Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muss sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft kann per PN an die Administratoren beantragt werden.
Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 6685
Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Wladimir30 »

Alex KA hat geschrieben: Ausländische Medizin wird vermutlich zu teuer, na und,soll Russland dafür eigene Existenz auf Spiel setzen und die Amis die Tore öffnen, damit die uns ausrauben können?
Nein, natürlich nicht. Was soll diese Schwarz-Weiß-Malerei? Man könnte eher daran denken, die Welt nicht mit Waffengewalt und Muskelprotzdiplomatie zu beeindrucken versuchen, sondern durch eine eigenständige starke Wirtschaft, die natürlichen Respekt einflößt (und diesen dann auch meinetwegen einfordern kann). Welches Land wäre hierfür grundsätzlich besser prädestiniert als Russland? Wie so was gemacht wird, wurde lang und breit diskutiert, u.a. auch in diesem Forum.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
kamensky
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 3773
Registriert: 13 Apr 2009, 07:52
Wohnort: 620100 Ekaterinburg / CH-8200 Schaffhausen

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von kamensky »

Alex KA hat geschrieben:
Wladimir30 hat geschrieben:Tja, da kommt dierse Meldung ja gerade rechtzeitig.
http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/rati ... 85404.html
AlexKa, versteh uns nicht falsch, wir sind da mit Sicherheit nicht schadenfroh, hochnäsig, arrogant oder dergleichen. Das empfinden Russen ja meist gleich so. Aber unter Freunden müssen auch unangenehme Dinge offen angesprochen werden. Dass Russland sich selbst ernähren kann war uneingeschränkt richtig, bevor sich Russland in die Weltwirtschaft integriert hat und bevor das Volk sich an bestimmte Standards gewöhnt hat. Diese kann die RU aus eigener Kraft eben nicht mehr erfüllen, weil man viel zu lange die Gas- und Öldollars verprasst hat anstatt seine eigene Wirtschaft auf ein weltmarktkonkurrenzfähiges Niveau zu bringen.
Ja, das weiß ich schon.. Aber russische Aktienmarkt steigt Heute..
In Erinnerung an deinen Kommentar:

Alex KA » 12 Sep 2014, 19:38

Dollar wird fallen, dieses mal richtig.

Wie sieht den nun die Realität aus? Der Ölpreis war damals schon im steilen Sinkflug (siehe Chart). Deshalb wurde deine damalig gemachte Aussage auch eher belächelt.

http://www.cash.ch/boerse/kursinfo/full ... 07/801/333

Wirtschaft ist ein wenig ein komplexeres Thema, als du dir anscheinend vorstellst.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
Benutzeravatar
Alex KA
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1315
Registriert: 19 Jun 2008, 11:33
Wohnort: St.Petersburg, Russland

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Alex KA »

Wladimir30 hat geschrieben:
Alex KA hat geschrieben: Ausländische Medizin wird vermutlich zu teuer, na und,soll Russland dafür eigene Existenz auf Spiel setzen und die Amis die Tore öffnen, damit die uns ausrauben können?
Nein, natürlich nicht. Was soll diese Schwarz-Weiß-Malerei? Man könnte eher daran denken, die Welt nicht mit Waffengewalt und Muskelprotzdiplomatie zu beeindrucken versuchen, sondern durch eine eigenständige starke Wirtschaft, die natürlichen Respekt einflößt (und diesen dann auch meinetwegen einfordern kann). Welches Land wäre hierfür grundsätzlich besser prädestiniert als Russland? Wie so was gemacht wird, wurde lang und breit diskutiert, u.a. auch in diesem Forum.

Muskelprotzdiplomatie gibt es in Russland nicht, nur ein notwendiger Minimum, ich habe auch Zweifel ob russische Armee stark genug ist um gegen die Nato Staaten sich zu verteidigen, man kann nur auf nukleare Abschreckung hoffen.. Was die Wirtschaft angeht, hier auch braucht man billige Kredite um zum Beispiel Industriemaschinen aus russische Produktion zu kaufen.. Aber russische Zentralbank vergibt Geld für 17%, und das für Banken, welche Geschäfte muss man abwickeln um diese Prozente zurückzuzahlen, Drogen auf Straßen verkaufen? Räuberbanden organisieren? Und noch dazu so wie es aussieht russische Zentralbank gehört garnicht zu Russland, es ist vermutlich ausländische Privateigentum.. Und deswegen vertritt er so eine Politik
Benutzeravatar
Saboteur
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 3461
Registriert: 24 Jul 2006, 23:02
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Saboteur »

Alex KA hat geschrieben: Aber russische Zentralbank vergibt Geld für 17%, und das für Banken, welche Geschäfte muss man abwickeln um diese Prozente zurückzuzahlen...
das habe ich mich auch schon gefragt... :cry:
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 6685
Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Wladimir30 »

Hallo Alex KA! Das ist ja zum Teil richtig, was Du da schreibst, aber es ist bei weitem nicht die ganze Wahrheit. Nur sollten wir dann doch nicht Politik und Wirtschaft auf Stammtischniveau, vermischt mit den dazugehörigen Emotionen, zu erklären versuchen. Es gibt ja durchaus Gründe für die Situation und für die Umstände, die Du beschreibst, und einer Lösung oder diversen Lösungsvorschlägen sollte erstmal eine emotionsfreie Analyse vorausgehen. Und auf Basis dieser Analysen, und nur dann, kann man dann um den richtigen Weg diskutieren, dann gerne auch hitzig.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
daveg

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von daveg »

