Gunnar hat geschrieben: Russen sind den Deutsche kulturell und auch emotional vielleicht sogar näher als die Amis. Deswegen nervt dieser aalglatte hinterhältige Kremltechnokrat, der eigentlich nix außer Machtspielchen beherrscht.
Mich nervt er auch, und ich hätte ihn lieber heute als morgen weg.
Gunnar hat geschrieben: Russen sind den Deutsche kulturell und auch emotional vielleicht sogar näher als die Amis.
Ja, so sehe ich das auch. Aber zahlreiche US- und deutsche Machtpolitiker (Merkel, Gauck..) wollen genau diese
Nähe verhindern.
Gunnar hat geschrieben:
Ich teile aber Deine Auffassung nicht, dass in D womöglich Kriegstreiberei gegen Russland betrieben würde. Das ist eine sehr gewagte These und wäre näher zu belegen.
Eine vor kurzem veröffentlichte Bertelsmann -Studie des Medienunternehmens kam zu dem Ergebnis, dass nur noch etwa 15 % der Deutschen die Russen sympathisch finden. Noch vor sieben Jahren lag diese Zahl laut einer Forsa-Umfrage bei 30 % Prozent. Liest man die Deutsche Presse und vor allem die
gemachte Meinung des Deutschen Volkes, dann haben wir in RUS heute unerträgliche Zustände: Journalisten werden bedroht, verschleppt und ermordet. Homosexuelle werden staatlich verfolgt, verprügelt und inhaftiert. Oppositionelle werden staatlich verfolgt, verprügelt, verschleppt und geheim inhaftiert. Und was ich fast noch schlimmer finde, weitet sich diese
Hass auf die Russen selbst aus: sie sind entweder böse: unfreundlich und lachen nie, sie sind verbissen oder sie sind arme Würstchen, die keine Heizung haben und nichts zu essen. Auch wenn ich nicht unterstelle, dass man einen Krieg i.e.S. anzetteln möchte, so ist es das Ziel, RUS und insbesondere Putin zu destabilisieren, in RUS zu intervenieren, weil diese Zustände ja völlig unannehmbar seien.
Gunnar hat geschrieben:
Kriegstreiberei. Das ist eine sehr gewagte These und wäre näher zu belegen.
Deutschland sitzt zusammen mit den Amerikanern in einem antirussischen Propaganda-Tretboot. Die Motivation unserer Regierungen RUS und Putin anzugreifen, ist keine demokratische, sondern eine
imperialistische. In Wirklichkeit geht es nicht um Krieg im herkömmlichen Sinne, aber darum, die
Destabilisierung so weit voranzutreiben, dass Machtwechsel und erneute westliche Einflussnahmen möglich werden.
Ähnliches gilt für die russischen Anrainerstaaten wie die Ukraine, Kasachstan, Belarus und den gesamten Kaukasus. Die Amerikaner wollen keine politische Ordnung schaffen, sondern Chaos ermöglichen, in dem die Karten neu gemischt werden können. Erst dann soll es eine neue Ordnung nach amerikanischem Muster geben.
"Zweifellos gibt es viele Dinge in Russland, die man kritisieren kann: im Alltag, in der Wirtschaft, in der Justiz und auch im Umfeld des Kremls. Kritik an Russland ist berechtigt und völlig legitim. Dass Wladimir Putin in deutschen Medien permanent an den Pranger gestellt wird, hat jedoch andere Ursachen. Es ist in erster Linie darauf zurückführen, dass der russische Präsident nicht gewillt ist, bedingungslos westlichen Leitbildern zu folgen, sondern einen eigenständigen Weg für Russland einschlägt."
Michail Gorbatschow 2009 im Deutschlandfunk:
"Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Europa beginnt, Russland zu verstehen. Das verhindern übrigens Sie und Ihre Kollegen. Die deutsche Presse ist die bösartigste überhaupt. "
Man will Russland nicht als gleichberechtigten Partner im globalen Machtspiel akzeptieren. Man will Russland als möglichen Gegenspieler viel eher ausschalten. Obamas Strategie schwenkte dabei schon kurz nach seinem ersten Regierungsantritt von einer versuchten Kooperation, auf Konfrontation um. Buschs Politik setzte sich durch die starke neoliberale Interessenslage Amerikas gegenüber Russland bereits nach zwei Jahren durch. Hauptabsicht der Amerikaner in Bezug auf Russland lautet inzwischen Schwächung und Destabilisierung.
Der Hauptgrund für diese destruktive Linie gegenüber Russland liegt vermutlich darin, dass ein stabiler Staatenblock um Russland herum, die wirtschaftlich zunehmend instablie USA in ihrer Rolle als Hauptmarkt und Hauptproduzent für Europa ablösen könnte, ohne dass die USA wesentlichen Einfluss auf diesen Markt hätten.
Ich persönlich halte Putin keinesfalls für einen Demokraten. Aber mit Sicherheit ist er ein Patriot, der sich sein Land nicht von den Amerikanern kaputt machen lässt.
Laut Henning von Löwis of Menar lassen sich mindestens 13 Punkte anführen:
http://www.go-east-generationen.de/docs ... 0Menar.pdf
- 1) Putin ist nicht bereit westliche Demokratie-Modelle für Russland zu übernehmen und sorgt dafür, dass Subversion von Seiten ausländischer NGOs observiert und ggf. unterbunden wird.
2) Putins „souveräne Demokratie“ ist unvereinbar mit einer von den USA dominierten monopolaren Weltordnung. Aus russischer Sicht ist Deutschland – wie Alexander Dugin es formuliert – „ein besetztes, ein fremdbestimmtes Land“, in dem die US-Amerikaner die Kontrolle ausüben.
3) Putin ist ein Anwalt des traditionellen Völkerrechts, das eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten verbietet.
4) Putins Europa ist größer als das „Klein-Europa“ der EU. Der Präsident Russlands tritt für Visa- Freiheit von Brest bis Wladiwostok ein. Und das ist nicht im Sinne der tonangebenden Kräfte in der EU und ihrer Verbündeten in den USA, die Angst haben vor einem übermächtigen Russland.
7) Putin zeigt westlichen Konzernen die Grenzen ihrer Macht auf, um eine Ausbeutung Russlands zu verhindern.
8 Putin attackiert verbal das „Gelobte Land“ westlicher Politiker und Publizisten: die USA. So äußert er in seinem am 12. 09. 2013 in der New York Times veröffentlichten Artikel: „Millionen Menschen in der ganzen Welt sehen in Amerika immer häufiger nicht ein Modell der Demokratie, sondern ein Land, das ausschließlich auf grobe Gewalt setzt und Koalitionen unter dem Motto ‚Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns‘ zusammenschmiedet.“
10) Putin ist – aus der Sicht westlicher Weltpolizisten und Globalstrategen – zu friedlich: „Warum muss man bei jeder Gelegenheit immer gleich bombardieren und schießen? Reichen denn – wenn die Gefahr einer gegenseitigen Vernichtung gar nicht besteht – nicht auch politische Kultur und Respekt vor demokratischen Werten und Respekt vor dem Recht aus?“ (München 2007)
11) Putin ist zu deutschfreundlich. BRD-Politiker haben – von Ausnahmen abgesehen – panische Angst vor einem „Sonderzug nach Moskau“ (Eckart von Klaeden) und verstecken sich hinter „Europa“, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, zu enge Kontakte mit Moskau zu pflegen.