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Verfasst: 22 Sep 2006, 14:36
von Stefan
Genau das ist es doch was ich meine.

Wenn kein Pass vorgezeigt wird, bekommt man keine Fahrkarte. Folgedessen keinen Eintritt in die Wagons.

Sorry, mag ich vielleicht etwas verwaschen geschrieben.

Verfasst: 22 Sep 2006, 14:41
von harald63
Vielleicht meinen wir das Gleiche, reden aber irgendwo aneinander vorbei... Also: Warum soll ich beim Fahrkartenkauf meinen Pass vorzeigen sollen?

Verfasst: 22 Sep 2006, 14:45
von Stefan
Durch das Vorzeigen des Passes soll man erst eine Fahrkarte erhalten.

Mögliche Überbuchungen können so vermieden werden und jeder bekommt einen Sitzplatz (ist zwar nicht so wichtig, aber wäre doch auch eine gute Idee).

Erst wenn man Fahrkarte hat, dann kann man in den Zug einsteigen - durch Kontrolle der Schaffner.

Verfasst: 22 Sep 2006, 15:19
von harald63
Sorry, aber was haben Überbuchungen mit dem Vorzeigen des Passes zu tun? Was Du meinst, sind Fahrkarten mit Zugbindung oder Platzreservierung. Das ist aber Sache der Fahrkarte, nicht des Passes.

Verfasst: 22 Sep 2006, 16:00
von Helmut Uttenthaler
Zwischen dem Eisenbahn- bzw Fahrkartensystem in Russland un d Europa gibt es einige fundamentale Unterschiede:


In Russland gibt es nur zuggebundene Fahrkarten (d.h. die Fahrkarte ist fuer einen bestimmten Tag, bestimmten Zug, bestimmten Waggon und bestimmten Platz ausgestellt), hierzulande kauft man in der Regel (Sparepreise und andere Sonderangebote mal ausgenommen) eine Fahrkarte von A nach B und steigt dann in irgendeinen Zug ein, der einem gerade passt.
Das russische System ist fuer lange Distanzen gut geeignet, aber nicht fuer Kurzstrecken wie bei uns, wo oft jede Stunde ein Zug faehrt. Hier ist ein flexibles System ohne Zugbindung gefragt. Der Hauptvorteil eines dichten Fahrplans, naemlich die zeitliche Flexibilitaet des Fahrgastes, wuerde sich durch Zugbindung ad absurdum fuehren.


Aufgrund des flexiblen Fahrkartensystems stellt sich bei uns nicht die Problematik, des Aufkaufens von Fahrkarten durch zwielichtige Leute, die diese dann teurer weiterverkaufen.
Denn in Europa koennen normale Fahrkarten nie ausverkauft sein, ich kann meinetwegen 10000 Fahrkarten von Hamburg nach Muenchen fuer den gleichen Tag kaufen, obwohl in den Zuegen nur 5000 Plaetze je Tag angeboten werden...
Aufkaufen und teurer weiterverkaufen geht also nicht, daher ist es auch nicht noetig, dem durch einen personengebundene Fahrkartenausstellung einen Riegel vorzuschieben.


Noch was:
In Russland gibt es - in Fernzuegen - in jedem Waggon einen Schaffner, bei uns ein oder zwei im ganzen Zug (ausgenommen Schlaf- oder Liegewagen). Daher ist auch keine Fahrkartenueberpruefung beim Einsteigen moeglich.

Ich verstehe uebrigens nicht, warum in Russland auch bei reinen Tageszuegen (zB im Aurora von Moskau nach SPB) jeder Wagen einen Schaffner hat - da koennte man sicher etwas wirtschaftlicher arbeiten...

Verfasst: 22 Sep 2006, 16:51
von manuchka
Ich kapiere auch nicht, wozu man in Deutschland Fahrkarten an die Vorlage eines Ausweises knüpfen sollte. Damit der ICE von Wien nach Hamburg nur mit so viel Leuten ausgebucht ist wie es Sitzplätze gibt und damit dann keiner in den Gängen stehen muss?
Naja.. wurscht.
Helmut Uttenthaler hat geschrieben:Ich verstehe uebrigens nicht, warum in Russland auch bei reinen Tageszuegen (zB im Aurora von Moskau nach SPB) jeder Wagen einen Schaffner hat - da koennte man sicher etwas wirtschaftlicher arbeiten...
Na offensichtlich isses nicht soo unwirtschaftlich, womit wir wieder beim Thema Arbeitsbedingungen und Löhne in Russland anfangen könnten.
Außerdem will man vielleicht gern immer einen Schaffner pro Wagen haben, denn wer soll sonst die Fahrkarten der Einsteigenden kontrollieren, Teegläser austeilen und einsammeln und ein Auge drauf haben, dass die Passagiere nicht die Sau rauslassen?

