.

Aber mit Reisepaßabgabe bei der Bahn - oder Personalausweis - finde ich wirklich eine gute Idee.

Nicht nur daß die Schwarzfahrerei eingedämmt wird, nein, sogar die Fallzahlen wegen unerlaubten Erschleichens von Dienstleistungen geht runter.
Wie meinst Du das? Zum Schwarzfahren brauche ich nur keine Fahrkarte, kein Pass macht da keinen Unterschied :-)
Und wo passiert das unerlaubte Erschleichen von Dienstleistungen,?

Verfasst: 22 Sep 2006, 12:34
von Stefan
Wie ich es in Russland erlebt habe, bekommt man nur eine Fahrkarte, wenn man am Schalter die Karte kauft nebst dem Reisepass.

In den Zug kommt man nur mit der Fahrkarte und ggfls. wird nochmals dein Reisepass unter die Lupe genommen (hatten wir zweimal).

In Deutschland ist es sch.... egal, ob du eine Fahrkarte hast oder nicht. Du wirst nicht beim Eintritt in den Wagon von dem "Schaffner" abgefangen.

Hier ist es so, daß man bei mehrmaligen Schwarzfahren nicht nur eine STrafgebühr, sondern auch eine Anzeige wegen: unerlaubte Erschleichung von Dienstleistungen.

Oft werden diese Anzeigen bei zweimaligem Verstoß von den Verkehrsbetrieben "gestellt".

Diese Anzeigen haben dann auch oft Erfolg!!

Am Anfang meiner Ausbildung zum Jufang habe ich auf der Strafgeschäftsstelle gesessen und täglich ca. 20 Akten mit diesem Inhalt bearbeitet (KVB u. DB).

Verfasst: 22 Sep 2006, 13:02
von harald63
Ich sehe immer noch nicht, wo da ein Pass benötigt wird. Es reicht völlig, wenn der Schaffner nur Leute mit gültiger Fahrkarte reinlässt, falls es Dir um die Zugangskontrolle geht.