kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
- Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Ich vermute, Du hast damit Recht, dass es eine Frage der Branche ist. Wir sind ein reiner Produktionsbetrieb. Bei uns wurden nur mal ein Schweisser und ein Schichtleiter direkt abgeworben. Wie gesagt, der Schweisser kam nach einem halben Jahr wieder. Ansonsten ist die interne Ausbildung speziell auf unsere Produktionsbedürfnisse beschränkt, die helfen kaum bei anderen Betrieben. Die Maschinen, die wir haben, sind keine Standardmaschinen, sondern spezielle Anfertigungen. Wenn jemand sehr gut ist in der Wartung und Bedienung dieser Maschinen, heißt das wenig für Maschinen in anderen Betrieben.
Allerdings kenne ich mich im Softwarebereich viel zu wenig aus, um das vergleichen zu können.
Allerdings kenne ich mich im Softwarebereich viel zu wenig aus, um das vergleichen zu können.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
- klaupe
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Bei der ganzen Debatte wundert mich eigentlich, dass "hire & fire" in Russland scheinbar ziemlich einfach ist.
Wenn sich bei mir die Fachkräfte richtig eingearbeitet hatten, war meist schon die Probezeit vorbei und dann ging es mit dem Kündigen nicht mehr so einfach.
Falls sich dann ein Besserer anbot, musste man schon ziemlich raffiniert einen Anderen aus dem Bestand vergrämen, dass er freiwillig kündigte, um Platz zu machen.
Gute Leute wurde man so schnell los, denn die fanden schnell einen anderen Brötchengeber. Die Zweitklassigen klebten aber oft wie Kleister und hielten sich an der Stelle fest, gerade so an der Kante, dass es keinen außerordentlichen Kündigungsgrund gab.
Wenn sich bei mir die Fachkräfte richtig eingearbeitet hatten, war meist schon die Probezeit vorbei und dann ging es mit dem Kündigen nicht mehr so einfach.
Falls sich dann ein Besserer anbot, musste man schon ziemlich raffiniert einen Anderen aus dem Bestand vergrämen, dass er freiwillig kündigte, um Platz zu machen.
Gute Leute wurde man so schnell los, denn die fanden schnell einen anderen Brötchengeber. Die Zweitklassigen klebten aber oft wie Kleister und hielten sich an der Stelle fest, gerade so an der Kante, dass es keinen außerordentlichen Kündigungsgrund gab.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
- Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Nee nee, ist es nicht. Der Arbeitnehmerschutz ist in Russland sehr stark.klaupe hat geschrieben:Bei der ganzen Debatte wundert mich eigentlich, dass "hire & fire" in Russland scheinbar ziemlich einfach ist.
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- klaupe
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Dann habe ich diese flotten Arbeitnehmerwechsel wohl falsch interpretiert.Wladimir30 hat geschrieben:Nee nee, ist es nicht. Der Arbeitnehmerschutz ist in Russland sehr stark.
Klar, da muss schon was dran sein, denn Opel wird kaum aus Menschenliebe hohe Ablösen bei Werksschließung auszahlen, wenn es nicht nötig ist.
Aber OK, ist nur reines, allgemeines Interesse. In diesem Leben werde ich kaum noch eine Firma in Russland hochziehen.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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m1009
Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Bedenke, wo...Wir sind ein reiner Produktionsbetrieb.
Rettenmaier, Rehau, Magna, Liebherr usw. sind in der Region N.Novgorod auch reine Produktionsbetriebe (Liebherr arbeitet dabei wie ihr)... Fuer 20 Rubel steht hier keiner mehr auf....
- Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Weiß ich, hab ich ja weiter oben auch geschrieben, dass es bei uns finsterste Provinz ist und diese Preise noch nicht mal für die Stadt Wladimir gelten. Aber ich dachte, dass es vielleicht für andere interessant sein könnte, dass auch solche Preise real existieren.m1009 hat geschrieben: Bedenke, wo...
Rettenmaier, Rehau, Magna, Liebherr usw. sind in der Region N.Novgorod auch reine Produktionsbetriebe (Liebherr arbeitet dabei wie ihr)... Fuer 20 Rubel steht hier keiner mehr auf....
Wobei natürlich die Lebensqualität in Sudogda unter aller Kanone ist. Obwohl ich von meinem Chef sehr, sehr lange mit Engelszungen geradezu bekniet wurde, doch nach Sudogda zu ziehen, damit ich näher am Betrieb bin, hab ich das kategorisch abgelehnt.
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- Norbert
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Selber kündigen ist ganz einfach - die Frist ist laut Gesetz ganze 2 Wochen und als Arbeitgeber kannst Du maximal die Ausbildungskosten des letzten Jahres zurückfordern.klaupe hat geschrieben:Dann habe ich diese flotten Arbeitnehmerwechsel wohl falsch interpretiert.Wladimir30 hat geschrieben:Nee nee, ist es nicht. Der Arbeitnehmerschutz ist in Russland sehr stark.
