HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14
Vorweg: Buchmaessig haenge ich gerade in der Zeit von 1871 bis 1955 fest.
Genial, 1871 war doch Reichsgründung und dann die schweren Jahre bis 1955.
HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14
Fuer mich ist die aktuelle deutsche Berichterstattung, soweit sie für mich sichtbar ist, stark von den deutschen Erfahrungen der Jahre 1930 bis 1945 geprägt. Wieder scheint "Die Gefahr aus dem Osten!" zu kommen. Entmenschlichung der Russen, der "Kreuzzug gegen den Bolschewismus"... Heute, so mein Eindruck, gegen Putin und damit gegen "den Russen" im Allgemeinen. Unterlegt mit Bildern und Berichten ueber die Brutalitaet des Russen, etwa aus Butscha.
Wenn man in Zeitungen dieser Jahre blättert, ich habe noch Schulbücher und Lexika aus dieser Zeit, speziell ab 1933, lassen sich Parallelen finden. Damals ging es noch um Rassenkunde und das Wesen eben des Bolschewismus. Wobei wir wieder bei der Ideologie wären.
HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14
Wer in Deutschland lebt und die dortigen Medien nutzt, nimmt meine Perspektive/Eindruck moeglicherweise kaum wahr. Man bewegt sich ueberwiegend innerhalb desselben medialen und politischen Rahmens. Von aussen betrachtet, das ist ausdruecklich mein persönlicher Eindruck, sehe ich eine gefaehrliche Entwicklung. Deutschland bewegt sich in eine Richtung, die an Propagandamuster aus der NS-Zeit erinnert. Nicht in jeder Hinsicht und (vielleicht) nicht mit denselben Mitteln, aber doch so deutlich, dass ich es beunruhigend finde.
Glaube mal nicht, dass es keine Westalgie in DE gibt. Es war doch immer schön, so mit Schwarzwaldklinik und Pril-Werbung bei ARD und ZDF. Und dann die vielen politischen Magazine. Wladimir30 hat das zu Beginn dieses jetzt umbenannten Themas „Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland“ sehr gut beschrieben. Sprich, dem Russen und Russland galten stets Verachtung und manchmal eben auch Mitleid. Darauf lässt sich bis heute aufbauen.
Meine Frau nahm an einer Reha teil und war doch erstaunt, dass Patienten aus Hessen, um die 60, noch von Deutschland und Ossiland sprachen. Stolz erzählten sie Geschichten ihrer Eltern, ihrer Sympathie zur Sozialdemokratie nach dem Krieg, von F.J. Strauß und dem Spiegel und dem Standhalten gegen die drohende Dampfwalze aus dem Osten, damals... mit Hilfe der amerikanischen Freunde.
HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14Deutschland bewegt sich in eine Richtung, die an Propagandamuster aus der NS-Zeit erinnert. Nicht in jeder Hinsicht und (vielleicht) nicht mit denselben Mitteln, aber doch so deutlich, dass ich es beunruhigend finde.
Bei dieser speziellen Aussage würde energischer Protest kommen, Willi Brandt engagierte sich schließlich als Widerstandskämpfer in der Nazizeit. Auch aktuelle deutsche Regierungen, ob nun GroKo, Ampel u.s.w., sie haben Lehren aus den Jahren 1933 bis 1945 gezogen. Deshalb warnen sie ja vor einer Partei AfD, die, wie sie meinen, erneut die Demokratie abwählen möchte…
Plumpe Propaganda, wie zur Nazizeit zieht heute in DE nicht mehr. Ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, Patriotismus, gibt es kaum. Und dann denke ich noch an das demografische Problem und die vielen Menschen mit Migrationshintergrund…
Wegen dem Krieg in der Ukraine ist übrigens in DE so gut wie keiner beunruhigt. Weit weg! Aber die Kosten? Super lag übrigens heute Vormittag unter 2 Euro. Was der Merz alles so hinkriegt...
Zejtnot hat geschrieben: 02 Nov 2026, 16:05
Interessant fand ich hier die aktuelle Unterhaltung von Paul Ronzheimer und Filipp Piatov.
Gib doch mal bitte einen link!
