Fortsetzung des angerissenen gespraechs ueber Gehaelter
Dadurch das wir viele Dinge kaufen oder nutzen die von Leuten hergestellt wurde, die viel weniger Geld verdienen als wir, leben wir im Prinzip ueber unseren Verhaeltnissen. Alle Dinge die wir waehrend unseres Lebens ver/gebrauchen, koennten wir in diesem Leben nie und nimmer selbst herstellen. (Rein von der Arbeitsleistung gerechnet).
Dies funktioniert also nur, weil wir irgendwoanders Leute ausnutzen.
Mittlerweile kauft man Dinge nicht mehr "Made in Germany", sondern hoechstens noch "mit deutschem Know-How und deutscher Technik hergestellt" (irgendwo mehr oder weniger weit im Osten). Und demnaechst dann auch nicht mehr mit "deutscher Technik", denn die laesst sich billiger in Fernost kopieren.
Und gleichen sich dann auch noch die Loehne in den Unseren mehr und mehr an, dann werden irgendwann auch bestimmte Dinge einfach teurer. Wenn die Kellner und Reinigungskraefte in den tuerkischen oder aegyptischen Hotels besser bezahlt werden, dann wird der Urlaub natuerlich teurer. Wenn die Naeherinnen in Sri-Lanka besser bezahlt werden, dann kostet das Shirt bei H&M nicht mehr 3,99 Euro sondern mindestens 10.
Da wir aber eher weniger als mehr arbeiten wollen, werden wir also rein was die Kaufkraft betrifft, wohl ein paar Abstriche machen muessen.
Vielleicht ist dann ein 2-Wochen-Urlaub auf dem Campingplatz an der Nordsee mal wieder ein erstrebenswerter Urlaub und nicht die Reise auf die Malediven.
Seien wir doch ehrlich. Wir leben doch eigentlich richtig gut! Und auf dem Ruecken vieler Billigarbeiter die bereit sind fuer ein paar Dollar am Tag 60 Stunden in der Woche zu schuften damit wir billige Dinge in unseren Supermaerkten kaufen koennen. Die "richtigen Preise" kriegen wir erst wieder vermittelt, wenn wir den Klemptner rufen oder unser Auto in die Werkstatt bringen.
Dietrich
Dies funktioniert also nur, weil wir irgendwoanders Leute ausnutzen.
Mittlerweile kauft man Dinge nicht mehr "Made in Germany", sondern hoechstens noch "mit deutschem Know-How und deutscher Technik hergestellt" (irgendwo mehr oder weniger weit im Osten). Und demnaechst dann auch nicht mehr mit "deutscher Technik", denn die laesst sich billiger in Fernost kopieren.
Und gleichen sich dann auch noch die Loehne in den Unseren mehr und mehr an, dann werden irgendwann auch bestimmte Dinge einfach teurer. Wenn die Kellner und Reinigungskraefte in den tuerkischen oder aegyptischen Hotels besser bezahlt werden, dann wird der Urlaub natuerlich teurer. Wenn die Naeherinnen in Sri-Lanka besser bezahlt werden, dann kostet das Shirt bei H&M nicht mehr 3,99 Euro sondern mindestens 10.
Da wir aber eher weniger als mehr arbeiten wollen, werden wir also rein was die Kaufkraft betrifft, wohl ein paar Abstriche machen muessen.
Vielleicht ist dann ein 2-Wochen-Urlaub auf dem Campingplatz an der Nordsee mal wieder ein erstrebenswerter Urlaub und nicht die Reise auf die Malediven.
Seien wir doch ehrlich. Wir leben doch eigentlich richtig gut! Und auf dem Ruecken vieler Billigarbeiter die bereit sind fuer ein paar Dollar am Tag 60 Stunden in der Woche zu schuften damit wir billige Dinge in unseren Supermaerkten kaufen koennen. Die "richtigen Preise" kriegen wir erst wieder vermittelt, wenn wir den Klemptner rufen oder unser Auto in die Werkstatt bringen.
Dietrich
-
Sportsfreund
Richtig!Dietrich hat geschrieben:6.03.2006 9:44
Alle wollen gut bezahlt werden,
selber weniger bezahlen.
Unter den Russen in Deutschland ist es auch ein Lieblingsthema:
Zahnärzte in Deutschland sind schweineteuer!
in Russland kann man Zähne billiger machen lassen.
(auch Sozialhilfe in Deutschland beziehend...)
Ach was?
[Nationalstolz: ein]Dietrich hat geschrieben:Mittlerweile kauft man Dinge nicht mehr "Made in Germany", sondern hoechstens noch "mit deutschem Know-How und deutscher Technik hergestellt" (irgendwo mehr oder weniger weit im Osten). Und demnaechst dann auch nicht mehr mit "deutscher Technik", denn die laesst sich billiger in Fernost kopieren.