Wladimir30 hat geschrieben:Hallo Alex KA! Das ist ja zum Teil richtig, was Du da schreibst, aber es ist bei weitem nicht die ganze Wahrheit. Nur sollten wir dann doch nicht Politik und Wirtschaft auf Stammtischniveau, vermischt mit den dazugehörigen Emotionen, zu erklären versuchen. Es gibt ja durchaus Gründe für die Situation und für die Umstände, die Du beschreibst, und einer Lösung oder diversen Lösungsvorschlägen sollte erstmal eine emotionsfreie Analyse vorausgehen. Und auf Basis dieser Analysen, und nur dann, kann man dann um den richtigen Weg diskutieren, dann gerne auch hitzig.
Nur scheint hier niemand Willens oder in der Lage dies zu tun. Hier haben andere Themen, wie die Annexion der DDR durch die BRD, oder die Preise in der Duma-Kantine Vorrang.
Benutzeravatar
Wladimir30
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 6685
Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
Wohnort: Celle / Wladimir

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Wladimir30 »

daveg hat geschrieben: Nur scheint hier niemand Willens oder in der Lage dies zu tun. Hier haben andere Themen, wie die Annexion der DDR durch die BRD, oder die Preise in der Duma-Kantine Vorrang.
Meinetwegen gerne. Ich dachte nur, dass dieses Thema hier im Forum schon zig Mal rauf und runter breitgetreten wurde. Ich weiss z.B. noch, dass vor einem oder zwei Monaten (ich glaub es war von GIN, kann mich aber auch täuschen) die Meinung als Diskussionsgrundlage vertreten wurde - der ich mich übrigens voll anschließe -, dass z.B. einfach mehr arbeiten und weniger dem Wohlstand auf Kredit hinterherhecheln viel für eine Genesung Russlands helfen würde. Das wurde aber nie so recht weiterverfolgt.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
daveg

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von daveg »

Wenn man sich mit allen seinen (schmutzigen) Fingerchen an die Macht klammert wird dies aber nicht passieren.

Kam gestern spät von einer Messe aus Moskau zurück und da herrscht die breite Meinung, dass man ja gerne Lokalisieren und Modernisieren wolle, aber zum einen kein Geld dafür da ist, zum anderen keine Spezialisten zur Verfügung stehen und letzten Endes die bürokratischen Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung nicht gegeben sind. Viele gehen dieses Mal von einer langen Krise (3-5 Jahre) aus.

Leider macht das die Arbeit hier nicht einfacher.
kamensky
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 3773
Registriert: 13 Apr 2009, 07:52
Wohnort: 620100 Ekaterinburg / CH-8200 Schaffhausen

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von kamensky »

Wladimir30 hat geschrieben:
daveg hat geschrieben:
" dass z.B. einfach mehr arbeiten und weniger dem Wohlstand auf Kredit hinterherhecheln "
So sollte es eigentlich sein, doch leider hat ein Grossteil der Russen (Generation zwischen 18 und 30 J. alt) nicht so eine enorme Arbeitsmoral und Motivation. Man schimpft lieber über die "bösen Amis" und deren Fehler es war, betreffend Ausbruch der WW-Krise 2007, aber selbst den absolut gleichen Fehler machen (leben auf Pump) und wen dann auch diese Möglichkeiten versiegt sind, dann leben sehr viele von dem Ersparten der Babushka und oder den Eltern, wenn sie dies nicht schon zuvor taten. Teilweise mache ich dafür den Staat verantwortlich, welcher den Jugendlichen viel zuwenig Möglichkeiten anbietet, um sich beruflich zu verändern, weiterzubilden, oder zu orientieren. Dazu kommt m. E. noch die viel zu frühe Familienbildung und der daraus resultierend lange Mutterschaftsurlaub. Eine jungen Frau die möglicherweise gerade einmal eine Ausbildung abgeschlossen hat und danach schwanger wird, hat danach sicherlich vielfach Probleme sich in den Arbeitsalltag zu reintegrieren, mangels Fortbildung im Mutterschaftsurlaub.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
Benutzeravatar
Bluewolf
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1412
Registriert: 25 Nov 2010, 14:18
Wohnort: Karlsruhe/ N.N.
Kontaktdaten:

Re: Mariupol unter Beschuss, nicht zu fassen

Beitrag von Bluewolf »

Die ursprüngliche Diskussion ging weniger um zu wenig arbeiten, als vielmehr darum, dass das einfache Volk als Erstes nun wegen des Verfalls des Rubels bluten muss. Und das passiert eben genau jetzt nach der Preisanpassung. Adäquate medizinische Versorgung z. B. wird zum Luxusgut und mein Einwand gegenüber GIN war lediglich die Frage, ob man unbedingt immer auf Profitmaximierung aus sein muss. Und das die hübschen Mädels auf den Feldern da auch nicht freiwillig waren ...

Bei allem anderen stimme ich ja zu. Wenn ich die heute 18 bis 30 jährigen sehe, dann frage ich mich manchmal echt was die wohl machen wenn z. B. der Strom ausfällt^^ Und zwar nicht nur in Russland, aber dort eben krass auffällig. Hinz und Kunz studiert, aber Allgemeinbildung Fehlanzeige. Bzw. überhaupt erst einmal die Neugier etwas wissen zu wollen.
Daraus resultiert dann eben die Einstellung wenn was kaputt ist wird was Neues gekauft, statt es zu reparieren. Und dabei gibt es doch gerade das Klischee über die russischen Handwerker die alles irgendwie zum Laufen bringen (wenn auch vielleicht nicht lange)
Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“