Dem Westen und der USA hat es gefallen, dass Russland in den 90ern auf dem Weg weg von der (für Europa, die USA und die ganze Welt) gefährlichen kommunistisch ideologiegesteuerten UdSSR zu einer neuen Staatsform war, die mehr Demokratie versprach und damit seinen Bürgern mehr Freiheit und Mitbestimmung und dem Rest der Welt einen berechenbareren "Partner".Berlino10 hat geschrieben:Und schaue mal auf den Beifall, den RUS in den 90ern im Westen gefunden hat.
RUS war genauso wenig oder viel demokratisch und rechtsstaatlich wie heute.
Und Jelzin mindestens genauso korrupt und gewalttätig wie Putin.
Aber RUS war schwach, westhörig und instabil, als potentieller Gegenspieler weg ..
das hat dem Westen und der USA gefallen.
Wenn der Westen und die USA ein verkrüppeltes Russland gewollt hätten, dann hätten Sie nicht versucht, Russland auf dem Weg in eine Demokratie nach westlichem Vorbild zu helfen. Europa und die USA sind und waren (aus eigener Erfahrung) der Meinung, dass eine Demokratie nach westlichem Vorbild auch für Russland die beste Staatsform darstellt, die sowohl den Russen selbst, wie auch dem Rest der Welt durch Stabilität und Berechenbarkeit das Leben so angenehm wie möglich macht.
Der gewaltige Absturz nach dem Ende des Kommunismus liegt doch nicht an den demokratischen Reformen, sondern am dem, was der Kommunismus in Russland übriggelassen hatte: Bruch und Klotten. Damit hätte auch ein Putin mit seiner Methode die gleiche Bruchlandung hingelegt.
Und eine Fortführung der angefangenen Reformen - mit entsprechenden Korrekturen an etlichen Stellen - hätte Russland mindestens den gleichen Aufschwung gebracht, den Putin nun richtigerweise für sich in Anspruch nimmt. Nur ist es eben nicht so, dass die Demokratie nur Elend brachte und erst Putin wieder Ordnung. Es war eben eine (zeitliche) Notwendigkeit, dass Russland erstmal am Boden lag. Daran ist nicht "die Demokratie" schuld, sondern der Kommunismus. Nicht Jelzin, sondern Lenin und Stalin und wer da noch so kam. Klar hat Jelzin auch Fehler gemacht und man hätte viele Sachen besser machen können. Vor allem im Nachhinein betrachtet.
Aber ich bin mir sicher, ein stärkeres Augenmerk auf Korruptionsbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit in wirklich allen Bereichen hätte dazu geführt, dass Russland heute besser dastehen würde. Wenn Putin Korruption und Gerichte nicht dazu nutzen könnte/würde um seine Macht zu sichern, sondern Korruption, Wahlbetrug, staatliche Kontrolle der Medien, etc. durch unabhängige Gerichte auch bis ganz nach oben bekämpft würde, dann wäre er vielleicht nicht mehr an der Macht... das mag sein, ist aber in einer Demokratie ein ganz normaler Vorgang. Aber Russland ginge es mit Sicherheit besser.....

