Seite 7 von 13
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 01 Okt 2008, 10:00
von Will
Zejtnot hat geschrieben:Will hat geschrieben:Daher ist Gold sehr gefragt in diesen Tagen ... aber der Gold-Hype steht noch aus!
Wieso, schau mal den Goldpreis heute und vor drei Jahren an?!
Das ist eher ein Inflationsausgleich für 2 magere Jahrezehnte. Wenn es einen richtigen Hype gibt, dann schießt Gold auf 2.000 USD oder höher (temporär, versteht sich). Eine Art Goldpreis-Blase

Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 01 Okt 2008, 10:45
von Zejtnot
Wäre ja aber auch nur noch ein Inflationsausgleich ... wenn die Nationalbanken mal eben so 700 Milliarden drucken ...
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 01 Okt 2008, 11:14
von Zeppelin
Entschuldigung. Aber die Banknotenemission kurbelt die Inflation doch nur noch mehr an - mal abgesehen davon, dass das vermutlich ironisch gemeint war.
Interessant finde ich hingegen den politischen Ruck, den die aktuellen Entwicklungen hier in D durch alle Lager ausgelöst zu haben scheinen. Plötzlich erkennen selbst die härtesten Verfechter von totalem "Neoliberalismus" ebenso wie die Staatsfanatiker, dass es wenig bringt, mit der Wurst nach dem Schinken zu werfen.
Das erinnert mich irgend wie an Goethes Zauberlehrling, da nun die Frage im Raum steht, wie man den entfesselten Wahnsinn wieder unter Kontrolle bekommen kann.
Und schon ist der Ruf nach einer nahezu ausgestorbenen Spezie wieder laut - dem "guten" Kaufmann von dereinst. (Das ist als Kategoriebegriff im VWL-Sinne gemeint.)
M.a.W. Eine Kapitulationserklärung der rein kapitalfixierten Politik.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 01 Okt 2008, 13:52
von Will
Zeppelin hat geschrieben:Entschuldigung. Aber die Banknotenemission kurbelt die Inflation doch nur noch mehr an - mal abgesehen davon, dass das vermutlich ironisch gemeint war.
Sorry, das war nicht im geringsten ironisch gemeint. Leider bitterer Ernst. Eben deshalb wird Gold (und vielleicht auch andere wertbeständige Dinge) boomen.
Zeppelin hat geschrieben:
Interessant finde ich hingegen den politischen Ruck, den die aktuellen Entwicklungen hier in D durch alle Lager ausgelöst zu haben scheinen. Plötzlich erkennen selbst die härtesten Verfechter von totalem "Neoliberalismus" ebenso wie die Staatsfanatiker, dass es wenig bringt, mit der Wurst nach dem Schinken zu werfen.
Das erinnert mich irgend wie an Goethes Zauberlehrling, da nun die Frage im Raum steht, wie man den entfesselten Wahnsinn wieder unter Kontrolle bekommen kann.
Und schon ist der Ruf nach einer nahezu ausgestorbenen Spezie wieder laut - dem "guten" Kaufmann von dereinst. (Das ist als Kategoriebegriff im VWL-Sinne gemeint.)
M.a.W. Eine Kapitulationserklärung der rein kapitalfixierten Politik.
In Deutschland habe ich nie Neoliberale getroffen, auch nicht allzuviele Neoklassiker, die Du vielleicht meinst
Liberale sind übrigens in der FDP, und die ist seit 10 Jahren nicht mehr in der Regierung.
Wo ist in Deutschland eine kapitalfixierte Politk?? Dann wäre Herr M. Schumacher vermutlich mit seinen Millioneneinkünften noch in Deutschland, und nicht in der Schweiz. Dann würden uns, die wir alle private Altersvorsorge leisten sollen, die Zinserträge nicht so besteuert, dass real ein Vermögensverlust für das Ersparte eintritt.
Es ist mehr eine Kapitulationserklärung der Politik, die den Wählern erklärt, die Politiker können alles, wie z.B. Aufschwung erzeugen, Arbeitsplätze schaffen, grosses Hauseigentum für jeden, Rezessionen abschaffen etc. :idea:
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 11:45
von Zeppelin
Will hat geschrieben:Liberale sind übrigens in der FDP, ...
Das mag zu Zeiten des Freiburger Kreises so gewesen sein. In des letzten Jahren habe ich in der FDP nur noch sehr sehr wenige Liberale angetroffen.
