Axel hat geschrieben:Oder warum steigen die Coronatoten, wenn man doch den hammergeilen Superimpfstoff Sputnik hat und schon früher als der Westen mit den Impfungen gestartet ist ?
Es ist noch kaum jemand geimpft. In Novosibirsk wurde gerade erst mit den Massenimpfungen begonnen. Ich war heute einer der ersten überhaupt. Und die Immunität besteht erst zwei Wochen nach Impfung.
Axel hat geschrieben: 29 Dez 2020, 07:50
Mein Tipp an alle Risikopatienten in Russland: In Lockdown begeben und warten, bis man Zugang zu einem Impfstoff aus dem Westen hat.
Das kann wohl kaum dein Ernst sein? Es gibt bei Sputnik V keine Nebenwirkungen, die über die Nebenwirkungen einer Grippe-Impfung hinaus gehen. Daran ändern auch die fehlgeschlagenen Tests in der Plazebogruppe (die sich heimlich nachgeimpft haben) nichts. Auch das Wirkprinzip von Sputnik V ist altbekannt und gut erprobt. Die schlimmsten zu erwartenden Nebenwirkungen sind Erkältungssymptome und Fieber innerhalb von drei Tagen. Allergische Reaktionen wurden nicht beobachtet. Langzeitschäden sind bei dem Wirkprinzip überhaupt nicht zu erwarten. Dem gegenüber steht eine Covid-Infektion: einen Monat flach liegen, mehrere Tage Ertrinkungsgefühle und Sauerstoffmangel, eventuell mit bleibenden Schäden an Herz-, Lungen-, und Nervengewebe selbst bei mildem Verlauf!
Der Westimpfstoff erreicht noch lange nicht mal alle westlichen Risikopatienten. Wie lange soll also ein russischer Risikopatient warten, bis er den heiligen Westimpfstoff kriegt? Damit er sich nicht vorher infiziert, muss die Selbstisolation schon verdammt streng sein.
Bleibt noch die Möglichkeit, dass der russische Impfstoff ein wirkungsloses Plazebo ist. Aber dann braucht man ja auch nicht auf den Westimpfstoff warten. Dann piekst man sich jetzt mit Sputnik V, guckt nach einem Monat, ob man Antikörper hat, und wenn nicht, dann kann man ja immer noch auf den Westimpstoff warten. Ich sehe jedenfalls einen Grund, eine Impfung mit Sputnik V auszuschlagen, um auf etwas anderes zu warten. Warten macht es nur schlimmer, nicht besser. In Moskau wird schon länger geimpft. Viele Sputnik-V-Benutzer (und auch Benutzern der Impfung aus dem Vektor-Institut) veröffentlichen ihre privat gemachten Antikörperanalysen. Sieht nicht nach Plazebo aus.
Ich für meinen Teil habe heute die Sputnik-V-Impfung bekommen (über die Universität). Ich hätte die von unserem Vektor-Institut bevorzugt. Aber sie ist noch nicht zugelassen und, wie oben geschildert, sehe ich keinen Sinn, auf einen bestimmten Hersteller zu warten. Wer weiß, wann ich wieder die Möglichkeit kriege, mich impfen zu lassen. Covid einfangen kann ich mir hingegen jeden Tag. Und da wir uns sowieso das ganze Leben lang gegen das Coronavirus revakzinieren werden (wie gegen Grippe), werde ich noch genug Gelegenheiten haben, sämtliche Hersteller und sämtliche Impfstoffe auszuprobieren.
Nebenwirkungen habe ich bis jetzt keine (habe starke Allergien auf alles Mögliche). Die Ärztin in der Poliklinik meinte aber auch: wenn ich die Grippe-Impfung ohne Nebenwirkungen ertrage, dann sind bei Sputnik-V auch keine Nebenwirkungen zu erwarten.