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Verfasst: 19 Feb 2007, 20:59
von Zeppelin
germanisator hat geschrieben:Anscheinend ist die Übersetzung von Dokumenten ein eitles Thema hier. Heute ist mein erter Tag im Forum und es war nicht meine Absicht eine heftige Diskussion zu provozierenn oder unangenehm aufzufallen.

Mein Posting hat aber das gestellte Ziel verfehlt. Es geht mir lediglich um eine These, die ich eventuell bei der Abschlussprüfung verteidigen wollte. Ich öffne meine Karten: Ich gehe davon aus, dass man entstellte Namen instrumentalisiert und u.A. zur Beleidigung bzw. Demütigung in den Printmedien einsetzt. Vielleicht habe ich es von Anfang an falsch formuliert Ich wollte nur etwas Feedbackvon (aus meiner Sicht) kompetenten Publikum dazu. Vielleicht ist das Thema vielschichtiger als ich mir es vorgestellt. Egal.
Ich denke, es wollte Dich auch niemand irgendwie verprellen.
Sonst hättest Du auch nicht die zahlreichen und fundierten Antworten bekommen.

Wenn diese Antworten nun aauch nicht unbedingt Deine These stützen mögen, sind sie Dir vielleicht doch dabei behilflich, die Prüfung gut zu meistern.
Damit will ich folgendes sagen:
Du kannst getrost damit rechnen, dass man Deiner These bzw. Dir arg auf den Zahn fühlen wird.
Um die These zu untermauern wirst Du auch weit mehr benötigen, als eine sogfältige Sammlung von Medienbeispielen, auf die man so einen 'Anfangsverdacht' stützen könnte.

Wichtiger und um so schwieriger wäre es - meiner Meinung nach so gut wie unmöglich - zu beweisen, dass sowohl ein System, als auch eine Absicht dahinter stecken, die eben nicht durch die Transliterationsregeln nach ISO/R9 bzw. DIN 1460 hergeleitet werden können.

Solltest Du das aber hinbekommen, wirst Du sicher eine gute Bewertung erhalten.
Anderfalls könntest Du leicht als Anhänger einer Verschwörungstheorie abgetan werden.

Zeppelin

Verfasst: 19 Feb 2007, 21:10
von Xottabych
germanisator hat geschrieben:Es geht mir lediglich um eine These, die ich eventuell bei der Abschlussprüfung verteidigen wollte. Ich öffne meine Karten: Ich gehe davon aus, dass man entstellte Namen instrumentalisiert und u.A. zur Beleidigung bzw. Demütigung in den Printmedien einsetzt.
Das stelle ich mir im Rahmen einer Abschlussprüfung ziemlich kompliziert vor; es sei denn, Du redest von der Magisterarbeit.
Um so eine These zu überprüfen, brauchst Du ne wissenschaftliche Methode z.B. aus dem Bereich der qualitativen Sozialforschung; so etwas kann man selbst im Rahmen einer mehrstündigen Klausur eigentlich nicht bewerkstelligen, geschweigedenn innerhalb einer mündlichen Prüfung

Verfasst: 19 Feb 2007, 21:25
von germanisator
Ein negatives Ergebnis ist auch ein Ergebnis. Ich denke jetzt ich werde es in meine mündliche Prüfung nicht mitnehmen. Zu kompliziert. Das wäre eher was für die Doktoranten.

Verfasst: 20 Feb 2007, 10:10
von Dietrich
germanisator hat geschrieben:Lieber Dietrich,

du bringst mich zur Verzweiflung, aber ich versuche es noch einmal. Wenn du in Russland das Wort (den Namen) Edelstein hörst, schreibst du es wie Edelschtain auf? Einfach weil du es in RU und nicht in D hörst? Übrigens Edelstein ist der Vatersname von LDPR Führer! Wenn ich einen russichen Namen aufschreibe, egal ob in England oder Frankreich ist es immer gleich. Manuchka meine es gibt Namen im Deutschen wo es nicht eindeutig ist. Sie gibt es. Doch ich bin mir definitiv sicher, dass ein Edelstain in Deutschland eindeutig als Fehler reklamiert wird. Und eine Erklärung, dass du es in Russland gehört hast und transkripiert, kommt nicht durch. Einen deutsch stammigen Namen braucht man ins Deutsche nicht transkripieren. Quark
In einem Posting (direkt vor dem Zitierten) sagst du noch "es gibt keine falsche Transkription, weil es nur eine gueltige gibt" und im naechsten faengst du dann selber an, mit schwammigen Regeln (weil es ja ein deutscher Name ist/sein koennte/gewesen sein koennte...) fast beliebige Ausnahmen davon zu machen.
Wenn der Herr Едельштайн (oder wie auch immer) nun mal einen russischen Pass und vielleicht sogar eine russische Geburtsurkunde hat, dann heisst er eben Edelschtain nach der einzig richtigen, weil eindeutigen Transkription, die du selber erwaehnt hast.

Und diese Diskussion was "deutsch staemmig" ist und was nicht.... ich dachte die waere seit 60 Jahren durch....

