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Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 02:39
von Bephep
Mir kommt es vor, als wenn hier im Forum ein paar Mitglieder mit Gewalt die russische Wirtschaft retten wollen.
Selbst wenn es die Mitglieder wollen,sie werden es nie schaffen.
Die Krise ist leider da,in RU wird nicht viel von der Krise berichtet,treffen wird sie Russland und Deutschland wie auch die ganze Welt.
Ist es falsch das zu diskutieren.?
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 09:42
von Zejtnot
Spätzleskosake hat geschrieben:Gibt es eigentlich kein interessanteres Thema, als der Börsencrash in Moskau?
Mir kommt es vor, als wenn hier im Forum ein paar Mitglieder mit Gewalt die russische Wirtschaft retten wollen.
Spätzlekosake, sorry, wenn man in Russland lebt, ist man direkt davon betroffen. Hier wird nicht, wie in Deutschland, über ein paar mögliche Bankenpleiten geredet, nicht über zeitweise Kurzarbeit bei den Autobauern, ... - hier wird gekündigt. Aktiv! Und dass wir das diskutieren, ist ja wohl nachvollziehbar.
P.S.: Persönliche Beleidigungen in diesem Thread habe ich gelöscht. Persönliche Differenzen bitte per PM ausdiskutieren.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 11:27
von harald63
Spätzleskosake hat geschrieben:Gibt es eigentlich kein interessanteres Thema, als der Börsencrash in Moskau?
Mir kommt es vor, als wenn hier im Forum ein paar Mitglieder mit Gewalt die russische Wirtschaft retten wollen.
Das ist nun mal der Thread "Börsencrash in Moskau". Über was sollen wir hier sonst reden?
Ich könnte auch fragen, ob es angesichts der Wirtschaftskrise nichts wichtigeres gibt als über Bliny aus Buchweizenmehl zu reden...

Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 12:15
von Spätzleskosake
Zejtnot hat geschrieben:Spätzleskosake hat geschrieben:Gibt es eigentlich kein interessanteres Thema, als der Börsencrash in Moskau?
Mir kommt es vor, als wenn hier im Forum ein paar Mitglieder mit Gewalt die russische Wirtschaft retten wollen.
Spätzlekosake, sorry, wenn man in Russland lebt, ist man direkt davon betroffen. Hier wird nicht, wie in Deutschland, über ein paar mögliche Bankenpleiten geredet, nicht über zeitweise Kurzarbeit bei den Autobauern, ... - hier wird gekündigt. Aktiv! Und dass wir das diskutieren, ist ja wohl nachvollziehbar.
Lieber Zejtnot, wir sind genau so von der Geschichte betroffen. Ich arbeite bei einem Autozulieferer und da geht im Moment die nackte Angst um. Ich treffe mich täglich beim Mittagessen mit alten Kollegen von einer früheren Schwesterfirma dort stehen im Moment 2-300 Entlassungen an und das trotz Standortsicherungsvertrag.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 14:17
von Kultgrieche
Wo wird denn in Russland im großen Stil gekündigt? Ehrlich gefragt und nicht rhetorisch!
Vermute mal, Kündigungswelle betrifft eher Moskau und da auch die Leute mit Einkommensgrenzen 2000 EUR/Monat netto und aufwärts.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 15:43
von Spätzleskosake
Dieses Gedicht ist mir heute in die Finger gekommen:
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in "Die Weltbühne"
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 16:03
von Zeppelin
Ja!
An den guten alten Tucholsky hat sich in den letzen Tagen mancher Journalist erinnert.
Ich habe das Gedicht in so manchem Radiobeitrag der vergangenen Woche mal wieder gehört.
Gib mal bei google die Begriffe
Tucholsky Börsenkurse ein. Interessant, was man da so an ganz aktuellen Ergebnissen bekommt. 8)
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 20:46
von silviom
Ich nehme niemandem gerne die Illusion (hahaha voll gelogen), aber trotzdem muss ich das tun:
Ein Kerschhofer, kein Tucholsky
Ein angeblich von Kurt Tucholsky verfasstes Gedicht aus dem Jahr 1930 zur Finanzkrise hat in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt. Geschrieben wurde es aber 2008 vom Wiener Autor Richard Kerschhofer.
Quelle und vollständiger Text:
http://wien.orf.at/stories/318946/
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 04 Nov 2008, 22:32
von achim
Und ich dachte schon: Mensch, der Tucholsky war ja ein echter Visionär ....

Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 05 Nov 2008, 07:56
von Zejtnot
Kultgrieche hat geschrieben:Wo wird denn in Russland im großen Stil gekündigt? Ehrlich gefragt und nicht rhetorisch!
Vermute mal, Kündigungswelle betrifft eher Moskau und da auch die Leute mit Einkommensgrenzen 2000 EUR/Monat netto und aufwärts.
Nein, alle Gehaltsgruppen und alle Regionen. Hier in Westsibirien ganz konkret:
* Baufirmen - 90 % der Baustellen in Novosibirsk stehen still
* Projektierungsbüros - die Banken finanzieren keine Projekte mehr, die weniger als zu 50 % fertig sind
* Stahlwerke - die Lager sind voll und die Chinesen brauchen keinen minderwertigen russischen Stahl mehr
* Immobilienmakler
* Banken
Erst dachte ich auch, es wird wohl das mittlere Management treffen, welches vorrangig Geld kostet aber selbst wenig leistet. Aber bin mir dessen nicht mehr sicher ... den meist haben die einen besseren Draht zum Geschäftsführer als die kleinen Mitarbeiter ganz unten. :(