Klar, der Maidan ist nicht insgesamt faschistisch, 5% in der Bevölkerung, 10% im Parlament, 30% bei den aktiven Kämpfern, 50% bei den Toten.Norbert hat geschrieben:Ich find diesen Bericht auch zu zahm.
Dennoch sollte man nicht ins andere Extrem fallen, und den gesamten Maidan als Chaotenveranstaltung darstellen. Naiv - vielleicht ja. Missbraucht für fremde Zwecke (seien es "der Westen" oder "die Nationalisten") - ja. Aber den Wunsch nach weniger Korruption und mehr Öffnung gen Westen pauschal als Nazi-Veranstaltung darzustellen, halte ich auch für falsch.
Es beleidigt aber meine Intelligenz, wenn einige im Westen behaupten wie Dietrich, die Friedensvereinbarung seien von Januko gebrochen.
Das ist genauso eine schlimme Propaganda-Lüge wie das Märchen von Ukrainischen Selbstverteidigern.
Tatsächlich ist hier das faschistische Problem: Sie haben die Führung der Maidan Bewegung spätestens am Abend der Friedensvereinbarung übernommen, radikalisiert und auch viele Anständige zu den Erstürmungen getrieben.
Eigentlich haben die Faschisten und Gewalttäter schon 2 Tage zuvor übernommen. Sie haben selbst Dutzende der Toten zu verantworten, als sie den Waffenstillstand brachen und die Eskaltion betrieben (ORF, NY Times).
Und hier lügt sich der Westen eben auch etwas vor. Die Regierung ist nicht legitimiert und durch 5.000 Nazi-Extremisten dazu getrieben, eine einseitige Regierung mit Svoboda und dem Rechten Sektor statt eine der Einheit zu bilden.
Und die Duldung von Faschisten ist ein schlimmer Tabubruch. Die Putschisten hätten sich nur langsam legitimieren können durch eine Regierung der Einheit.
Aber alle hatten Angst vor einigen Tausend Extremisten, vor dem Nazi-Pöbel Teil des Maidan.
Wo sind wir gelandet, wenn wir akzeptieren, dass eine für die Welt lebenswichtige Politik von ein paar Tausend Extremisten bestimmt wird?
Wir haben uns ins Unrecht gesetzt, diesen Umsturz in dieser Form zu unterstützen, dieses Regime so zu akzeptieren und nicht auf eine Einheits-Regierung zu drängen.