Verfasst: 22 Sep 2006, 18:50
von Stefan
Hallo liebes Forum!!!

Ich weiss nun warum der Reispass abgegeben werden muss, wenn man eine Fahrkarte kaufen möchte.

Ich habe heute bei meiner Schwägerin in Russland angerufen und sie hat mir gesagt, daß die Fahrten mit dem Zug versichert sind, aus diesem Grund muss man seinen Reispass abgeben.

Quasi jede Fahrt ist versichert.

Daher können wir nun dieses Thema schließen. Hat mir doch keine Ruhe gelassen.

Verfasst: 24 Sep 2006, 23:52
von schlaudi
Helmut Uttenthaler hat geschrieben: In Russland gibt es - in Fernzuegen - in jedem Waggon einen Schaffner, bei uns ein oder zwei im ganzen Zug (ausgenommen Schlaf- oder Liegewagen). Daher ist auch keine Fahrkartenueberpruefung beim Einsteigen moeglich.

Ich verstehe uebrigens nicht, warum in Russland auch bei reinen Tageszuegen (zB im Aurora von Moskau nach SPB) jeder Wagen einen Schaffner hat - da koennte man sicher etwas wirtschaftlicher arbeiten...
Alos in den besseren Fernzügen gibt es pro Waggon 2-3 Schaffner. Ein Teil der Brigade schläft meistens, während einer oder zwei Dienst haben.

Ich finde es auch nicht schlecht, wenn reine Tageszüge einen Schaffner haben. Die passen eben auf, sorgen für Ordnung und sind nicht arbeitslos. Das Modell könnte auch für Deutschland interessant sein: würde man die 5 Millionen Arbeitslose auch was für ihr Geld machen lassen, dann sähe es sicher in vielen Ecken besser ausl. Bleibt zu hoffen, dass man in Ru nich auch überall nur noch wirtschaftlich arbeiten will... Dann siehts auch überall aus wie sau und die Leute werden vom Staat fürs nichtsmachen bezahlt.

Verfasst: 25 Sep 2006, 07:01
von Zejtnot
Stefan hat geschrieben:... und sie hat mir gesagt, daß die Fahrten mit dem Zug versichert sind, aus diesem Grund muss man seinen Reispass abgeben.
Nicht ganz. Man kann die Versicherung ablehnen (damit wird das Ticket 30 Rubel billiger) und dennoch braucht man einen Pass.

Der Grund sind wirklich die Erfahrungen der 90er ... alle Tickets eines Zuges wurden aufgekauft und teuer weiterverkauft. Dank der Passregelung passiert das nun nicht mehr.

Ein weiteres Argument: Verliert man sein Ticket, kann man es gegen Vorlage des Dokumentes noch einmal ausdrucken lassen.

Und die Polizei ist natürlich, wie schon erwähnt, auch nicht böse, Gauner besser verfolgen zu können.

Verfasst: 25 Sep 2006, 09:30
von schlaudi
Zejtnot_ hat geschrieben:Der Grund sind wirklich die Erfahrungen der 90er ... alle Tickets eines Zuges wurden aufgekauft und teuer weiterverkauft. Dank der Passregelung passiert das nun nicht mehr.

Ein weiteres Argument: Verliert man sein Ticket, kann man es gegen Vorlage des Dokumentes noch einmal ausdrucken lassen.
Klingt beides logisch. Ich habe auch kein Problem damit. Sollen die doch wissen von wo nach wo ich fahre. Noch bequemer finde ich bei vielen Fluglinien die Möglichkeit ganz ohne Ticket zu reisen (germanwings, s7). Die haben einen mit dem Namen registriert und man legt nur den Paß vor. So entfällt die Variante des Ticketverlierens.

Ob die Passregelung allerdings aus den Erfahrungen der 90er resultiert, obwohl das plausibel klingt? Soweit ich mich erinnern kann, waren die Tickets auch vor den 90ern namentlich ausgestellt und man mußte sich beim Kauf ausweisen. Da hat man wohl nur eine alte Tradition wieder aufleben lassen...