Aber das ist jetzt ziemlich OT.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 12:08
von Bephep
Will schreibt
Liberale sind übrigens in der FDP, ...
Zeppelin schreibt
Das mag zu Zeiten des Freiburger Kreises so gewesen sein. In des letzten Jahren habe ich in der FDP nur noch sehr sehr wenige Liberale angetroffen.
Aber leider die Wahrheit.
Und was heute morgen in aktuell stand, Kredite werden nicht mehr so einfach gegeben und die Unternehmer rechnen mit seiner schlechteren Konjunktur,Oelpreis bei Wiwo 89 Dollar, kommt die Krise auch bald in Russland an.irgenwo stand das,wenn der Oelpreis unter 75 Dollar faellt der russische Staat nichts mehr am Oel verdient.Aber der Staatshaushalt ist auf die Oeleinnahmen angewiesen.
In Moskau koennte sich das gleiche wiederholen was jetzt in den USA passiert.
Das Haus oder die Wohnung ist finanziert worden und jetzt fallen die Hauspreise.Da ist es dann finanziell einfacher das Haus zu verlassen und ein anderes Haus zu kaufen das viel billiger ist und sich dadurch leichter bezahlen laesst.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 12:35
von Zeppelin
Bephep hat geschrieben:...Kredite werden nicht mehr so einfach gegeben ...
In Moskau koennte sich das gleiche wiederholen was jetzt in den USA passiert.
Das Haus oder die Wohnung ist finanziert worden und jetzt fallen die Hauspreise.Da ist es dann finanziell einfacher das Haus zu verlassen und ein anderes Haus zu kaufen das viel billiger ist und sich dadurch leichter bezahlen laesst.
Setzt aber voraus, dass man an flüssiges Geld für das neue Haus gelangt und man jemanden findet, dem man die überteuerte Immobilie andrehen kann.
Das ist doch genau die Crux an der Pleite.
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 13:21
von Sibirier
Wir müssen etwas noch unterscheiden. Während sich in den USA und DE die Bevölkerung um ihre Spareinlagen bangt, ist dies in Russland nicht unbedingt das Thema. Denn sehr oft ist das Vertrauen in die russ. Banken noch nicht so groß, dass alle Spargrosschen dort hin gebracht werden.
In DE und USA fängt die Bevölkerung schon daran zu denken, den Audi, BMW usw. nicht dieses Jahr zu kaufen, weil alle von der Krise sprechen. In Russland denken die meisten Leute an diese noch nicht. Sie kaufen weiterhin.... Was morgen ist, entscheiden wir morgen...
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 13:23
von Zejtnot
Ein weiteres Argument: Viele würden sich gern im Moment eine Wohnung kaufen, können es aber nicht aufgrund der astronomischen Preise. Sobald diese ein wenig nachgeben, gibt es also wieder Käufer - so erwarte ich es jedenfalls. Der Markt ist meiner Meinung nach noch hungrig, im Gegensatz zur USA, wo er seit Jahren mit billigen Krediten hungrig gehalten wurde!
Re: Börsencrash in Moskau
Verfasst: 03 Okt 2008, 20:43
von Bephep
Zejtnot
Viele würden sich gern im Moment eine Wohnung kaufen, können es aber nicht aufgrund der astronomischen Preise. Sobald diese ein wenig nachgeben, gibt es also wieder Käufer -
Das ist richtig gedacht, aber,diese Leute bekommen keinen Kredit mehr von der Bank.Auch wenn die Inmobilien nur noch die Haelfte kosten,wenn die Banken nicht finanzieren dann kann auch keiner ( Normalbuerger ) kaufen.
Sibirier
Wir müssen etwas noch unterscheiden. Während sich in den USA und DE die Bevölkerung um ihre Spareinlagen bangt, ist dies in Russland nicht unbedingt das Thema
Das die Bank Pleite geht und das Geld verloren ist kann vielleicht in Ru ein Thema sein ,in De gibt es den Sicherungsfound da bekommen die Sparer ihr Geld auch wenn die Bank Pleite ist.
Auf
http://derstandard.at/text/?id=1220459864895
steht
Deripaska steigt wegen Finanzkrise bei Magna aus
Der russische Investor Oleg Deripaska gab am Freitag bekannt, dass die internationale Finanzkrise ihn zum Rückzug seines 43-Prozent-Investments beim austro-kanadischen Autozulieferer Magna gezwungen hätte.
Rusal ist nach den Staatskonzernen Gazprom und Rosneft das am stärksten verschuldete Unternehmen Russlands.