Hallo Edik,
jetzt hast Du glaube ich so ziemlich alles miteinander verwurstelt, was nur geht. Sorry, ich muss da gerade etwas verwirrt den kof schuetteln.
Wenn die EU sich in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischt, ist sie kein selbsternannter Sheriff? Möchte sie ihre Interessen etwa nicht in Weißrussland durchsetzen? Wer bestimmt über Recht und Unrecht, wenn nicht das eigene Volk?
Das ist m.E. eine einseitige Sichtweise. Andererseits gibt es auch eine Verpflichtung der Voelker, sich gegenseitig fuer Freiheit, menschenwuerde etc. einzusetzen.
OK, wenn die Mehrheit sich auch ohne beeinflussung einen Autokraten wuenscht - bitte. "Das Volk" kann in diesem Falle nur sehr eingeschraenkt ueber "Recht und Unrecht" bestimmen.
Bürger können sich sehr wohl in totalitären Staaten wehren! Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Dazu muss nur eine bestimmte Grenze erreicht sein!
Frankreich 1789 ist eines der älteren Beispiele.
Aber dann haben wir auch die DDR 1990. "Wir sind das Volk!" - durch ständig wiederholte Demonstrationen konnte ein Regime, wie die DDR (ich war mal zu Besuch in einem Stasi-Gefängnis, da habe ich einiges gesehen und gehört!!!) abgeschafft werden.
Die Sowjetunion 1991, wer hätte fünf Jahre (ach was rede ich da, sogar noch viel später!) zuvor auch nur daran Gedacht, dass das klappt? Gut, Reagen hatte das behauptet, aber hat das auch nur einer wirklich geglaubt? Fast ohne Blutvergießen und der Apparat einer Supermacht war hilflos. Dazu müssen alle bereit sein.
Es gibt auch genung Gegenbeispiele, dafuer, dass man mit Demonstrieren gar nichts erreicht, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen:
VR China 1989
DDR 1953
Noch mehr Beispiele fuer "funktionierende" Dikaturen noetig?
Kuba
Nordkorea
Irak
Kongo bis 1997
Nepal
Und was hat der Umsturz in Georgien (wohlgemerkt, auch vom Volk erlangt!) gebracht? Gegenüber einem Seitenwechsel aus Moskaus in Washingtons Arme hat es nichts bewirkt.
Was ist deine Aussage in diesem Zusammenhang? Welche These willst Du damit untermauern?
Die Sowjetunion 1991, wer hätte fünf Jahre (ach was rede ich da, sogar noch viel später!) zuvor auch nur daran Gedacht, dass das klappt?
Das ist, finde ich, ein sehr schlechtest Beispiel.
1. Weil das letztendlich eine "Revolution von oben" war
2. in diesem Fall auch Separatismus eine grosse Rolle gespielt hat
Ich finde, dass Bephep Recht hat. Russland sollte sich nicht so verhalten, wie die Amerikaner,
die EU sollte das aber auch nicht!
Ich finde, Russland nimmt bereits gehoerigen Einfluss. Aber das russische Brudervolk darf das ja auch, so ist doch die offizielle Lesart?
Schließlich ist es das selbe Spiel, beide wollen europäische Staaten unter ihren Fittichen haben.
Bestimmt gibt es dieses strategische Denken; ich bezweifele aber, dass die Sachlage so einfach ist. Auch in der Politik gibt es mehr als nur Feindbilder, es gibt auch das Ideal eines freiheitlichen, demokratischen und Bruederlichen Zusammenlebens in Europa... Ich bin eigentlich nicht so ein Spruecheklopfer, wer lacht: Ich werde nicht boese sein
Oder wieso interessiert sich niemand ernsthaft für Afrika?
Finde ich nur teilweise zutreffend.
1. Geradeeben wird eine Militaerintervention im Kongo diskutiert
2. Als die Amis in Somalia eins auf den Deckel bekommen haben, hat man bei uns z.t. schadenfreudig applaudiert (motivationen der Amis mal ungeachtet)
3. Die ehem. Kolonialmaechte haben ein groesseres Interesse an Afrika als Deutschland (z.B. Franktreich --> Elfenbeinkueste)
4. Arfika ist uns ferner als Europa, Weissrussland liegt "vor unserer Haustuere". Dass uns Weissrussland mehr bewegt, ist doch voellig nachvollziehbar
5. und um Dir doch noch Recht zu geben: Mit Arfika wird kaum gehandelt
6. besonders USA , aber nicht nur die mischen sich ganz kraeftig ein, leider aber keineswegs fuer die ueberall verbreiteten Wertideale, sondern um Stabilitaet herbeizufuehren (sprich: Diktaturen zu stuetzen).
Die Welt kann eben ganz schoen schizophren sein. Aber den Europaern nun einen Strick daraus zu drehen, dass sie sich nicht ueberall auf der Welt engagieren - das finde ich unangebracht.