Schweizer Uhren werden immer noch in der Schweiz hergestellt.
[Nationalstolz: aus]
Dave
"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
Hermann Hesse
Hermann Hesse
-
Michael
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Sportsfreund
Ja, ja...
"Eine Uhr gilt als Schweizer Uhr, wenn
das Uhrwerk schweizerisch ist, die Uhr in der Schweiz
eingeschalt wird und wenn die Endkontrolle vom
Hersteller in der Schweiz vorgenommen wird."
Auszug aus:
http://www.admin.ch/cp/d/1995Mar30.1810 ... in.ch.html
Dave
"Eine Uhr gilt als Schweizer Uhr, wenn
das Uhrwerk schweizerisch ist, die Uhr in der Schweiz
eingeschalt wird und wenn die Endkontrolle vom
Hersteller in der Schweiz vorgenommen wird."
Auszug aus:
http://www.admin.ch/cp/d/1995Mar30.1810 ... in.ch.html
Dave
"Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht."
Hermann Hesse
Hermann Hesse
-
Michael
@Dietrich
Oder Lebensmittel im allgemeinen: Da kriegt man heute ein 10 kg - Paket panierten Seelachs fuer Witzbetraege nachgeworfen. Oder kauft billige Aepfel aus Argentinien, obwohl es doch auch einheimische Aepfel in Huelle und Fuelle gibt, die aber 50 Cent mehr pro Kilogramm kosten.
Hier spielt, glaube ich, die insbesondere in Deutschland so stark ausgepraegte Schnaeppchenjaeger-Mentalitaet eine Rolle. Muss man denn unbedingt immer nur das billigste kaufen? Nur damit ein bisschen mehr Geld fuer eine CD uebrigbleibt? Dann doch lieber ein T-Shirt ohne Ausbeuterei statt 3 Stueck mit... Ich reden natuerlich nicht von Leuten, die tatsaechlich Sparzwaengen ausgesetzt sind.
Mir faellt ein: In dem Zusammenhang wurden ja auch schon Ideen zur Einfuehrung eines Labels fuer die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion diskutiert. Leider wird das wohl nichts (vielleicht, weil es schon tausende von Labels gibt...). Finde ich trotzdem schade.
Ein schoenes Beispiel fuer eine andere Kaufmentalitaet ist vielleicht die Schweiz. Dort bezahlt man ja anscheinend oft fuer einheimische Produkte auch ein wenig mehr bei gleicher Qualitaet, ein Patriotenpreisaufschlag sozusagen.
In Deutschland hingegen kann man das Kaufverhalten oft leider nur ueber den Preis beeinflussen.
Das stimmt! Es gibt m.E. eine Menge Faktoren, die da zusammenwirken. Viele Produkte sind tatsaechlich bereits wesentlich billiger geworden durch die weltweiten Verfelchtungen der Wirtschaft. Kaffee ist ein anderes Beispiel (wobei das anscheinend dadurch forciert wurde, dass Vietnam auf eine zweifelhaften Rat der Weltbank hin damit begann, massiv Kaffee anzubauen).Und gleichen sich dann auch noch die Loehne in den Unseren mehr und mehr an, dann werden irgendwann auch bestimmte Dinge einfach teurer. Wenn die Kellner und Reinigungskraefte in den tuerkischen oder aegyptischen Hotels besser bezahlt werden, dann wird der Urlaub natuerlich teurer. Wenn die Naeherinnen in Sri-Lanka besser bezahlt werden, dann kostet das Shirt bei H&M nicht mehr 3,99 Euro sondern mindestens 10.
Oder Lebensmittel im allgemeinen: Da kriegt man heute ein 10 kg - Paket panierten Seelachs fuer Witzbetraege nachgeworfen. Oder kauft billige Aepfel aus Argentinien, obwohl es doch auch einheimische Aepfel in Huelle und Fuelle gibt, die aber 50 Cent mehr pro Kilogramm kosten.
Hier spielt, glaube ich, die insbesondere in Deutschland so stark ausgepraegte Schnaeppchenjaeger-Mentalitaet eine Rolle. Muss man denn unbedingt immer nur das billigste kaufen? Nur damit ein bisschen mehr Geld fuer eine CD uebrigbleibt? Dann doch lieber ein T-Shirt ohne Ausbeuterei statt 3 Stueck mit... Ich reden natuerlich nicht von Leuten, die tatsaechlich Sparzwaengen ausgesetzt sind.