Verfasst: 20 Feb 2007, 10:15
von Dietrich
germanisator hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass man entstellte Namen instrumentalisiert und u.A. zur Beleidigung bzw. Demütigung in den Printmedien einsetzt.
Also wenn man deutschstaemmige Namen nach den fuer alle anderen (englische, franzoesische, asiatische?) Namen gueltigen Regeln transkripiert, dann ist das ploetzlich eine Instrumentalisierung fuer Beleidigungen und Demuetigungen?
Sorry, die These erscheint mir doch etwas gewagt und arg weit hergeholt. Aber vielleicht habe ich als eher logisch und technisch orientierter Mensch fuer solche Themen einfach keinenrichtigen Zugang....

Verfasst: 22 Feb 2007, 11:15
von Zejtnot
Grundsätzlich wäre die ISO-Transliteration die beste, weil eindeutig. Problem: Keiner kann diese Sonderzeichen (Buchstaben mit Haken drüber) mit einer normalen Tastatur darstellen. Einige Behörden nutzen sie dennoch.

Ämter haben früher stets die französische Transkription genutzt, weil Französisch die Diplomatensprache war. Russische Pässe orientieren sich auch heutzutage daran.

Zeitungen hingegen nutzen die deutsche Transkription, weil Deutsche den Namen dann intuitiv richtig aussprechen. Problem: Ж und Ш werden (als eines von vielen Beispielen) beide als sch transkripiert - Feinheiten der Sprache gehen so verloren.

Mehr und mehr weicht man nun all diese Regeln auf, weil zum Beispiel die Airline Пулково nach deutschen Regeln Pulkowo heißen würde, ihre Selbstdarstellung aber Pulkovo nutzt. Und wie sieht es aus: "Die Airline Pulkowo (http://www.pulkovo.ru) hat gestern beschlossen, ..."

Rück-Eindeutschungen, wie Du, germanisator, sie forderst, wurden nie praktiziert, einfach weil sie willkürlich und falsch wären. Das hat mit Diskriminierung nichts zu tun! (Der Optikhersteller Schott wird ja im Englischen auch nicht zu Scot gemacht.)
waldmeister hat geschrieben: Wenn man korrekt transkribieren möchte, dann wird aus Вексельберг nicht etwa "Wechselberg" sondern "Wexelberg".
Nein. Aus KS wird laut Duden nur X, wenn das Wort einen Griechischen Ursprung hat, wie zum Beispiel Alexander. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kyrillisch ... t#Russisch .
germanisator hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass man entstellte Namen instrumentalisiert und u.A. zur Beleidigung bzw. Demütigung in den Printmedien einsetzt.
Hilfe, das ist ja wirklich absurd.

Dann wäre es ja auch eine Beleidigung dass aus dem kurzen knackigen Ющенко im Deutschen ein ewig langer Juschtschenko wird.

Verfasst: 22 Feb 2007, 11:58
von manuchka
Zejtnot_ hat geschrieben:Ämter haben früher stets die französische Transkription genutzt, weil Französisch die Diplomatensprache war. Russische Pässe orientieren sich auch heutzutage daran..
Deswegen wird aus dem schönen lesbaren Georgi ein Guergui.. Inzwischen wird wohl teilweise auch die englische Umschrift angewandt.

Verfasst: 22 Feb 2007, 12:38
von 7punkt
Zejtnot_ hat geschrieben:.....weil Französisch die Diplomatensprache war. Russische Pässe orientieren sich auch heutzutage daran.
Net mehr: seit paar Jahren wurde englische Schreibweise der Namen in den Reisepaessen eingefuehrt :wink:

Verfasst: 22 Feb 2007, 12:49
von Zejtnot
Soviel ich weiß wurde auch Wladimir Kaminer von den deutschen Behörden "falsch" genannt. Nachdem er schon mehrere Bücher als Wladimir Kaminer veröffentlich hatte, wurde er plötzlich zum Vladimir Kaminjer oder irgend wie so ähnlich. Hat dann wohl einige Monate gedauert, bis er seinen Namen offiziell ändern lassen durfte.

So genau kann ich mich an die Details nicht erinnern, stand aber mal in einem großen deutschen Nachrichtenmagazin aus Hamburg.

Jedenfalls: Auch dies war keine Boshaftigkeit sondern einfach eine genaue Anwendung der gültigen Regeln.

Verfasst: 22 Feb 2007, 14:09
von Zeppelin
7punkt hat geschrieben:
Zejtnot_ hat geschrieben:.....weil Französisch die Diplomatensprache war. Russische Pässe orientieren sich auch heutzutage daran.
Net mehr: seit paar Jahren wurde englische Schreibweise der Namen in den Reisepaessen eingefuehrt :wink:
Das ist in der Tat so und zwar meines Wissens bereits seit Mitte der 1990er Jahre.
Da wurde wohl in Form eines internationalen Übereinkommens über Reiseidentitätsdokumente und internationale Urkunden festgelegt.
Sollte man von einer Russ. Passbehörde dennoch einen Pass mit frz. Umschreibung des Namens bekommen, sollte man dies reklamieren.

@Zejtnot: Wo ist das Problem?
Keiner kann diese Sonderzeichen (Buchstaben mit Haken drüber) mit einer normalen Tastatur darstellen.
Man kann doch heute sowohl in Mac als auch in Windowssystemen (und ich wage zu behaupten auch auf Linuxsystemen) jeden beliebigen erweiterten lateinischen Zeichensatz benutzen. (Kleines erfreuliches Nebenprodukt der Globalisierung.)