Im Gegenzug dazu ist die Kündigung eines Mitarbeiters nach der Probezeit sehr schwierig, wenn er selbst nicht gehen will. Das geht nur über eine formelle Einschränkung der Produktionskapazität (schlecht, wenn der Ersatz schon bereit steht), über mehrfache nachgewiesene Abmahnungen oder über eine Arbeitskommission, die grobe Versäumnisse des Mitarbeiters feststellt. Alles kompliziert und besser man einigt sich vorher im Guten. Vor Gericht zieht man als Arbeitgeber meist den Kürzeren.
Es soll wohl Unternehmen geben, die legen dem Arbeitsvertrag aus diesem Grund eine Blanko-Kündigung ohne Datum bei. Wurde mir mal von einem Anwalt empfohlen ... war mir aber doch zu arg.
- Wladimir30
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Norbert hat geschrieben:Selber kündigen ist ganz einfach - die Frist ist laut Gesetz ganze 2 Wochen und als Arbeitgeber kannst Du maximal die Ausbildungskosten des letzten Jahres zurückfordern.klaupe hat geschrieben:Dann habe ich diese flotten Arbeitnehmerwechsel wohl falsch interpretiert.Wladimir30 hat geschrieben:Nee nee, ist es nicht. Der Arbeitnehmerschutz ist in Russland sehr stark.
Im Gegenzug dazu ist die Kündigung eines Mitarbeiters nach der Probezeit sehr schwierig, wenn er selbst nicht gehen will. Das geht nur über eine formelle Einschränkung der Produktionskapazität (schlecht, wenn der Ersatz schon bereit steht), über mehrfache nachgewiesene Abmahnungen oder über eine Arbeitskommission, die grobe Versäumnisse des Mitarbeiters feststellt. Alles kompliziert und besser man einigt sich vorher im Guten. Vor Gericht zieht man als Arbeitgeber meist den Kürzeren.
Es soll wohl Unternehmen geben, die legen dem Arbeitsvertrag aus diesem Grund eine Blanko-Kündigung ohne Datum bei. Wurde mir mal von einem Anwalt empfohlen ... war mir aber doch zu arg.
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
Wir haben das ne Zeitlang so gemacht, bei Mitarbeitern, die arg über die Stränge gehauen haben (meistens gesoffen), die wir aber nicht so einfach gehen lassen wollten. Denen haben wir gesagt, dass wir entweder gleich ein offizieles und gesetzeskonformes Verfahren gegen sie einleiten und sie dann entlasen werden mit dem entsprecehnden Eintrag ins Arbeitsbuch. Das wollte natürlich keiner. Also haben sie uns solch ein Kündigungsschreiben ohne Datum gegeben. Umgesetzt haben das allerdings nie, wir haben die Leute immer überreden können, selber zu gehen.Es soll wohl Unternehmen geben, die legen dem Arbeitsvertrag aus diesem Grund eine Blanko-Kündigung ohne Datum bei. Wurde mir mal von einem Anwalt empfohlen ... war mir aber doch zu arg.
Nun sind die im Arbeitsgericht ja auch nicht blöd und kennen diese Praxis. Deshalb wird dann genau geschaut, ob das Datum nicht mit anderer Tinte und anderer Handschrift nachträglich eingetragen wurde. Und dann ist klar, was da gelaufen ist und der Arbeitnehmer bekommt immer Recht.
Somit haben wir diese Praxis aufgegeben.
Zuletzt geändert von Wladimir30 am 03 Apr 2015, 11:16, insgesamt 2-mal geändert.
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- klaupe
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Re: kaufmännische Ausbildung in Russland gefragt?
das ist ja in groben Zügen etwa so, wie hier.Norbert hat geschrieben:Im Gegenzug dazu ist die Kündigung eines Mitarbeiters nach der Probezeit sehr schwierig, wenn er selbst nicht gehen will.
Nur das Kündigungsschreiben ohne Datum ist für mich ein Novum.
Einträge ins Arbeitsbuch gibt es auch nicht (mehr), da es in der BRD keine Arbeitsbücher gab (sehr wohl in der DDR)
Nicht mal im Zeugnis dürfen negative Bemerkungen auftauchen, die den Arbeitnehmer belasten.
Daher gibt es so "nette" Formulierungen, die das positiv um schreiben:
Er hat sich stets bemüht = fauler Kopp, denn es blieb bei Bemühungen ohne echten Einsatz
Er war bei den Kollegen beliebt = vor allen Dingen, wenn die Flasche herumging
Wir wünschen viel Erfolg für die Zukunft = aber um Gottes willen nicht mehr bei uns!
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.