Mir faellt ein: In dem Zusammenhang wurden ja auch schon Ideen zur Einfuehrung eines Labels fuer die Einhaltung sozialer Standards bei der Produktion diskutiert. Leider wird das wohl nichts (vielleicht, weil es schon tausende von Labels gibt...). Finde ich trotzdem schade.
Ein schoenes Beispiel fuer eine andere Kaufmentalitaet ist vielleicht die Schweiz. Dort bezahlt man ja anscheinend oft fuer einheimische Produkte auch ein wenig mehr bei gleicher Qualitaet, ein Patriotenpreisaufschlag sozusagen.
In Deutschland hingegen kann man das Kaufverhalten oft leider nur ueber den Preis beeinflussen.
- CSB_Wolf
- Zar/iza

- Beiträge: 2626
- Registriert: 26 Mär 2005, 00:06
- Wohnort: Sued Deutschland - nicht Bayern und nicht mehr in Moskau bei meiner Frau. Das hat sich erledigt.
- Kontaktdaten:
@ waldmeister
Hallo waldmeister,
Die kaufen die Deutschen Geschäfte fast leer und die Geiz ist Geil Mentalität schlägt voll zu, bzw. hat voll auf die Schweiz abgefärbt.
Gruss
Wolf
Hallo waldmeister,
Das ist auch der Grund warum ich am Samstag auf der Deutschen Seite von Basel immer das Gefühl habe ich bin mitten in der Schweiz, da höre ich nur Schweizer reden und sehe fast nur noch Autos mit Schweizer Kennzeichen 8)Ein schoenes Beispiel fuer eine andere Kaufmentalitaet ist vielleicht die Schweiz. Dort bezahlt man ja anscheinend oft fuer einheimische Produkte auch ein wenig mehr bei gleicher Qualitaet, ein Patriotenpreisaufschlag sozusagen.
Die kaufen die Deutschen Geschäfte fast leer und die Geiz ist Geil Mentalität schlägt voll zu, bzw. hat voll auf die Schweiz abgefärbt.
Gruss
Wolf
-
Bephep
Dietrich schreibt
>>Seien wir doch ehrlich. Wir leben doch eigentlich richtig gut! Und auf dem Ruecken vieler Billigarbeiter die bereit sind fuer ein paar Dollar am Tag 60 Stunden in der Woche zu schuften damit wir billige Dinge in unseren Supermaerkten kaufen koennen. Die "richtigen Preise" kriegen wir erst wieder vermittelt, wenn wir den Klemptner rufen oder unser Auto in die Werkstatt bringen.<<
Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Wir leben wirklich auf Kosten der Entwicklungslaender.Aber auch die " Eliten" in den Laendern da werden woll viele Untertanen lange schuften muessen um den gepanzerten Mercedes des Regierungschefs zu bezahlen.
Zu Mindestlohn.
In der vergangenen Woche habe ich gelesen das eine Frau vor Gericht Recht bekommen hat die eine Arbeit abgelehnt hat, die Ihr weniger Geld als die Sozialhilfe eingebracht haette.
Dann einen Beitrag im Radio das ein Sozialhilfe Empfaenger im Durchschnitt 5 EURO "Stundenlohn" hat.Der Mindestlohn muesste 7,50 EURO betragen da sonst der Unterschied zwischen Lohn ohne Arbeit und Lohn fuer Arbeit zu gering ist.
>>Seien wir doch ehrlich. Wir leben doch eigentlich richtig gut! Und auf dem Ruecken vieler Billigarbeiter die bereit sind fuer ein paar Dollar am Tag 60 Stunden in der Woche zu schuften damit wir billige Dinge in unseren Supermaerkten kaufen koennen. Die "richtigen Preise" kriegen wir erst wieder vermittelt, wenn wir den Klemptner rufen oder unser Auto in die Werkstatt bringen.<<
Das trifft den Nagel auf den Kopf.
Wir leben wirklich auf Kosten der Entwicklungslaender.Aber auch die " Eliten" in den Laendern da werden woll viele Untertanen lange schuften muessen um den gepanzerten Mercedes des Regierungschefs zu bezahlen.
Zu Mindestlohn.
In der vergangenen Woche habe ich gelesen das eine Frau vor Gericht Recht bekommen hat die eine Arbeit abgelehnt hat, die Ihr weniger Geld als die Sozialhilfe eingebracht haette.
Dann einen Beitrag im Radio das ein Sozialhilfe Empfaenger im Durchschnitt 5 EURO "Stundenlohn" hat.Der Mindestlohn muesste 7,50 EURO betragen da sonst der Unterschied zwischen Lohn ohne Arbeit und Lohn fuer Arbeit zu gering ist.
